Ich werde in diesem Blogpost die Umweltdiskussion nicht führen, denn die verliert der Kaffeeröster in jedem Fall. Ich bin nur interessiert an dem neuen Konzept, wie die Nespresso-Kapseln unters Volk gebracht werden. Vor kurzem entdeckte ich in den Riem Arcaden in München meinen ersten Nespresso-Automaten.
Jetzt reden wir nicht von einem Automaten in der Größe eines Zigaretten- oder Kondomautomaten, sondern von der Größe einer Garage. Mitten in den Riem Arcaden steht das riesige Ding und eine lange Schlange von Kaffeefans davor. Ob das alles Twitterer sind? Es könnte der Himmel für Kaffeesüchtige Twitterer sein.
Der Automat hat zwei Terminals, obwohl einer bei meinem Besuch außer Betrieb war. Ein freundlicher Nespresso-Mitarbeiter unterstützt die Kunden beim Kauf ihrer Kaffeekapseln. Er erinnert mich an die Mitarbeiter bei Lufthansa, die beim Self-Check-in bereit stehen, um einzugreifen, wenn der Passagier mit dem Automat überfordert ist.
Das Verfahren den Nespresso-Kaffee vom Automat zu kaufen, ist aber einfach. Der Kunde hat entweder eine Kundenkarte oder keine und kann dann aus den zahlreichen Kapseln per Touchscreen auswählen. Er kann sich sein individuelles Paket zusammenstellen, je nach Geschmack. Beratung gibt es keine, nur kurze Beschreibungen am Display. Einfach eine Kaspel ausprobieren und dann weiß man, ob es schmeckt und beim nächsten Mal mehr kaufen. Bezahlt wird mit Plastikgeld, das geht schnell und ist sofort auf dem Konto des Unternehmens. Kein Geldzählen, das Personal kostet.
Dann stellt ein Roboterarm im hinteren Bereich das gewünschte Kaffeepaket zusammen. Das geht rasent schnell. Zuerst kommt eine mit Nespresso gebrandete Tüte aus dem Automaten und etwas später dann das Kaffeepaket. Einpacken muss man selbst und dann ist der nächste Kunde an der Reihe.
Menschliche Arbeitskraft im Verkauf wird eingespart – bis auf den freundlichen Servicemitarbeiter. Wenn das System eingeführt ist, dann kann er auch gehen. Ob sich das Automatensystem finanziell rechnet, weiß ich natürlich nicht. Gute Mitarbeiter im Einzelhandel zu bekommen, ist heute schwer – vielleicht setzt Nespresso dann doch lieber auf George Clooney und den Automaten.
Mich hat das System auf jeden Fall fasziniert. Ich habe meinen Kaffee to go vor dem Automaten getrunken und zugeschaut.
Für einige ist es die Erfüllung ihrer Konsumträume, die anderen verstehen nur Bahnhof: Am 27. November und 30. November locken Black Friday und Cyber Monday Kunden mit Angeboten. Als IT-Fuzzi kenne ich die Daten, aber wenn Fehlanzeige, wenn ich mein Umfeld befragte. Jetzt kam durch eine Umfrage heraus, dass die Deutschen die beiden Tage für Sparfüchse gar nicht kennen und dies in dem Land, in dem Geiz angeblich geil sei.
Laut den Onlinehändlern sind die Spartage Black Friday und Cyber Monday eine gute Gelegenheit, die ersten Weihnachtsschnäppchen zu ergattern. Auch ich werde Ausschau nach ein paar Schnäppchen machen. Doch ein Großteil der Bevölkerung kennt die Sparmöglichkeiten gar nicht, die sich an diesen Tagen bieten. Für mehr als zwei Drittel der Deutschen (35 Prozent) ist der Black Friday unbekannt. Der Cyber Monday ist sogar 45 Prozent der Deutschen kein Begriff. Und dies wohl viele Händler fett die Werbetrommel rühren. Allerdings sehe ich bei uns am Land keinen Einzelhandel, der mit den Begriffen Cyber Monday oder Black Friday wirbt. Von den Online-Händlern werde ich mit Banner und Newsletter versorgt, mein lokaler Handel beachtet die Aktionstage nicht. Warum eigentlich nicht?
Amazon bereitet mich auf den Cyber Monday vor.
In den USA sind diese Aktionstage traditionell der Start ins Weihnachtsgeschäft. „Seit ein paar Jahren hat auch der Handel in Deutschland das Potential für sich erkannt und bietet an diesen beiden Tagen besonders attraktive Angebote. Doch es besteht noch Aufklärungsbedarf. Bei den vielen Rabatten und Schnäppchen sind die Verbraucher kritisch geworden“, sagt Qipu-Geschäftsführer Veit Mürz. Qipu ist der erfolgreichste Cashback-Loyalty Anbieter Deutschlands. Die Aktionstage sind hierzulande aber auf dem guten Weg sich zu etablieren. Immerhin 13 Prozent der Verbraucher haben bisher noch keine Black Friday-Angebote genutzt, haben es aber diesem Jahr vor. Beim Cyber Monday sind es sieben Prozent.
Klassische Warenkörbe
Obwohl sich in verschiedenen Produktkategorien Rabatte und Schäppchen zum Black Friday und Cyber Monday finden, sind es doch die Technikprodukte, die in diesem Jahr bei den Fans der Aktionstage im Warenkorb landen werden (37 Prozent Black Friday, 34 Prozent Cyber Monday). Das ist nicht verwunderlich, versprechen die Händler doch gerade in diesem Bereich die größten Sparmöglichkeiten. An zweiter Stellen stehen die Fashionartikel (21 Prozent Black Friday, 15 Prozent Cyber Monday). Den kleinen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt es allerdings auch beim Shoppen am Black Fiday und Cyber Monday: Planen 48 Prozent der Männer an diesen Tagen Technikprodukte zu kaufen, will die Mehrheit der Frauen (27 Prozent) in der Kategorie Fashion zuschlagen. Bekleidung planen aber nur 16 Prozent der Männer für den Einkauf ein. Telefon- und Internetverträge stehen bei den Deutschen dagegen an letzter Stelle der Einkaufslisten (4 Prozent). Und auch Schmuck (5 Prozent) und Reisen (6 Prozent) werden in diesem Jahr eher nicht im Warenkorb landen. „Vielen Verbrauchern ist noch nicht klar, welches Sparpotential sich ihnen an den beiden Tagen bietet. Es sind eben nicht nur Technikprodukte. Wer am Black Friday oder Cyber Monday seinen nächsten Urlaub bucht, kann mit satten Rabatten rechnen“, sagt Mürz.
Arktis stimmt mich auf den Black Friday ein.
Top 5: Welche Produkte werden am Black Friday und Cyber Monday gekauft?
Black Friday
Technikprodukte 37 Prozent
Fashion 21 Prozent
Bücher, Musik, Filme 14 Prozent
Beautyprodukte 9 Prozent
Spielzeug 8 Prozent
Cyber Monday
Technikprodukte 34 Prozent
Fashion 15 Prozent
Bücher, Musik, Filme 13 Prozent
Beautyprodukte 8 Prozent
Spielzeug 7 Prozent
Kein tiefer Griff ins Portemonnaie geplant
Trotz der verlockenden Schnäppchen und Rabatte lassen sich die Deutschen an den beiden Aktionstagen zu keinen großen Ausgaben hinreißen: Jeder Vierte (25 Prozent) möchte am Black Friday maximal 100 Euro ausgeben. Das wollen auch 17 Prozent am Cyber Monday ausgeben. Mehr als 250 Euro planen für den Black Friday gerade einmal sechs Prozent und für den Cyber Monday nur vier Prozent auszugeben. Jeder Zehnte (10 Prozent) der deutschen Verbraucher hat sein Budget für den Black Friday noch nicht festgelegt, am Cyber Monday ist immerhin jeder Achte (13 Prozent) noch unentschlossen.
Es ist schön zu sehen, dass der Einzelhandel im Netz interessante Aktionen fahren kann und damit auch Erfolg hat. Unlängst war dies bei einer Aktion von Kusmi Tea in den Pasing Arcaden zu sehen.
Über die Facebook-Seit der Pasing Arcaden wurde eine exklusive Kusmi Tea-Party angekündigt. Es stand dort zu lesen: „Wolltet Ihr als Kind auch schon immer nach Ladenschluss in ein Einkaufszentrum – und dabei Tee trinken? Kusmi Tea Paris lädt am 19. Juni ab 20 Uhr zur Teeparty und wir haben 45 Eintrittskarten (für jeweils 2 Personen) für Euch. Alles was Ihr dafür tun müsst: Verratet uns Euren Lieblingstee in den Kommentaren. Viel Glück.“
Hab ich natürlich gemacht – bei mir ist der Lieblingstee der Ingwer-Tee. Nach ein paar Tagen kam die Nachricht in Facebook: „Hallo, wir freuen uns, dass wir für Euch alle Karten besorgen konnten. Bitte schreib eine Mail an unsere Marketing Managerin xxx und Du und eine Begleitung könnt dabei sein. Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß!“
Das könnte jetzt zweierlei bedeuten: Kusmi Tea war von dem Ansturm überwältig und bekam wohl viele Nachfragen, ob man vielleicht doch kommen könnte, obwohl die 45 Karten weg sind. Oder: Die Aktion war kein Erfolg und es kamen zu wenig Kommentare auf die Facebook-Seite, was bedeuten würde, dass die Mall ihre Aktionen im Bereich Social Media verstärken muss. Nun, ich gehe mal von der erste These aus, die Aktion war ein Erfolg.
Gesellschaftspartys erfahren putzten wir uns heraus und fanden uns vor dem Kusmi Tea-Shop in einer Schlange ein. Fein säuberlich wurden unser Name von einer französisch sprechenden Mitarbeitern mit Klemmbrett abgestrichen und wir bekamen Zugang zur Party. Wo befanden wir uns? Und noch wichtiger: Was ist eigentlich Kusmi Tea?
Das Kusmi Tea wurde 1867 in Sankt Petersburg von Pavel Kousmichoff gegründet und belieferte die Zarenhöfe in Russland. Nachdem der Sohn von Pavel Kousmichoff das väterliche Unternehmen Kusmi Tea zunächst in ganz Russland und Zug um Zug auch in Europa einführte, eröffnete er 1907 eine Niederlassung in London, dem Zentrum des internationalen Teehandels. Die Briten hatten damals durch ihr British Empire ein Monopol auf den Teehandel. Als 1917 die Revolution in Russland ausbrach und die Unternehmer an die Wand gestellt wurden, flüchtete die Familie Kousmichoff nach Paris und eröffnete ihr Atelier in der 75. avenue Niel im 17. Arrondissement. Diese Adresse gibt es heute noch immer. Im Jahr 1927 ließ man sich auch in Berlin nieder, damals einer der wichtigsten Städte der Weimarer Republik. So weit die kurze Geschichte des Hauses, die ich allerdings gerne von den Mitarbeitern von Kusmi Tea gehört hätte. Leider waren die mit Verkaufen der Ware beschäftigt, schließlich gab es für die Kunden 25 Prozent Ermäßigung. Hey, das ist keine Party, sondern eine Verkaufsshow.
Schlange vor dem Shop.
Und hier setzt meine Kritik an. Der Laden in Pasing war voll und zu voll. Es kamen mehr Personen zur Tea Party als die kleine Ladenfläche in den Pasing Aracden es vertragen konnte. Es wurde kuschelig warm. Neben den Produkten von Kusmi Tea gab es Süßigkeiten des US-Herstellers Sugarpova und Parfüm von L’Occitane. Die Partygäste, Verzeihung Kunden, konnten an den Tees riechen, ein wenig aus Pappbechern probieren, wobei die bereit gestellten Teekannen schnell geleert waren – es gab unter anderem die Neuheit BB Detox Eistee zum probieren. Wir konnten Süßigkeiten naschen und uns mit Parfüm einsprühen. Und wir konnten kaufen, was viele der Party-Gäste auch gemacht haben.
Die Kasse klingelte an diesem Abend. Umsatz ist im Einzelhandel ohne Frage enorm wichtig, doch unter einer Party verstehe ich persönlich etwas anderes. Tee hat schöne, spannende Geschichten zu erzählen. Wer einmal auf einer Weinverköstigung oder eine Whisky-Degustation dabei war, kennt diese Art von Storytelling. Gerade Kusmi Tea hat wunderbare, unterschiedliche Tees von hoher Qualität zur Auswahl, die exzellent präsentiert werden. Die Verpackung und das Design stimmen und das kaufkräftige Münchner Publikum griff zu. Doch die Info über den Tee blieb auf der Strecke, irgendwelche Party-celebrities habe ich auch nicht in München Pasing gesehen oder ich habe sie übersehen. Dann gehe ich lieber auf Veranstaltungen wie beispielsweise zu Hennessy, wie vor kurzem in Berlin im KaDeWe.
Das Logo hinter der Kasse von Kusmi Tea erzählt auch eine wunderbare Geschichte: Jean-Paul Gaultier hat Anastasia und Prinz Wladimir – dem emblematischen Paar des Hauses Kusmi Tea ein von Grund auf neues Design verpasst. Als Teil der ältesten Kreationen von Kusmi Tea knüpfen diese mit ihrer Entstehung in Sankt-Petersburg auch an die russische Kollektion des Designers in den 1980er Jahren an. Und da wir schon bei Gaultier sind. Es gibt eine wunderbare Geschenkbox in Form einer Hutschachtel verziert mit den typischen Marinesteifen und einem roten Pompon in Anlehnung an die Uniform der Seemänner. Mensch Leute, auch das wäre eine schöne Geschichte, die es zu erzählen gilt.
Positiv ist aber trotz all meiner Kritik an der Verkaufsshow, dass der Einzelhandel auf Ideen setzt, um Leute in den eigenen Laden zu bekommen. Das ist wichtig und richtig. Ob es nun wegen der Party war oder wegen der 25 Prozent Preisrabatt, ist zunächst egal. Den Käufern hat die Kusmi Tea Party wohl gefallen, wenn ich es an der Anzahl der Verkaufstüten sehe.
Kasse machen im Digitalgeschäft. Hier die Trends 2015.
2015 wird das Jahr der Customer Experience, so sieht es zumindest Adobe. Geht es nach den Marketing- und E-Commerce-Professionals weltweiter Unternehmen wird die Bereitstellung eines kanalübergreifenden Kundenerlebnis in diesem Jahr zum zentralen Erfolgsfaktor. Dies ist das Ergebnis des aktuellen „Digital Trend Report 2015“, den Adobe in enger Zusammenarbeit mit Econsultancy herausgebracht hat. Gerade in gesättigten Märkten mit einer Flut an ähnlichen Produkten und Dienstleistungen entwickelt sich die Customer Experience zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal – dies betonen über drei Viertel (78 Prozent) der befragten Entscheider. Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) sieht in der Customer Experience das größte Erfolgspotenzial für sich oder seine Kunden – gefolgt von Mobile, Content Marketing, Personalisierung und Big Data.
Weitere zentrale Ergebnisse des „Digital Trends Report 2015“ im Überblick:
Targeting und Personalisierung (30 Prozent), Content Optimierung (29 Prozent) und Social Media-Engagement (27 Prozent) zählen 2015 zu den wichtigsten Bereichen, um die Customer Experience weiter zu verbessern
Knapp 60 Prozent der befragten Entscheider legen 2015 einen zentralen Fokus aufs Cross-Channel Marketing
Mehr als zwei Drittel der Unternehmen (69 Prozent) setzen in den nächsten zwölf Monaten verstärkt auf digitales Marketing (2014: 64 Prozent)
Wie richtig der Schritt in die digitale Welt ist, zeigte der der „Adobe Digital Index Global Digital Advertising Report Q4 2014“. Die Weihnachtszeit ließ alle Werbetreibenden im Bereich Einzelhandel frohlocken, die ihr Glück in Suchmaschinen suchen: Wie der aktuelle „Adobe Digital Index Global Digital Advertising Report Q4 2014“ ergibt, stiegen innerhalb eines Jahres die Ausgaben in Google Shopping Ads weltweit um fast die Hälfte (47 Prozent) – und wuchsen damit rund 8 mal so schnell wie der Text Ad Spend. Für den neuen Digital Index-Report wurden mit den beiden Lösungen der Adobe Marketing Cloud – Adobe Media Optimizer und Adobe Social – weltweit 500 Milliarden Post-Impressionen auf Facebook ausgewertet sowie 500 Milliarden Google- und Yahoo Bing-Impressionen.
Weitere zentrale Ergebnisse im Überblick:
Trotz des imposanten Wachstums von Google Shopping Ads nehmen Textanzeigen mit Blick auf die USA mit 66 Prozent der Clicks weiterhin den Löwenanteil des Search-Werbekuchens ein (Shopping Ads: 20 Prozent).
Die Click-Through-Raten (CTR) auf Google legten in Q4 im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent zu, die Cost-per-Click (CPC) wuchsen etwas weniger dynamisch um 8 Prozent. Zum Vergleich: CTR und CPC auf Yahoo Bing nahmen jeweils nur um 7 Prozent zu.
Durch die Decke gingen im Quartalsvergleich die Paid-Impressionen auf Facebook: Diese stiegen im Einzelhandel um 53 Prozent. Im Jahresvergleich nahmen die Paid-Impressionen um 13 Prozent zu. Dagegen brachen die organischen Facebook-Impressionen im Vergleich zu 2013 um nahezu ein Drittel ein (32 Prozent).
Die Post-Interaktionsraten auf Facebook (Comments, Likes & Shares) stiegen im Einzelhandel im Jahresverlauf um 14 Prozent.
Der neue Adobe Digital Index liefert zudem Einsichten über das Klickverhalten der User im Wochenverlauf: So sind die mobilen Clicks an Sonntagen 17 Prozent höher als an anderen Wochentagen. Desktop Search Clicks haben ihren Wochenpeak dagegen immer Montags (9 Prozent über dem Schnitt).
Einkaufen in einem Laden – wie hier Mode für die Frau – gehört für mich dazu.
Nicht Amazon macht unseren Einzelhandel kaputt, sondern unsere Gier nach Schnäppchen lässt die Innenstädte veröden. Auf meinen Seminaren stelle ich verstärkt ein Lagerdenken fest: Amazon ist böse, böse, böse und macht alles den Erdboden gleich.
Ganz so einfach ist es nicht, den schwarzen Peter an Amazon hinzuschieben. Wir sollten uns alle selbst (und da schließe ich mich ausdrücklich mit ein) an die eigene Nase fassen. Wir sind oft ein Volk von Geiz-ist-geil-Jüngern geworden. Billig, billig, billig und Schnäppchen machen. Cybermonday, Black Friday, Blitzangebote und so weiter. Aber Amazon macht uns ein Angebot, ob wir es annehmen, entscheiden wir selbst. Das Amazon-Smartphone Amazon Fire Phone scheint ja ein Flop zu werden, aber dennoch beobachte ich Leute, die mit der Amazon App im Einzelhandel stehen und Preise vergleichen. Ich gestehe, auch ich habe dies schon gemacht – es scheitert in der Regel bei uns auf dem Land daran, dass die Internetverbindung in den Geschäften so gut wie nicht vorhanden ist.
Auch Apple verlässt sich nicht nur auf den Online Store.
Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Umfrage des Location Based Service Anbieters GETTINGS. Diese besagt: 90 Prozent der Deutschen sind sich sicher, dass es auch 2050 noch Ladengeschäfte gibt.
Auch Rabattaktionen haben für die Befragten Bestand: Davon sind 94 Prozent überzeugt. Dass Kunden immer öfter nach Angeboten von Händlern schauen und dort einkaufen, wo sie sparen können, ist für 93 Prozent klar. 88 Prozent gehen davon aus, dass Online- und Offline-Einkaufen zukünftig stärker miteinander verwoben sein werden.
Guter Service macht Ladengeschäfte zukunftsfähig
Gezielte Services und Beratungsangebote in Ladengeschäften wünschen sich 93 Prozent der Deutschen, um dem Onlinehandel Paroli zu bieten. Dazu zählen für 92 Prozent gute Rabatte und Aktionen. 83 Prozent fänden es wichtig, dass im stationären Handel das Einkaufserlebnis gestärkt wird, wie beispielsweise über spielerische Aktionen oder das leichtere Finden von Produkten. Dass Inhaber die Kunden stets über Angebote informieren sollten, denken 86 Prozent der Befragten. Eine große Veränderung steht für die Deutschen beim Bezahlen bevor: Dieses wird im Jahr 2050 über Karten oder Smartphones stattfinden – ganz ohne Bargeld – meinen 63 Prozent.
„Trotz des Online-Handels sind Ladengeschäfte im Alltag wichtig, wie auch unsere Umfrage zeigt“, so Boris Lücke, Geschäftsführer von GETTINGS. „Sie bieten ein ganz anderes Einkaufserlebnis. Die Menschen stöbern gern, lassen sich vor Ort inspirieren und durch das Verkaufspersonal beraten. Dennoch ist es wichtig, dass Kunden einen Mehrwert erhalten – sei es in Form von Rabatten, oder auch einer hilfreichen Unterstützung beim Finden von Produkten.“ Aber bis zum jahr 2050 ist noch eine lange Zeit.
Die besten Umsätze machen Online-Händler wohl am 8. Dezember.
Langsam, ganz langsam mache ich mir Gedanken über die Weihnachtsgeschenke. Wann werde ich die online einkaufen? Jetzt hat Adobe eine Studie „Online Holiday Shopping Forecast“ veröffentlicht, die interessantes Zahlenmaterial zeigt.
Am 8. Dezember sollten sich die Online-Shops auf einen Ansturm vorbereiten, sagt zumindest Adobe. Denn an diesem Tag wird im E-Weihnachtsgeschäft hierzulande mit 547 Millionen US-Dollar (438 Millionen Euro) so viel umgesetzt wie an keinem anderen Tag der Saison. So die „Adobe Online Holiday Shopping Forecast“, der – auf der Basis einer Billion Page Visits auf Einzelhandels-Webseiten der vergangenen sieben Jahre – Vorhersagen für das Online-Weihnachtsgeschäft im November und Dezember 2014 trifft. In den USA ist der Höhepunkt im Weihnachtsgeschäft der Cyber Monday am 1. Dezember mit einem prognostizierten Umsatz von 2,56 Milliarden US-Dollar bzw. 2,04 Milliarden Euro (zum Vergleich: Frankreich 7. Januar mit 478 Millionen US-Dollar / 382 Millionen Euro; Großbritannien am 1. Dezember mit 447 Millionen US-Dollar / 357 Millionen Euro). Am 8. Dezember, dem Höhepunkt des Online-Shoppings in der Weihnachtszeit, gibt jeder Deutsche durchschnittlich 6,77 US-Dollar aus (5,41 Euro). Europaweit liegt dieser Wert bei 8,91 US-Dollar (7,12 Euro), die US-Amerikaner investieren am Cyber Monday (1.12.) im Schnitt 8,06 Dollar (6,44 Euro).
Wann kaufst du die Geschenke zum Fest?
Mobile Shopping legt kräftig zu
Einen großen Sprung wird in diesem Jahr das Shopping mit dem Smartphone machen. Mobilität ist das Zauberwort. Mobiles Shopping nimmt hierzulande um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu (Europa: 38 Prozent; USA: 25 Prozent). Spitzenreiter bei den Einkäufen über Smartphones, Tablets & Co. sind übrigens die Dänen mit einem Wachstum von 56 Prozent. Der mobile Anteil an allen Online-Transaktionen beträgt in Deutschland zur Weihnachtszeit 14 Prozent: Smartphones machen 4,5 Prozent aus, Tablets 9,5 Prozent. Europaweit tragen mobile Geräte mit 16,5 Prozent zum Online-Weihnachtsgeschäft bei.
„Wie bereits im vergangenen Jahr angedeutet, setzt sich in Europa das Wachstum im Bereich Mobile fort: Während der Traffic über Tablets rund 30 Prozent zulegte, wuchs der Smartphone-Traffic sogar um 72 Prozent – sicher auch begünstigt durch größere Smartphone-Screens“, sagt Mark Zablan, President EMEA bei Adobe. Auch ich werde mit dem iPhone 6 plus shoppen. „Dieses Wachstum gekoppelt mit aktuellen Entwicklungen im Bereich Mobile Beacons und Mobile Payment bedeutet für Einzelhändler, dass sie die passenden Strategien und Technologien einsetzen müssen, um ihren Kunden relevante mobile Erlebnisse zu liefern.“
Beim jüngsten Familieneinkauf im örtlichen Supermarkt fiel mir ein Angebot der Kaffeerösterei Tchibo auf. Das Handelsunternehmen hat derzeit unter dem Motto „rund um die Uhr“ verschiedene Uhren im Angebot. Mich interessierten die Uhren eigentlich nicht – ich warte ja auf die iWatch von Apple. Aber beim Betrachten der Uhren fiel mir ein QR-Code auf. Unter der Frage „Welche Uhr steht Ihnen am besten?“ werden die Kunden aufgefordert den QR-Code zu scannen und die Uhren am Handgelenk anzusehen.
Hab ich natürlich gemacht und ärgere mich, dass ich das Angebot nicht genau gelesen habe. Ich hatte augmented reality-Technik erwartet, aber es stand nicht da „Uhren an meinem Handgelenk“, sondern „Uhren am Handgelenk. Durch augmented reality wäre es möglich, die Uhr an meinem Handgelenk abzubilden.
Obwohl beim Warten kam dann die Aufforderung; „Dazu legen Sie einfach Ihr Smartphone auf Ihr Handgelenk. Durch Wischen gelangen Sie einfach von Uhr zu Uhr.“ Vielleicht doch augmented reality? Ich war sehr gespannt und befolgte die Weisungen auf dem Display. Natürlich schaute mich die anderen Einkäufer am Tchibo mittlerweile doof an. Das Resultat enttäuschte mich, dann doch: Ganz klar kein augmented reality. Es war ein Fake. Die Uhren wurde auf ein Armgelenk abgebildet, aber es war nicht meines.
Dennoch: Diese kleine Aktion zeigt, wie die Zukunft des Einkaufens aussehen könnte und dafür bin ich Tchibo dankbar. Leider war unser Supermarkt im Edgeland und der Aufbau der Seiten dauerte ewig. Die Idee war gut, an der Umsetzung kann noch gearbeitet werden, aber zeigt für mich eine Verbindung von realer Einkaufswelt zur virtuellen Einkaufswelt. Dem QR-Code sei Dank.
Vor dem Spielwaren Reindl in Fürstenfeldbruck bildete sich vor kurzem eine Traube von Kindern, die aufgeregt auf ihren Handys herumtippten. Beim näheren Hinschauen standen sie alle am Schaufenster und diskutierten über einen ausgehängten QR-Code. Von 6. bis 24. Dezember hatte sich der Fürstenfeldbrucker Einzelhandel entschlossen, auf mobile Kommunikation zu setzen und das örtliche Spielwarengeschäft machte mit. Wer einen QR-Reader besitzt (und das hatten die meisten Kinder vor dem Schaufenster) konnte den Code einscannen. Programmiert wurde es von einer flotten IT-Bude QR–Promotions in Fürstenfeldbruck, die sich u.a. auf QR-Codes spezialisiert haben.
QR-Code scannen und gewinnen – nette Idee des Fürstenfeldbrucker Einzelhandels.
Wer Glück hatte, bekam einen Einkaufsgutschein, den er im Laden einlösen konnte. Leider hatten die Kinder und auch ich kein Glück. Der Zufallsgenerator wählte uns nicht aus und so bekamen wir keinen Gutschein.
Leider Pech gehabt.
Schlitzohren wie es Kinder nun mal sind, wollten es gleich noch einmal probieren, doch Fehlanzeige. Erst nach 1,5 Stunden ist es wieder möglich, an diesem Weihnachtsgewinnspiel teilzunehmen. Über einen zeitlichen Cokie wurde es wohl gelöst. Wer es dennoch probiere, bekam einen entsprechenden Hinweis. Nun gut, bin ich also zum Einkaufen gegangen und meine 1,5 Stunden herumgebracht, Leider war die Glücksfee mir dann immer noch nicht hold und ich scannte wieder eine Niete. Enttäuscht zog ich ab, dennoch war die Aktion ein schönes Beispiel für den sinnvollen Einsatz von QR-Codes im Marketing. Übrigens, das Löschen der Cokies hatte auch nichts gebracht, ich hatte wohl einfach kein Glück.
Der Server von Quelle.de ist komplett überlastet. Seit 1. November beginnt die Leichenfledderei und User besuchen, sich von den Quelle-Schnäppchen etwas zu sichern. Aber keine Chance. Seit 6 Uhr war die Seite komplett überlastet. Für einige ist es eine Genugtuung Quelle beim Sterben zu zusehen. Nachdem die Versandhändler den Einzelhandel platt gemacht haben, ist eben jetzt Quelle an der Reihe. Nix geht mehr.
Ich habe mich an den Gebrauch meiner Kreditkarte schon gewöhnt und setze sie auch fleißig international ein. Nur in Deutschland kann ich nicht so, wie ich es gerne tun würde. Die meisten Geschäfte akzeptieren die EC-Karte, aber nicht die Kreditkarte. Der Grund liegt natürlich in den Gebühren, die die Ladenbesitzer berappen müssen. Aber warum klappt es im Ausland und nicht bei uns? Jüngstes Beispiel: Ich habe für meine Mutter ein Geburtstagsgeschenk gekauft. Sie sammelt Hummel-Figuren, die ich persönlich nicht so dolle finde. Aber sie ist in der Gegend aufgewachsen, wo die Figuren hergestellt wurden und hat so eine Liebe dazu entwickelt. Allerdings ist die Firma Goebel bereits über die Wupper gegangen. Na ja, also ich steh bei uns in einer Kreisstadt in einem Porzellanladen und möchte die hohe Summe mit der Kreditkarte bezahlen. Und natürlich der deutsche Spruch: „Wir nehmen nur EC-Karten!“ Sauer zücke ich meine Maestro-Karte und frage warum? „Die Kreditkarte wird bei uns nicht verlangt“, lautete die Antwort. Klar, wenn ich die Dienstleistung nicht anbiete, wird sie auch nicht verlangt. Für mich war es auch das letzte Mal, dass ich in dem Lade einkaufe. Kein Wunder, dass Dienstleistungswüste ein deutsches Wort ist. Selbst mein Lebensmitteldiscounter einen Ort weiter nimmt die Kreditkarte, von Amazon und Co ganz zu schweigen. Wieder ein weiterer Nagel in den Sarg des deutschen Einzelhandels. Wir gehen nach dem Einkauf zum Essen, dieses Mal chinesisch. Bezahlt wird mit der Kreditkarte. Wussten Sie übrigens, dass die Kreditkarte beim Essen erfunden wurde. 1950 vergas Frank McNamara seine Geldbörse, als er zum Mittagsmahl aufbrach. Als es ans Bezahlen ging, zückte er seine Visitenkarte als Sicherheit und gründete tags darauf die Kreditkartenfirma Diners Club. Ideen braucht man.
Digital Trends Report 2015: Neue Zahlen aus der digitalen Welt
2. Februar 2015Kasse machen im Digitalgeschäft. Hier die Trends 2015.
2015 wird das Jahr der Customer Experience, so sieht es zumindest Adobe. Geht es nach den Marketing- und E-Commerce-Professionals weltweiter Unternehmen wird die Bereitstellung eines kanalübergreifenden Kundenerlebnis in diesem Jahr zum zentralen Erfolgsfaktor. Dies ist das Ergebnis des aktuellen „Digital Trend Report 2015“, den Adobe in enger Zusammenarbeit mit Econsultancy herausgebracht hat. Gerade in gesättigten Märkten mit einer Flut an ähnlichen Produkten und Dienstleistungen entwickelt sich die Customer Experience zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal – dies betonen über drei Viertel (78 Prozent) der befragten Entscheider. Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) sieht in der Customer Experience das größte Erfolgspotenzial für sich oder seine Kunden – gefolgt von Mobile, Content Marketing, Personalisierung und Big Data.
Weitere zentrale Ergebnisse des „Digital Trends Report 2015“ im Überblick:
Wie richtig der Schritt in die digitale Welt ist, zeigte der der „Adobe Digital Index Global Digital Advertising Report Q4 2014“. Die Weihnachtszeit ließ alle Werbetreibenden im Bereich Einzelhandel frohlocken, die ihr Glück in Suchmaschinen suchen: Wie der aktuelle „Adobe Digital Index Global Digital Advertising Report Q4 2014“ ergibt, stiegen innerhalb eines Jahres die Ausgaben in Google Shopping Ads weltweit um fast die Hälfte (47 Prozent) – und wuchsen damit rund 8 mal so schnell wie der Text Ad Spend. Für den neuen Digital Index-Report wurden mit den beiden Lösungen der Adobe Marketing Cloud – Adobe Media Optimizer und Adobe Social – weltweit 500 Milliarden Post-Impressionen auf Facebook ausgewertet sowie 500 Milliarden Google- und Yahoo Bing-Impressionen.
Weitere zentrale Ergebnisse im Überblick:
Schlagwörter:Adobe, Adobe Digital Index Global Digital Advertising Report, Click-Through-Raten, Comments, Cost-per-Click, CPC, Cross-Channel Marketing, CTR, Customer Experience, Desktop Search Clicks, Digital Trends Report, Einzelhandel, Facebook, Google Shopping Ads, Likes, mobilen Clicks, Shares
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