Wenn Denis Michael Kleinknecht auf der Food & Life in München die Bühne betritt, dauert es nicht lange, bis der Funke überspringt. Da steht keiner, der einfach nur ein Rezept nachkocht. Da kocht ein Mensch, der für gutes Essen brennt, der mit jeder Bewegung, mit jedem Satz und mit jedem Handgriff zeigt, wie viel Leidenschaft in seiner Küche steckt.
Der Küchenchef vom Gasthof Heinzinger aus Rottbach nimmt sein Publikum nicht nur mit an den Herd, sondern hinein in eine kulinarische Haltung, bei der Genuss, Handwerk und Begeisterung untrennbar zusammengehören. Und genau das wurde bei seiner Show eindrucksvoll spürbar. Hier die Aufzeichnung der Show von der Food & Life in München.
Im Mittelpunkt stand ein Produkt, das für Kleinknecht weit mehr ist als eine Zutat: Hanf. Mit spürbarer Überzeugung sprach er über eine Pflanze, die für ihn ein echter Gamechanger ist – in der Küche, in der Landwirtschaft und in der Ernährung insgesamt. Hanf, so machte er deutlich, ist für ihn kein Randthema und schon gar kein Klischee, sondern ein außergewöhnlich vielseitiges Lebensmittel mit großem Potenzial. Immer wieder war zu hören, wie sehr ihn dieses Produkt begeistert: die nussigen Aromen der Hanfnuss, die floralen, grasigen Noten des Hanfkrauts, die ernährungsphysiologischen Qualitäten und die vielen Möglichkeiten, Hanf kreativ und selbstverständlich in den Alltag zu holen. Kleinknecht wirbt dafür, Hanf endlich aus der Schmuddelecke zu holen und als das zu sehen, was er ist: eine uralte Kulturpflanze mit erstaunlicher Kraft. Kleinknecht bezieht seinen Hanft beim Bio-Ackerbaubetrieb Salabaur bei Moorenweis, geführt von der charmanten Familie Rottenkolber.
Wie lebendig und genussvoll das werden kann, zeigte er mit seinem Gericht: Kartoffel-Hanf-Knödel mit Paprikasauce von gerösteten Paprika. Schon beim Zubereiten war seine Begeisterung ansteckend. Er erklärte, verrührte, würzte, formte und sprach mit sichtbarer Freude über die Besonderheiten seines Teigs, über den richtigen Umgang mit Kartoffeln und über die Kunst, aus wenigen guten Zutaten etwas Besonderes zu schaffen. Dabei wurde schnell klar: Hier kocht einer nicht nur mit Erfahrung, sondern mit echter Hingabe. Besonders eindrucksvoll war, wie selbstverständlich Hanf in dieses Gericht eingebunden wurde – nicht als Effekt, sondern als geschmacklich tragendes Element. Die geröstete Hanfnuss brachte Tiefe und Wärme, die Hanfasche verlieh dem Gericht eine besondere Würze, und die Knödel bekamen dadurch genau jenen eigenständigen Charakter, den Kleinknecht so leidenschaftlich beschrieb.
Diese Begeisterung übertrug sich auch auf das Publikum. Die Hanfknödel wurden mit Neugier, Offenheit und sichtlicher Freude probiert, und in der Atmosphäre lag genau das, was gutes Kochen ausmacht: Gemeinschaft, Entdeckung und echter Genuss. Kleinknecht vermittelte dabei nicht nur Wissen, sondern auch eine Haltung. Er sprach über Nachhaltigkeit, Regionalität und handwerkliche Qualität, über die Slow-Food-Idee und über die enge Verbindung zu Erzeugern aus der Region. Doch bei aller fachlichen Tiefe blieb vor allem eines in Erinnerung: seine spürbare Freude am Kochen. Er wirkte wie jemand, der jede Zutat ernst nimmt, der Lebensmittel mit Respekt behandelt und der es liebt, andere mit seiner Begeisterung anzustecken.
So wurde diese Kochshow zu weit mehr als einer Vorführung. Sie war ein leidenschaftliches Plädoyer für bewusstes Essen, für kreative Küche und für Hanf als wertvolle, geschmackvolle und zukunftsweisende Zutat. Denis Michael Kleinknecht zeigte auf eindrucksvolle Weise, wie viel Genuss, Wissen und Emotion in einem Teller Hanfknödel stecken können – und dass Kochen dann am schönsten ist, wenn einer vorne steht, der nicht nur sein Handwerk beherrscht, sondern es von Herzen liebt.
Im Bistro Sixtyfour in der Maisacher Zentrumspassage wurde zum Jahresauftakt eine neue Ausgabe des Podcast-Formats „Bistro Talk“ aufgezeichnet. Matthias J. Lange von redaktion42 begrüßte dabei Denis Michael Kleinknecht, den Inhaber und Küchenchef des Gasthofs Heinzinger in Rottbach. In dem Gespräch ging es um die Wiederbelebung eines Traditionshauses, um neue Wege in der Landgastronomie – und um die Frage, wie sich Qualität, Wirtschaftlichkeit und Alltag in einer Branche vereinen lassen, die seit Jahren unter Druck steht.
Kleinknecht beschreibt den Gasthof Heinzinger als Ort, der für ihn weit über einen Arbeitsplatz hinausgeht. Schon als Kind habe er den Betrieb erlebt – etwa bei den „legendären Dampfnudeln“ am Donnerstag, die bis heute zum Markenzeichen gehören. Als er den Gasthof 2016 übernahm, sei das Haus jedoch in einem Zustand gewesen, der eher nach Aufgabe als nach Neustart aussah. Für Kleinknecht wurde daraus eine Mission: einen zum Verfall preisgegebenen Landgasthof zu restaurieren und damit ein Stück Wirtshauskultur zu erhalten. In diesem Jahr steht ein besonderer Meilenstein an: Im Oktober 2026 will er das zehnjährige Wiedereröffnungsjubiläum feiern.
Was den Gasthof heute auszeichnet, ist ein Konzept, das Kleinknecht als bewusst „bayerisch – klassisch und modern“ beschreibt. Er grenzt sich dabei von einer beliebigen „Alles-für-alle“-Karte ab. Statt Pizza neben Sushi und Schnitzel setzt er auf nachvollziehbare Wirtshausklassiker – ergänzt durch ein Steak- und „Casual Fine Dining“-Angebot, das die Hemmschwelle für gehobenere Küche senken soll. Gerade diese Mischung habe im Ort anfangs für Neugier gesorgt: Stammtischgäste, die zunächst skeptisch auf große Steaks am Nachbartisch reagierten, seien später selbst zu Fans geworden – vor allem für besondere Anlässe. Viele Zutaten bezieht Kleinknecht nach eigenen Angaben von regionalen Erzeugern, die er zum Teil persönlich kennt. Qualität beginne für ihn bei Herkunft, Handwerk und Transparenz.
Neben dem Tagesgeschäft hat der Gasthof zusätzliche Standbeine aufgebaut. Weinabende mit Winzern, Verkostungen, Küchenpartys und Kochkurse sind feste Bestandteile des Programms. Dahinter steckt für Kleinknecht ein klares Ziel: Gastronomie „erlebbar“ zu machen und Berührungsängste abzubauen. Wenn Winzer ihre Weine selbst erklären, entstünden Gespräche, die den Gästen Orientierung geben – und häufig die Hemmung nehmen, Neues auszuprobieren. Ähnlich sieht er es bei Kochkursen: Viele kämen wegen der Unterhaltung, nähmen aber vor allem ein neues Verständnis für handwerkliche Arbeit mit nach Hause. Beispiele reichen von Pasta-Kursen bis zu Spezialformaten wie Wild-Zerlegekursen. Buchbar ist das Angebot über den Online-Shop des Betriebs, der Ticketverkauf und Vorbestellungen – etwa für Aktionen wie „Ente to go“ – digital abwickelt.
Einen großen Teil des Gesprächs nimmt Kleinknechts eigene Biografie ein, die alles andere als geradlinig verlief. Früh sammelte er praktische Küchenerfahrung, absolvierte schließlich seine Ausbildung im Hotel Mayer in Germering und machte in der Sternegastronomie schnell Karriere – unter anderem bei Otto Koch, später folgten Stationen im Ausland. Ein Zahnarztbesuch wurde jedoch zum Bruch: Nach einer Betäubung verlor er über längere Zeit seinen Geschmackssinn. Für einen Koch bedeutete das faktisch das Aus. Kleinknecht schildert eine Phase, in der er sich mit unterschiedlichen Jobs über Wasser hielt und schließlich sogar eine Firma im Bereich Auslieferung und Einbau von Haushaltsgeräten aufbaute. Erst als der Geschmack nach rund zwei Jahren langsam zurückkehrte – und eine geschäftliche Krise ihn zusätzlich zum Umdenken zwang – fand er wieder zurück an den Herd. Die Selbstständigkeit in der Gastronomie sei dann für ihn auch eine Konsequenz daraus gewesen, dass er sich nach eigener Erfahrung schwer unterordnen könne und betriebswirtschaftliche Abläufe zu oft „gegen die Wand“ laufen sah.
Wie groß die Investitionen für den Neustart waren, wird an vielen Details sichtbar. Kleinknecht erzählt von Restaurierung statt schneller Renovierung, von historischen Böden, von Lichtkonzepten, die er nach langen Recherchen in Italien fand – und von der bewussten Entscheidung, die Küche offen und vorzeigbar zu gestalten. Die hochwertige, fest verbaute Küchenausstattung sei nicht nur Optik, sondern auch Effizienz: Sie spare täglich Zeit bei Reinigung und Abläufen. Gleichzeitig macht er deutlich, wie schwierig große Projekte in der Gegenwart geworden sind – etwa die Sanierung des früheren Tanzsaals. Die nötigen Summen seien massiv gestiegen, Personal für große Veranstaltungen kaum noch zu finden, und die wirtschaftliche Rechnung gehe im ländlichen Raum selten auf.
Damit sind die zentralen Probleme benannt, die Kleinknecht auch grundsätzlich beschäftigen: steigende Kosten, verändertes Konsumverhalten und das Ausdünnen der sozialen Treffpunkte auf dem Land. Vereine verlagerten Feste und Stammtische zunehmend in eigene Heime, klassische Wirtshausrunden seien seltener geworden. Gleichzeitig beobachtet er, dass sein Gasthof längst nicht nur vom Ort lebt. Gäste kämen aus einem weiten Einzugsgebiet – bis nach Augsburg, München, aus Österreich oder der deutschsprachigen Schweiz. Sichtbarkeit entsteht dabei aus einem Mix: Social Media, Google-Bewertungen, Fachpresse und Restaurantführer. Auszeichnungen seien „nice to have“, betont Kleinknecht, entscheidend sei der Alltag: „Jeder Gast kann ein Restauranttester sein.“
Besonders deutlich wird das Thema Personal. Kleinknecht beschreibt die Suche nach Mitarbeitenden als eines der größten Nadelöhre der Branche. Er berichtet von langen Suchphasen und von Bewerbungen, bei denen es nicht um Arbeit, sondern um Formalitäten ging. Konsequenz daraus war eine Umstellung des Konzepts: kleinere Karte, schlankere Abläufe, weniger Personal – um die Kostenstruktur zu stabilisieren, ohne die Preise ständig weiter anheben zu müssen. Auch die politische Debatte um Mehrwertsteuer, Mindestlohn und steigende Abgaben streift das Gespräch. Kleinknecht zeichnet dabei ein Bild, in dem Entlastungen auf dem Papier schnell von neuen Kosten aufgezehrt werden – nicht nur in der Gastronomie, sondern entlang der gesamten Lebensmittelkette.
Als meinungsstarker Unternehmer nutzt Kleinknecht seine Reichweite zudem für gesellschaftliche Themen. Ein Punkt ist ihm besonders wichtig: Ernährungsbildung. Er wünscht sich, dass Kinder früher und intensiver lernen, was gute Lebensmittel ausmacht, wie Ernährung mit Gesundheit und Umwelt zusammenhängt – und dass dieses Wissen nicht nur am Rand vorkommt. Das sei auch eine langfristige Antwort auf Folgekosten durch Fehlernährung.
Zum Ende des Podcasts richtet sich der Blick nach vorn. Große Ideen gebe es viele, sagt Kleinknecht – doch nach Investitionen von zuletzt über einer halben Million Euro müsse zunächst erwirtschaftet werden, was bereits umgesetzt wurde. Die größte Herausforderung sei, Projekte, Betrieb und Familie in Balance zu halten. Er arbeite nach eigenen Angaben meist sieben Tage die Woche, mindestens zehn Stunden am Tag. Gerade deshalb betont er die Rolle seiner Familie – ohne sie wäre ein inhabergeführter Betrieb dieser Art kaum zu stemmen.
Aufgezeichnet wurde die Folge im Bistro Sixtyfour in Maisach, das erneut als Streaming- und Gesprächsort diente. Matthias J. Lange bedankte sich bei Gastgeber Uwe Flügel sowie bei den Beteiligten hinter der Technik und verwies am Ende auf die nächste Ausgabe des Formats: Am 11. Februar ist Florian Wiesent vom Ordnungsamt Maisach zu Gast – dann geht es um Abläufe und Organisation rund um die bevorstehende Kommunalwahl.
Jeder feiert Silvester auf seine Weise. Die einen mit großer Party bis in die Morgenstunden, die anderen stoßen in der Familie auf das neue Jahr an, andere liefern sich mit Böllern und Raketen eine Vorstufe des Krieges inklusive Verletzen und Toten.
Meine Frau und ich durften bis 23 Uhr ein hervorragendes Silvestermenü in unserem Lieblingslokal Gasthof Heinzinger bei Denis Michael Kleinknecht und seiner Frau genießen. Unsere Kinder blieben zu Hause und feierten mit Freunden und ab 23 Uhr übernahmen wir die Beruhigung unserer verschreckten Kater. Verbietet endlich das Böllern.
Gasthof Heinzinger ist ein traditionsreicher Gasthof und Gourmet-Wirtshaus im Ortsteil Rottbach der Gemeinde Maisach bei München. Er verbindet bayerische Wirtshauskultur mit moderner, kreativer Küche und legt großen Wert auf Regionalität, Nachhaltigkeit und frische Zutaten aus der Umgebung – vom klassischen Wirtshausgericht bis zum sorgfältig zusammengestellten Fine-Dining-Menü ist für Genießer viel geboten.
Unter der Leitung von Küchenchef Denis Michael Kleinknecht hat sich der Gasthof einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet und wiederholt Anerkennung in Gourmetführern erhalten. Die gemütliche Atmosphäre im Innenraum und im Sommer auch im Wirtsgarten lädt ebenso zum Verweilen ein wie die Möglichkeit, besondere Anlässe in stilvollem Rahmen zu feiern. Daher entschlossen wir uns zum zweiten Mal im Gasthof Heinzinger das Jahresende zu begehen.
Kleinknecht überraschte uns mit einem vorzüglichen Silvestermenü, das die ganze Vielfalt seines Könnens als Koch und Küchenchef zeigte. Nach einem Amuse Bouche, einer Kürbissuppe, ging es los.
Getrunken habe ich dieses Mal ein 2024 Edda von der Catina San Marzano aus den Abruzzen
Ich wünsche meinen Leserinnen und Lesern ein gesundes neues Jahr 2026. Übrigens, ich habe am 7. Januar einen BistroTalk mit Denis Kleinknecht von 18-19 Uhr im Bistro SixtyFour in Maisach. Der Talk wird online in YouTube gestreamt.
Der Gasthof Heinzinger in Rottbach ist nicht nur bekannt für seine außergewöhnliche Küche, sondern auch für seine professionellen Kochkurse zu den verschiedensten kulinarischen Themen wie Fisch, Mehlspeisen oder auch Wild. Unlängst konnte ich bei einem Kurs zum Thema Reh dabei sein.
Maximilian Sedlmair von Sedlmair Wildgenuss und Denis Michael Kleinknecht leiten diesen außergewöhnlichen, zweiteiligen Kochkurs Masterclass Wild. Die beiden zeigen vom „aus der Decke schlagen“ über das Zerlegen hin zu neuen Cuts, Techniken und modernen Rezepten was man alles aus Reh und Co zaubern kann.
Während sich Gastronom Denis Kleinknecht auf das Zubereiten in der Küche konzentrierte, lernten die fünf Kursteilnehmer in Hofhegnenberg bei Maximilian Sedlmair von Sedlmair Wildgenuss das Zerlegen des Rehs. Das regionale Wildfleisch stammt ausschließlich aus freier Wildbahn aus den Landkreisen Fürstenfeldbruck, Landsberg a.L. und Augsburg.
Maximilian Sedlmair bezieht das Wild von ihm bekannten Jägern, bei denen er sicher sein kann, dass das Wild waidgerecht erlegt und unter besten hygienischen Voraussetzungen nach Hofhegnenberg in die Wildkammer gelangt. Der Amtsveterinär überzeugt sich anschließend selbst von der Qualität.
Das Zerlegen eines Rehs folgt einer klaren anatomischen Struktur und dient dazu, das Wildbret in hochwertige Teilstücke zu gliedern. Voraussetzung ist ein sauber ausgeweidetes Tier, das ausreichend abgekühlt wurde. Das Reh wird zunächst auf eine stabile Unterlage gelegt, idealerweise auf einem dafür vorgesehenen Zerlegebrett. Benötigt werden ein scharfes Messer, ein Knochensägeblatt sowie Handschuhe für hygienisches Arbeiten.
Die wichtigsten Teilstücke sind Keule, Rücken, Schulter, Brust, Hals und Blatt. Die Keulen am hinteren Teil des Tieres zählen zu den wertvollsten Fleischstücken; sie lassen sich in Oberschale, Unterschale, Nuss, Bürgermeisterstück, Knie und Hüfte unterteilen. Der Rücken, auch als Sattel bezeichnet, liefert zartes Fleisch für Steaks oder Medaillons. Die Schultern enthalten stärker beanspruchte Muskeln und eignen sich ideal für Schmorgerichte. Brust und Hals sind kräftiger im Geschmack und werden häufig für Ragouts, Gulasch oder Suppen verwendet.
Beim Zerlegen folgt man stets den natürlichen Muskelsträngen und Sehnenlinien. Die Schnitte erfolgen entlang dieser Strukturen, damit möglichst wenig Fleisch beschädigt wird. Überflüssiges Fett, Sehnen und Häutchen werden sorgfältig entfernt, da sie den Geschmack beeinflussen können. Nach dem Zerteilen werden die Stücke beschriftet, vakuumiert oder kühl gelagert.
Das sachgemäße Zerlegen eines Rehs erfordert etwas Übung, ist mit anatomischem Grundwissen jedoch gut zu bewältigen. Das Ergebnis ist eine Vielzahl hochwertiger Teilstücke, die sich für unterschiedliche Zubereitungsarten eignen und die Wertschätzung für das Wildtier deutlich widerspiegeln.
In Rottbach wurden dann die Rehstücke unter Anleitung von Denis Kleinknecht zubereitet – und natürlich gemeinsam verzehrt. Weitere Kurse gibt es online.
Wenn die Gastronomie ihr offenes Weinsortiment erweitern will, aber nicht das Risiko eingehen kann, den offenen Wein nach ein paar Tagen zu entsorgen, weil er nicht komplett ausgeschenkt wurde, da kommt das Konservierungssystem Coravin Timeless Six+ ins Spiel. Ich habe mir das System von Denis Michael Kleinknecht vom Gasthof Heinzinger in Rottbach erklären lassen.
„Das Coravin System ermöglicht uns, Wein ohne den Korken ziehen zu müssen, auszuschenken“, so Kleinknecht. Hierbei wird der Naturkorken mit einer Nadel durchstochen. Beim Ausschenken wird nun Argon in die Flasche gedrückt. So bekommt der Wein in der Flasche keinen Sauerstoff ab, welcher den Wein oxidieren liesse. „Der Wein bleibt ohne jeglichen Qualitätsverlust mehrere Monate frisch wie gerade erst geöffnet“, so Kleinknect weiter. So kann sein Gasthof Heinzinger nun mehrere offene Weine im Glas anbieten. Ich finde die Idee hervorragend.
Als Privatperson ist das System auch interessant. Mit dem Coravin Timeless Six+ Konservierungssystem kann ich meine Lieblingsweine einschenken, ohne den Korken ziehen zu müssen, und immer wieder zu dieser Flasche zurückkehren. So muss ich nicht gleich die ganze Flasche trinken, sondern kann Gläser genießen.
Nachdem mehr und mehr echte Korken verschwinden und durch Schraubverschlüsse ersetzt werden, gibt es auch einen entsprechenden Aufsatz für diese Flaschen.
Auf Raclette hatte ich dieses Jahr keine Lust, zudem K2 die Hütte zum Feiern nutzte und freundliches Partyvolk eingeladen hatte. Also auswärts den Abend genießen: Voraussetzung waren hervorragendes Essen und Weine, nette Umgebung, geringe Entfernung und kein affektiertes Gehabte der Bussi-Bussi-Gesellschaft. Das Ganze sollte vor der Knallerei vorbei sein, um die heimischen verschreckten Kater zu trösten. Damit war klar, wir verbringen den Silvesterabend im Gasthof Heinzinger in Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck.
Gastronom Denis Michael Kleinknecht, seine Gattin Nicole und das Team in der Küche haben sich in der deutschen Gastro-Szene eine hervorragende Namen gemacht und zudem ist Kleinknecht ein Pfundskerl, dessen Freundschaft ich sehr schätze.
Als Aperitif wählte ich einen Champagner Louis Röderer Collection 202 und stellte fest, dass mir Champagner wirklich gut schmeckte. Den restlichen Abend verbrachte ich mit dem hervorragenden Weißwein „Edda“ Cantina San Marzano Cuvée Chardonnay, Fiano, Moscato Salvatico.
Das Silvestermenü begann mit einem Amuse Bouche, Gruß aus der Küche. Wir hatten eine Entenleberpraline.
Der erste Gang war eine Schweinshaxe 2.0 mit Blue Meat Rettich, Wasabi und Edamame, Knocherlsulz und Bonitoflocken. Faszinierend die Verbindung zwischen bayerischer und asiatischer Küche auf hohem Niveau.
Als Fan von Jakobsmuscheln liebte ich den nächsten Gang mit Rote Vanille, Rote-Beete und Crème fraîche.
Wirklich originell empfand ich das Kräuter-Ei mit Imperial Kaviar. Das panierte Ei war einfach der Hammer.
Auch der Steinbutt mit Spargelasche und Schwarzwurzel war eine Offenbarung.
Natürlich ein Höhepunkt war das Kalbsfilet mit Hummer und Mangold.
Das Dessert war ein Steinpilz-Eis mit Gold und Mokka-Schmalzgebäck.
Zum Abschluss gab es noch Petit Fours.
Der Abend war ein Genuss und ich bin dankbar, dass wir so eine hochwertige Gastronomie in unserer näheren Umgebung haben. In einer Zeit, in der das Globale oft das Lokale überstrahlt, erhebt sich die regionale Gastronomie wie ein kulinarischer Leuchtturm – ein Ort, an dem Geschmack, Handwerk und Herkunft in perfekter Harmonie verschmelzen. Sie ist weit mehr als eine bloße Mahlzeit; sie ist ein Erlebnis, eine Reise durch die Aromen und Traditionen einer Region, ein Bekenntnis zur Heimat und zur Wertschätzung der Natur. Hochwertige regionale Gastronomie beginnt mit den Menschen – Köche, Landwirte, Winzer und Handwerker, die ihre Region nicht nur kennen, sondern lieben. Denis Kleinknecht und sein Team arbeiten mit Hingabe und Stolz, ihre Heimat auf den Teller zu bringen. Mit jedem Gericht erzählen sie Geschichten. In einer Welt, die nach Nachhaltigkeit ruft, ist regionale Gastronomie eine Antwort, die schmeckt. Kurze Transportwege, respektvolle Landwirtschaft und bewusster Umgang mit Ressourcen machen sie nicht nur zu einer ökologischen, sondern auch zu einer ethischen Wahl. Jeder Besuch in einem solchen Restaurant ist ein Beitrag zur Unterstützung lokaler Produzenten und zur Bewahrung von Traditionen.
Immer wieder habe ich von dem Rottbacher Gourmetstammtisch gehört, jetzt hatte ich die Ehre bei der 57. Runde im Gasthof Heinzinger in Rottbach dabei zu sein. Meine Gattin und ich hatten großes Glück, denn den ursprünglichen Teilnehmern dieser kulinarischen Institution war der Flug nach München gestrichen worden und so wurden die begehrten Plätze frei. Es lohnt sich also, den Social Media-Accounts von Inhaber und Küchenchef Denis Michael Kleinknecht zu folgen und zuzuschlagen.
Dass der Rottbacher Gourmetstammtisch zum 57. Mal stattfindet, sagt eigentlich schon alles: Absolute Qualität, hervorragendes Ambiente, nette Gesellschaft – da kommt man zum Stammtisch in das Gourmetgasthaus immer wieder gerne. Das Team Küche und das Team Service harmonierten wie gewohnt hervorragend. Für mich ist ein Besuch bei Denis Kleinknecht ein besonderes Eintauchen in eine Genusswelt und ein Ausblenden des schnöden Alltags.
Sein Restaurantkonzept überzeugt mich immer wieder, so dass meine Frau und ich gleich unseren Besuch bei der anstehenden Küchenparty am 9. September organisiert haben – noch gibt es ein, zwei Plätze für dieses kulinarische Hochamt.
Aber genug der Worte. Jetzt sollen die Bilder sprechen, die ich beim 57. Rottbacher Gourmetstammtisch geschossen habe.
Meine Besuche in Restaurants, Wirtschaften und Gaststätten habe ich nach Corona deutlich reduziert. Oft wurde von ich von der Qualität der Speisen enttäuscht und dafür mit hohen Preisen konfrontiert. Aber meine regelmäßigen Besuche im Gasthof Heinzinger in Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck lasse ich mir nicht nehmen. Hier passt einfach die Qualität und das Flair, was auch eine neue Haube von Gault & Millau zeigt. Eine Haube steht für ein sehr empfehlenswertes Haus mit ambitionierter Küche.
Vor kurzem war ich wieder zu Gast in diesem einzigartigen Gourment-Wirtshaus als es das Motto BBQ „King meets Fine Dining“ lautete. Und ich schreibe bewusst Gourment-Wirtshaus, denn genau das trifft es: Bayerisches Wirtshaus mit absoluter Spitzenküche.
Dieses Mal stand Chef Denis Michael Kleinknecht nicht alleine am Herd. Er hatte sich Karlheinz Drews eingeladen. Die beiden Köche kennen sich seit Jahren und immer wieder kreuzen sich ihre Wege.
Drews beschreibt sich selbst: „Als Wahl-Münchner mit schwäbischer Seele, treibt mich am Herd Motörhead und nicht Mozart zu kulinarischen Höchstleistungen an. Ich bin aber nicht nur Fine-Dining Koch sondern auch Metzgermeister und Barbecue King bekannt aus DMAX.“ Nun, DMAX kenn ich nicht so, aber für mich steht fest. Jemand der Lemmy hört, kann nur ein guter Mensch sein und er zeigte in Rottbach, dass er auch ein ausgezeichneter Koch ist und mit Denis Kleinknecht hervorragend harmoniert. Die nächsten Events von Denis Kleinknecht gibt es hier. Und das haben wir in netter Runde gegessen:
Konfierter Schweinebauch, Senf-Eis und Blaukraut Gummibärli
Pollo Fino, Thai Spargel, Mango-Chilli-Chutney
Smoked Corn & Lobster Chowder, Cornwall Schinken und Maisbrot
Saint Louis Ribs, Speck-Kraut Püree und Schwarzbier Jus
Surf & Turf deluxe mit Wagyu Cubes, Hummer Ravioli und Hummer Hollandaise
Die Zitrone – Zitronenmousse, Zitronen-Glaze, Zitronen-Crumble, Zitronengel und wilder Ingwer