Archive for Dezember 2024

Das verlorene iPhone 4: Ein Tech-Krimi, der Apple für immer veränderte – kostenlose Doku

18. Dezember 2024

Wer ein wenig Zeit hat, kann einen wunderbaren Tech-Krimi auf YouTube verfolgen. Seit kurzem gibt es die Doku Theft, Death, and Steve Jobs kostenlos im Netz zu sehen. Die 45minütige Doku im US-Stil berichtet über das verlorene iPhone 4, eine der bekanntesten Geschichten in der Tech-Welt.

Sie spielte sich im Jahr 2010 ab, als ein Apple-Mitarbeiter versehentlich einen Prototyp des damals unveröffentlichten iPhone 4 in einer Bar in Redwood City, Kalifornien, liegen ließ. PR-Gag oder wirklich zuviel Bier? So wie es scheint, wirklich ein Versehen eines unglücklichen Apple-Mitarbeiters.
Bis heute rätseln wir über den Vorfall und dieser Film gießt Wasser auf die Mühlen, wie so news passieren konnte und was die dramatischen Folgen sind.

Gerne erinnere ich mich an die Vorfälle. Ein Tech-Blog schafft es in die Berichterstattung von Massenmedien. Der Apple-Mitarbeiter Gray Powell, ein Software-Ingenieur, testete das iPhone 4, das äußerlich als iPhone 3GS getarnt war, in einer realen Umgebung. Während er in der Bar Gourmet Haus Staudt, einem deutschen Biergarten, feierte, ließ er das Gerät versehentlich zurück.

Ein anderer Gast fand das Gerät und erkannte, dass es kein gewöhnliches iPhone war. Der Finder versuchte zunächst, es an Apple zurückzugeben, erhielt aber keine direkte Antwort. Daraufhin kontaktierte er verschiedene Tech-Blogs. Die IT machte ein Ticket auf und nichts passierte.

Das Tech-Blog Gizmodo erwarb den Prototypen für 5.000 US-Dollar. Die Redaktion zerlegte das Gerät und veröffentlichte Fotos sowie eine detaillierte Analyse. Sie deckte dabei Designänderungen auf, darunter ein flacheres Gehäuse, eine Frontkamera (damals neu für iPhones) und einen verbesserten Bildschirm. Das iPhone 4 war wirklich eine Revolution und ein Schritt nach vorne in der mobilen Kommunikation.

Aber dann wurde es wilder. Das ereigne sich zwei Monate vor der offiziellen Präsentation des iPhones – also ein Mega-Fail in der Kommunikation für ein Unternehmen, dass auf Geheimhaltung setzt. Das iPhone 4 wurde schließlich am 7. Juni 2010 auf der Eröffnungsveranstaltung zur Apple-Entwicklerkonferenz WWDC von Steve Jobs vorgestellt.
Apple reagierte prompt und forderte den Prototypen zurück. Der damalige Apple-CEO Steve Jobs schrieb sogar einen persönlichen Brief an Gizmodo. Apple schaltete die Polizei ein, die das Haus des Gizmodo-Redakteurs Jason Chen durchsuchte, um weitere Beweise zu sichern. Der Vorfall sorgte für enormes Medieninteresse. Einerseits war es ein großer Scoop für Gizmodo, andererseits kritisierten einige die ethischen Aspekte des Kaufs eines gestohlenen Geräts. Und auch ein Problem war, dass der Name des Apple-Mitarbeiters veröffentlicht wurde. Es war das erste Mal, dass Details eines neuen iPhones vor der offiziellen Ankündigung bekannt wurden.

Apple verstärkte danach seine Sicherheitsmaßnahmen bei Prototypen. Gizmodo sah sich rechtlichen Konsequenzen und massiver Kritik ausgesetzt. Das verlorene iPhone 4 ging als einer der berühmtesten Tech-Leaks in die Geschichte ein. All dies ist nun wunderbar bei Theft, Death, and Steve Jobs anzuschauen.

Sehr besorgniserregend: Die Dokumentation greift auch die Selbstmorde von Foxconn-Mitarbeitern auf, die unter enormen Druck stehen, den Apple auf seine Zulieferer ausübt.

Captain Future als Sammlerfigur

17. Dezember 2024

Kaum höre ich die fantastische Musik von Prof Christian Bruhn, da kehre ich zurück in meine Jugend vor dem Fernseher meiner Eltern, um mir meine Serie Woche für Woche reinzuziehen: Captain Future

Captain Future ist weit mehr als eine Science-Fiction-Serie – für viele ist sie ein emotionales Stück Kindheit und ein Tor zu unendlichen Abenteuern im Weltraum. Die japanische Anime-Serie, die in den 1980er Jahren im deutschen Fernsehen lief, fasziniert bis heute mit ihrer Mischung aus spannenden Geschichten, unvergesslichen Charakteren und einem Hauch von Nostalgie. Daher musste ich mir einfach die Figur des Captains als Weihnachtsgeschenk kaufen. Diese Figur besteht aus Vinyl und PVC. Sie ist ca. 23 cm groß und wird in einer Fensterbox geliefert. Hier das Unboxing der Figur von Toei Animation.

Zugegeben, die Figur ist nicht perfekt. Sie wirkt etwas blas und die Farben weichen vom Original etwas ab. Aber mir geht es erst einmal um das Symbol Captain Future mit dem ich positive Kindheitserinnerungen verbinde.

Captain Future, der mutige Held mit seinem treuen Team – Grag, der Roboter, Otto, der Androide, und Professor Simon Wright, das „lebende Gehirn“ – verkörpert den Pioniergeist und die Sehnsucht nach den Sternen. Die Serie ließ uns träumen, dass Wissenschaft, Freundschaft und Mut die Schlüssel zur Lösung aller Probleme sein könnten. Die Abenteuer, die Captain Future in den Tiefen des Universums erlebte, waren nicht nur fantasievoll und actionreich, sondern auch voller philosophischer Fragen über das Leben, die Menschlichkeit und den Fortschritt.

Ein besonderer Zauber ging von der legendären Musik von Christian Bruhn aus. Die Synthesizer-Melodien gaben der Serie eine Atmosphäre, die uns bis heute in ihren Bann zieht – eine Mischung aus Hoffnung, Weite und Melancholie, die perfekt zu den Bildern fremder Planeten und technischer Wunder passte. Ich hatte das Glück mit Prof. Bruhn ein langes Interview zu führen, ein großartiger Mann.

Captain Future ist nicht einfach nur Fernsehen, sondern ein Kultphänomen, das die Vorstellungskraft einer ganzen Generation geprägt hat. Es war eine Serie, die uns lehrte, an das Gute zu glauben, Grenzen zu überwinden und den Mut zu haben, neue Welten zu entdecken. Auch Jahrzehnte später bleibt Captain Future ein Symbol für Abenteuerlust, Träume und die unendlichen Möglichkeiten, die der Blick in den Sternenhimmel eröffnet.

Mossgrantler: Perchten, Hexen und Kramperl

16. Dezember 2024

Einmal im Jahr kommt meine Wohnortgemeinde zusammen und feiert den Maisacher Advent auf dem örtlichen Rathausplatz. Vereine und Organisationen bauen Buden auf und verkaufen Weihnachtsdeko sowie Essen und Getränke in Hülle und Fülle. Organisiert wird alles von der Gemeinde, und es gibt Auftritte. Dieses Jahr hat mich besonders der Auftritt der Gernlindener Moosgrantler beeindruckt.

Der Verein hat sich der Traditionspflege verschrieben, und die Mitglieder traten mit liebevoll gestalteten Masken als Perchten, Hexen und Kramperl auf. Schön, dass es solche Vereine noch gibt. Der Brauch verbindet heidnische, vorchristliche Vorstellungen mit späteren christlichen Traditionen und erfreut sich heute vor allem als kulturelles Spektakel großer Beliebtheit. Hier der Zusammenschnitt des Auftritts.

Der Brauch der Perchten hat seinen Ursprung in den alpenländischen Regionen Mitteleuropas, insbesondere in Österreich, Bayern und Südtirol, und ist ein wichtiger Bestandteil des traditionellen Brauchtums. Die Perchten sind mythologische Gestalten, die im Winter durch die Dörfer ziehen. Es gibt zwei Arten von Perchten:

Schönperchten:
Sie stehen für das Gute und sollen Fruchtbarkeit, Glück und Wohlstand bringen. Schönperchten tragen oft kunstvolle, helle Masken und prächtige Gewänder.

Schiachperchten (Schirchperchten)
Diese verkörpern das Böse, Chaos und Dunkelheit. Sie tragen schaurige, dämonisch wirkende Masken und wollen durch ihr furchteinflößendes Aussehen und lautes Glockengeläut böse Geister vertreiben.

Der Brauch dient traditionell dazu, den Winter und die Dunkelheit zu vertreiben und die Fruchtbarkeit des Landes im neuen Jahr zu sichern. Oft wird er mit den Rauhnächten (der Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönigstag) in Verbindung gebracht, in denen die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits durchlässig sind. Bei uns findet es ein paar Tage vorher statt. Es geht auch um den Schutz vor bösen Geistern, die in dieser Zeit besonders aktiv sein sollen.

Der Perchtenlauf
Nächste Woche findet in der großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck ein Perchtenlauf statt, und wenn ich Zeit habe, schaue ich ihn mir gerne an. Beim Perchtenlauf ziehen verkleidete Gruppen durch die Straßen, begleitet von lautem Glockengeläut und rhythmischen Tänzen.

Und so sieht der Maisacher Advent in VR 360 Grad aus.

Gasthof Heinzinger: Reifeschrank als Marketingtool

15. Dezember 2024

Transparenz ist heute angesagt. Und Transparenz kann in der Gastronomie auch als Marketingtool eingesetzt werden. So wieder einmal gesehen bei Denis Kleinknecht in seinem wunderbaren Gasthof Heinzinger in Rottbach in der Gemeinde Maisach im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck.

Wer die Tür das Gasthaus betritt, kommt bevor er einen Blick in die Küche werfen kann, am Reifeschrank vorbei. Dort hängen im Dry Ager Reifeschrank die kulinarischen Köstlichkeiten. Und weil Denis Kleinknecht ein Marketingfuchs ist, hängen noch dort die Hinweisschilder um welches Stück Fleisch es sich handelt.

Unwillkürlich schaut man die handgeschrieben Notizen an und es beginnt im Kopf zu arbeiten, wie dieses Stück Fleisch wohl schmecken wird. Einfach und genial – die Beschriftung auf das Fleisch und schön beginnt die Auswahl im Kopf. So oft sehe ich Fleischreifeschränke mit wunderschönen Fleisch, aber ohne Beschriftung und als Nicht-Metzger/-Fleischer kenne ich die Sorten nicht und denke mir nur, schönes Fleisch. Ich habe aber nicht die Chance, dieses Fleisch zu ordnern, weil ich es einfach nicht kenne.

Die Idee der Fleischreifeschränke finde ich wunderbar. Fleischreifeschränke, auch als Dry-Aging-Schränke bekannt, gewinnen in der Gastronomie zunehmend an Bedeutung. Sie bieten die Möglichkeit, Fleisch unter kontrollierten Bedingungen zu reifen, wodurch Geschmack, Textur und Qualität deutlich verbessert werden können. Für Restaurants, die ihren Gästen Premiumprodukte anbieten möchten, stellen diese Schränke eine Investition dar, die sich sowohl geschmacklich als auch wirtschaftlich auszahlt. Doch wo liegen die Vorteile eines Fleischreifeschranks?

Verbesserung von Geschmack und Textur
Fleisch, das in einem Reifeschrank gelagert wird, durchläuft einen natürlichen enzymatischen Prozess. Während der Reifung werden Muskelfasern abgebaut, wodurch das Fleisch zarter wird. Gleichzeitig verdampft ein Teil des Wassers, wodurch die Aromen konzentriert werden. Das Ergebnis ist ein unverwechselbarer Geschmack, der besonders bei hochwertigen Steak-Cuts wie Ribeye, T-Bone oder Filet geschätzt wird.

Kontrollierte Bedingungen für optimale Qualität
Fleischreifeschränke ermöglichen eine präzise Kontrolle von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation – die drei entscheidenden Faktoren für eine erfolgreiche Reifung. Im Gegensatz zu improvisierten Lösungen garantiert ein professioneller Schrank stabile Bedingungen, wodurch Qualitätsverluste durch Schimmelbildung oder Feuchtigkeitsprobleme vermieden werden.

Vielfalt in der Menügestaltung
Mit einem Fleischreifeschrank kann ein Restaurant eine größere Vielfalt an Produkten anbieten. Neben klassischem Rindfleisch können auch andere Fleischsorten wie Lamm, Schwein oder sogar Geflügel gereift werden. Dies ermöglicht es Gastronomen, ihre Speisekarte mit exklusiven und einzigartigen Gerichten zu bereichern, die den Gästen ein besonderes kulinarisches Erlebnis bieten.

Kostenkontrolle und Gewinnsteigerung
Durch die eigene Fleischreifung kann ein Gastronom den gesamten Prozess – vom Einkauf des Rohprodukts bis zur fertigen Zubereitung – selbst steuern. Das spart Kosten, da rohes Fleisch oft günstiger eingekauft werden kann als fertig gereiftes Fleisch. Gleichzeitig steigert die Reifung im eigenen Betrieb die Wertschöpfung, da gereiftes Fleisch zu höheren Preisen verkauft werden kann. Gäste sind bereit, für die Exklusivität und Qualität eines Dry-Aged-Steaks einen Aufpreis zu zahlen.

Nachhaltigkeit und Lagerung
Fleischreifeschränke ermöglichen es, Fleisch länger und sicher zu lagern, ohne dass die Qualität leidet. Dies reduziert Lebensmittelverschwendung und gibt Gastronomen mehr Flexibilität in der Planung und Verwendung ihrer Bestände. Zudem können kleinere Chargen individuell gereift werden, was besonders in Zeiten unvorhersehbarer Nachfrage wichtig ist.

Aufwertung des Markenimages
Ein Fleischreifeschrank signalisiert Gästen, dass das Restaurant auf höchste Qualität und Handwerkskunst setzt. Der Prozess des Dry-Aging hat etwas Exklusives und vermittelt Authentizität. Einige Restaurants präsentieren ihre Reifeschränke sogar im Gastraum, um den Gästen Einblicke in die Handwerkskunst zu geben und das Vertrauen in die Qualität der Produkte zu stärken.

Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit
Moderne Fleischreifeschränke sind leicht zu bedienen und erfordern nur wenig Wartung. Viele Modelle verfügen über digitale Steuerungen, die es ermöglichen, die perfekten Bedingungen für jede Fleischsorte einzustellen. Darüber hinaus sind sie in verschiedenen Größen erhältlich, sodass sowohl kleine als auch große Restaurants von den Vorteilen profitieren können.

Also für Denis Kleinknecht ist ein Fleischreifeschrank weit mehr als nur ein Lagerraum für Fleisch. Er ist ein Werkzeug, das Qualität und Geschmack hebt, wirtschaftliche Vorteile bringt und das Image seines Restaurants Gasthof Heinzinger stärkt. Mit der Möglichkeit, Fleisch im eigenen Betrieb zu veredeln, kann er nicht nur Kosten sparen, sondern seinen Gästen auch ein unvergleichliches Geschmackserlebnis bieten. In einer Branche, in der Exklusivität und Qualität entscheidend sind, ist ein Fleischreifeschrank eine Investition, die sich langfristig auszahlt. Gratulation Denis Kleinknecht.

Christbäume und Weihnachtsdeko mit Haustieren

14. Dezember 2024

Ich finde es befremdlich, wenn Mitmenschen dieser Tage ihren Christbaum aufstellen. Bei uns wurde der Christbaum oder Weihnachtsbaum am Morgen des Heiligen Abends aufgestellt und geschmückt, um die Spannung bis zum Weihnachtsfest zu bewahren.

In anderen Gegenden, besonders in den USA und Teilen Nordeuropas, steht der Baum oft schon Anfang Dezember, manchmal direkt nach dem ersten Advent oder sogar nach dem Thanksgiving-Fest. Moderne Gewohnheiten, wie etwa der Wunsch, die festliche Atmosphäre länger zu genießen, führen dazu, dass der Baum immer häufiger schon zu Beginn der Adventszeit seinen Platz findet. Persönlich finde ich es daneben, aber meine Meinung ist nicht maßgeblich.

Wenn ich ganz ehrlich bin, werden wir dieses Jahr keinen Baum aufstellen. Zum einen sind unsere Kinder schon größer, zum anderen haben wir seit Corona zwei Kater. Und für die ist der geschmückte Christbaum eine absolute Provokation.

Für Heimtiere kann das schmückende Beiwerk zur echten Gefahr werden. Wer mit tierischen Mitbewohnern lebt, muss nicht auf eine festliche Stimmung verzichten, sollte aber bei der Dekoration einige wichtige Punkte beachten, so eine Info des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe (ZZF).
Alles, was neu ist, kann die Neugier von Hund, Katze, Kleinsäuger und Ziervogel wecken, nicht nur an Weihnachten. Manche Tiere reagieren sicher sensibler als andere auf die Veränderungen und unbekannten Gegenstände. Aber selbst ruhige oder ältere Tiere, die sich im Alltag weniger für das häusliche Inventar interessieren, können Adventskranz und Krippenfigur plötzlich als potenzielles Spielzeug betrachten. Kleinteilige, verschluckbare Dekoartikel sollten außerhalb der Reichweite aufgestellt werden oder lieber gleich im Schrank bleiben. Unsere beiden Kater Atari und Parsifal reagieren komplett unterschiedlich. Atari macht die Düse bei Veränderungen, Parsifal ist neugierig und test aus.

Schleifen, Bänder und raschelndes Geschenkpapier laden zum Spielen ein, können aber beim Verschlucken die Atemwege blockieren oder zu Verstopfungen führen. Außer Reichweite von Heimtieren gehören wegen ihrer reizenden und giftigen Inhaltsstoffe auch Schneespray und Glitzerstreu. Aufpassen sollten Tierhalter außerdem bei Girlanden und Lichterketten: Besonders frei fliegende Ziervögel können sich darin verfangen oder strangulieren, für sie und nagefreudige Mitbewohner können die Kabel beim Anpicken oder Anknabbern zur Stromfalle werden.

Wer über die Feiertage keine „umwerfende“ Überraschung erleben will, sollte den Weihnachtsbaum gut vor stürmischen Heimtieren sichern. Der ZZF rät, einen stabilen Ständer zu verwenden und den Stamm zusätzlich an Wand oder Decke zu befestigen. So bleibt der Baum bei kletternden Katzen oder tobenden Hunden standhaft.

Der bunte, baumelnde Baumschmuck weckt oft den Spieltrieb von Vierbeinern, daher sollten die Anhänger möglichst nur in den höheren Zweigen angebracht werden. Damit sich die Tiere nicht an zerbrochenen Glaskugeln verletzen, greifen Tierfreunde lieber auf bruchsichere Ornamente aus Kunststoff oder auf natürliche Materialen wie Holz, Zapfen oder Stroh zurück. Das beliebte Lametta enthält heute zwar meist kein schädliches Blei mehr, aber eventuell Spuren von Schwermetallen, und: Die Glitzerfäden können beim Verschlucken einen Darmverschluss verursachen. Früher war mehr Lametta.

Echte Kerzen gehören nicht in die Reichweite von Heimtieren. Das Flackern der Flamme findet mancher tierische Mitbewohner sehr anziehend, was zu Verbrennungen an Pfoten, Nasen und Tasthaaren führen kann. Schnell passiert, dass ein wedelnder Schwanz oder ein Federkleid im Vorbeiflug mit dem Feuer in Kontakt kommt, ein kippeliger Kerzenständer unachtsam beim Spielen umgeworfen wird.

Hunde und Katzen sollten, ebenso wie Kleinsäuger beim Auslauf und frei im Zimmer fliegende Ziervögel, niemals mit entzündeten Kerzen allein gelassen werden. Noch besser: Auf offene Flammen im direkten Umfeld der Vierbeiner und Ziervögel möglichst verzichten. Eine sichere Alternative sind LED-Kerzen.

Was der Mensch als wohltuend empfindet, hat für Heimtiere unter Umständen eine schädliche Wirkung: Duftkerzen, ätherische Öle und Räucherwerk können die empfindlichen Atemwege von Ziervögeln reizen und bei der Aufnahme zu Vergiftungen führen. Wer die Wohnung mit Hund oder Katze teilt, sollte bedenken, dass ihre empfindlichen Nasen diese Gerüche viel intensiver wahrnehmen, zudem können bestimmte Inhaltsstoffe allergische Reaktionen auslösen.

Im tristen Winter sorgen grüne, neu ins Haus geholte Farbtupfer für Lichtblicke – und wecken, besonders bei jungen Tieren, die Neugier. Doch Tierhalter sollten aufpassen, welche Pflanzen sie auf das Fensterbrett stellen oder über dem Türrahmen anbringen: Weihnachtsstern, Mistelzweige und Stechpalme sind für viele Heimtiere giftig.

Der ursprünglich aus Mittelamerika stammende, meist rote Weihnachtsstern gehört zu den Wolfsmilchgewächsen. Bei Tieren (und auch bei Menschen) kann sein milchiger Pflanzensaft zu Reizungen der Atemwege und auf der Haut oder nach der Aufnahme zum Erbrechen führen.

Die weißen Beeren der Mistel stehen zwar bei Wildvögeln wie der Singdrossel auf dem Speiseplan, bei Ziervögeln, auch bei Hunden, Katzen und Nagern, ist allerdings Vorsicht geboten: Die Pflanze enthält in allen Teilen sogenannte Viscotoxine, die Erbrechen und Atembeschwerden auslösen können.
Die für ihren rot-grünen Farbmix zur Adventszeit beliebte Stechpalme, auch Ilex oder Christdorn genannt, kann Erbrechen und Durchfall verursachen. Bei der Aufnahme von größeren Mengen besteht sogar die Gefahr von Atemnot und Herzrasen. An ihren ledrigen, dornigen Blättern können sich Heimtiere schmerzhafte Verletzungen zum Beispiel im Mundbereich oder in der Speiseröhre zuziehen.

Die vielen neuen Eindrücke und die veränderte Wohnung können, ebenso wie der Festtrubel, bei manchen Tieren Stress auslösen. Tierhalter sollten daher die Bedürfnisse ihrer Lieblinge besonders rund um die Feiertage berücksichtigen: Eine sichere Umgebung, ein ruhiger Rückzugsort und die Routinen aus dem Alltag sorgen dafür, dass auch Heimtiere die Feiertage genießen können.

Gremlins (1984) – Phantastische Matinee am Sonntag, 15. Dezember im Scala

13. Dezember 2024

“Gremlins,” ein Kultklassiker aus dem Jahr 1984, unter der Regie von Joe Dante und produziert von Steven Spielberg, kombiniert Elemente von Horror und Komödie mit einer Prise Weihnachtszauber. Der Film ist gut gealtert und feiert dieses Jahr seinen 40. Geburtstag. Es ein Mix aus Grusel und Humor, der sich sowohl an ein jugendliches als auch erwachsenes Publikum richtet. Doch was macht diesen Film auch fast 40 Jahre später noch so ikonisch? Dies untersuche ich in meiner Phantastische Matinee am Sonntag, 15. Dezember im Scala Fürstenfeldbruck. Karten für die Veranstaltung gibt es hier.

Die Geschichte beginnt mit Randall Peltzer, einem liebenswerten Erfinder, der in Chinatown ein mysteriöses Wesen namens Mogwai als Weihnachtsgeschenk für seinen Sohn Billy erwirbt. Das Wesen, das er “Gizmo” nennt, kommt mit drei einfachen Regeln:
1. Halte es von hellem Licht fern.
2. Lass es nicht nass werden.
3. Füttere es niemals nach Mitternacht.

Natürlich werden diese Regeln verletzt, und das Chaos nimmt seinen Lauf. Gizmo bleibt zwar liebenswert und unschuldig, aber die anderen Mogwai, die durch Wasser entstehen, verwandeln sich in fiese, boshafte Kreaturen – die titelgebenden Gremlins. Was folgt, ist eine Reihe von unheimlichen und gleichzeitig urkomischen Vorfällen, als die Gremlins die Kleinstadt Kingston Falls ins Chaos stürzen.

“Gremlins” brilliert durch seinen gelungenen Genre-Mix. Der Film ist nicht nur ein Gruselfilm, sondern auch eine bissige Gesellschaftssatire und eine dunkle Komödie. Die humorvollen Einlagen – wie die Gremlins, die eine Bar übernehmen und ihre absurde Party feiern – sind ebenso unterhaltsam wie die gruseligen Momente.

Die handgefertigten Puppeneffekte von Gizmo und den Gremlins sind auch heute noch beeindruckend. In einer Zeit, in der CGI oft dominiert, wirken die praktischen Effekte des Films nostalgisch und authentisch. Gizmo ist ein Paradebeispiel dafür, wie man eine Figur so gestaltet, dass sie sofort Sympathie weckt.

Der Film ist durchzogen von satirischen Kommentaren zur Konsumkultur und den Gefahren von Unachtsamkeit. Besonders die grotesken Eskapaden der Gremlins verdeutlichen, was passiert, wenn Chaos auf den American Dream trifft.

Zach Galligan als Billy und Phoebe Cates als Kate liefern solide Leistungen ab, aber der wahre Star des Films ist Gizmo. Die Stimme von Howie Mandel verleiht dem Mogwai Persönlichkeit, ohne dass er sprechen muss. Die menschlichen Figuren sind bewusst etwas klischeehaft, was den Fokus auf die Gremlins verstärkt. Karten für die Veranstaltung gibt es hier.

Heft zur Gemeindegeschichte Meisaha 2024 ist erschienen

12. Dezember 2024

Ehrenamtlich engagiere ich mich in meiner Wohnortgemeinde Maisach für den Arbeitskreis Geschichte. Das ist ein loser Zusammenschluss von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die die Heimatgeschichte des Ortes aufarbeiten. Es ist kein Wissenschaftskreis, sondern eine Gruppe von historisch interessierten Laien, die ein historisches Storytelling betreiben.

Und einmal im Jahr bringen wir mit Meisaha ein Heft zur Gemeindegeschichte heraus. Jetzt war es wieder soweit und die Präsentation fand im örtlichen Gemeindezentrum statt. 45 Interessierte folgte der Einladung. Am Wochenende haben wir einen zweitätigen Maisacher Advent, wo wir das Heft der Öffentlichkeit verkaufen werden. Dann beginnt der Verkauf in ausgewählten Geschäften des lokalen Einzelhandels und an der Pforte des Rathauses. Auf das Heft wird durch Plakate auf den gemeindlichen Anschlagtafeln hingewiesen.

Auch ich war dieses Jahr wieder dabei. Zum einen schrieb ich einen Artikel über den Togoverein, der lange Jahr bei uns in der Gemeinde ansässig war. Zum anderen layoutete ich das Meisaha-Heft, die Plakate und einen Roll-Up-Banner. Zudem pflege ich den Facebook-Account des Arbeitskreises und gestaltete einen Präsentationsfilm aus dem Fotos des Heftes.

In einer Auftaktveranstaltung stellten die Autoren die einzelnen Artikel des Heftes vor. Wir gaben eine kleine Inhaltsangabe, damit die Bürgerinnen und Bürger einen Einblick ins Heft bekommen und auf den Geschmack kommen, das Heft für 6 Euro zu erwerben. Die Federführung hatte die Chefredakteurin Cornelia Schader als Leiterin des Arbeitskreises Geschichte inne. Ich zeichnete die Vorstellungen auf Video auf und stellte sie als Werbemaßnahme in YouTube ein.

Bei einem Glas Sekt kam man anschließend ins Gespräch. Kommunikation ist wichtig, gerade in einer kleinen Gemeinde im Speckgürtel von München. Neuzugezogene erhalten durch das Heft einen kleinen Einblick in das Leben vergangener Tage. Und ältere Mitbürgerinnen und Bürger erinnern sich an alte Geschichten, die wir vielleicht in der Ausgabe des Jahres 2025 aufgreifen werden. Neue Geschichten sind immer willkommen – ich habe meine schon im Hinterkopf.

Meisaha 2024: Gernlinden, eine Großsiedlung der Latènezeit

Meisaha 2024: Leben in einem Denkmal – das älteste Haus in Stefansberg

Meisaha 2024: 1674-2024: 350 Jahre Schuhmacher Huttenloher in Maisach

Meisaha 2024: Die Glocken der Pfarrkirche Malching

Meisaha 2024: Gernlindner Bahnhofskinder

Meisaha 2024: Kiesgrube im Westen von Gernlinden

Meisaha 2024: Das Kalksandsteinwerk in Überacker

Meisaha 2024: Vom Herzen Maisachs nach Togo

Meisaha 2024: Maisacher Jahresrückblick Juli 2023 – Juni 2024

Sora ist da – Kreative lernt jetzt schnell um

11. Dezember 2024

OpenAI greift die Kreativbranche mit seinem revolutionären Text-to-Video-Tool „Sora“ an und wird das Medium Film auf den Kopf stellen. Derzeit sind die Filme, die die KI erzeugt, noch kurz, aber der Anfang ist gemacht. Sora ist Teil des Plus-Kontos und ohne zusätzliche Kosten nutzbar. Nutzer können bis zu 50 Videos in 480p-Auflösung oder eine geringere Anzahl in 720p pro Monat erstellen. Noch stellt dies keine Gefahr für Kino und Fernsehen dar – noch nicht.

Ein weiteres Manko: Die KI hat die Physik der Animationen noch nicht vollständig im Griff. Doch es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch diese technischen Herausforderungen gelöst sind. Wir stehen am Anfang einer Revolution für Kreative im Bereich Film – so meine feste Überzeugung. Filmemacher werden sich schnell anpassen müssen. Auch die Ausbildung im Bereich Film sollte sich ändern, und Filmhochschulen werden ihre Lehrpläne anpassen müssen, um dieser Entwicklung gerecht zu werden.

Laut OpenAI: „Sora baut auf den Erkenntnissen von DALL·E und GPT-Modellen auf und wurde entwickelt, um Menschen erweiterte Werkzeuge für das Geschichtenerzählen und kreative Ausdrucksformen zu geben.“ Aktuell ist das Tool jedoch nicht in der EU verfügbar. Die Gründe sind nicht bekannt. Es könnte sein, dass OpenAI zunächst Erfahrungen auf dem US-Markt sammeln möchte, oder dass der strenge Digital Data Act der EU eine Rolle spielt.

Tech-Experte Marques Brownlee hat sich auf seinem YouTube-Kanal mit Sora auseinandergesetzt und sowohl Potenziale als auch Probleme beleuchtet. Die Ergebnisse, die die KI liefert, sind beeindruckend. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis ganze Filme mit solchen Tools erstellt werden können. Das erinnert an die Zeit, als Pixar mit computergenerierten Animationen revolutionierte, während klassische Disney-Zeichner diese Technologie zunächst belächelten. Doch Toy Story fegte eine ganze Branche hinweg. Eine ähnliche Umwälzung könnte durch Sora und andere KI-Tools bevorstehen – davon bin ich überzeugt.

KI plündert Drehbücher
Die Situation verschärft sich zusätzlich, seit bekannt wurde, dass KI-Systeme mit Drehbüchern trainiert wurden. Diese Information wurde kürzlich durch einen Artikel im Atlantic veröffentlicht. Genau davor hatten die US-Drehbuchautoren bei ihrem Streik 2023 gewarnt. Trotz gegenteiliger Zusicherungen ist der Fall nun eingetreten: Mehr als 139.000 Drehbücher für Filme und Serien wurden als Trainingsmaterial verwendet.

Unter den genutzten Werken waren beispielsweise 700 Folgen von Die Simpsons und Futurama, 150 Folgen von Seinfeld, 45 Folgen von Twin Peaks sowie die kompletten Serien The Wire, Die Sopranos und Breaking Bad. Dabei lag der Fokus wohl vor allem auf den Dialogen, die künftig von Unternehmen wie Apple, Anthropic, Meta, Nvidia, Salesforce oder Bloomberg genutzt werden könnten.

Diese Praxis erinnert an den Umgang mit Bildarchiven, die bereits für KI-Modelle geplündert wurden. Angesichts dessen, dass viele Serien und Filme ohnehin nicht besonders innovativ oder kreativ sind, könnte die KI in Zukunft sogar selbst Drehbücher schreiben. Standardisierte Geschichten wie „Held liebt Heldin“ haben oft wenig mit echter Kreativität zu tun. Drehbuchautoren, die vor allem für Mainstream-Produktionen tätig sind, dürften sich auf drastische Veränderungen einstellen müssen.

LAMY safari Note+ – ich hab den Stift zurück geschickt

9. Dezember 2024

Irgendwie werden der LAMY safari Note+ und ich keine so richtige Freunde. Ich habe mir den Stift wahlweise für mein iPad Pro und iPad mini geholt, denn ich schreibe ziemlich viel mit den Stift und wollte ein anderes Schreibgefühl haben.

Bei Meetings notiere ich meine Gedanken, fertige Gesprächsnotizen an, mache Mindmaps und strukturiere meine Informationen. Als Apps verwende ich in der Regel Notablilty, Notizen und Penbook, je nach Laune. Als Stift habe ich den Apple Pencil 2 im Einsatz. Aber ich wollte man was neues ausprobieren. Bei einem Amazon-Angebot lockte der LAMY safari Note+ mit einem reduzierten Preis und ich habe zugeschlagen und ausgepackt.

Wichtig ist, dass man vor dem Start den bisherigen Apple Pen entkoppelt und dann erst den LAMY safari Note+ einschaltet und loslegt. Ich habe mir den roten Stift geholt. Geladen wird das Teil über USB-C.

Ich hab so viel über das großartige Schreibvergnügen gelesen. Allerdings muss ich zugeben, das Schreibvergnügen hat sich bei mir nicht eingestellt. Ja, der Stift erfüllt seine Aufgabe, aber eine Revolution ist er nicht. Der Griffel hat sich seit 1980 nicht sonderlich geändert und der Retro-Stil wurde auf den digitalen Stift übertragen. Als Schüler hatte ich keinen LAMY (ich komme aus der Geha- und Pelikan-Zeit) und musste mich im 21. Jahrhundert an das Halten des LAMY-Stiftes gewöhnen. Er erinnert mich an den Wacom-Stift als ich intensiv mit dem Stifttablett gearbeitet habe. Die beiden Funktionstasten sind gut zu erreichen.

Was mich wirklich stört, ist die Kappe des Stiftes, die ich nicht hinten aufstecken kann. Bei meinen Meetings habe ich die rote Kappe liegen gelassen oder sie ist in meiner Hemdtasche gelandet und ich habe sie vergessen. Das stört mich bei meiner Schreibarbeit. Der Stift ist nicht magnetisch wie der Apple Pencil und muss separat mitgenommen werden. Das ist jetzt nicht ein großes Problem, aber ich muss daran denken, dass ich den Stift separat einpacke. Und der Stift muss separat über USB-C geladen werde, die gewohnte magnetische Ladung wird nicht unterstützt.

Richtig genervt hat mich aber die Tatsache, dass die erweiterten Funktionen nur mit ausgewählten Apps wie Linearity Curve, Linearity Move und Charcoal funktionieren. Diese werden auf der Website des Unternehmens aufgeführt. Die Basisfunktionen werden bei anderen Software-Herstellern unterstützt aber eben nicht mehr. Die eigene LAMY-App sorgt im Grunde nur für ein Firmeware-Update und die Registrierung. Vielleicht wird eines Tages die neuen Funktionen des Apple Pencils unterstützt. Im Moment kann der LAMY safari Note+ nicht auf die neue Werkzeugauswahl des Apple Pencil Pro zugreifen. Das war schließlich der Grund, weshalb der LAMY safari Note+ zurückging.

Welche IT-Trends kommen 2025?

7. Dezember 2024

Die Hamburger Standortinitiative nextMedia.Hamburg hat Experten der Medien- und Digitalbranche nach ihren Predictions für das kommende Jahr 2025 gefragt. Ich wurde leider nicht gefragt, wahrscheinlich weil ich nicht in Hamberg bin. Ich hätte aber ähnliches geantwortet und habe meine Seminarplanung für 2025 auch daran ausgerichtet. nextMedia.Hamburg hat ein ziemliches Name-Dropping abgeliefert. Eindrucksvolle Namen, die alle ähnlich ticken, und ähnliche Aussagen haben.

KI weiter auf Vormarsch
Der Vormarsch Künstlicher Intelligenz hat das Medienjahr 2024 wie kaum ein zweites Thema geprägt. Und auch 2025 wird dieser Fortschritt nicht abreißen – im Gegenteil. Die ersten spielerischen Anfänge liegen bereits hinter uns und die Normalisierung und Professionalisierung geht stetig voran. Daher werde ich mit meinem Seminaren einen klaren Fokus auf KI-Seminaren setzen.

So facettenreich die Auswirkung von KI auf die Medien- und Digitalbranche sind, so vielfältig sind auch die Perspektiven der Experten: Zamina Ahmad (Founder & CEO, shades&contrast) sieht bspw. KI-Agenten und -Assistenten auf dem Vormarsch und stellt mit Blick auf Datenschutz zugleich die Frage: Zu welchem Preis? Carina Laudage (Geschäftsführerin und Chief Product Officer, Gruner + Jahr (Teil von RTL)) vermutet hingegen neue Wachstumsstrategien im Journalismus, die durch KI befeuert werden. Die neuen Chancen, die KI für die hiesige Filmbranche ermöglichen kann, nimmt Nina Peters (Managing Director & Head of Business Affairs, ndF: Hamburg) in ihrer Prediciton in den Blick.

Bewegung auf den Social Media Plattformen
Digitale Plattformen stehen vor einem Umbruch, der vor allem durch KI vorangetrieben wird. KI-generierte Inhalte lassen den Output wachsen und eine Content-Flut herbeiführen. Nach der Einschätzung von Ardawan Okhovat (Partnerships Lead DACH, Snap Inc.) stehen 2025 daher authentische Einblicke, echte Interaktion und Humor wieder stärker im Fokus. Malika Rabahallah (Festivaldirektorin, Filmfest Hamburg) vermutet zudem eine verstärkte Diskussion über die Regulierung sozialer Medien, angesichts der wachsenden Bedenken um Desinformation, Einfluss auf die politische Meinungsbildung und mentale Gesundheit. Sascha Foerster (Gründer, Bonn.digital & Admin, Bonn.social) hofft auf eine wachsende Abkehr von den Plattformen der Tech-Giganten, hin zum Fediverse-Modell und alternativen Plattformansätzen, da sie mehr Souveränität und Kontrolle über Inhalte und Kontakte bieten.

Medien und Creatoren in einem polarisierten Umfeld
Medien werden ihre Positionierung in einem dynamischen Markt und einem polarisierten Umfeld offenbar schärfen müssen. Damla Hekimoglu (Moderatorin, Reporterin und Nachrichtensprecherin u.a. ARD tagesschau24 und Tagesschau) hebt in ihrer Prediction hervor, wie zentral Faktenchecks und Nachrichtenkompetenzen werden, da der Raum für Desinformation weiter zunehme. Nicole Michalik (Head of Executive Projects, ZEIT Verlagsgruppe) sieht angesichts steigender Informationsüberlastung und News Fatigue die Notwendigkeit für Medienmarken, auf jeder Plattform ihren Markenwert mit relevanten Inhalten, innovativem Storytelling und aussagekräftigen Marketingkampagnen zu stärken – als bewusste Positionierung gegen Oberflächlichkeit und zunehmende Spaltung. Deutlich wird Patrick Schnitzler (Co-Founder, klima&so) in seiner Prediction mit Blick auf die Arbeit von Creatoren: Er richtet einen Appell an Brands und Agenturen, 2025 nur noch mit Content Creatoren zusammenzuarbeiten, die Haltung zeigen. Für ihn sind sie Teil einer Öffentlichkeit und haben damit auch Verantwortung für diese zu tragen.

Streamingplattformen richten sich neu aus
Auch in der Musikbranche wird es voraussichtlich durch digitale Innovationen und datengetriebene Strategien Entwicklungen geben. Thorsten Freese (Managing Director, Believe Germany) denkt, dass 2025 die Entwicklung unabhängiger Artists und Labels weiter an Dynamik gewinnen werden. Lokale Talente würden ihre Präsenz in den Charts stärken und zunehmend globale Märkte erschließen. Die Zukunft von Podcast ist für Daniel Nikolaou (Content & Creator Partnerships Lead, Spotify Central Europe) interaktiv und hybrid: Er sieht eine Symbiose aus Audio und Video, die neue Wege für Inhalte, Communities und Monetarisierung freimachen wird. Jannis Schakarian (CvD Audio Der Spiegel, Autor streamletter) vermutet mit Blick auf die Videoplattformen, dass Streaminganbieter künftig mehr auf Formate mit Werbeeinnahmen setzen werden, wie bspw. Livestream und Sport-Events, statt auf teure Prestige-Serien.