Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

animuc 2024 – wieder ein Fest für die Sinne

7. April 2024

Die animuc ist Fürstenfeldbruck ist für unsere Familie ein Pflichttermin. Einmal im Jahr findet die großartige Cosplayer-Veranstaltung im Veranstaltungsforum Fürstenfeld auf dem Klostergelände statt. Tausende begeisterte Manga-, Anime- und Japan-Fans sind zu diesem dreitätigen Event gepilgert. Wer keine Karten mehr bekommen hat, der ließ sich bei bestem Wetter auf dem Klostergelände nieder, fachsimpelte oder schoss Fotos vor der wunderbaren Kulisse.

Nachdem im vergangenen Jahr der Strom durch einen Schaden an einem Umspannwerk ausfiel, lief dieses Jahr alles glatt. Und auch das Wetter spielte mit. Nur das Handy-Netz war wieder einmal überlastet. Ein Streaming war aufgrund der fehlenden Bandbreite unmöglich, schließlich hatten die zumeist jungen Besucher ihr Smartphone dabei und nutzen es entsprechend.

Neben der Verkaufsausstellung in der Tenne standen bei mir neben der Kontaktpflege vor allem die Vorträge im Mittelpunkt. Zusammen mit meiner Frau bekamen wir einen Platz bei Naraku Brock, die uns über zwei Stunden über japanische Küche informierte. Hat mir persönlich viel gegeben und Naraku Brock, weiß sich in Szene zu setzen und es machte ihr einfach Spaß ihre Show anzuhören. Die Frau versteht ihr Handwerk. In meiner Funktion als Speaker, Referent und Dozent schaute ich mir auch immer ihre Form der Darbietung an und genoss sie.

Seit 2009 findet mit der gewohnten Corona-Unterbrechung einmal jährlich die Convention statt und jedes Jahr werden relevante Programmpunkte vom Verein Animexx e.V. Zusammengestellt. Als ich dem Vortrag von Naraku Brock lauschte, kam mir die Idee für einen eigenen Vortrag. Ich werde die Idee mal bei Animexx einreichen, vielleicht darf ich 2025 als Speaker tätig sein. Über das Thema wird allerdings noch nichts verraten. Lassen wir uns überraschen.

Vielleicht noch ein Wort zu den Besucherinnen und Besuchern in ihren eindrucksvollen Kostümen. Selten haben ich so viele junge Leute mit so guter Laune erlebt. Diese Community ist friedlich und rücksichtsvoll. Und sie ist am Austausch interessiert. Ich führte viele kleine und große Gespräche.

Im Klosterhof standen Imbisswägen oder Foodtrucks, wie es neudeutsch heißt. Ich probierte das erste Mal Tako-yaki und bin sehr angetan von diesem gebratenen Krake, ein kleines warmes Gericht aus Osaka.

Und weil Katzen eine besondere Rolle spielen, hat sich unser Kater Parsifal auch gleich in Szene gesetzt.

Bei der Zeitumstellung die alte Heizung nicht vergessen

31. März 2024

Jetzt geht die Diskussion um die Zeitumstellung wieder los, Eigentlich schien man sich längst einig. 2018 hatte die EU-Kommission ein Ende der Zeitumstellung vorgeschlagen, 2019 stimmte das EU-Parlament mit deutlicher Mehrheit für ein Ende des Wechsels zwischen Sommer- und Winterzeit. Vorausgegangen war dem Votum eine Abstimmung unter knapp fünf Millionen EU-Bürgern. Jetzt liegt es bei den Staaten. Bei genau Betrachtung bringen, je nach geografischer Lage, die Sommerzeit oder die Winterzeit für das jeweilige Land erhebliche Vorteile: Bei einer dauerhaften Winterzeit auf dem europäischen Kontinent würden die Länder im Westen von einer früh aufgehenden Sonne profitieren, allerdings würde es dann im Osten Europas deutlich früher dunkel werden. Würde es nicht zu einer einheitlichen Lösung kommen, droht in Europa daher ein Wirrwarr bei den Zeitzonen.

Bei den Uhren gibt es eine Eselsbrücke: Im Frühling kommen die Stühle raus auf die Terrasse und die Uhr wird eine Stunde vorgestellt. Im Winter kommen die Stühle wieder rein und die Uhr wird eine Stunde zurückgestellt.

Aber jetzt kommt die Herausforderung für uns, die ich nicht vergessen darf. Viele meiner Uhren stellen sich automatisch um, aber eben nicht alle. Da muss ich händisch ran und eine Uhr, die ich gerne vergesse, ist die Uhr bei unserer alten Heizung im Keller. Viele Zeitschaltuhren von Heizungsanlagen wie unsere nehmen die Zeitanpassung nicht automatisch vor. Wird also fälschlicherweise weiterhin nach Winterzeit geheizt, orientiert sich die Heizleistung in der laufenden Heizperiode nicht mehr optimal am Tagesverlauf und das kostet unnötig Energie und damit Geld.

Damit Funktionen wie die Nachtabsenkung verlässlich ihren Zweck erfüllen, muss ich selbst aktiv werden und die Heizungsanlage auf Sommerzeit einstellen. Sonst heizt die Anlage ab dem 31. März in der Zeit des reduzierten Betriebs – etwa nachts – nicht mehr bedarfsgerecht. Die noch auf Winterzeit programmierte Nachtabsenkung würde die Temperatur morgens zu spät hochfahren. Statt wie gewünscht zum Beispiel 6:00 Uhr an Wochentagen, dann erst um 7:00 Uhr. Abends würde sie zu spät in den Nachtmodus wechseln und die Räume länger als nötig erwärmen. Daher am besten direkt ab dem 31. März prüfen, ob die eigene Heizungsanlage schon auf Sommerzeit läuft.

Das Miller-Kreuz leuchtet wieder

30. März 2024

Das Miller-Kreuz in Fürstenfeldbruck leuchtet wieder. Der religiöse Oskar von Miller, Ehrenbürger von Fürstenfeldbruck und Gründer des Deutschen Museums, schuf 1893 das Miller-Kreuz.

Ein Nachbau des historischen Oskar-von-Miller-Kreuzes erstrahlt erstmalig wieder 2024 von Gründonnerstag bis Osterdienstag ab Einbruch der Dämmerung am Kirchturm der Leonhardikirche an der Amper. Dann brennen 133 LED-Lampen und lassen das Kreuz im roten Licht schimmern. Das Kreuz hängt an den Kartagen zur Osterzeit an der Kirche.

Wunder der Elektrizität
Am 30. März 1893 am Gründonnerstag erstrahlte es zum ersten Mal an der Leonhardikirche in Fürstenfeldbruck direkt bei der Amperbrücke. Das muss 1893 ein Ereignis gewesen sein, ein Wunder der Elektrizität. Damals hatte das Kreuz 120 elektrische Glühbirnen. Heute steht das Originalkreuz als Dauerleihgabe der Stadtwerke steht es nun im Stadtmuseum. Aufgrund von technischen Mängeln konnte das Originalkreuz nicht mehr an der Kirche gezeigt werden.

Oskar von Miller
Oskar von Miller (1855-1934) zählt zu den prägensten Persönlichkeiten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Dem visionären Ingenieur, begnadeten, Organisator und geschickten Industrie- und Wissenschaftpolitiker verdanken wir die Grundlage unserer modernen Energieversorgung. Das von ihm 1903 gegründete und schnell zur Weltruhm gekommene Deutschen Museum in München machte ihn zu einer der einflussreichsten Personen seiner Zeit. Hier eine ausgezeichnete Biografie über Oskar von Miller.

Innerliche Kündigung im Job belastet uns alle

29. März 2024

Als ich noch fest angestellt war, bin ich grundsätzlich gerne in die Arbeit gegangen. Natürlich gab es auch mal schlechte Tage, aber meine Arbeit machte mir Spaß und brachte mir Erfüllung. Wenn mir ein Arbeitgeber nicht so gefallen hat, habe ich dennoch meine Leistung gebracht, habe aber die Augen offen gehalten und bin weitergezogen. Ein guter Chef von mir hat mal einen guten Satz gesagt: „Wenn du von deinem Chef nichts mehr lernen kannst, musst du weiterziehen.“ Den Satz habe ich mir hinter die Ohren geschrieben.

Im Moment stelle ich fest, dass viele Menschen in meinem näheren und weiteren Umfeld innerlich gekündigt haben und mehr schlecht als recht ihrer Arbeit nachgehen und dafür noch Geld wollen. Mit meinem Gefühl bin ich nicht allein: Mehr als 7,3 Mio Beschäftigte in Deutschland haben innerlich gekündigt und verspüren keine emotionale Bindung mehr zu ihrem Arbeit­geber, sagt eine Studie des Beratungs­unternehmens Gallup. Das ist eine Steigerung um knapp 400.000 verglichen mit 2023 und der höchste Wert seit zehn Jahren. Nur rund 5,4 Mio Beschäftigte fühlen sich ihrem Arbeit­geber „hoch verbunden“.

Über die Gründe kann ich nur spekulieren. Die Zeiten in der Wirtschaft werden härter. So manche Firmen sind in einer Krise und da wird der Ton innerhalb des Unternehmens rauer. Sicherlich so manche Führungskraft führt nicht, sondern drangsaliert und stümpert vor sich hin. Nach dem Peter-Prinzip sind viele Menschen zu Führungskräfte geworden, die es nicht verdient haben. Eine negative Unternehmenskultur, die durch Druck von oben gekennzeichnet ist, wird meines Erachtens erhebliche Auswirkungen auf Mitarbeiter, Kunden und den Umsatz eines Unternehmens haben. Burnout kann auch eine Folge sein. Und ich stelle auch fest, vielleicht eine Erkenntnis des Alters: Der Fisch stinkt auch vom Kopf, aber nicht immer nur vom Kopf.

Auf der anderen Seite treffe ich immer wieder Mitarbeiter an, die meinen, für ihre durchschnittliche und sogar schlechte Arbeit müssten sie mehr Geld verdienen. Ein Unternemen als Versorgungseinrichtung. Freunde, der Sinn eines Unternehmens ist es, Gewinne zu machen und dies innerhalb einer sozialen Marktwirtschaft mit gegenseitiger Verantwortung.

Ich hatte neulich ein Gespräch, wo mir ein Bekannter sagte, er mache seine Arbeit ordentlich und dafür wolle er jetzt mehr Geld. Ich versteh die Aussage nicht: Mehr Geld für eine Arbeit, die er machen soll? Warum?

In anderen Gesprächen stelle ich auch fest, dass es so manchen Menschen ein grundlegendes wirtschaftliches Verständnis fehlt. Einfache wirtschaftliche Zusammenhänge sind irgendwie über Bord gegangen. Es kann nur Geld verteilt werden, was vorher auch erarbeitet wurde. Und die Anzahl der Leistungsempfänger werden mehr, die Zahl der Steuerzahler sinkt. Das ist ein ungesundes Ungleichgewicht, verbunden mit einer Zunahme der Schwarzarbeit.

Ich höre auch immer wieder, dass eine junge Generation dem Druck des Wirtschaftslebens nicht gewachsen ist. Haben sie wirklich mehr psychische Probleme oder einfach nur falsche Erwartungen an die Arbeitswelt? Lohn oder Gehalt bekomme ich nicht für die pure Anwesenheit, sondern für eine vertraglich festgelegte Leistung. Videos in YouTube von Menschen, die es nicht verstehen, dass sie für die bezahlte Arbeit auch Leistung bringen sollen, heizen die Debatte natürlich an. Ob die Videos echt oder Fake sind, kann ich nicht beurteilen.

Leben und leben lassen, heißt es in Bayern, und in den Firmen, mit denen ich gearbeitet habe, bin ich mit dieser Einstellung gut gefahren. Und wenn es mir nicht passt, muss ich irgendwann einen Schritt machen und mein Leben ändern.

So wird die Brille richtig geputzt

25. März 2024

Fast mein gesamtes Leben trage ich eine Brille und seit über 25 Jahren das gleiche Modell (nur mit unterschiedlichen Gläsern). Die Brille gehört zu mir dazu und damit auch die Pflicht des Brillenputzens. Hier ein paar persönliche Erfahrungen zu diesem alltäglichen Thema.

Staub und Schmutz lagern sich täglich auf den meinen Brillengläsern ab und beeinträchtigen die Sicht. Wenn der Pollenflug beginnt, trübt sich meine Sicht ein. Daher reinige eine Brille ein- bis zweimal pro Tag feucht. Bei stärkerer Verschmutzung empfiehlt sich, die Brille kurz unter fließendes, lauwarmes Wasser zu halten. So werden grobe Schmutzpartikel abgespült, bevor sie Kratzer verursachen können. Eigentlich klar, aber dennoch: Unbedingt auf die Wassertemperatur achten: Zu heißes Wasser kann spezielle Gläserbeschichtungen beschädigen oder auch die Passform verändern.

Spülmittel gegen Fett und Staub
Um auch Fettpartikeln zu entfernen, eignet sich ein handelsübliches Spülmittel, das sanft über Gläser und Fassung gerieben und anschließend unter fließendem, lauwarmen Wasser abgespült wird. Alternativ können auch Brillenreinigungssprays verwendet werden, die beim Optiker erhältlich sind. Allerdings habe ich meist ein solches Spray nicht zur Hand. Tabu sind hingegen Fensterreiniger & Co., denn die scharfen Substanzen können die Beschichtung der Brillengläser zerstören und die Oberfläche der Fassung angreifen. Auch rückfettende Spülmittel sind ungeeignet, da sie Schlieren hinterlassen. Zum Trocknen der Brille verwende och ein sauberes Mikrofasertuch, das ich in Unmengen als sinnvolle Werbegeschenke auf Messen bekomme. Ungeeignet sind Taschentücher oder Kleidungsstücke, denn das Gewebe kann die Gläser wieder verschmutzen oder sogar zerkratzen.

Tiefenreinigung per Ultraschallbad
Wer seine Brille besonders gründlich und schonend reinigen will, nutzt ein Ultraschallbad. Das manche ich in der Regel einmal pro Monat. Erst kommt die Brille, dann kommt der Schmuck wie Ringe oder Ketten. Mikrofeine Schwingungen erzeugen in dem Wasserbad kleine Vakuumbläschen, die den Schmutz nach wenigen Minuten entfernen. Die anschließende Trocknung erfolgt ebenfalls per Mikrofasertuch.

Brillenreinigung unterwegs
Wer unterwegs ist, kann die Brille trocken mit einem Mikrofasertuch abreiben. Es dürfen sich allerdings keine Schmutzpartikel auf den Gläsern befinden, da sonst Kratzer entstehen können. Vorher die Brille einmal kräftig abpusten, kann hier helfen. Eine Alternative zu Mikrofasertüchern sind feuchte Brillenputztücher, die ich aber in der Regel auch nicht dabei habe. Wichtig ist, dass die Tücher keinen Alkohol enthalten, der vor allem Gläser und Fassungen aus Kunststoff schädigen kann. Und nachts kommt die Brille in mein Brillenetui, sonst reißt die Katze nachts die Brille herunter.

Subjektiver Einkaufsbummel bei Automaten am Sonntag

10. März 2024

Nachdem ich wohl nicht zur Zielgruppe des vor kurzem in Fürstenfeldbruck eröffneten 24-Stunden Automaten-Kiosk/Supermarkt gehöre, machte ich mich spontan am Sonntag auf die Suche nach Verkaufsautomaten in der Gegend um meine Wohnortgemeinde Maisach. Die Suche war rein subjektiv und sicherlich habe ich den einen oder anderen Automaten vergessen. Vielleicht wäre es eine Aufgabe eines Wirtschaftsverbandes, ein aktualisiertes Verzeichnis solcher Automaten aufzustellen und zu pflegen.

Einkaufen am Sonntag am Automat
Meine einzige Anforderung bei meiner Reise durch Stadt und Land war nur, dass ich Grundnahrungsmittel an einem Sonntag bekomme, wenn der traditionelle Einzelhandel geschlossen hat. Und eine Tanke wollte ich auch nicht ansteuern. Und siehe da: Ich kann mich am Sonntag von Eier, Kartoffeln, Nudeln, Wurst, Käse, Milch und sogar Eis ernähren. Fehlanzeige war Brot.

Barzahlung
Festgestellt habe ich auch, dass bei den meisten Automaten nur Bares wohl Wahres ist. Eine Quittung habe ich nicht bekommen. Ich muss das Vertrauen haben, dass die Betreiber die Einnahmen versteuern. Und in manchen Hütten haben die Betreiber ein Vertrauen in ihre Kunden und haben eine offene Kasse. Allerdings: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Bei den allermeisten Verkaufshütten sind Kameras installiert, in die ich auch fröhlich reingewunken habe. Hinweisschilder auf die Kameras habe ich anders als in dem Fürstenfeldbrucker Automatensupermarkt immer gesehen. Ich hoffe schwer, dass Diebstähle von Geld oder Ware sofort zur Anzeige gebracht werden.

Kartenzahlung Mangelware
Als digitaler Mensch, der in der Regel kein Bargeld dabei hat (außer auf dieser Tour), war ich enttäuscht, dass ich nur in Oberschweinbach mit Karte und Uhr bezahlen konnte. Hier war ein SumpUp-Bezahlgerät installiert, das ich auch selbst für Messen und Verkaufsshows nutze. Sonst wurde immer Bargeld verlangt.

Bei einigen Anbietern öffnen sich die Automatenfächer erst, wenn das entsprechende Bargeld eingeworfen wurde, bei anderen Anbietern steht die Ware schön drapiert herum und der Kunde muss mit dem manchmal vorhandenen Taschenrechner seine Bezahlsumme selbst ausrechnen und das Geld in eine Kasse einwerfen. Wenn kein Taschenrechner da ist, hilft Kopfrechnen oder die App am Smartphone. Zeitweise gab es auch Wechselautomaten in dem Scheine in Münzen gewechselt werden.

Qualitätsware
Bei der Qualität kann ich absolut nicht meckern. Die Waren stammten meist von Bauernhöfen oder regionalen Lieferanten. Die Preise sind selbstverständlich höher als im Supermarkt, aber hier wird ja grundsätzlich anders kalkuliert. Und ich habe auch keine klassischen Angebote oder Preisaktionen entdeckt. Bei meinem Streifzug habe ich frische Milch, Eier, gekochte Eier, Wurst, Honig, Kartoffeln, Zwiebeln, Camembert und Butter eingekauft.

Bei meinem Streifzug habe ich immer bei den Automaten oder Verkaufshütten Kundinnen und Kunden angetroffen, die sich auch mit Lebensmittel eindeckten. Beim kurzen Ratsch zeigte sich, dass die Verkaufsstellen von der Gemeinschaft angenommen werden und dort auch bewusst eingekauft wird. Wir sprechen jetzt nicht vom großen Wochenendeinkauf, sondern noch den klassischen Grundnahrungsmitteln.

Öffnungszeiten
Die Verkaufshütten haben nicht rund um die Uhr geöffnet. Hier sind die Öffnungszeiten in Aich aber bis 18 Uhr im Winter und in Oberschweinbach bis 22 Uhr, abgeschlossen wird hier mit einem modernen Nuki-Funksystem. Die freistehenden Automaten sind freilich rund um die Uhr geöffnet.

Meine Einkaufstour
Meine subjektive Einkaufstour machte Stopp an folgenden Stationen. Ich habe die angebotenen Waren aus dem Gedächtnis aufgeführt. Es sind meist noch mehr Waren vorhanden.

Aich: Aicher Milchhäusl: u.a. Eier, Eierlikör, Eis, Käse, Essiggurken, Honig, Joghurt,Mehl, Karotten, Kartoffeln, Milch, Nudeln, Suppenhühner (gefroren), Wurstwaren, Zwiebeln, Dorfstraße 4 Aich

Kuchenried, Hofautomat Heitmeir, Eier, Honig, Hühnersuppe, Kaffee, Kartoffel, Mehl, Nudeln, Rapsöl

Maisach: Wurst- und Fleischautomat Widmann, Wurstwaren, Überackerstraße Maisach bei Auto Walter

Maisach: Kartoffel Hüttn, Eier, Heu, Kartoffel

Maisach: Schlammerl Hof, Eier, Fertiggerichte im Glas, Honig, Kuchen im Glas, Nudeln,

Malching: Dinkelhof, Eier, Mehl, Nudeln,

Malching: Brennholz

Mammendorf, Wurst- und Fleischautomat Jais 24, Automat soll wieder im Frühjahr kommen

Neulindach: Eierautomat Neumair mit u.a. Eier, Honig, Kartoffeln, Marmelade, Zwiebeln, Lindach 3

Oberschweinbach, Neheiders Milchhäusl, Antipasti, Blaukraut, Butter, Eier, Essiggurken, Feta, Joghurt, Käse, Kartoffeln, Mehl, Milch, Rapsöl, Zwiebel,

Erster Automatensupermarkt in Fürstenfeldbruck

8. März 2024

In Fürstenfeldbruck hat das erste Automatengeschäft eröffnet und natürlich musste ich als Technikfan vorbeischauen. Wir haben bei uns im Dorf einige Verkaufsautomaten wie Eier, Nudeln oder Fleisch/Wurst, aber in Fürstenfeldbruck sind verschiedene Automaten unter einem Dach, also ein richtige Geschäft. Mein spontaner erster Eindruck: Im Moment besteht keine akute Gefahr für den angeschlagenen Einzelhandel und es ist deutlich Luft nach oben.

Einstmals war in dem Geschäft ein Fotoentwickler, nun ist der 24 E-Kiosk eingezogen und hat durchgehend geöffnet, wie es am Schaufenster heißt. Beim Eintritt stoße ich auf einen leeren RedBull-Automaten und einen Kaffee-Automaten, der nicht in Betrieb ist. Das werden wohl Anlaufschwierigkeiten sein oder die Dienstleistung war bereits ausverkauft.

Zunächst wird das Handling erklärt. Ich wählte Barcode scannen, Ware auswählen und bezahlen, dann wirft der entsprechende Automat die gewünschte Ware aus. Das habe ich mit einem Spezi ausprobiert und die Summe 2,20 Euro (1,95 Euro und 0,25 Euro Pfand) per Karte bezahlt. Der Auswurf der Flasche am entsprechenden Automaten klappte einwandfrei und es kamen noch gleich 1,75 Euro in Münzen hinterher, warum weiß ich allerdings nicht. Somit hat das Spezi nur 0,20 Euro gekostet – da ist wohl noch der Wurm drin. Ich werd da wieder kaufen. Ggf war es aber das Wechselgeld des Vorgängers.

Das Angebot richtet sich wohl eher an die Nachtschwärmer der Stadt. Es gibt Energiedrinks, Säfte, Rauchutensilien, Bier, Chips, Suppen, Knabberzeugs und eingeschweißte Sandwiches. Das Angebot konkurriert mit dem Sortiment einer durchschnittlichen Tankstelle, die aber oft noch ein breiteres und tieferes Warensortiment anbietet. Eine Einkäuferin bestätigte mir, dass sie in der Nacht entsprechend alkoholisierte Nachteulen angetroffen hat, die vor- und weitergeglüht haben. Die Preise sind niedriger als in den Kneipen der Umgebung. Der gebeutelten Gastronomie wird der Automatenshop wohl weh tun.
Der ganze Laden ist Videoüberwacht, entsprechende Hinweisschilder habe ich aber nicht entdeckt. Ich weiß nicht, wie diese 1a-Lage in der Hauptstraße in Fürstenfeldbruck sich refinanziert, bin aber neugierig über die Entwicklung von Automatengeschäften.

Mir ist im Moment nicht verständlich, wie die rechtliche Situation dieser 24-Stunden-Läden in Bayern ist. Bayern wird möglicherweise erstmals ein eigenes Ladenschlussgesetz bekommen. Arbeitsministerin Scharf sagte dem Bayerischen Rundfunk, dass sie veraltete Regeln ersetzen möchte. Das Gesetz soll unter anderem weitere lange Einkaufsnächte ermöglichen, die bislang nur einmal im Jahr möglich sind. An den generellen Ladenöffnungszeiten von 6 bis 20 Uhr an Werktagen und geschlossenen Geschäften an Sonn- und Feiertagen soll sich aber nichts ändern.

Ziel des neuen Gesetzes soll der Ministerin zufolge unter anderem sein, den Betrieb digitaler Kleinstsupermärkte rechtlich klar zu regeln. Das sind Läden mit maximal 100 Quadratmetern, in denen die Kunden ihre Waren selbst scannen. Deswegen können diese Kleinstsupermärkte bereits jetzt von Montag bis Samstag 24 Stunden geöffnet sein – mit Ausnahmegenehmigung sogar sonntags.
Bedeutet dies, dass Automatengeschäfte im Moment an Sonntag geschlossen sind? Mal sehen, was am Sonntag bei uns passiert.

Illusionistische Unterhaltung: Siegfried und Joy in Nürnberg

3. März 2024

Die Welt der Magier, der Zauberer, der Illusionisten ist für mich eine besondere Welt. Eine Welt der Geheimnisse, der Tricks, der Illusionen. Natürlich hatte ich als Kind einen Zauberkasten, kam aber nie über ein paar leicht durchschaubare Taschenspielertricks hinaus. Mein Abrakadabra wurde wohl bereits in der Spätantike im Latein verwendet.

Die geschlossene Gesellschaft der Zauberer hatte schon immer etwas geheimnisvolles in der Populärkultur, sei es durch Gandalf und Sauron oder durch Clive Bakers Lord of Illusion. Nach dem großen Illusionisten Houdini wurde eine leistungsstarke 3D-Software von SideFX benannt, mit der der Artist wahre Zaubereien vollbringen kann, wenn er Houdini beherrscht. Im Grunde waren die Zauberer die Special Effects-Meister der Vergangenheit, lange bevor es Film überhaupt gab. Mit ihren Shows schufen sie Illusionen und versetzten als Hexenmeister ihr Publikum in Erstaunen und Sprachlosigkeit.

Ich kannte von aus meiner Jugend die Zaubershows von David Copperfield, hatte aber nie eine Show von ihm live gesehen. David Copperfield nutzte das Medium Fernsehen, das ihn berühmt machte. Natürlich tat auch eine Liebschaft mit Claudia Schiffer ihr übrigens. Immer wieder fallen auch Zauberer-Namen wie Criss Angel, David Goldrake oder Jan Rouven. Und dann waren da noch Siegfried und Roy samt weißen Tiger.

Und dann, und dann kommt meine Faszination für ein ähnlich klingendes Duo Siegfried und Joy (mit dm Tiger Pamela). Die beiden Berliner sind für mich eine neue, faszinierende Generation von Zauber. Sie nutzen das Medium Internet, um auf ihre Kunst aufmerksam zu machen. In den Clips zeigen sie durchschaubare, spaßige Tricks in ihren goldenen Anzügen mit Preisschild, die ihnen die Sympathie der Netzgemeinde einbringen. Ich wollte sie unbedingt mal live sehen, denn die Clips im Netz reichen natürlich für eine komplette Show nicht aus. Mir bot diese Chance. Ich sah mir ihre Show in Nürnberg in der Tafelhalle an und war schlichtweg begeistert – und das aus vielen Gründen.

Ihre eineinhalbstündige Show hat Power, sie hat Humor, sie hat Klamauk und Slapstick und sie hat unglaubliche magische Kunststücke. Die beiden sind als Künstler hervorragende Kommunikatoren, die keinerlei Scheu kennen, in der Fachsprache Rampensäue genannt Und sie sind ausgezeichnete Beobachter, wenn sie vor ihrer Show das Publikum im Foyer begrüßen und auf die Details bei ihren Gästen achten und diese darauf ansprechen. So fühlt man sich als zahlender Gast absolut gewertschätzt und wenn dann noch ein Selfie für den eigenen Social Media-Account herausspringt, wissen die beiden Magier um die magische Wirkung der sozialen Netzwerke. Sie sind absolute Profis und sie arbeiten hart für ihre Kunst.

Siegfried D’Amour stammt aus Berlin-Spandau und hat als Grundschüler mit dem Zaubern angefangen. 2011 wurde er Deutscher Jugendmeister. The Great Joy Leslie ist Sohn eines Pantomimen und in Westdeutschland aufgewachsen. Er kam mit Mitte 20 als Quereinsteiger zur Zauberei.

Wichtig bei der Zauberei ist die Einbeziehung des Publikums. Und auf dieser Klaviatur der Gefühle der zahlenden Gäste spielen Siegfried und Joy perfekt. Sie benennen einen Skeptiker, die holen Kinder auf die Bühne und auch ein gestandener Mann wird in den Kreise der Zauber aufgenommen und dient als Opfer und Zeuge zugleich, wenn die Brille des Mannes verschwindet und auftaucht. Über die Tricks will ich nicht viel verraten, aber sie sind wunderbar unterhaltend und verblüffend. Gerade wenn eine Lachsalve abgefeuert wurde, wird die perfekte Illusion hinterher geschoben. Genau diese Mischung macht es – die illusionistische Unterhaltung auf allerhöchsten Niveau. Wenn die Zauberer Siegfried und Joy auf einer Bühne in der Nähe sind, unbedingt ansehen.

Eindrücke von der Internationalen Handwerksmesse IHM

2. März 2024

Für mich ist ein Besuch der Internationalen Handwerksmesse IHM in München auch immer eine Reise in die Vergangenheit. Ich war einstmals Pressereferent der Handwerkskammer für München und Oberbayern und arbeite heute noch immer mit großer Freude für verschiedene Handwerksorganisationen und Betriebe.

Die Eröffnung der IHM ist immer ein Ereignis, wenn dort lässt sich immer auch die Stimmung des bayerischen (und deutschen) Handwerks ausloten. Dieses Mal war Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zu Gast. Der Vize-Kanzler musste sich in der Vergangenheit auf Konfrontation mit Bauern, Mittelständlern und Handwerkern einstellen. Eine solche Konfrontation bliebt bei der Eröffnungsveranstaltung aus. Es ging demokratisch zu.

Keine Demos erwünscht
Handwerks-Präsident Dittrich hat seine Branche davor gewarnt, sich angesichts des herrschenden Unmuts die Bauernproteste zum Vorbild zu nehmen. Wirtschaftspolitik sollte nicht auf der Straße, sondern in den Parlamenten und im Dialog der Politik mit den Verbänden stattfinden. Nach seinen Worten gibt in der Branche einen großen Druck, dem Beispiel der Bauern zu folgen. Die vielen wütenden Maximalforderungen machten immer kompromissunfähiger und zerstörten die Gemeinschaft – egal ob es beispielsweise um die Begrenzung der ungesteuerten Zuwanderung oder die wettbewerbsfähige Energieversorgung der Zukunft geht, so der Handwerks-Präsident.

Im Vorfeld wurden von einer Organisation Hand-in-Hand zur Demo gegen den Minister aufgerufen. In der Vergangenheit war die Gruppe mit Fäkalsprache und Schnauze-Voll-Ausrufen bekannt geworden. Demokratie sieht anders aus. Die Protestler sammelten sich vor der Messe. Die GHM, die Gesellschaft für Handwerksmessen, erteilte der Gruppe ein Hausverbot, die daraufhin der Messe Stasi- und DDR-Methoden vorwarf. Nichts gelernt.

Söder schlecht gelaunt
Seltsam schlecht gelaunt war der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der wohl mit dem falschen Bein aufgestanden war. Etwas mürrisch war er auf der Bühne und feuerte gegen den Wirtschaftsminister seine verbalen Pfeile ab, die von Habeck allerdings abprallten und sachlich gekontert wurde. Eine Teilnehmerin der Veranstaltung meinte, dass für Söder wohl zu wenig Bierbänke im Podium war, denn seine Rede geriet etwas ins populistische Fahrwasser, was von den anwesenden Handwerken und Verbandsvertretern nicht quotiert wurde. Hier hatte sich Söder wohl verkalkuliert oder er stand unter dem Druck des Derbleckens am abendlichen Nockherberg. Es war nicht seine beste Rede auf einer Handwerksmesse. Robert Habeck verblüffte dagegen mit seinen Antworten und hörte zu. Er ließ sich nicht vom Ministerpräsidenten provoziern. So prallte der Vorwurfs Söders nach überzogenen Datenschutz an Habeck ab, denn Datenschutz sei Ländersache und Söder könne dieses Problem sofort im eigenen Land lösen. Wie gesagt, es war nicht Söders bester Tag.

Habecks Rede

Zum Auftakt der internationalen Handwerksmesse hat Bundeswirtschaftsminister Habeck die Bedeutung der Branche unterstrichen. Die derzeitige konjunkturelle Lage sei eine große Herausforderung, so der Grünen-Politiker. Deshalb sei es umso wichtiger klarzustellen, dass es keinen Unterschied gebe zwischen Kopf-und Handarbeit. Dieses Land lebe von allen Menschen, so Habeck.

Bayerns Ministerpräsident Söder hatte zuvor erneut einen Richtungswechsel in der Wirtschaftspolitik gefordert. Deutschland sei auf Talfahrt, so Söder, und die Ampelkoalition verfüge derzeit über kein Konzept, dies zu ändern. Aus Sicht von Handwerkspräsident Dittrich muss die Bundesregierung mehrere Stellschrauben ändern, um die Rahmenbedigungen für das Handwerk zu verbessern. Unter anderem forderte Dittrich einen Abbau der Bürokratie, eine raschere Digitalisierung und belastbare Energiepreise.

Das Unsichtbare sichtbar zu machen
Im Gespräch bleiben und die Probleme des Handwerks im demokratischen Austausch lösen, war das Gebot der Stunde. Habeck versprach sich dafür einzusetzen, dass der bayerische Tag des Handwerks an den Schulen bundesweit an allen Schularten durchgesetzt wird. Er warb bei den Handwerksbetriebe „Das Unsichtbare sichtbar zu machen“ und mehr hinter die Kulissen eines Handwerksbetriebes zu zeigen. Die Aussage gefällt mir, denn genau das mache ich in meinen Social Media-Posts für Handwerksbetriebe.

Format der Eröffnung
Das Format der Eröffnungsfeier hat mir gefallen. Moderator Wolfram Kons eröffnete ganz amerikanisch die Feierlichkeiten vom Publikum aus anstatt von der großen Bühne herunter. Es war eine moderne Show mit Einspielern und viel Technik im Kongresszentrum. Die Veranstalter hatten auch zahlreiche Handwerksinfluenzer eingeladen wie Cehan San oder Juliane Veltum. Wenn ich mir allerdings die Reichweite der Herrschaften anschaue, dann ist das doch alles sehr übersichtlich. Da entwickelt mein Bäckereibetrieb, den ich betreue, deutlich mehr Kraft in den sozialen Medien und er hat auch keine Ausbildungssorgen. Aber die Messe wird sicher wissen, was sie tut.

Alles Käse
In den Pausen schlenderte ich über den Kongress und die Messe. Ich besuchte Bekannte und Geschäftspartner, machte Termine aus und kaufte auch ein wenig in der Foodhalle ein. Die bessere Hälfte versorgte sich mit Schmuck. Ich erwarb einen wunderbaren italienischen Käse, der in Papier eingewickelt wurde. Leider fing der Käse an zu riechen, oder sagen wir besser, er fing an zu stinken und ich wanderte mit dem Käse durch die Messe und saß im Kongress. Abends beim Staatsempfang gab ich den Käse bei der Garderobe ab. Die armen Damen postierten meinen Einkauf etwas entfernt von den anderen Taschen und Koffern. Die nächtliche S-Bahn-Fahrt mit Käse nach Hause, war auch etwas unangenehm. Aber der Käse ist ein Genuss.

Staatsempfang Handwerk unter sich
Abends war dann der Staatsempfang in der Residenz angesagt. Wirtschaftstaatssektär Tobias Gotthardt hatte in die edlen Räume geladen und ich traf dort auf viele Bekannte aus der Handwerksorganisation. Normalerweise ist der Staatsempfang ein Termin für den Minister Hubert Aiwanger. Der war aber wie viele andere Landtagsabgeordnete lieber auf den Nockherberg zum Starkbieranstich gegangen und bekam dort von Maxi Schafroth mit Aussagen wie „Verhaltensauffällig“, „Borkenkäfer“, „wirbellose Existenz“ den Kopf gewaschen. Die Fastenpredigt läutet traditionell das Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg ein. Also blieb beim Staatsempfang das Handwerk die meiste Zeit unter sich. Ich wechselte ein paar Worte mit dem Tobias Gotthardt und bedankte mich artig für die Einladung.

Also viel gelernt, viel gequatscht und Anregungen für weitere Geschichten gefunden – so muss das sein.

Wie Deutschland essen geht

24. Februar 2024

Wie häufig geht Deutschland außer Haus essen? Welche Faktoren werden beim Besuch von Restaurants berücksichtigt? Und wie verändert sich das Konsumverhalten aufgrund der Preissteigerungen? Antworten zu diesen Fragen liefert die aktuelle Umfrage „Wie Deutschland essen geht“, die von GfK im Auftrag des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT) im Januar 2024 deutschlandweit unter mehr als 2.000 Personen der deutschsprachigen Bevölkerung im Alter von 18 bis 74 Jahren durchgeführt wurde.

Bei mir selbst
Bevor ich zu den offiziellen Ergebnissen komme, denke ich mal über meine Person nach. Hat sich mein Konsumverhalten geändert? Ja, klares Ja. Ich gehe mit meiner Frau gerne essen, aber ich lege absoluten Wert auf Qualität der Speisen und Service. Auf der Strecke blieben bei mir die Gastronomen, die billige Metro-Ware auftauen oder in den Konvektomaten schiebe und mir dann Essen vorsetzen und dafür erhöhte Preise verlangen. Ich verlasse mich auf meine persönliche Erfahrungen und auf Bewertungsportale. Ich lass mich von den Schlaubergern in der Gastronomie nicht mehr hinters Licht führen: Schlechte Ware und hoher Preis.

Und ich habe auch kein Problem mit Reservierungszeitfenster. Die Zeiten sind einfach vorbei: Essen gehen und lange beisammensitzen, außer ich bezahle es. Ich kenne noch Zeiten, dass ein Gast bei einem Bier den ganzen Abend einen Platz belegt und einfach nur kostet. Immer mehr Restaurants vergeben daher zeitlich begrenzte Reservierungen.

Wie oft gehen die Deutschen auswärts essen?
Und jetzt die offiziellen Zahlen. Jeder Vierte der Befragten (25 Prozent) geht einmal oder mehrmals pro Woche außer Haus essen, 28 Prozent mindestens einmal im Monat und 31 Prozent seltener als monatlich. 16 Prozent der Befragten essen nie oder so gut wie nie auswärts. Betrachtet man die Ergebnisse nach Altersgruppen, wird deutlich, dass die Befragten in den Altersklassen „18 bis 29 Jahre“ und „30 bis 39 Jahre“ öfter außer Haus essen gehen als die älteren.

Auch beim Blick auf das Haushaltsnettoeinkommen zeigen sich Unterschiede: Knapp ein Drittel der Personen, deren Haushaltsnettoeinkommen unter 2.000 Euro liegt, speisen „nie bzw.so gut wie nie“ außer Haus, bei den Befragten mit einem Haushaltseinkommen von mehr als 4.000 Euro gaben dies nur 8 Prozent an.

Als Gründe warum sie selten bzw. nie oder so gut wie nie außer Haus essen gehen, gab die Hälfte dieser Personen an, sich einen Besuch in gastronomischen Einrichtungen finanziell nicht leisten zu können. 34 Prozent schmeckt ihr selbst gekochtes Essen besser und 32 Prozent finden es einfach bequemer zu Hause zu essen. Elf Prozent ziehen die Bestellung bei einem Lieferdienst dem Besuch eines gastronomischen Betriebs vor.

Was wird konsumiert?
Bei der Wahl des gastronomischen Betriebes spielt das Preis-Leistungs-Verhältnis (73 Prozent) die entscheidende Rolle. Jedoch auch die Themen „Gemütlichkeit/Ambiente“ (63 Prozent) und die „Gastlichkeit“ (49 Prozent) nehmen einen hohen Stellenwert ein. Für mehr als die Hälfte der Deutschen (53 Prozent) hat zudem die Nationalität des Speisenangebots einen großen Einfluss auf die Auswahl des Gastronomiebetriebs. Beinahe zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) gehen am liebsten beim Italiener zum Essen.

Etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) suchen auch die deutsche/regionale Küche. Einer hohen Beliebtheit erfreuen sich auch die asiatischen (47 Prozent) und die griechischen (46 Prozent) Angebote. Eine Betrachtung nach Altersgruppen zeigt deutliche Unterschiede in den Konsumpräferenzen: Ist die italienische und asiatische Küche noch durch alle Altersgruppen hinweg weitestgehend konsensfähig, bevorzugen ältere Befragungsteilnehmer*innen gegenüber jüngeren deutlich die deutsch/regionale und die griechische Küche. Dem gegenüber zeigt sich bei den jüngeren Befragten eine deutliche Präferenz für amerikanische, türkische, indische und mexikanische Gastronomieangebote.