Lee Miller, geboren am 23. April 1907, war eine vielseitige Fotografin des 20. Jahrhunderts, deren beeindruckendes Werk von Dokumentar- bis zu Modefotografie reichte. Auch in Bezug auf ihre Beiträge zur Modefotografie hinterließ Miller einen nachhaltigen Eindruck. Immer wieder greife ich zu ihrem Modebildern und vergleiche sie mit den Kriegsfotos aus dem Zweiten Weltkrieg von ihr.
Miller begann ihre Karriere in den 1920er Jahren als Model in New York City und wurde schnell eine Muse des surrealistischen Künstlers Man Ray, der sie in die Welt der Fotografie einführte. Diese einzigartige Perspektive als Model trug zu ihrer späteren Fotografie bei, insbesondere in der Mode. In den 1930er Jahren, während ihrer Zusammenarbeit mit der Vogue, etablierte sich Miller als eine der führenden Modefotografinnen ihrer Zeit. Ihr Stil zeichnete sich durch eine Kombination aus Eleganz und einer subtilen, aber klaren Kante aus. Sie experimentierte mit Licht, Schatten und Perspektiven und schuf dadurch Bilder, die über bloße Mode hinausgingen und eine künstlerische Tiefe hatten. Miller war bekannt dafür, Grenzen zu überschreiten und Konventionen in der Modefotografie herauszufordern. Ihre Arbeit spiegelte ihre eigene Persönlichkeit wider – kühn, avantgardistisch und oft mit einer Prise Humor. In einem von Männer dominierten Bereich stellte sie ihre kreative Vision durch kraftvolle Kompositionen und innovative Ansätze unter Beweis.
Besonders während des Zweiten Weltkriegs, als Miller als Kriegskorrespondentin tätig war, integrierte sie Elemente der Mode in ihre dokumentarische Arbeit und schuf Bilder, die die Realität des Krieges mit einem Sinn für Stil und Ästhetik verbanden. Diese unkonventionelle Herangehensweise zeugt von ihrer Fähigkeit, unterschiedliche Genres zu verschmelzen und ihre eigene künstlerische Signatur zu entwickeln. Sie war die Frau, die sich in Hitlers Badewanne in München fotografieren ließ.
Lee Millers Vermächtnis in der Modefotografie ist von ihrer Fähigkeit geprägt, nicht nur Kleidung zu fotografieren, sondern auch Charaktere und Geschichten zu schaffen. Ihre einzigartige Perspektive und ihre Bereitschaft, künstlerische Grenzen zu erkunden, haben die Modefotografie bereichert und beeinflussen weiterhin Generationen von Fotografen. Lee Miller wird nicht nur als Fotografin, sondern auch als Pionierin in einem kreativen Feld erinnert, das sie mit Leidenschaft, Innovation und Stil bereichert hat. Für mich ist Lee Miller in Fashion das beste Modebuch von ihr.
Für mich war es eine Premiere. Als langjähriger Print-Journalist für Zeitungen und Zeitschriften mit Erfahrung in Web, Video und Audio kam jetzt etwas Neues hinzu: Meine Mitarbeit an einem Digitalmagazin des Verlags Nürnberger Presse VNP.
In meinem Fall handelt sich sich um die Mitarbeit bei einem Magazin über den neuen Nürnberger Stadtteil Lichtenreuth rund um die neue KI-Uni, die im Entstehen ist. Früher war das Gelände ein Umladebahnhof der Bahn, der so genannte Südbahnhof in Nürnberg. Nun ist das Digitalmagazin erschienen. Das Magazin gibt es hier zum Lesen, Anschauen und Anhören.
Mehr als ein interaktives PDF Es handelt sich dabei nicht um den klassischen Blätterkatalog früherer Zeiten, wo PDFs wie eine Zeitschrift aneinander gereiht werden, um den Eindruck des Umblätterns bei einer Zeitschrift zu vermitteln, sondern es ist ein komplett anderes Konzept. Als ich noch festangestellt war, hatte ich an der Konzeptionierung eines ähnlichen Magazins auf PDF-Basis für meinen damaligen Verlag gearbeitet, also eine Art interaktives PDF. Aber der damalige Verlag hatte nicht den Mut weiterzumachen und so kamen wir über einen Dummy nicht heraus. Die Technik hat sich heute rasant weiterentwickelt und Digitalmagazine gehören heute zum Repertoire von Verlagen.
Konzeptionsphase Mein Auftraggeber Thomas Gerlach vom VNP konzipierte das Produkt von A bis Z und ich gab meinen Senf dazu, einmal meine Erfahrungen als Journalist, einmal meine Erfahrungen aus einem früheren Studium der Stadtgeografie. Schließlich Handelt es sich um die Entwicklung eines komplett neuen Stadtteils. Wichtig war die richtige Gewichtung zwischen Artikeln, Fotos, Videos und Audiobeiträgen zu finden. Was in der Konzeption prima aussah, musste allerdings erst praktisch umgesetzt werden, so dass die eine oder andere Geschichte aus unterschiedlichen Gründen platzte. Was ist in der kurzen Zeit der Produktion überhaupt möglich? Welcher Aufwand ist gerechtfertigt und wirtschaftlich? Wie wird das ganze Material umgesetzt? Und natürlich, wie kommt das fertige Produkt beim Auftraggeber und bei den Lesern überhaupt an – was ja das Wichtigste überhaupt ist?
Andere Arbeitsweise Das Produktionsteam aus Journalisten und Layoutern war bewusst klein gehalten und arbeitete über MS Teams zusammen. Die Mitarbeiter waren in Franken verstreut, ich kam aus Oberbayern hinzu. Regelmäßige Briefings mit Überprüfen des Konzepts, konsequentes Arbeiten mit der Cloud waren an der Tagesordnung. Ich durfte einige Artikel vorschlagen, recherchieren, schreiben und damit dem Projekt beisteuern, was mich an meine Zeit des Lokaljournalismus erinnerte. Aber das Ganze war eine Nummer größer. So war es Problem, die richtigen Ansprechpartner zu identifizieren. Hatte man sie endlich gefunden, galt es sie zu überzeugen nicht nur als Interviewpartner zur Verfügung zu stehen, sondern auch Audio-Interviews mit dem Tascam Mixcast 4 aufzunehmen, das natürlich nach einem Software-Update erst einmal den Dienst verweigerte. Statt der Tascam Software Podcast Editor verwendete ich genervt Audacity. So mancher Gesprächspartner war kein Medienprofi und mehrmaliges Einsprechen war die Folge.
3x Mark(c)us – König, Blume und Söder Die Kommunikation der Stadt Nürnberg unterstützte mich, aber noch wichtiger war mein privates Netzwerk. Wir wollten was richtig Großes schaffen. Ich hatte meinen Auftraggeber versprochen, dass ich Videostatements den drei Markus bzw Marcus – vom Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König, dem Wissenschaftsminister Markus Blume und Ministerpräsident Markus Söder einholen werde. Nicht kleckern, sondern klotzen. Und sie sollten individuell sein, kein Stück von der Stange. Das Versprechen wollte ich unbedingt halten, stellte schriftliche und mündliche Anfragen, diskutierte, bettelte und siehe da, alle drei Promis lieferten individuelles Material. Darauf bin ich ziemlich stolz und meinem Auftraggeber gefiel es auch, solche Promis im Blatt, bzw im Digitalmagazin zu haben. Den Aufwand hatte ich am Anfang allerdings ein wenig unterschätzt, aber Ende gut, alles gut und ich danke den guten (Verwaltungs-)Geistern hinter den Kulissen, die mich hier unterstützt haben. Die Netzwerkpflege über Jahre hat sich bewährt.
Ausspielen für Endgeräte Nach der Freigabe meines Materials durch meinen leitenden Redakteur baute die Layouterin Julia das Digitalmagazin und schuf allerhand Kartenmaterial via Illustrator, schmiss immer wieder die Seiten um, denn ein Digitalmagazin ist eben kein Printmagazin. Es gehorcht anderen Regeln, die wir alle erst einmal verinnerlichen mussten. Wie ist der Lesefluss? Wie muss die Navigation sein? Am Rechner sah das Produkt sehr gut aus. Ich hatte zunächst meine Zweifel, ob es auch am Smartphone wirkt, denn wir leben in einer mobilen Gesellschaft. Meine Zweifel waren unbegründet. Auch am kleineren Bildschirm funktioniert alles. Für mich die beste Nutzung des Digitalmagazins zu Lichtenreuth ist allerdings am Tablet, weil es meinen Lesegewohnheiten näher kommt. Ich lese viel am Tablet und habe es in der Regel auch griffbereit.
Jetzt bin ich natürlich gespannt, wie die ganze Sache beim Publikum ankommt. Wichtig ist, was hinten rauskommt, hat mal ein Kanzler gesagt. Mir persönlich gefällt das Produkt und ich bin sehr begeistert und auch stolz, dass ich hier mitarbeiten durfte und mich auch aktiv einbringen durfte. Kooperative Führung, Teamarbeit und Professionalität auf allen Seiten machen einfach Spaß.
Persönlich sehe ich eine große Chance für Digitalmagazine im Bereich Corporate Publishing. Das umschreibt einfach ausgedrückt alle Publikationen und Inhalte, die von einem Unternehmen veröffentlicht werden. Dazu zählen insbesondere die journalistische Unternehmenskommunikation in den eigenen Kanälen. Danke, dass ich hier dabei sein durfte und stehe natürlich als für weitere Aufträge zur Verfügung. Wie ist eure Meinung?
Ich hab im vergangenen Jahr ein neues Ehrenamt angenommen. Ich arbeite bei dem Geschichtskreis meiner Wohnortgemeinde Maisach mit. Mir gefällt Geschichte und es ist immer gut, die örtliche Geschichte zu kennen und daraus Rückschlüsse auf die Gegenwart zu ziehen.
Und einmal im Jahr bringt der Arbeitskreis das Geschichtsheft Meisaha heraus, bei dem ich auch einen Artikel beisteuerte und das komplette Layout in meinen Händen hatte. Ich probierte dieses Mal Affinty Publisher 2 aus, nachdem meine XPress-Lizenz auf dem neuen MacOS nicht mehr läuft. InDesign war mir zu teuer. Die Chefredakteurin Cornelia Schader koordinierte die Abläufe und Artikel. Sie löste den Ortsarchivar Stefan Pfannes ab, der weiterhin als Mitarbeiter tätig ist.
Meisaha, so lautet der Titel des Heftes, ist eine Sammlung von Geschichten des Arbeitskreises Geschichte zu unterschiedlichen Themenbereichen. In der ganzen Gemeinde hängen Plakate an den gemeindlichen Anschlagtafeln und in zahlreichen Schaufenster des örtlichen Gewerbes, um auf das Ereignis aufmerksam zu machen.
Heute wird das Heft offiziell bei einem Glas Sekt vorgestellt und nächste Woche kommt es in den örtlichen Handel. Die Hefte können dann am Verkaufsstand des Arbeitskreises beim Maisacher Advent am 16./17.Dezember für 6,00 € erworben werden. Ab 18. Dezember gibt es das Meisaha-Heft an folgenden Verkaufsstellen: Rathaus, Sparkassen und Volksbanken, Schokoladen Maisach, Schreibwaren Auer, Lindenapotheke.
Die Mitglieder des Arbeitskreises Geschichte der Gemeinde Maisach haben wieder ein thematisch vielfältiges und ansprechendes Heft zusammengestellt. Der zeitliche Bogen spannt sich dabei von spektakulären Gräberfunden in Gernlinden aus der Bronzezeit bis hin zum Leben von interessanten Menschen aus der jüngsten Vergangenheit: Im Mittelpunkt steht dabei ein Artikel von mir über Alberto, der Besitzer der ersten Eisdiele in Maisach. Ebenso werden Firmengeschichten wie die des Möbelhauses Feicht und die der Bäckerei Minholz vorgestellt sowie die Familiengeschichte von Annemarie Karg aus Gernlinden. Es erzählen aber auch Gemeindemitglieder von ihrem Leben während des 2. Weltkrieges und der Nachkriegszeit und man erfährt, dass in der Gemeinde Maisach auch schon nach Erdöl gesucht wurde. Schließlich wird über die 50-jährige Geschichte des Vereins „Kinder spielen und lernen in Maisach e.V.“ (Kispul) berichtet. Der Jahresrückblick beschließt das Heft. Und ich hab schon wieder eine Idee für das nächste Heft.
Ein Traum vieler Journalistenkollegen meiner Jugend war der Beruf des Auslandskorrespondenten. In „Woanders ist auch Alltag“ präsentieren Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt den Lesern eine humorvolle und interessante Reise durch die ungewöhnlichen Orte und Kulturen der Welt. Dieses Buch, das 2014 veröffentlicht wurde, zeichnet sich durch seine Beschreibungen und Erzählungen aus.
Entstanden ist das Büchlein auf Basis einer Sendung namens „Alltag anders“ im Frühstückshörfunk von „Deutschland Radio Kultur“, die die beiden Autoren entwickelt haben. Entsprechend häppchenweise und mundgerecht ist auch das Buch dazu gestrickt, Tiefschürfendes zu anderen Kulturen sollte man nicht erwarten. Wenn Auslandskorrespondenten mal nicht über die große Politik sprechen, sondern über ihren Alltag vor Ort, erfährt man die wirklich wichtigen Dinge: Busfahren in Los Angeles sollte man unbedingt vermeiden, denn es macht einen zum Loser. Gibt es einen Blechschaden auf Buenos Aires Highways, kann man hemmungslos wüste Beschimpfungen ausstoßen, aber anhalten ist nicht nötig. Und öffentliche Toiletten sind in Japan sehr zu empfehlen, da wird selbst der Klogänger vollautomatisch gereinigt. – Überraschend, erhellend und unterhaltsam, denn das Alltagsleben rund um den Globus ist vertraut und fremd zugleich.
Die beiden Autoren, erfahrene Journalistenkollegen, haben ihre Begegnungen und Erfahrungen in den entlegensten Teilen der Welt gesammelt. Das Buch ist in sechs thematische Kapitel unterteilt, die verschiedene Aspekte des alltäglichen Lebens in ungewöhnlichen Regionen beleuchten. Die Themen reichen von Architektur und Wohnen über Essen und Trinken bis hin zu Arbeit und Freizeit.
Das herausragende Merkmal des Buches sind die Geschichten und Anekdoten, die die Autoren mit ihren Lesern teilen. Sie nehmen den Leser mit in abgelegene Bergdörfer in Nepal, auf die Straßen von Havanna in Kuba, in die schwimmenden Märkte von Bangkok und viele andere Orte. Die Autoren beschreiben die Menschen, die sie getroffen haben, und vermitteln ihre Geschichten auf eine Weise, die den Leser unmittelbar in die jeweilige Kultur eintauchen lässt.
Die sorgfältige Recherche und die Liebe zum Detail sind in diesem Buch offensichtlich. Die Autoren haben sich bemüht, die kulturellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den verschiedenen Regionen, die sie besucht haben, gründlich zu verstehen. Sie werfen einen Blick auf die Architektur und die Art und Weise, wie Menschen in verschiedenen Teilen der Welt wohnen, was dazu beiträgt, die Einzigartigkeit und Vielfalt der menschlichen Kreativität zu würdigen.
Ebenso faszinierend ist die Betrachtung von Essen und Trinken in verschiedenen Kulturen. Die Autoren nehmen den Leser mit auf eine kulinarische Weltreise und stellen lokale Speisen und Getränke vor. Dieser Aspekt des Buches ist nicht nur informativ, sondern regt auch den Leser an, seine eigenen kulinarischen Horizonte zu erweitern.
Ein weiterer Punkt des Buches ist die Betrachtung von Arbeit und Freizeit in verschiedenen Kulturen. Die Autoren erkunden die verschiedenen Berufe, die Menschen in den besuchten Regionen ausüben, und zeigen, wie sich Arbeit und Freizeit in verschiedenen Teilen der Welt gestalten.
Obwohl das Buch ohne Illustrationen oder Fotos auskommt, gelingt es den Autoren dennoch, die Schönheit und Faszination des Alltagslebens in entlegenen Teilen der Welt auf eindrucksvolle Weise einzufangen. „Woanders ist auch Alltag“ ist nicht nur für Reiseliebhaber interessant, sondern für jeden, der an verschiedenen Kulturen und Lebensstilen interessiert ist. Und es ist eine interessante Arbeit von Auslandsjournalisten.
Turbulent waren die Ereignisse bei Open AI und der Rauswurf von CEO Sam Altman, der Gang zu Microsoft und dann seine Wiedereinstellung bei Open AI. Ein ähnliches Ereignis habe ich in Grundzügen bei Apple schon einmal erlebt: Es handelt sich um die Ereignisse um Steve Jobs, die sich allerdings über mehrere Jahre hingezogen haben.
Der damalige Apple-Chef Steve Jobs wurde einst vom Vorstand an die Luft gesetzt. Das wurde von John Scully betrieben, den Jobs extra von Pepsi ins Unternehmen geholt hat. Jobs flog aus seiner eigenen Firma, gründete Next und investierte seine Millionen in Pixar. Apple ging fast den Bach runter und Jobs wurde als Heilsbringer zu Apple zurückgeholt, implementierte seine Next-Technik bei Apple und dann begann Cupertino einen Siegeszug ohnegleichen: iMac, iPod und iTunes – Ei Ei Ei der Rest ist Geschichte. Apple ist heute das reichste Unternehmen auf diesem Planeten. Jobs starb an Krebs und sein Nachfolger Tim Cook optimierte das Unternehmen weiter.
Ähnlich ging es bei KI-Hersteller Open AI zu, wobei die Details freilich unterschiedlich sind. Eigentlich ist das Unternehmen eine Stiftung für die Allgemeinheit, aber Sam Altman hatte die Milliarden von US-Dollar im Kopf, die in der KI-Technik stecken. Der Deal mit Microsoft spülte Milliarden in die Kassen von Open Ai, aber das Unternehmen entfernte sich mehr von den Stiftungszielen. Darauf zog der Vorstand am 16. November die Reißleine und warf Altman raus. Tags darauf die offizielle Entlassung und Rücktritt von Greg Brockman als Präsident. Altman heuerte gleich mal beim Investor Microsoft an und ein wichtiger Teil der Open AI-Belegschaft wollte Altman folgen. Dann kam der gewaltige Druck von Microsoft und der Investoren. Und siehe da, Ende der Woche war Sam Altman und Kollegen wieder zurück bei Open AI und nun beginnen die gnadenlosen Säuberungen bei Open AI. Altman weiß ja jetzt, wer seine Freunde sind.
Ich glaube, in der Managementtheorie heißt so etwas Bumerang-Management. Rauswerfen und zurückkehren und dann aufräumen. Ich bin sehr gespannt, wie es bei Open AI und KI weitergeht. Ich werde die Entwicklungen aufmerksam beobachten.
Als Fan der Pressefotografie sauge ich alles auf, was die Kolleginnen und Kollegen auf Film oder Chip bannen. Eine Sonderform der Pressefotografie ist die Kriegsfotografie. Diese Kunstform ist erschreckend und die Fotografen hinter dem Auslöser sind eigenartige Vertreter der menschlichen Spezies. Und hier steigt das Buch „Bilderkrieger“ von Michael Kamber ein. Er konzentriert sich auf die Kriegsberichterstatter des 21. Jahrhunderts.
Das Buch ist eine tiefgreifende und beeindruckende Darstellung des Kriegsjournalismus im 21. Jahrhundert. Das Buch wurde 2013 veröffentlicht und ist für mich ein wichtiges Werk, das die Erfahrungen und Herausforderungen der Journalisten während bewaffneter Konflikte beleuchtet.
Kamber, selbst ein erfahrener Fotojournalist, hat über ein Jahrzehnt in Konfliktgebieten auf der ganzen Welt gearbeitet. In „Bilderkrieger“ präsentiert er nicht nur seine eigenen Erfahrungen, sondern auch die Geschichten und Bilder von zahlreichen Kollegen, die sich in gefährlichen und oft lebensbedrohlichen Situationen befanden, um die Realität des Krieges der Öffentlichkeit näherzubringen. Der Schwerpunkt des Buches sind aber weniger die grausamen und bedrückenden Fotos, sondern vielmehr Interviews und Gespräche mit dem Fotografen. Die Struktur des Buches ist gut durchdacht, mit Kapiteln, die verschiedene Aspekte des Kriegsjournalismus behandeln. Kamber beginnt mit einer Einführung in die Geschichte des Kriegsjournalismus und erläutert, wie sich die Rolle der Kriegsberichterstatter im Laufe der Zeit verändert hat. Er geht auf die technologischen Entwicklungen ein, die es Journalisten ermöglichen, immer näher am Geschehen zu sein, aber auch ihr Leben noch stärker zu gefährden.
Ethik des Kriegsjournalismus Ein wichtiger Aspekt des Buches ist die Ethik des Kriegsjournalismus. Kamber spricht ehrlich über die moralischen Dilemmata, vor denen Kriegsberichterstatter stehen. Sie müssen entscheiden, wann sie eingreifen und Hilfe leisten sollen und wann sie als neutrale Beobachter agieren müssen. Dies ist eine zentrale Frage, da die Berichterstattung oft in extremen Notsituationen stattfindet.
Besonders faszinierend sind die Geschichten und Bilder, die im Buch präsentiert werden. Kamber und die von ihm interviewten Journalisten haben unermüdlich daran gearbeitet, die Grausamkeit des Krieges in Bildern und Worten festzuhalten. Die visuelle Darstellung der Konflikte, sei es im Irak, in Afghanistan oder anderswo, ist oft schockierend und bewegend. Die Bilder illustrieren nicht nur die Zerstörung und das Leiden, sondern auch den Mut und die Entschlossenheit der Kriegsberichterstatter, die sich trotz der Gefahren in die Frontlinien wagen.
Traumatische Auswirkungen Das Buch wirft auch einen Blick auf die traumatischen Auswirkungen, die dieser Beruf auf die Journalisten hat. Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) ist in dieser Branche weit verbreitet, und Kamber geht einfühlsam auf die psychischen Belastungen ein, denen Kriegsberichterstatter ausgesetzt sind. Er zeigt, wie wichtig es ist, dass die Medienunternehmen und die Gesellschaft insgesamt die Unterstützung und Behandlung für diese Journalisten bereitstellen.
Unabhängiger Journalismus Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt des Buches ist die Betonung der Bedeutung von unabhängigem Journalismus in Zeiten des Krieges. Kamber argumentiert überzeugend, dass der Zugang zu unabhängigen Informationen in Konfliktsituationen von entscheidender Bedeutung ist, um die Öffentlichkeit und die internationale Gemeinschaft über die Ereignisse auf dem Laufenden zu halten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Insgesamt ist „Bilderkrieger“ von Michael Kamber für mich eine bemerkenswerte und bewegende Auseinandersetzung mit dem Kriegsjournalismus im 21. Jahrhundert. Das Buch bietet einen Einblick in die Welt der Kriegsberichterstatter und in die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind. Es erinnert uns daran, wie wichtig unabhängiger Journalismus in Zeiten des Konflikts ist und verdeutlicht die Notwendigkeit, diejenigen zu unterstützen, die bereit sind, ihr Leben zu riskieren, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. „Bilderkrieger“ ist ein fesselndes und erhellendes Werk, das sowohl für Journalisten als auch für Leser, die sich für die Realität des Krieges interessieren, von großem Interesse ist.
Ich muss mich bei Christian Stöcker entschuldigen. Ich dachte sein Buch Nerd Attack! ist ein klassisches Nostalgie-Buch mit Erinnerungen eines alten Mannes, wie es damals mit dem Commodore C64 und ähnlichen Retromaschinen war. Ich bin ein Fan solcher Bücher und hatte es mir vor diesem Hintergrund gekauft.
Aber ich habe mich geirrt und muss mich entschuldigen. Das Buch Nerd Attack! ist ein absolut lesenswertes Geschichtsbuch der Computer- und Hackerszene bis zur frühen Gegenwart. „Nerd Attack!“ ist eine lehrreiche Reise durch die Geschichte der digitalen Welt, die sich von den Anfängen des Heimcomputers bis zu den sozialen Medien wie Twitter und Facebook erstreckt. In diesem Buch nimmt uns der Autor mit auf eine spannende Reise, die nicht nur technische Entwicklungen und Innovationen beleuchtet, sondern auch die Kultur und die Menschen hinter diesen Veränderungen.
Dabei muss man bedenken, dass das Buch 2011 erschienen ist. Ich hoffe, der Autor arbeitet an einer Fortsetzung bzw Erweiterung. Natürlich ist es kein trockenes ödes Geschichtsbuch, sondern es sind kommentierte Fakten, gut recherchiert und ungewöhnlich gut geschrieben. Natürlich ist die Zielgruppe diejenigen, die sich mit dem Thema IT auch historisch und auch emotional beschäftigen wollen.
Stöcker verwebt gekonnt die technologischen Fortschritte mit den persönlichen Geschichten und Leidenschaften der Nerds, die die digitale Revolution vorangetrieben haben. Er zeigt, wie eine Handvoll visionärer Menschen mit ihren Ideen und Enthusiasmus die Welt verändert haben. Die Erzählweise des Autors ist lebendig und fesselnd, und er schafft es, auch komplexe technische Konzepte verständlich und unterhaltsam zu vermitteln.
Es ist im Grunde ein Buch über die Freiheit des Netzes. All diejenigen, die seit Mitte der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts dabei waren mit ihren Heimcomputern, ihren Modems, ihren Nadeldruckern und ihren Floppydiscs, die sich hervorragend zum Kopieren von Spielen eigneten. Der Marktplatz für diese Spiele war der Pausenhof der Schule. Wir erlebten spielerisch den Wandel der Zeit mit. Heute wird das Netz mehr und mehr von großen Konzernen beherrscht und die Freiheit des Internets wird mehr und mehr eingeschränkt, durch Konzerne, Politik und auch Kriminelle, obwohl die Hacker von damals im eigentlichen Sinne auch Kriminelle waren.
Ein besonderer Pluspunkt des Buches ist die breite Palette von Themen, die behandelt werden. Von den Anfängen des Heimcomputers bis zu den sozialen Medien, von der Entwicklung des Internets bis zur Bedeutung von Open Source-Software – „Nerd Attack!“ bietet eine umfassende Übersicht über die digitale Revolution und ihre Auswirkungen auf unsere Welt. Ein weiterer großer Vorteil des Buches ist, dass es nicht nur für technikaffine Leser geeignet ist. Stöcker gelingt es, die Geschichte der digitalen Welt so zu erzählen, dass sie für ein breites Publikum zugänglich ist. Selbst Leser, die sich nicht ausführlich mit Technologie beschäftigen, werden von der faszinierenden Geschichte und den interessanten Persönlichkeiten in diesem Buch profitieren.
Stöcker gelingt es, die komplexe Welt der Digitaltechnologie zugänglich und unterhaltsam zu präsentieren und uns dabei zu zeigen, wie Nerds die Welt verändert haben. Und wer kann das schon von sich behaupten?
Immer wieder engagiere ich mich für Flüchtlingskinder, weil ich das Recht auf Asyl für ein wirkliches Grundrecht in unserem Staat halte. Im Moment schule ich Flüchtlingskinder in der Asylunterkunft in Oberbayern zur Medienkompetenz und in den Ferien hatte ich ein mehrtätiges Seminar zu den Themen Podcast und Stop-Motion-Film für den engagierten Verein Hilfe von Mensch zu Mensch e.V..
Ziel des mehrtätigen Seminars war es Kindern mit Migrationshintergrund aus der Ukraine und Türkei in die abstrakten Themenkomplexe Medien und Demokratie einzuführen. Dabei behandelten ich die Bereiche Audio und Video in Form von Audio- und Videopodcasts sowie Stop Motion-Filme, um die sperrigen Medien und Demokratie den Kindern näher zu bringen und sie unterschiedliche Sichtweisen auf diese Themen zu beleuchten.
In didaktisch sinnvollen Abständen wechselte ich von Theorie zur Praxis, um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die verschiedene Medienarten näher zu bringen. Immer wieder wurde nach dem Praxisteil über die Erfahrungen diskutiert. Es waren unterschiedliche Kinder unterschiedlicher Staaten im Kurs und damit auch unterschiedlicher Kulturen. Durch ein spielerisches Herangehen an die abstrakten Themen Medien und Demokratie gelang es mir, ein Wissen zu vermitteln.
Im zweiten Teil des Seminars widmete ich mit den Kindern dem Thema Stop Motion-Filme. Die Kinder wurden spielerisch in die Technik eingewiesen und absolvierten zahlreiche Übungen. Im späteren Teil entwickelten sie eigene Skripte und kleine Drehbücher zu aktverschiedenen Themen. Ein Film drehte sich beispielsweise um das Thema Klimakleber und wurde mit Plüschtieren interpretiert. So wurde das Recht auf Demonstrationsfreiheit thematisiert und wo die Grenzen von solchen Aktionen sind und warum die hinterfragt werden müssen.
Stop-Motion-Filme im Unterricht sind eine bereichernde Möglichkeit, Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu helfen, komplexe Konzepte zu verstehen, kreatives Denken zu fördern und Teamarbeit zu stärken. Die Technik ermöglicht es, das Lernen auf spielerische und unterhaltsame Weise zu gestalten und gleichzeitig wertvolle Fähigkeiten zu vermitteln. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von digitalen Tools und Ressourcen wird die Integration von Stop-Motion-Filmen in den Seminaralltag immer einfacher und lohnender. Den Kindern hat es Spaß gemacht und mir auch.
Ich bin untreu, ich steh dazu und hab aber auch ein schlechtes Gewissen. Nein, nicht das, was ihr jetzt denkt. Als langjähriger Twitter Nutzer verabschiede ich mich mehr und mehr von meiner einstiegen Lieblingsplattform, wechselte zunächst zu Mastodon und fühle mich mehr und mehr bei Bluesky zu Hause – und ich fühle mich schlecht dabei.
Ich bin seit Oktober 2008 bei Twitter, eine ganz schön lange Zeit und ich hab mich auf der Plattform wohlgefühlt. Ich habe zahlreiche virtuelle Freundschaften geschlossen aus denen sich dann Bekanntschaften im Real Life ergeben haben. Ich habe tolle, inspirierende Leute kennengelernt, mich ausgetauscht und meinen Horizont erweitert. Ich habe gelitten, als die Community zur Rettung von Suizidgefährdeten aufrief. Ich habe als Newsjunkie die weltpolitische Ereignisse auf der Plattform verfolgt – als dramatisch empfand ich die Nuklearkatastrophe von Fukushima im März 2011 oder die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris. Ich war durch Twitter nah am Menschen, hab gelacht, hab geweint, hab argumentiert und mich auch mal gestritten. Ich habe mich Prominenten unterhalten wie beispielsweise mit Willi Shatner. Ich habe viele Seminare zu Twitter gemacht. Kurzum: Ich habe Twitter geliebt.
Aber meine Liebe ist erkaltet, es wird kälter und kälter. Ich bin noch dabei, sende meine Tweets und nur noch ab und zu kommt das Feuer zurück. Es facht wieder auf, aber oftmals ärgere ich mich nur über den Fanatismus und die Rechthaberei. Aus einer Kommunikationsplattform wurde eine Verlautbarungsplattform mit vielen schlechten Eigenschaften. Als Elon Musk vor einem Jahr einstieg, dachte ich mir, es wird schon nicht so schlimm kommen. Ich habe mich geirrt. Elon Musk, den ich für manche Dinge bewundere, hat Twitter oder X wie es nun heißt, in weiten kaputt gemacht – sei es aus Spargründen oder aus Irrsinn. X ist nicht mehr meine Plattform Twitter – es hat sich viel verändert. FakeNews, linke und rechte Trolle stören mich am meisten. Nach einem Jahr unter der Regie von Musk trage ich mich ernsthaft mit dem Abwandergedanken, wobei ich natürlich weiß, welche Herausforderungen das mit sich bringt. X hat einen bestrafenden Netzwerkeffekt, denn viele meiner Bekannten aus der Community sind bei X und noch nicht im blauen Himmel. Ich möchte sie nicht verlieren, weil ich sie über die Jahre liebgewonnen habe. So manche meiner virtuellen Freunde werden nicht wechseln, auch weil Bluesky nicht alle Funktionen hat, die ich an Twitter/X schätzen gelernt habe. Auch viele „meiner Nachrichtenseiten“ sind noch nicht gewechselt, von denen ich aber abhängig bin. Zunächst dachte ich, dass Mastodon eine Alternative für mich sei, aber für die breite Masse ist die Plattform zu Tech-lastig. Mastodon ist prima, aber wird für mich niemals die Breitenwirkung wie Twitter/X haben. Das neueste Update von Mastodon für Android führt eine lang erwartete Funktion ein – Listen. Mit dem neuen Update hat der Benutzer nun die Möglichkeit, benutzerdefinierte Listen zu erstellen und seine Kontakte basierend auf bestimmten Themen oder Interessen zu kategorisieren und sie gleichzeitig aus dem Hauptfeed zu entfernen.
Vielleicht kam Bluesky zur richtigen Zeit und ermöglicht eine Alternative. Der Einladungszirkus per Code dient aber nicht dazu, dass man es mal schnell ausprobiert, sondern man muss erst mal betteln oder die Community fragen, wenn man einen Code erhalten will. Das ist der breiten Masse zu lästig und ich hoffe, es sind nur die Anlaufschwierigen.
Ich hatte so meine Zweifel, ob Asterix es wirklich ins 21. Jahrhundert schafft und ob die Faszination durch die erste Zusammenarbeit von Autor Fabrice Caros, genannt Fabcaro, und Zeichner Didier Conrad fortgeführt und funktionieren kann.
Ich bin erleichtert. Nach dem ersten Lesen des neuen 40. Asterix-Bandes Die weisse Iris kann ich getrost vermelden: Die ganze Sache funktioniert und macht Spaß. Und die Asterix-Maschinerie läuft voll an: Der neue Band wird eine Auflage von fünf Millionen Exemplaren haben und in 20 Sprachen übersetzt. Natürlich ist der Iris-Band nicht mehr mit dem Asterix der Gallier vergleichbar. 1959 hatten die unbequemen Gallier Asterix und Obelix ihren ersten Auftritt und ein Kultur- und Gesellschaftswandel ist eintreten. Das merkt der geneigte Leser bei der Lektüre der weissen Iris sehr deutlich. Im Mittelpunkt der Kritik steht die übertriebene Achtsamkeit, die überall einziehen zu scheint. Hier wird sich gerade der deutsche Leser Wiedererkennen, was sicherlich an der guten Übersetzung von Klaus Jöken liegt.
„Die römischen Truppen sind demotiviert, Cäsar ist ratlos. Da kommt dieser Arzt Visusversus, der ihm verklickert, er könne die Truppen wieder aufrichten“, erklärt Autor Fabcaro. Und zwar mit seiner neuen Achtsamkeitsdenkschule „Die weiße Iris“: weniger Fleisch, mehr Umsicht, Konflikte mit Worten lösen statt mit Backpfeifen.
Statt Wildschein gibt es Gemüse und das gallische Leben wird durcheinandergewirbelt. Das Gendern wird nicht ausgelassen und auch die Gleichberechtigung findet Eingang in Asterix. Es kommt zum Ehekrach zwischen Chef Majestix und seiner Gutemine, weil sie gegen das aufgepresste Rollenschema rebelliert. „Majestix versteht die Welt nicht mehr. Es war doch alles so prima: Er hing mit seinen Freunden ab, trank und aß während Gutemine den Haushalt machte.“ Majestix, die Zeiten ändern sich.
Eine besondere Rolle im Comic spielt der Arzt und Verführer Visusversus, der mit seinem Kult der weißen Iris alles durcheinanderbringt und die Strippen auf sehr intelligente Weise im Hintergrund zieht. Manchmal entpuppt sich der Mann des Friedens doch als Teufel. „Visusversus musste überzeugend sein und verführerisch und er musste Erfahrung haben“, sagt Conrad.
Auch der textliche Stil hat sich bei Asterix Die weiße Iris geändert. Während früher alles auf einen textlichen verbalen Höhepunkt zusteuert und sich entlädt, kommen jetzt die Gags mehr während der laufenden Geschichte als am Schluss. Vielleicht ein wenig Comic-Relief im Comic – ich weiß noch nicht, ob es mir gefällt. Wobei: Ich musste schon auf der ersten Seite herzlich lachen als Cäsar zu Brutus die Bemerkung macht: „Manchmal frage ich mich, auf, wessen Seite du stehst, Brutus, mein Sohn.“