Adli verzichtet auf Anzeigen in Tageszeitungen und macht lieber Direktmarketing in der S-Bahn.
Die Anzeigen bei Tageszeitungen brechen weiter weg. Bei meinen Seminaren beklagen die Teilnehmer, dass sie die viele Werbung in den Zeitungen massiv stört. Moment, welche Werbung? Ich finde kaum noch Werbung in Zeitungen, stattdessen oberflächliche Artikel – auch in diesen Qualitätszeitungen. Das liegt nicht an den Journalistenkollegen, die in der Regel besser recherchieren könnten – wenn sie denn die Zeit dafür hätten. Die Redaktionen werden weiter dezimiert, weil Anzeigenerlöse ausbleiben.
Die Anzeigen wandern ins Netz: Ich verkaufe kein Auto mehr über eine Zeitung, ich suche heute keine Wohnung mehr über eine Zeitung, ich bekomme keinen qualifizierten Job mehr über meine Zeitung. Viele dieser Rubriken sind bereits in Netz gewandert. Und auch die Todesanzeigen werden digital, wie Dirk Ippen mit seiner Plattform trauer.de zeigt. Und was ist noch in den Zeitungen? Discounter, Supermärkte usw. Und was passiert? Der Aldi Süd belegt immer weniger Tageszeitungen: Erst Stuttgart, dann München – und jetzt folgt der Aldi Nord. Die Leipziger Volkszeitung verliert dadurch über 1 Mio Euro, so Schätzungen. So soll das Geld für die Qualitätszeitungen denn jetzt herkommen? Vielleicht vom Leser? Also Abo-Preise erhöhen und noch weiter Redaktionen ausdünnen. So schaffen wir die Tageszeitungen ab. Na toll.
Bei Ike Pigott habe ich via Twitter @ikepigott eine ganz einfache Zusammenfassung über Twitterregeln gelesen, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Wer keine Lust hat, lange Guidelinies zu lesen, sind mit diesen Aussagen bestens bedient.
Be human.
Be humane.
Be yourself.
Be interesting.
Be brief.
Share.
Laugh.
Listen.
Learn.
Repeat.
Mehr braucht es eigentlich nicht, um in Twitter erfolgreich zu sein und vor allem: Mehr braucht es nicht, um mit und in Twitter Spaß zu haben. Künftig werde ich diese Tipps in meinen Schulungen verwenden, um das Twitter-Feeling zu erklären.
Facebook hat mal wieder seine Richtlinien geändert. Dieses Mal sollten alle Agenturen hinschauen, die ihren Kunden Gewinnspiele für die Facebook-Seite aufschwätzen, um Userzahlen zu erhöhen. Hier hat Facebook die Kriterien deutlich verschärft und mahnt dringend zur Einhaltung.
So gilt zum Beispiel: Du darfst keine Facebook-Funktionen – wie z. B. die „Gefällt mir“-Schaltfläche – zur Abstimmung über eine Promotion verwenden. Zudem müssen Promotions auf Facebook im Rahmen der Anwendungen auf facebook.com organisiert werden, entweder auf einer Canvasseite oder über eine Anwendung auf dem Reiter einer Facebook-Seite.
Auch klar geregelt sind: Du darfst die Gewinner nicht über Facebook benachrichtigen, wie z. B. über Facebook-Nachrichten, -Chat oder -Beiträge in Profilen bzw. auf Facebook-Seiten. Die genauen Feinheiten über Gewinnspiele auf Facebook gibt es hier. Ich empfehle, die Richtlinien genau zu lesen und zu beholfen.
Es ist enorm wichtig über den Tellerrand hinaus zu blicken. Ich beobachte regelmäßig ausländische Websiten und wenn ich im Asien oder Arabien bin, kaufe ich Zeitschriften und Zeitungen. Ich versteh natürlich kein Wort, will aber ein Gefühl für ausländische Designs bekommen. Diese Beobachtungen versuche ich dann in meine eigenen Arbeiten einzubringen.
Vor diesem Hintergrund passt eine neue Meldung von Linotype sehr gut. Die Schriftendesigner haben die neue Headline-Schrift für die führende libanesische Tageszeitung An-Nahar entworfen, die gestern Abend in Beirut in komplett überarbeitetem Design vorgestellt worden ist. Nadine Chahine, Expertin für arabische Schriften bei Linotype, entwarf die Gebran2005 eigens für An-Nahar, mit deren Lektüre die aus dem Libanon stammende Schriftdesignerin aufgewachsen ist.
Inspiriert wurde Chahine bei ihrem Entwurf durch ein libanesisches Sprichwort, das übersetzt soviel wie „Oh Berg, kein Sturm kann dich ins Wanken bringen“ heißt. Die Schrift liegt in den Schnitten Bold und Heavy vor, die jeweils eng proportioniert sind, um platzsparende Überschriften in der An-Nahar zu ermöglichen.
„Die Gebran2005 drückt unverwechselbare Autorität und Selbstsicherheit aus. Sie wirkt gleichzeitig elegant und zeitgemäß“, erläutert Chahine die moderne Schlagzeilen-Schrift. „Es ist ein wagemutiges Design für beherzte Zeiten.“
Zwei weitere Schriften von Chahine zeigen zusammen mit der auch bisher in der An-Nahar verwendeten Marwan die Vielseitigkeit arabischen Schriftdesigns: Univers Next Arabic findet sich unter anderem in Zusammenfassungen, Untertiteln und Auszeichnungen. Palatino Sans Arabic wird für Fließtext und Untertitel in einer der Beilagen verwendet.
Wenn es was zum Designen gibt, dann kommt auch immer Mario Gracia in Spiel. Der Zeitungsdesignerguru konnte für die Neugestaltung des Layouts der Zeitung gewonnen werden (und bezahlt werden). „Bei bestimmten Projekten erkennt man deren Bedeutung sofort“, so Garcia, der in den vergangenen 40 Jahren bereits mit mehr als 50 Presseorganisationen zusammengearbeitet hat und für das Layout großer Publikationen wie beispielsweise des Wall Street Journals verantwortlich zeichnet. „Die An-Nahar ist für mich eine Zeitung der Zukunft, weil sie sich für die Meinungsfreiheit einsetzt und mit ihrem Design eine jüngere Leserschaft anspricht.“
Die Gebran2005 ist nach Gebran Tueni benannt, dem ehemaligen Chefredakteur und Herausgeber der An-Nahar. Im Dezember 2005 kam er bei einem Bombenattentat ums Leben. Die Neugestaltung der An-Nahar ist nicht nur seinem Gedenken gewidmet, sondern setzt auch ein weiteres Zeichen im Hinblick auf Meinungs- und Pressefreiheit, denen sich die Zeitung seit ihrer Gründung durch Tuenis Großvater im Jahre 1933 verpflichtet.
Normalerweise hat Starfotograf Andreas Ortner die Starmodels in Mailand, Paris und New York vor der Linse. Ortner ist Jury-Mitglied von Germany´s Next Top Models, arbeitet für die Beauty-Industrie unter anderem La Biosthétique. Aber Andreas Ortner hat auch für den Nachwuchs ein Herz. Er war der Modefotograf für die Image-Kampagne eines lokalen Friseurs. Josef Wieser, Friseurmeister aus Mammendorf (Landkreis Fürstenfeldbruck), erfüllte sich einen Traum: Eine eigene Frisurenkampagne.
Gesucht wurde über ein Voting, das Wieser-Gesicht 2011. Über 24000 Stimmen wurden abgegeben. Für die Aktion wurde in Facebook-Werbung gemacht. Als Modelle bewarben sich Kundinnen des Friseursalons. Die drei Gewinnerinnen des Wettbewerbs wurden das Wieser-Gesicht 2011. In den Münchner Milk-Studios fand das Fotoshooting statt.
Die Amateurmodelle wurden vom Wieser-Team professionell gestylt. Es war für die jungen Damen ungewohnt. Im Shooting wurde die Damen in Pose gesetzt: Mal hier Lächeln, mal dort Grinsen – so posen, hier posen. Shooting ist richtig Stress. Andreas Ortner bewies viel Geduld mit den Amateurmodellen. Die Modelle mussten besonders geführt werden. Die ersten Bilder waren noch verkrampf, doch im Laufe des Shootings gewannen die Modelle mehr an Selbstbewusstsein und wurden sicherer. Dieses neugewonnene Selbstbewusstsein zeigt sich auf den späteren Fotos. Die Fotos wurden digital aufgenommen und gleich von einem Mitarbeiter am Mac mit Wacom-Tablett vorbereitet. Die richtige Retouche fand natürlich später statt.
Am Ende des Tages hatte der Fotograf gigabyteweise Fotos im Kasten und die Modelle waren trotz riesigem Spaß komplett erledigt. Zufrieden mit dem Ergebnis ist Friseurmeister Josef Wieser. „Wir können als lokaler Friseursalon mit lokalen Modellen punkten. Die Bilder sind großartig geworden. Gerade im Lokalen kennen die Kunden die Modelle und die Bindung zum örtlichen Friseursalon nimmt zu.“
Wie Social Media bei einem mittelständischen Friseur erfolgreich sein kann, zeigt mein Beispiel des Haarstudios Wieser in Mammendorf. Ich unterstütze den Friseurmeister Josef Wieser mit seinen vier Salons in Mammendorf, Fürstenfeldbruck, Eichenau (Mittelpreissalons – alle Landkreis Fürstenfeldbruck) sowie München (Hochpreissalon). Nach Aufsetzen einer Facebook-Seite und eines YouTube-Kanals baten wir die Mitarbeiter der Friseursalons ihren Freunden die Facebook-Seite zu empfehlen. Damit hatten wir ein gewisses Grundrauschen an Usern. Nach einer Schulung der Mitarbeiter hatte Friseurmeister Josef Wieser die Idee eines Wettbewerbs, der über Facebook beworben wurde. Gesucht wurde das Wieser-Gesicht des Jahres 2011. Die Wettbewerbsbedingungen wurden auf der WordPress-Seite und in einem Videointerview bei YouTube erklärt.
Die Idee des Wettbewerbs: Die Kundinnen des Haarstudios konnten sich in einem der vier Salons fotografieren lassen. Anschließend konnten die Kunden des Haarstudios über einen Monat abstimmen. Zu gewinnen gab es für die ersten drei Siegerinnen ein professionelles Fotoshooting mit Modefotograf Andreas Ortner sowie ein Jahr kostenloses Hairstyling und ein Wochenende mit einem Volvo-Cabrio.
Wir setzen eine kostenlose WordPress-Seite auf und stellten die geschossenen Fotos ein. Anschließend begann das Voting. Beworben wurde es über die Facebook-Seite des Salons. Insgesamt nahmen 32 Amateurmodelle am Voting teil und wir bekamen über 24.000 Klicks. Es konnte alle sechs Stunden neu abgestimmt werden. Der Erfolg haute uns von den Socken. Natürlich versuchten die Freunde von dem einen oder anderen Modell mit einem IP-Wechsler zu schummeln, wurden aber entlarvt, noch dazu weil sich so mancher in Facebook damit brüstete. Das Netz vergisst nichts.
Das Konzept von Josef Wieser voll ging auf. Nicht nur die Votingklicks gingen in die Höhe, sondern auch die Freunde der Facebook-Seite explodierten. Freude luden andere Freunde ein. Damit veränderte sich auch die Kundschaft der vier Friseursalons. Viele junge Kundinnen interessierten sich für die Friseurleistungen und buchten einen Friseurtermin. Also auch der wirtschaftliche Erfolg setzte ein.
Nur eine Voting-Aktion isoliert zu machen, darf nicht sein. Das Voting sorgte dafür, dass wir die Klickzahlen einen Monat drastisch steigern konnten. Doch wichtig war es, dauerhaft zielgruppenrelevanten Content zu produzieren. Um zu vermeiden, dass nach Abschluss des Votings die Klickzahlen einbrachen, setzte die nächste Stufe unseres Marketingplans ein. Das Haarstudio Wieser veranstaltete eine große Modenschau in Fürstenfeldbruck. Dort wurden die Gewinnerinnen des Votings verkündet und eine richtig fette, innovative Friseurenshow gezeigt. Die Modenschau wurde über klassische Werbung und über Website und sozialen Netzen beworben. Der Erfolg: Über 600 Gäste genossen die großartige Show. Die hier geschossenen Fotos wurden natürlich wieder in die Sozialen Netzen eingestellt und sorgten wieder für Klicks. An jeden Besucher der Modenschau wurde eine Postkarte verteilt, auf denen die Adresse der Facebook-Seite und des Salons abgedruckt wurde. Zusätzlich gab es einen QR-Code, um noch ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Und es funktionierte: Die Facebook-Freunde stiegen wiederum und es wurde diskutiert und kommentiert.
Postkarte mit Facebook und Webadresse und QR-Code.
In der nächsten Stufe werden nun die Mitarbeiter der vier Salons geschult und berichten über Aktionen, Frisuren und Mode aus der lokalen Ebene. Ich bin davon überzeugt, dass der eingeschlagene Weg weiterhin erfolgreich ist.
Oberflächliche Bücher, wie das Bedienen von sozialen Netzwerken gibt es mehr als genug. Es wird Zeit, dass wir uns tiefer, grundsätzlicher, wenn nicht gar wissenschaftlich mit dem Phänomen der sozialen Netzwerke auseinandersetzen. Hier wurde mir von meinem Kollegen Thomas Gerlachdas Buch des Autorentrios Anja Ebersbach, Markus Glaser und Richard Heig lSocial Web empfohlen. Und es war eine ausgezeichnete Empfehlung. Das Trio geht dem Phänomen auf dem Grund, ohne aber in eine wissenschaftliche Fachsprache zu verfallen. Alle Paletten des Social Webs werden behandelt, fein säuberlich zum Web 2.0 abgegrenzt. Die drei weissagen sogar die Zukunft und stellen Thesen über ein anstehendes Web 3.0 auf. Etwas oberlehrerhaft finde ich allerdings die Zwischenfragen, mit denen das neu erworbene Wissen abgefragt und ggf. vertieft werden kann.
Aber schön der Reihe nach: In der jetzt vorliegenden zweiten Auflage des Buches werden alle vorhandenen Social Web-Plattformen beschrieben und eingeordnet. Dies geschieht auch mit Plattformen zum Monitoring und Geotagging. Für die Techniker und Soziologen unter uns gibt es dann eine Beschreibung, wie diese Plattformen funktionieren und was sich unter der Oberfläche abspielt. Sehr interessant waren für mich die Gruppenprozesse, die im Social Web stattfinden. Als Beispiel sei nur die Weisheit der Masse bei Wikipedia genannt. Rundum ein gutes Buch für tiefergehendes handfestes Wissen. Also klarer Lesebefehl!
Einen Teil meiner Arbeit widme ich der Aus- und Fortbildung von Medienmenschen. Neben klassischen Schulungen zu den Themen Schreiben, Fotografieren und PR kommen immer mehr Social Media-Schulungen. Leider kann ich nur die Ergebnisse des Social Media Trendmonitor 2011 bestätigen.
Journalisten und PR-Fachleute haben noch immer Nachholbedarf in Sachen Social Media. Twitter & Co. sind zwar in den Redaktionen und Pressestellen als „wertvolles Arbeitswerkzeug“ angekommen, aber die Wahrnehmung als „notwendiges Übel“ ist noch immer weit verbreitet. Das ergab der Social Media Trendmonitor 2011 „Zwischen Hype und Hoffnung: Die Nutzung sozialer Netzwerke in Journalismus und PR“ von der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor. 5.120 Fach- und Führungskräfte aus PR-Agenturen, Pressestellen und Redaktionen haben sich an der Untersuchung beteiligt.
Nur jede dritte Redaktion (33 Prozent) und jede vierte Pressestelle (28 Prozent) hält sich laut Studie für den Umgang mit Social Media „gut“ bis „sehr gut“ gerüstet. Hier sehen vor allem Online- Redaktionen (43 Prozent) und Nachrichtenagenturen (33 Prozent) optimistisch in die Zukunft. Weniger selbstbewusst zeigen sich dagegen Zeitschriften- und Tageszeitungsredaktionen. Nur jede fünfte unter ihnen (jeweils 21 Prozent) fühlt sich gut gewappnet im Umgang mit dem Web 2.0. In den Unternehmen attestieren vor allem Sprecher aus Handel (30 Prozent) und Dienstleistung (28 Prozent) ihren Firmen „gutes“ oder sogar „sehr gutes“ Rüstzeug für Social Media. Starken Nachholbedarf haben laut Studie noch immer Verwaltungen und Verbände (18 Prozent).
Doch auch wenn es um den persönlichen Umgang mit Social Media im Berufsalltag geht, hält sich das Selbstbewusstsein noch immer in Grenzen. Rund jeder dritte Befragte aus Redaktionen (35 Prozent), Pressestellen (42 Prozent) und PR-Agenturen (31 Prozent) gibt persönliche Unsicherheit im Umgang mit den neuen Kommunikationskanälen zu („Habe noch Nachholbedarf“). „Bin Profi“ behauptet nur jeder sechste Journalist (15 Prozent) und Mitarbeiter einer PR-Agentur von sich (17 Prozent), von den Pressesprechern sogar nur jeder zehnte (9 Prozent). Mit „einiger Erfahrung“ ist laut Studie aber doch fast jeder zweite Befragte ausgestattet (Journalisten: 46 Prozent; Pressestellen: 47 Prozent; PR-Agenturen 51 Prozent). Laut Studie attestieren sich die Mitarbeiter aus PR- Agenturen die größte Kompetenz im Umgang mit dem Web 2.0.
Social Media ist in Redaktionen und Unternehmen angekommen. Fast jeder zweite Journalisten (44 Prozent) empfindet Social Media als „wertvolles Arbeitswerkzeug“. Vor allem in Online-Redaktionen (61 Prozent), Nachrichtenagenturen (52 Prozent) und Rundfunksendern (50 Prozent) ist man überdurchschnittlich aufgeschlossen gegenüber Informationen aus dem Web 2.0. In Pressestellen und PR-Agenturen ist die Begeisterung noch größer. Mehr als die Hälfte aller PR-Profis setzt Social Media inzwischen im Arbeitsalltag ein (Pressestellen: 54 Prozent; PR-Agenturen: 62 Prozent).
Allerdings zeigt die Studie auch, dass „wertvolles Arbeitswerkzeug“ in den Redaktionen nicht gleichbedeutend ist mit „großer Relevanz“ für die eigene Arbeit. Denn mehr als die Hälfte aller befragten Journalisten attestiert Social Media gleichzeitig eine „geringe“ bis „gar keine Relevanz“ (63 Prozent). Nur für gut jeden dritten Redakteur (35 Prozent) spielen die sozialen Medien im Arbeitsalltag eine wichtige Rolle. Ein ähnlich kritisches Bild gegenüber Social Media zeigt sich auch in den Pressestellen. Für die Mehrheit aller Pressesprecher hat Social Media noch immer „geringe“ bis „gar keine Relevanz“ (52 Prozent).
Journalisten arbeiten am intensivsten mit Facebook (59 Prozent), gefolgt von Youtube (48 Prozent) und Xing (42 Prozent). Twitter logiert auf Platz vier. Erstaunlich, dass laut Studie noch immer jeder sechste Journalist (17 Prozent) komplett auf die Nutzung sozialer Dienste im Arbeitsalltag verzichtet. Auch in Pressestellen ist Facebook das beliebteste Social Network bei der täglichen Arbeit (62 Prozent), gefolgt von XING (48 Prozent) und Twitter auf Platz drei (47 Prozent). YouTube steht an vierter Stelle (41 Prozent). Überraschend auch hier: 15 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pressestellen verzichten komplett auf Social Media für ihre Kommunikation.
Gut jeder dritte Journalist empfindet Social Media als „Nervkram“ oder „notwendiges Übel“, so die aktuelle Studie (38 Prozent). Das gilt vor allem für Journalisten aus Zeitschriften- (46 Prozent) und Tageszeitungsredaktionen (39 Prozent). Auch gut jeder vierte Mitarbeiter einer Pressestelle kann dieses Gefühl nachvollziehen (28 Prozent). Doch zum Glück ist Social Media nicht nur Qual sondern bringt jedem vierten Nutzer, ob Journalist oder PR-Profi, auch „großen Spaß“. (Journalisten: 25 Prozent; Pressestellen: 21 Prozent; PR-Agenturen: 25 Prozent). Zuständig für den Einsatz von Social Media-Tools in Redaktionen sind vor allem die Online-Redakteure (39 Prozent). In Unternehmen sind es die Presseabteilungen (47 Prozent), gefolgt vom Marketingteam (27 Prozent).
Und obwohl sich alle einig sind, dass der Einsatz von Social Media im Arbeitsalltag weiter steigen wird (Journalisten: 64 Prozent; Pressestellen: 79 Prozent; PR-Agenturen: 84 Prozent), planen fast die Hälfte aller Unternehmen (46 Prozent) und Redaktionen (43 Prozent) keine Investition in Social Media. Bedauerlich: Denn laut Studie erleichtert Social Media den Austausch zwischen Redaktionen und PR-Verantwortlichen.
Für kleine Drehs bin ich einfach zu faul die großen HD-Kameras mitzuschleppen. Für manche Aufträge, die nur auf YouTube veröffentlicht werden, reicht mein iPhone 4 durchaus als Kamera aus. Der Nachteil ist natürlich die enorme Verwacklung beim Filmen. Selbst der Puls oder der Herzschlag ist bei den iPhone-Aufnahmen zu bemerken. Diese Wackelei kann ja manchmal ein Underground-Feeling erzeugen, manchmal stört sie einfach nur. Aus diesem Grunde habe ich mir eine Steadicam-Halterung Steadicam Smoothee für das iPhone 4 zugelegt. Ich bin rundum zufrieden.
Das System federt Stöße ab und sorgt für verwacklungsfreie Aufnahmen. Nun kann ich eindrucksvolle Aufnahmen mit dem iPhone in Szene setzen. Das erste Mal als ich Steadicam-Aufnahmen im Kino gesehen habe, war das bei Stanley Kubricks The Shining im Jahre 1980. Hier erzeugte die Kamera einen wahren Sog und zog mich in das Geschehen. Damals war die Steadicam-Ausrüstung sauschwer und sauteuer, aber Garrett Brown, der auch Erfinder des Systems – eine Art Daniel Düsentrieb der Kameratechnik, war, überzeugte mich. Auf vielen Veranstaltungen wie die NAB oder die IBC schaute ich mir Steadicam-Versionen an. Das deutsche Unternehmen P+S-Technik hatte sogar ein FreeStyle Rig für Stereo3D-Kameras. Das ist natürlich völlig überdimensionalisiert für meine Bedürfnisse. Mir reicht die low End Version Steadicam Smoothee erst einmal aus. Die Betonung liegt auf erst einmal.
Wichtig ist, dass der Kopfhöreranschluss frei bleibt, um Mikros anzuschließen.
Irgendwie habe ich es geahnt, aber jetzt ist es Wirklichkeit geworden. Die MACup wird eingestellt. Im Juni erscheint das letzte Heft des traditionsreichen Magazins, das über 30 Jahre die Mac-Szene begleitet hat. Die MACup war meine zweite Chefredaktion und die alte Tante MACup war eine gute Zeitschrift. Aber jetzt ist es vorbei. Die Neue Mediengesellschaft Ulm (NMG) hat das Aus verkündet, da es für ein Pro-Magazin im Apple-Umfeld keinen Platz mehr gebe. Egal, der Markt hat entschieden.
Ich erinnere mich gut, als wir uns redaktionsintern den neuen Anforderungen des Marktes gestellt haben und ich bin überzeugt, damals die richtigen Weichen gestellt zu haben. Jedes Jahr bin ich nach San Francisco gepilgert und habe mir Steve Jobs Keynote reingezogen. Und ich war jedes Mal begeistert. Nur einmal traf mich eine Ankündigung von Jobs ins Mark. Als er seine Firma Apple Computer Inc. in Apple Inc. umwandelte. Der Weg zu einer Consumer Eletronic-Company nach dem Vorbild von Sony war vorgezeichnet. Meine Bedenken wurden damals von der Geschäftsführung des Verlages nicht geteilt. Für mich war es aber konsequent, nach neuen Ufern Ausschau zu halten. Ich bin zwar ein Apple Fan, aber es ist für mich deutlich wichtiger über einen XServe zu schreiben als über einen iPod. Egal, der Markt hat entschieden.
Als Konsequenz dieser Entwicklung, mehr und mehr Consumergeräte von Apple in einer Pro-Zeitung zu veröffentlichen, schufen wir ein neues Ressort, quasi ein Heft im Heft: Die iMACup. Innerhalb der MACup sollte es ein cooles Magazin geben, dass sich um Consumerprodukte der Firma Apple kümmert. Dieser Teil sollte wachsen und wachsen und schließlich irgendwann als eigenständiges Magazin ausgegliedert werden. Ich beauftragte meinen Redakteurskollegen Michael Krimmer dafür, weil er sich in der Welt der iGeräte wohlfühlt. Das war die richtige Entscheidung, schließlich ist Michael Krimmer heute der erfolgreichste Autor von iPhone- und iPad-Büchern. Wir haben sogar mal zusammen ein Buch veröffentlicht zum Thema Nike+ iPod, von dem ich noch ein paar Exemplare im Keller hab. Das Konzept ging auf. Aus der iMACup wurden später die beiden Zeitschriften „iPhone & Co“ und „iPad & Co“, die beide von der NMG jetzt weitergeführt wurden. Egal, der Markt hat entschieden.
Zudem versuchte ich, der konservativen Leserschaft der MACup neuen Lesestoff anzubieten. Das traditionell im Print-Publishing beheimate Klientel wollte ich mit Bewegtbild und 3D vertraut machen. Aber es ist schwer, ein kreatives Papierpublikum für neue Medien zu begeistern. Ähnlich geht es Firmen wie Adobe, die eine Konvergenz der Produkte anstreben, aber die Kundschaft folgt nur störrisch den Weg. Ich erinnere mich gut an Gesprächen mit Lesern auf einer Convention: Sie waren sauer, dass in Photoshop es jetzt einfacher war, Sachen freizustellen und dies per Knopfdruck. Wie solle man den Kunden dann die hohen Stundensätze der Druckvorstufe erklären? Der Leser war stinkig, dass wir die neuen Features abdrucken. Egal, der Markt hat entschieden.
Der konsequente Aufbau und Ausbau von Online wurde nicht begangen. Man wollte lieber analoge Dollars statt digitalen Pennys, wie es so schön heißt. Die Mannschaft wollte damals Richtung online, um zu überleben. Egal, der Verlag hat entschieden.