An Ballett muss ich mich langsam herantasten. Aber ich finde es großartig, welche künstlerische und sportliche Leistung Ballett-Tänzer jeden Alters darbringen. In der großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck findet wieder ein interessantes Ballett-Event statt, den ich nicht verpassen will. Am Sonntag, 6. Mai lädt die Ballett-Schule Sinzinger zu einer Art Leistungsschau des Balletts ins Veranstaltungsforum Fürstenfeld ein. Alle zwei Jahre zeigen die kleinen und großen Ballett-Tänzer der Schulen in Fürstenfeldbruck und Gauting, was sie gelernt haben. Die ganzen Osterferien durch wurde nochmals geübt. Jetzt gilt es noch, das Veranstaltungsforum voll zu bekommen. Hier helfe ich gerne mit, schließlich kosten die Karten nur 10 Euro (ermäßigt 6 Euro) und was geboten wird, ist große Klasse. Ich habe mit Ludwig Sinzinger ein kleines Videointerview gemacht und freu mich auf das Ballett-Schaufenster.
Unter Leitung von Ludwig Maria Sinzinger präsentieren Schüler der Ballettschule Sinzinger für Künstlerischen Tanz aus Fürstenfeldbruck an diesem Ballettabend ihr vielfältiges Können. Die auch in Gauting ansässige Schule bietet professionellen Bühnentanzunterricht in klassischem Ballett, modernen Tanztechniken und tänzerischer Früherziehung für Kinder ab 4 Jahren. Bühnenauftritte sind dabei ein wesentlicher Bestandteil des Lernprozesses, angefangen bei den Kleinsten bis hin zu erwachsenen Ballettschülern. Wer Freund des Ballett-Studios bei Facebook werden will, kann es auch.
Das Ehepaar Nathalie und Ludwig Maria Sinzinger beherrschen ihr Fach. Ludwig Sinzinger ist ebenso wie seine Frau Dipl. Bühnentänzer. Ludwig ist 1985 in München geboren, begann seine Ballettausbildung 1999 mit einem Stipendium der Heinz-Bosl-Stiftung an der Ballettakademie der Hochschule für Musik und Theater München. 2004 setzte er sein Studium an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden fort. Mit dem Hochschulabschluss zum Diplom Bühnentänzer beendete er 2007 sein Studium. Im gleichen Jahr debütierte er als Eleve des Dresdner Semperoper Balletts in Stücken wie „Sommernachtstraum (John Neumayer)“, „Feuervogel“ und „Petruszka“. In der Spielzeit 2007/08 erfolgte ein Engagement als Solotänzer am Stadttheater Magdeburg.
2009 übernahm er die Koordination der Abendveranstaltungen und Leitung des Theaterbetriebes namhafter Clubhotels. Als Mitglied beim Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeit bei der von Prof. Martin Puttke entwickelten Danamos-Methode. Seit Oktober 2010 Übernahme der Leitung Ballettstudios Bruck und Gauting.
Seine Frau arbeitet in den Ballettstudios mit, ist aber derzeit in Elternzeit. Nathalie Sinzinger ist 1986 in Düsseldorf geboren, absolvierte ihre tänzerische Ausbildung von 1997-2004 in den Fächern klassisches Ballett, Modern, Jazz, Improvisationstechniken und Charaktertanz an der Rheinischen Musikhochschule Köln. Ihr Studium zur Diplom Bühnentänzerin setzte sie 2004 an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden fort, welches sie 2008 erfolgreich mit dem Diplom abschloss. Erste Bühnenerfahrung sammelte sie am Nordharzer Städtebundtheater Halberstadt. Weitere Zusammenarbeiten mit Choreografen wie Silvana Schröder, Henriette Horn und Birgit Schertzer.
Während des Studiums Weiterbildung in Kindertanz, tänzerische Früherziehung und Pädagogik. Weitere Tätigkeiten als freischaffender Tänzerin, Choreografin und Regieassistentin. Seit Schuljahr 2010/11 Lehrtätigkeit an den Ballettstudios Bruck und Gauting.
Ich hatte die Veranstaltung „Kunst und Handwerk im Stadl“ irgendwie anders in Erinnerung. Als ich vor gefühlten 100 Jahren in Anzhofen im Landkreis Fürstenfeldbruck war, da war die Veranstaltung „Kunst und Handwerk im Stadl“ eine Scheune und ein paar Stände. Und heute? Es ist eine große Ausstellung rund um Kunst und Handwerk geworden. Zum 16. Mal haben die Organisatoren eingeladen. Und es ist ein Publikumsmagnet geworden. Die Kulisse ist einzigartig: ein alter Bauernhof mit hohen Stadlgebäuden, einer üppigen Sommerlandschaft mit Obstgärten und Blumen- und Gemüsebeeten.
Ich besuchte die gelungene Veranstaltung, um ein paar neue Impressionen und Ideen zu bekommen. Es wurden dieses Jahr wieder über 80 Aussteller aus ganz Deutschland und Italien von einer Jury ausgewählt. Hochwertiges Kunsthandwerk aus verschiedensten Materialien und Bereichen, sowie Bildhauerarbeiten und Malerei von unterschiedlichen Künstlern werden präsentiert. Die Palette reicht von Plastiken, Skulpturen und Objekten bis hin zu Goldschmiedearbeiten, Textiles, Metallkunst, Holz, Keramik, Papier, Raku, Lederarbeiten, Glaskunst, Gartenobjekte. Rund 80 Aussteller kamen zwei Tage aufs Land und mehrere Tausend Besucher kamen aus ganz Oberbayern. Darunter auch die üblichen Verdächtigen mit Jutebeutel und Brotsack. Ich habe einen kleinen Film mit dem iPhone gedreht. Viel Spaß.
Wie Social Media bei einem mittelständischen Friseur erfolgreich sein kann, zeigt mein Beispiel des Haarstudios Wieser in Mammendorf. Ich unterstütze den Friseurmeister Josef Wieser mit seinen vier Salons in Mammendorf, Fürstenfeldbruck, Eichenau (Mittelpreissalons – alle Landkreis Fürstenfeldbruck) sowie München (Hochpreissalon). Nach Aufsetzen einer Facebook-Seite und eines YouTube-Kanals baten wir die Mitarbeiter der Friseursalons ihren Freunden die Facebook-Seite zu empfehlen. Damit hatten wir ein gewisses Grundrauschen an Usern. Nach einer Schulung der Mitarbeiter hatte Friseurmeister Josef Wieser die Idee eines Wettbewerbs, der über Facebook beworben wurde. Gesucht wurde das Wieser-Gesicht des Jahres 2011. Die Wettbewerbsbedingungen wurden auf der WordPress-Seite und in einem Videointerview bei YouTube erklärt.
Die Idee des Wettbewerbs: Die Kundinnen des Haarstudios konnten sich in einem der vier Salons fotografieren lassen. Anschließend konnten die Kunden des Haarstudios über einen Monat abstimmen. Zu gewinnen gab es für die ersten drei Siegerinnen ein professionelles Fotoshooting mit Modefotograf Andreas Ortner sowie ein Jahr kostenloses Hairstyling und ein Wochenende mit einem Volvo-Cabrio.
Wir setzen eine kostenlose WordPress-Seite auf und stellten die geschossenen Fotos ein. Anschließend begann das Voting. Beworben wurde es über die Facebook-Seite des Salons. Insgesamt nahmen 32 Amateurmodelle am Voting teil und wir bekamen über 24.000 Klicks. Es konnte alle sechs Stunden neu abgestimmt werden. Der Erfolg haute uns von den Socken. Natürlich versuchten die Freunde von dem einen oder anderen Modell mit einem IP-Wechsler zu schummeln, wurden aber entlarvt, noch dazu weil sich so mancher in Facebook damit brüstete. Das Netz vergisst nichts.
Das Konzept von Josef Wieser voll ging auf. Nicht nur die Votingklicks gingen in die Höhe, sondern auch die Freunde der Facebook-Seite explodierten. Freude luden andere Freunde ein. Damit veränderte sich auch die Kundschaft der vier Friseursalons. Viele junge Kundinnen interessierten sich für die Friseurleistungen und buchten einen Friseurtermin. Also auch der wirtschaftliche Erfolg setzte ein.
Nur eine Voting-Aktion isoliert zu machen, darf nicht sein. Das Voting sorgte dafür, dass wir die Klickzahlen einen Monat drastisch steigern konnten. Doch wichtig war es, dauerhaft zielgruppenrelevanten Content zu produzieren. Um zu vermeiden, dass nach Abschluss des Votings die Klickzahlen einbrachen, setzte die nächste Stufe unseres Marketingplans ein. Das Haarstudio Wieser veranstaltete eine große Modenschau in Fürstenfeldbruck. Dort wurden die Gewinnerinnen des Votings verkündet und eine richtig fette, innovative Friseurenshow gezeigt. Die Modenschau wurde über klassische Werbung und über Website und sozialen Netzen beworben. Der Erfolg: Über 600 Gäste genossen die großartige Show. Die hier geschossenen Fotos wurden natürlich wieder in die Sozialen Netzen eingestellt und sorgten wieder für Klicks. An jeden Besucher der Modenschau wurde eine Postkarte verteilt, auf denen die Adresse der Facebook-Seite und des Salons abgedruckt wurde. Zusätzlich gab es einen QR-Code, um noch ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Und es funktionierte: Die Facebook-Freunde stiegen wiederum und es wurde diskutiert und kommentiert.
Postkarte mit Facebook und Webadresse und QR-Code.
In der nächsten Stufe werden nun die Mitarbeiter der vier Salons geschult und berichten über Aktionen, Frisuren und Mode aus der lokalen Ebene. Ich bin davon überzeugt, dass der eingeschlagene Weg weiterhin erfolgreich ist.
Ich gehe gerne ins Kino, sehr gerne. Der Gang in das Lichtspieltheater hat etwas Magisches. Es ist der Eintritt in eine fremde Welt, in eine Welt der Illusion. Hier werden die Geschichten der Moderne erzählt.
In meiner Heimatstadt Fürstenfeldbruck haben die großen Kinos geschlossen. Das Capitol und die Amper Lichtspiele wurden geschlossen. Jetzt geht das große Kinosterben in der Landeshauptstadt München weiter. Zum Jahreswechsel schließt das Tivoli-Kino in der Fußgängerzone. Das Kino wurde 1959 eröffnet als München noch 130 Kinos hatte. Nun sind es nur noch 30 und bald noch eines weniger. Das Tivoli in der Neuhauser Straße war kein Krawall-Kino in denen US-Massenware aus Hollywood lief. Es war auch kein Kunstkino in dem Autorenfilme der alten Zeit über die Leinwand flimmerten. Es war eine schöne Mischung von Kunst- und Publikumsfilme, die in dem 50er Jahre Ambiente liefen.
Heute können die Betreiber die Pacht für die Räume nicht mehr leisten, trotz Zuschüsse des Freistaats. Es wurde in den vergangenen Jahren nur die Betriebskosten bezahlt, die Pacht blieb man schuldig. In Zahlen bedeutet dies 300.000 Euro pro Jahr.
Das Tivoli ist kein Multiplex und kann auch mit den Multilex-Komplexen nicht konkurrieren. Das Tivoli wollte dies nicht. Aber auch eine geänderte Verwertungskette Film bricht dem Tivoli den Hals. Die Filme laufen nur noch kurz im Kino, durch Filmpiraterie und Web bleiben die Zuschauer weg und zudem werden die gezeigten Filme schnell auf DVD veröffentlicht und in der Glotze gezeigt. Am 6. Januar 2011 ist Schluss mit Kino, dann zieht Douglas in zwei Etagen ein.
Meine persönlichste Erinnerung an das Tivoli war eine Vorführung von Loriots „Papa ante Portas“. Das Kino war schlecht besucht und ich wollte noch etwas zum Naschen besorgen. An der Kasse traf ich zwei Ikonen: Heinz Rühmann und Victor von Bülow alias Loriot. Diese beiden großen Männer des deutschen Films standen hinter mir in der Reihe. ich sprach sie an und danke vor allem Loriot für sein Werk. Rühmann nickte nur, während Loriot ein paar freundliche Worte mit mir wechselte. Danke für diese Begegnung, danke für das Tivoli. Danke für das Kino.
Im Urlaub war ich nach langen Jahren, ach was Jahrzehnten, einmal wieder im Hallenbad der großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck. Und es hat sich einiges verändert, obwohl es grundsätzlich ein Hallenbad geblieben ist. Zum allerersten hat die Stadt, ich glaube es war der Werkausschuss, dem Ganzen einen neuen Namen gegeben. Aus dem schlichten Hallenbad Fürstenfeldbruck ist die AmperOase geworden. Klingt nett und neue Kleider sind immer gut.
Im Inneren habe ich mich in meine Kindheit zurückversetzt gefühlt. In diesem Bad habe ich Schwimmen gelernt. Außerdem hatte ich Schulschwimmen. Es wurde ein neuer Liegebereich geschaffen mit coolem Blick auf das anliegende Eisstadion vom EVF. Das Babybecken wurde verlegt. Der Sprungturm ist weg. Das Kinderbecken und das Becken für die Erwachsenen sind aber gleich geblieben. Insgesamt haben die Betreiber mehr Farbe verwendet. CD ist nun die Farbe Gelb und man hat einige Rohre in Postgelb angestrichen. Und die Bademeister, so hießen sie zumindest früher, heißen heute Aufsicht und tragen gelbe T-Shirts. Baywatch-Feeling ist es aber nicht, obwohl Solariumgebräunte Hüter über die Schwimmer wachen.
Hauptsächlich waren die Becken mit Familien mit Kindern und ein paar Teenager bevölkert. Außerdem gab es noch ein paar vereinzelte Schwimmer. Einer trug sogar noch eine Schwimmkappe im schlichten Grau.
Ich weiß noch, als Bademützen im Bad Pflicht waren. Ich hatte eine blaue mit weißem Streifen. Diese wurde aber schnell ausgetauscht, als Fan des FC Bayern musste es eine rote Kappe mit weißem Streifen sein. Ganz schlimm: Meine Mutter hatte eine Badekappe aus Plastik mit Kunststoffblumen drauf. Eklig, schreckliche siebziger Jahre. Im Laufe der Zeit löste sich die Badekappe auf und vereinzelt schwammen die Blumen durchs Becken. Mein Vater und ich mussten die verloren gegangenen Blumen wieder einfangen.
Der Schallplattenladen meiner Jugend schließt zum Jahresende. Meine Frau hat mir eben aus der Lokalzeitung vom Münchner Merkur vorgelesen, dass der SoundMusic Store in Fürstenfeldbruck zum Jahresende schließen wird. Inhaber Rudi „Sound“ Hasmiller packt CDs und LPs zusammen und schließt nach 33 Jahren sein Geschäft. Schade, aber konsequent. Das Geschäft bestand seit 1976.
Für meine Heimatstadt war der Rudi immer eine Institution in Sachen Rockmusik. Als junger Mensch verbrachte ich grundsätzlich den Samstag Vormittag im Geschäft von Rudi in der Ledererstraße. Ich hörte Platten, später CDs und habe auch immer einen Kaufabschluss getätigt. Mit dem Fahrrad bin ich immer unterwegs gewesen, immer bedacht, dass Plattencover nicht in die Speichen des Radls zu bekommen. Meinen Freund Roland ist dies mal passiert. Das Cover zerriss, die Schallplatte im Inneren zerbrach, als es Roland der Länge nach hinstreckte. Kulanz von Rudi: Er tauschte die kaputte Platte anstandslos um. Dies war das beste Kundenbindungsprogramm des Jahres. In Windeseile sprach sich diese Tat unter uns Jugendlichen herum und Rudi war unser Held. Der zweite Schallplattenladen, „die Schallplatte“, wurde künftig von uns links liegen gelassen. Wir gingen alle zum Rudi Sound.
Die Schaufenster des Ladens mit großen Plakaten verklebt, im Inneren lief meist schwerer Hardrock der 70er: Deep Purple, Rainbow, Whitesnake. Rudi war ein Experte und gab klare Empfehlungen. Man konnte die ausgewählte Musik über verschiedene Kopfhörer anhören und anschließend mit Musikexperten im Raum philosophieren.
Ich erinnere mich, dass ich aus London einmal eine Schallplatte von Emerson, Lake & Powell mitbrachte. Es war eine Nachfolgeformation von Emerson, Lake & Palmer, nur eben Carl Palmer wurde durch Cozy Powell ausgetauscht. Diese Platte war in Deutschland nicht erschienen, warum weiß ich nicht. Rudi war von der Information begeistert und ich sollte sie mitbringen. Wir hören sie den ganzen Vormittag in seinem Laden und er bestellte sie über einen Schallplattenimport, nur dass er sie auch im Laden führen konnte. Cool. Ich glaube, die Schallplatte steht bei ihm heute noch im Regal zum Verkauf.