Posts Tagged ‘Google Hangout’

Digitalisierung – Nägel mit Köpfen machen

13. Mai 2015
Staatsminister Markus Söder machte einen Hangout und ich war dabei.

Staatsminister Markus Söder machte einen Hangout und ich war dabei.

Durch einen Zufall kam ich zu einem Termin mit dem bayerischen Finanzminister Markus Söder als sich dieser für ein Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Berlin aufhielt. In der bayerischen Landesvertretung gab Söder dem Verein politik-digital.de ein seit Wochen geplantes Google Hangout-Interview zum Thema Digitalisierung. Seit 1998 informiert politik-digital.de über Netzpolitik und ist führender Anbieter von Politiker-Chats.

So sah der Minister den Hangout.

So sah der Minister den Hangout.

Medienprofi wie Markus Söder nun mal ist, nutze er die Chance und beantwortete die zahlreichen Fragen im Google Hangout. Neben einem sachlich fragenden CSU-Mitglied aus seiner Heimatstadt Nürnberg sprach Söder vor allem mit einem Radiomoderator von Radio Charivari 98.6 aus Nürnberg. Sogar der Betreiber des Radiosenders Michael Oschmann war zu diesem Termin gegenüber der komischen Oper in der Landesvertretung erschienen, um den Google Hangout zu verfolgen.

Erinnerungsfoto vom Erinnerungsfoto.

Erinnerungsfoto vom Erinnerungsfoto.

Der Radiosender hatte einige Fragen seiner Zuhörer gesammelt, die Söder zur Zufriedenheit der Fragesteller und des Moderators Christian Marx in 45 Minuten beantwortete. Aus Sicht des CSU-Politikers war die digitale Bürgersprechstunde ein Erfolg. Einige Fragen drehten sich dabei doch sehr um die Unsimmigkeiten zwischen Nürnberg und Fürth und sind bundesweit nicht gerade von Bedeutung. Hier gibt es den ganzen Hangout. Und hier gibt es das ganze Video von 45 Minuten als 4:30 Minuten via Hyperlapse:


Als digitaler Nomade befürworte ich diese Art der Kommunikation, besonders wenn es um das Thema Digitalisierung geht. Söder hat alles richtig gemacht. Aktionen wie einen Google Hangout oder Live-Sendungen via Periscope sind hier die richtigen Werkzeuge, allerdings ob sie die erlaubten Werkzeuge für ihn als Politiker sind, sei dahingestellt. Söder oder ein anderer sind mit solchen Aktionen ein Sender im Sinne der Landesmedienanstalten und als Sender brauchen sie nach Meinung einiger Juristen eine Sendelizenz, wenn mehr als 500 Zuschauer die Übertragung rein technisch empfangen können.

Radiobetreiber Michael Oschmann (l.) schaute sich den Hangout vor Ort an.

Radiobetreiber Michael Oschmann (l.) schaute sich den Hangout vor Ort an.

500 ? – im Falle von Google Hangouts und Periscope-Übertragungen ist das lässig der Fall. Schon die Kanzlerin hatte mit ihrem Google Hangout zur Bundestagswahl Schwierigkeiten mit ihrer eigenen Landesmedienanstalt in Berlin/Brandenburg bekommen. Das ganze System der Sendelizenzen ist anachronistisch und meiner Meinung nach für ein digitales System nicht geeignet. Es mag sinnvoll in Zeiten knapper und begrenzter Sendefreuqenzen gewesen sein sein, im digitalen Zeitalter ist es komplett überholt. Hier könnten sich die beiden bayerischen Digitalisierungsexperten Markus Söder und Ilse Aigner eine Namen machen und die Sache mit ihrem Parteikollegen Siegfried Schneider von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien klären. Das Netz würde es ihnen danken.

Die bayerische Landesvertretung war Ort der Übertragung.

Die bayerische Landesvertretung war Ort der Übertragung.

Mein TV-Auftritt zu Medienkompetenz bei doschauher.tv

20. März 2014

Schon vor ein paar Wochen hatte ich die Gelegenheit im Fernsehen aufzutreten. Es war bei Doschauher TV. Dies ist ein erfolgreicher Studentensender der Hochschule Deggendorf (THD) in Niederbayern und wer Doschauher richtig ausspricht, der versteht auch den Wortwitz. Die Sendungen sind live im hauseigenen Studio oder aber im Internet per Livestream zu sehen. Die Aufzeichnungen gibt es dann natürlich bei YouTube.

In Studio durfte ich mich den Fragen des Moderatorenteams Inka und Kevin stellen.

In Studio durfte ich mich den Fragen des Moderatorenteams Inka und Kevin stellen.

Die vortreffliche Studentin Rebecca Hoffmann hatte mich auf einem meiner Vorträge über Medienkompetenz gesehen und bat mich um einen Auftritt im Studio.  Ja, da hab ich doch gleich zugesagt und bin nach Deggendorf angereist.

Rebecca Hoffmann hat mich eingeladen.

Rebecca Hoffmann hat mich eingeladen.

Hochprofessionell wurde die ganze Sache organisiert, von der Kontaktaufnahme, über die Betreuung und die Sendeabwicklung. Ich darf ja ab und zu mit dem Thema Medienkompetenz vor der Kamera stehen, aber dieses Mal hat es mir besonders viel Spaß gemacht. Schließlich ist Doschauher TV Deutschlands einzige studentische Livesendung. Und sie hat Power. Hier die komplette Folge:

Und hier nur mein Auftritt:

Der ganze Ablauf zeigte mir, wie hoch professionell und praxisnah die Studenten ausgebildet werden. Und der Erfolg gibt der ganzen Idee von Prof. Ernst Jürgens recht. Chapeat Herr Professor – eine super Truppe haben Sie da herangezogen. Doschauher.tv ist der erste und bis dato einzige Internetfernsehsender, den eine Hochschule produziert und regelmäßig live im Internet sendet. Dabei werden alle Funktionen vor und hinter der Kamera, in Redaktion und Technik von Studenten des Studiengangs Medientechnik der Hochschule Deggendorf übernommen. Und mein Eindruck war, die Studenten hatten es im Griff, auch wenn ich mal mit Sonderwünschen daherkam.

Pano

Das Konzept der Hochschule geht voll auf. In zwei Semestern wird den Studenten anschaulich im Fach Film-Video-Design gezeigt, wie Film und Fernsehen gemacht wird. Das alles findet im vierten und fünften Semester bei doschauher.tv statt. Das Sendekonzept ist durchdacht. Zwei Moderatoren, Studio-Talkgäste und eine Live-Band. Als Band war in meiner Sendung die Flashbeat. Dazu Außenschaltungen via Google Hangout ins nahe Deggendorf – wenn das LTE Funknetz mitmacht.

Bei der Sendung mit mir steuerte ich wohl den seriösen Part bei. Die beiden Moderatoren befragten mich im Umgang mit Facebook und Co. Ich war etwas gemein, denn ich wollte prüfen, ob mich die Moderatoren Inka und Kevin in meinem Redefluss bremsen würden. Taten sie nicht, also nutze ich die Chance und redete, redete und redete. Ok, ich entschuldige mich an dieser Stelle für mein Verhalten. Aber auch Moderatorentraining gehört dazu und dem Labersack von einem Gast das Wort abzudrehen.

Das Online TV Projekt steht unter der Leitung von Prof. Ernst Jürgens, der die “Redaktionsgruppe” konzeptionell-redaktionell betreut. Die “Technikgruppe” von doschauher.tv wird von M.Eng. Dipl.-Ing.(FH) Oliver Bauer wissenschaftlich-technisch betreut. Durch das Konzept “doschauher.tv” bekommen die Medientechnikstudenten einen praktischen Eindruck und können ihr Wissen aus allen Teilbereichen ihres Studiums anwenden.

Dramaturgisch und technisch war die Truppe hervorragend vorbereitet. Ein Einheizer pushte das zumeist studentische Publikum vor der Sendung auf. Ich durfte die Show auf einem Sofa vor der Bühne beobachten und wurde dann auf die Bühne geholt. Da wirkte ich ein wenig wie ein Fremdkörper: mit meinem Outfit Fliege, Einstecktuch und Sakko sowie bunte Schuhe sah mich der klassische Student etwas misstrauisch an. Aber ich baute Vertrauen auf und fühlte mich richtig wohl.

Foto 1

Doschauher.tv ist inhaltlich eine unterhaltsame, unberechenbare und überraschende Webshow mit dem Schwerpunktthema “Medien”. Durch die Sendung führt ein, von Semester zu Semester wechselndes, Moderatoren-Paar. Sie unterhalten sich mit den Studiogästen, die aus den verschiedensten Bereichen stammen, interviewen die Liveband und kündigen die Einspieler (Kurzreportagen, humorvolle Clips, Parodien, journalistische Beiträge) an. Als Highlights waren die Woidboyz zu Gast. Diese Herrschaften entstammten der Hochschule und sind mittlerweile echte TV-Stars und sie sind wunderbar köstlich.