Archive for Mai 2018

Blogparade #SchlossGenuss in Kloster Banz

3. Mai 2018

Als Referent komme ich viel herum. Ich reise zu Tagungszentren und Businesshotels und halte in meine Vorträge rund um Digitalisierung. 

Ein Seminar von mir für den LIV Friseure in Kloster Banz.

Ein Seminar von mir für den LIV Friseure in Kloster Banz.

Ein treuer Kunde von mir ist die Hanns Seidel Stiftung und diese CSU-nahe Stiftung besitzt in Oberfranken das Kloster Banz. Die Franken sagen auch Schloss Banz zu dem imposanten Sandsteingebäude. Und als ich von der Blogparade #SchlossGenuss meiner Bloggerclub-Freundin Tanja Praske erfuhr, wurde mir schlagartig bewusst, in welchem schönen Gebäude ich ab und zu arbeite. Vor lautet Arbeit habe ich manches Mal vergessen, welch schöner und inspirierender Ort das ist. Ihre Blogparade von Tanja dreht sich um die Frage: Was fesselt dich beim Besuch eines Klosters/Schosses? Und ich bin Tanja sehr dankbar für diese Blogparade. 

Der Zauber von Kloster Banz 

Immer wieder verzaubert mich Kloster Banz mit seinem speziellen Charme. Ich komme immer wieder gerne nach Oberfranken, reise in der Regel mit dem Zug an. Gegenüber dem Wallfahrtsort Vierzehnheiligen und dem Staffelberg erhebt sich  das Kloster Banz in die Höhe. Schon bei der Anreise zeigt sich die Schönheit des Klosters. Die HSS hat das baufällige Kloster im Jahre 1978 gekauft und zum Bildungszentrum hergerichtet.

Natürlich ist vieles Routine, wenn ich als Referent nach Banz, die Franken sagen auf Banz, komme. Einchecken, freundliches Schwätzchen mit der Empfangscrew, Zimmer beziehen (meist im Hauptgebäude) und dann wird mir schlagartig bewusst, an welchem wunderbaren Ort ich mich befinde:

Ich öffne mein Fenster und schaue in den Gottesgarten. Ein großartiger Blick in das Obermainland. Meine Batterie laden sich auf. Minutenlang bleibe ich stehen und genieße den Blick. Als Gottesgarten wird eine Region im Obermainland bezeichnet. Sie erstreckt sich von der Gemeinde Ebensfeld das Maintal entlang über Bad Staffelstein bis zur Kreisstadt Lichtenfels. Gegenüber ist die Basilika Vierzehnheiligen zu erkennen – der Ausflug zu den 14 Nothelfern lohnt sich (auch das Bier).

Und ich blicke auf den Staffelberg und das Frankenlied kommt mir in den Sinn. Die vierte Strophe lautet: 

Zum heil’gen Veit von Staffelstein

komm ich empor gestiegen,

und seh’ die Lande um den Main

zu meinen Füßen liegen.

Von Bamberg bis zum Grabfeldgau

umrahmen Berg und Hügel

die breite stromdurchglänzte Au.

Ich wollt’, mir wüchsen Flügel,

valeri, valera, valeri, valera,

ich wollt’, mir wüchsen Flügel.

Die anderen Strophen, die sich gegen die Bayern richten, habe ich als Oberbayer freilich vergessen.

Abwechslung auf Kloster Banz

Dann schalte ich in meinen Arbeitsrhythmus und halte meine Vorträge. Abends steht der Besuch des Bierstüblas, des SPA-Bereichs oder des Fitnessraums an. Meistens stehe ich um 5:30 Uhr auf und laufe eine halbe Stunde auf dem Laufwand. Danach geht es in Schwimmbad bis 7 Uhr.

Ab und zu mache ich einen auf Kultur und betrachte die zahlreichen Gemälde in dem Gebäude. Oft übersehen, aber wirklich eindrucksvoll ist das Museum in Banz. Es beinhaltet die Petrefaktensammlung, die auch zahlreiche andere Exponate wie beispielsweise ägyptische Mumien und ein versteinerten Fischschädel enthält. Ich hab mal über das Museum gebloggt. 

Wenn das Wetter passt, setze ich mich in die Anlagen, um etwas zu lesen, meine Seminare vorzubereiten oder meinen Gedanken nachzuhängen. Hier gehe ich meist Seminarteilnehmern aus dem Weg. Ich sammle Kraft für die Seminare, denn die Weitergabe von Fachwissen ist anstrengend. Bei Hitze ist der kleine Brunnen für mich ein Ort an dem ich mich gern aufhalte. Das Geplätscher beruhigt mich und fördert meine Kreativität. Banz hat viele solcher Orte, die meine Kreativität unterstützen – dafür bin ich sehr dankbar.

 

Immer wieder nutze ich auch diesen abgeschiedenen Ort, um Interviews zu führen. So beispielsweise ein Gespräch mit der jungen Poetry-Slammerin Coco aus Franken. Die damals Elftklasslerin erzähle mir fasziniert über ihr Hobby und ich drehte dazu ein 360 Grad Video. 

Die Orte in Kloster Banz

Kloster Banz hat aber auch interessante Räume, die nicht jedem offen stehen. Die HSS steht der CSU nah, aber es ist keine CSU-Stiftung. Und die CSU führt ab und zu Veranstaltungen durch und auch der Ministerpräsident übernachtet dann hier. Und wer jetzt glaubt, dass die Volksvertreter in Saus und Braus leben, der wird enttäuscht. Ich hatte mal die Chance, eine Suite in Banz zu besuchen.  

Interessanter ist das Arbeitszimmer des Abtes, das nur noch in Führungen besichtigt werden kann. Der kleine Raum zur Uhr über den Haupteingang von Banz ist mittlerweile für die Öffentlichkeit tabu. Vor Jahren hatte ich einmal die Möglichkeit, den Raum zu besichtigen. 

 

Buchkritik: Schantall, tu ma die Omma winken! Aus dem Alltag eines unerschrockenen Sozialarbeiters von Kai Twilfer

2. Mai 2018

Ich brauchte ein Buch für die Zugfahrt – nichts fachliches, nur pure Unterhaltung. Es gibt so viel leichte Lektüre und ich wählte das Büchlein Schantall, tu ma die Omma winken! Nach dem Abschluss der Lektüre bin ich gespalten. Es sind zum Teil wunderbare Beobachtungen der deutschen Unterschicht und ich habe köstlich gelacht. Und dann hab ich mich geschämt, mir ist das Lachen im Halse stecken geblieben. Wie kann man sich so über Mitmenschen erheben? 

Gibt es wirklich diese beschriebene RTL-2-Unterschicht? Die Person eines imaginären Sozialarbeiters wird vom Autoren im Ruhrpott angesiedelt. Es sind humorvolle Beschreibungen einer bildungsfernen Schicht, die in ihrer eigenen Welt der Klisches leben. Gibt es diese einfachgestrickte Paralellwelt zum Bildungsbürgertum? Ich denke schon – die Gesellschaft ist vielfältig.

Wie weit geht man jetzt als Autor? Wo ist die Grenze zwischen Humor und Gesellschaftskritik? Und warum erhebt sich Autor Kai Twilfer über diese Menschen mit seinem Buch? Das Buch ist aus zwei Perspektiven geschrieben. Da wäre auf der einen Seite die Erlebnisse der konsumorientierten Schantall als alleinerziehende Mutter, die bei den Eltern wohnt und sich nach einem Leben im Glitzerwohlstand sehnt, mit dem Reisebus in den Massentourismus fährt, auf der Suche nach einem Partner ist, der ihr Sicherheit und Einkommen gibt. Die scharfsinnigen, zum Teil humorvollen Analysen des imaginären Sozialarbeiters über sein Schäfchen Schantall treffen den Nerv, aber dann kommt die zweite Ebene des Autors.

Er erweitert seine Analyse über Schantall hinaus. Er stellt sich über Schantall und übt klassische Gesellschaftskritik. Er analysiert beispielsweise den Drang zu Tätowierungen – das Arschgeweih darf nicht fehlen, zu billigen Wohneinrichtungen aus Pressspan, schreibt über Paarungsriten, analysiert das Verhalten von B- und C-Prominenz oder das Freizeitverhalten. Viele der Kritikpunkte treffen und halten einen Spiegel vor, aber durch diesen Ebenenwechsel bricht das Buch auseinander. Das hat mir nicht gefallen und obwohl ich zeitweise auf meiner Bahnfahrt schallend gelacht habe, werde ich mir kein Buch mehr von Kai Twilfer kaufen, obwohl er auf den Bestsellerlisten steht. Er wird es verschmerzen und ich auch.

Whiskey und Whisky – zwei Neuerungen für meinem Gaumen

1. Mai 2018

Der Mai wird für mich als Liebhaber des Wasser des Lebens ein interessanter Monat. Es gibt einen neuen Whiskey und einen neuen Whisky. 

Zum einen erstmals eine Bob Dylan-Edition eines amerikanischen Whiskeys namens Heaven‘s Door. Nicht, dass Bob Dylan unter die Getränkeproduzenten gegangen ist, vielmehr hat er seinen Namen spendiert und wahrscheinlich dafür kräftig kassiert. Bob, was machst du eigentlich mit deiner Kohle? In der Werbung zu den Whiskeys gab es ein Dlyan-Zitat: „Wir wollten eine Kollektion von amerikanischen Whiskeys kreieren, die auf ihre eigene Art eine Story erzählen.“ Die New York Times hat die drei Getränke bereits probiert und ist voll des Lobes. Es gibt einen Tennessee Straight Bourbon Whiskey, einen Double Barrel Whiskey und einen Straight Rye Whiskey. Bestellungen hier.

Die Schmiedearbeiten um die Flaschen herum, stammt aus den Händen von Bob Dylan – irgendwas muss der Meister außer seinen Namen auch beisteuern. Nun, die Verzierungen sehen optisch ganz nett aus, aber Dylan sollte lieber bei der Musik blieben.

Ich bin skeptisch, ob mir das Ganze schmeckt, aber als Dylan-Fan muss ich mir je zwei Flaschen kaufen. Eine zum Genießen, eine zum Sammeln. US-Whiskey ist bisher nicht so mein Fall gewesen. Ich bin mir auch unsicher, was ich von der ganzen Aktion halten soll. Klar, als Dylan-Fan liebe ich den Musiker, aber Dylan hat sicherlich Whiskey-Erfahrung als Trinker und Konsument aber als Produzent? Ist dies nicht eher Geldschneiderei lieber Bob Dylan, um deine Fan-Base zu melken? Ich hatte kein Problem, als du unter die Maler gegangen bist, aber ich habe wohl ein Problem mit dem Getränkehändler Dylan. Aber ich lass mich als Fan überraschen und warte auf Ende Mai, wenn Heaven‘s Door an meine Tür klopft.

Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989 

Zum anderen gibt es einen Whisky aus dem Hause Glenmorangie: Wer rund 600 Euro übrig hat, sollte diesen Whisky im Auge haben: Glenmorangie bringt den Grand Vintage Malt 1989 – der zweite Release der Bond House Kollektion No. 1. 

Komponiert aus erlesenen Fässern feinsten Single Malts ist Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989 der zweite Release der exklusiven Bond House No. 1 Kollektion. Dieser reiche und komplexe Whisky vereint einige der letzten Batches, die im ehemaligen Brennhaus destilliert wurden, für wahre Fans ein Höhepunkt. Das alte Brennhaus war über ein Jahrhundert die Heimat der höchsten Brennblasen Schottlands. 27 Jahre reifte dieser Jahrgangs-Whisky teilweise in ehemaligen Côte-Rôtie Weinfässern.

Die Geschichte des Glenmorangie Grand Vintage 1989 beginnt im ehemaligen Brennhaus der Destillerie, so berichtet die Pressemitteilung: Zum Ende der 1980er Jahre stieg die Nachfrage nach dem prämierten Single Malt stark an, sodass dieses ehrwürdige Gebäude zu klein wurde. Im Jahr 1990 wurde deshalb das Warehouse No. 1, das ehemalige Zollfreilager aus dem 19. Jahrhundert, in das heutige Brennhaus umgebaut, um eine weitere Anzahl an Brennblasen zu beherbergen. Dieses Vermächtnis zelebriert Glenmorangie mit der Bond House No. 1 Kollektion, eine Reihe bedeutender Abfüllungen aus jener Zeit. Heutzutage zählt das Brennhaus von 1990, häufig auch als Glenmorangies „Hochland-Kathedrale“ benannt, zu den Schönsten in ganz Schottland. Doch die Ära des Vorgängers wird immer einen besonderen Platz in der Geschichte der Destillerie haben. Mit der kraftvollen Komplexität des zweiten Releases der Bondhouse No. 1 Kollektion ist der Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989 ein Zeitzeugnis und letztes Erbe des früheren Brennhauses. Bestellungen hier.

Und wie schmeckt der Whisky? Es gibt eine interessante Verkostungsnotiz, die ich gerne hier veröffentlich: 

Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989 ist mit 43,0 Volumenprozent Alkohol abgefüllt.

Farbe: Rehbraun

An der Nase: Äußerst vielschichtig mit Aromen getoasteter Marshmallows, Mandeln und einer duftenden Kopfnote von Vanille mit Weichtoffee. Noten von Bratäpfeln springen hervor mit roten Früchten, schwarzen Johannisbeeren und tropischen Früchten, gefolgt von frisch gebackenem Brot, Bienenwachs und einem Hauch Holzrauch.

Am Gaumen: Siruphaft, einem pfefferigen Gaumengefühl folgen reichhaltige, komplexe Noten von Bratapfel, butterweichem Toffee mit sanften Zitrus-Noten. Mit etwas Wasser weitere tropische Früchte, intensivere Zitrus-Noten wie von einer trockenen Clementinen-Zeste.

Im Nachhall: Noten von Orangenblüten verbinden sich mit Honig, einem Hauch Eukalyptusöl, süßem Anis und Leder in einem langen, kräftigen Nachhall mit klassischen Aromen von Holz und Eichenspänen.

Nun, 600 Euro kostet der Spaß und ich muss zugeben: Ich bin neugierig, hab aber noch nicht bestellt.