Archive for März 2014

Brauche ich das nächste Asia-Album Gravitas?

9. März 2014

Aisa

Ihr kennt das? Das freut man sich wie ein Schneekönig auf ein neues Album, aber man weiß eigentlich, dass es nichts Besonderes mehr sein wird. So ergeht es mir im Moment mit der Vorfreude auf das neue Album der ehemaligen Superband Asia. Ich will hier nicht lang die Geschichte der Kapelle erzählen. Experten wissen, was Heat of the Moment für Progrock-Fans bedeutet. Es war die einzige Band, die uns im Achtzigerjahre Pop-Zeitalter noch gefallen hat. Aber natürlich war der Glanz von Asia nicht von Dauer. Viele Umbesetzungen und viele mäßige Alben waren die Folge.

Im neuen Jahrtausend horchten wir Fans noch mal kurz auf, als die Originalbesetzung mit John Wetton, Geoff Downes, Steve Howe und Carl Palmer auf Tour ging. Es entstanden ein paar annehmbare Alben und wir waren gespannt, was kommt. Mit Angst reagierten wir auf dem Ausstieg des Gitarristen Steve Howe im Jahr 2012. Er wurde durch Sam Coulson ersetzt. Ein Jüngling, mit seinen knapp 26 Jahren, zupft die Gitarre bei der Altherrenband. Unsere Angst sollte begründet sein, leider.

Für 21. März ist nun ein neues Album namens Gravitas von Asia angekündigt. Die Alben mit A als Anfangsbuchstaben haben wir hinter uns gelassen. Der erste Song bei Valkyrie liegt bereits vor. USAToday durfte als erste das Video zeigen. Und es kam, wie es kommen musste. Ich finde den Song lahm. Gut, er sauber produziert, aber für mich ist der Drive vorbei. Gedreht wurde das Video am Strand von Topanga in Kalifornien.

Aber ich warte erst das Album Gravitas für ein endgültiges Urteil ab. Dennoch bin ich skeptisch. Bei Amazon kann man schon in die ersten Takte der neuen Songs reinhören. Öde, öde und langweiliger Mainstream, was ich da so höre. Wo ist denn die Power? Das Album erscheint in zwei Versionen, als Standard CD und Deluxe Edition. Dazu gibt es u.a, das Valkyrie-Video und eine Live-Aufnähme vom Heat of the Moment mit dem bulgarischen Plovdiv Philharmonic Orchestra, von dem ich noch etwas gehört habe.

Eine Tour ist zudem auch für Europa 2014 geplant, da werde ich mir die alten Herren einmal ansehen. John Wetton hatte ich in den 90er Jahren mal getroffen, als er bei uns im Landkreis spielte. Ein einstiger Weltstar bei uns im nächsten Dorf – soweit sind wir schon gekommen.

Die Songs von Gravitas:

01. Valkyrie

02. Gravitas

03. The Closer I Get To You

04. Nyctophobia

05. Russian Dolls

06. Heaven Help Me Now

07. I Would Die For You

08. Joe Di Maggio’s Glove

09. Till We Meet Again

10. The Closer I Get To You (acoustic bonus)

11. Joe Di Maggio’s Glove (acoustic bonus)

Weltpremiere: „War Horse“ ritt live in 4K über die Kinoleinwand

8. März 2014

In Kooperation mit Sony setzte National Theatre Live neue technische Maßstäbe in der Live-Unterhaltung und übertrug erstmals ein Theaterstück in 4K-Auflösung direkt ins Kino. Gerne hätte ich die Sache gesehen, aber ich konnte nicht dabei sein. Dennoch ist es eine technische Meisterleistung, was sich bei „War Horse“ abspielte. Die auf Michael Morpurgos Roman basierende Geschichte „War Horse“ („Gefährten“) schrieb ein neues Kapitel: Zum weltweit ersten Mal wurde das vielfach preisgekrönte Bühnenstück live in 4K-Qualität übertragen. Am 27. Februar 2014 brachte National Theatre Live (NT Live) „War Horse“ live vom New London Theatre aus ins Kino.

Die Übertragung in Sony 4K war im Curzon Cinema in Chelsea zu sehen . Um den Zuschauern dort das bestmögliche 4K-Erlebnis zu bieten, zeigte das Kino die Aufführung mit einem Projektor von Sony. Für spätere Vorführungen in 4K-Kinos wird das Stück außerdem als 4K DCP erhältlich sein.

SonyPro_War-Horse_2

Der Workflow im Hintergrund

Die Produktionsfirma von NT Live, Creative Broadcast Solutions (CBS), arbeitet mit NEP Visions, langjähriger Partner von NT Live bei Außenübertragungen, und Sony zusammen, um das Theaterstück hinaus in die Welt zu schicken. Dazu setzt die Produktion Super-CineAlta-Kameras PMW-F55 von Sony mit Fujinon Cabrio-Objektiven ein. Für die technische Infrastruktur und den Kamera-Satelliten-Transfer der 4K-Inhalte zeichnet sich NEP Visions verantwortlich, die außerdem eine HD-Version des Stücks aufzeichnen und ausstrahlen.

Die Kameras speisen die 4K-Inhalte in Glasfaseradapter BPU4000 von Sony ein, die gleichzeitig 4K- und HD-Signale generieren. Anschließend gelangen die Feeds weiter zu einem 4K-fähigen Bildmischer, der aus den sechs Kamera-Feeds eine Live-Mischung erzeugt. Darüber hinaus werden Grafiken und Untertitel (nur für die HD-Version) hinzugefügt. Voraufgezeichnete Programminhalte zur Ergänzung liegen auf einem Medien-Server von Sony bereit und werden von dort eingespielt. Die Live-Mischung wird dann an den Satellitenservice-Betreiber Links Broadcast weitergeleitet.

Aufgezeichnet wird der gemischte Feed mit einem Sony MasterDeck. Er kann so archiviert und zu einem 4K-DCP-Master verarbeitet werden, den anschließend Kinos überall auf der Welt nutzen können. Auf zwei zusätzlichen MasterDecks von Sony zeichnet NEP Visions außerdem 4K-ISO-Versionen für den späteren Gebrauch auf. Parallel zur 4K-Präsentation stellt NEP Visions einen HD-Feed bereit, den Links Broadcast im Rahmen des bestehenden Programms von NT Live an mehr als 1.000 Kinos rund um den Globus sendet.

SonyPro_War-Horse_1

4K-Übertragung ins Curzon Cinema in Chelsea

Links Broadcast realisierte die Satelliten-Up- und -Downlink-Funktionen und stellte so die 4K-Signalübertragung vom New London Theatre in das Curzon Cinema in Chelsea sicher. Die 4K-Uplink-Verbindung von Links Broadcast wurde parallel zu dessen HD-Uplink-Verbindung betrieben und ermöglichte die Codierung der eingehenden 4K-Inhalte. Mit vier synchron arbeitenden Encodern des Typs Adtec EN-100 wurde das Eingangssignal über einen Multiplexer DTA3050 von Adtec zu einem einzelnen Transport-Stream kombiniert. Eine 1,5-m-Antenne leitete den Stream vom 4K-Uplink-Wagen von Links Broadcast aus weiter.

Um innerhalb des modulierten 4K-Transport-Streams die bestmögliche Videodatenrate zu erreichen, erfolgte der Uplink des 4K-Signals zum Satelliten SES Astra 3B mit einer Kapazität von 36 MHz.

Per Downlink wurde das eingehende Signal über eine 1,8-m-Empfangsantenne von Links Broadcast an das Curzon Cinema in Chelsea übertragen. Dort leiteten Empfangsdecoder des Typs Adtec RD70 das Signal weiter an das 4K-Kinosystem von Sony. Die decodierten 4K-Bilder gingen direkt an den Sony-Projektor im Curzon Cinema, der im Vergleich zu 2K oder herkömmlichen HD-Fernsehbildern viermal so viele Details abbildet. Sony 4K führte Zuschauer in unerreichte Dimensionen mitreißender Detailfülle und Realitätstreue.

Das Wichtigste war aber, dem Publikum hat es gefallen und sie haben nichts von dem technischen Aufwand mitbekommen. Und ich muss zugeben: Gerne wäre ich bei dem Event dabei gewesen.

Rettet Softimage – oder lasst es sein!

7. März 2014

Softimage

Es war absehbar, doch nun steht es offiziell fest: Die Software Softimage hat keine Zukunft mehr. Besitzer Autodesk hat eindeutig erklärt, dass die Version Softimage 2015 die finale Version sein wird. Sie erscheint am 14. April 2014. Dann ist Schluss mit der 3D-Software. Bis April 2016 wird man den Support aufrecht erhalten. Für die Kreativen bedeutet es, jetzt endlich wechseln zu müssen. Viel bleibt nicht mehr übrig: von Autodesk gibt es Max und Maya, von Maxon noch Cinema 4D, von NewTek noch LightWave und von SideFX noch Houdini und ein paar mehr.

Ich habe noch erlebt, als Softimage noch Hoffnung und frisches Geld von Avid hatte. Es gab einen coolen Stand auf der Siggraph. Die Artists waren voller Hoffnung. Es gab noch eine fette Party und ein T-Shirt. Party und T-Shirt sind Geschichte. Neueigentümer Avid hatte später seine Probleme und wollte Softimage loswerden.

Noch ein toller Stand auf der Siggraph.

Noch ein toller Stand auf der Siggraph.

Autodesk hat sich vom zerfallendenen Avid-Konzern im Oktober 2008 das 3D-Tool geschnappt. Das Teil hat 35 Millionen US-Dollar gekostet. Zum Vergleich: Für Maya zahlte Autodesk an Alias noch 182 Millionen US-Dollar im Jahre 2005. Damals sagte mir der Autodesk-Chef der 3D-Sparte Marc Petit: „Wir beabsichtigen, die Softimage-Produktlinie beizubehalten und auszuweiten und über Autodesk FBX eine bessere Interoperabilität zwischen Softimage-Produkten, 3ds Max und Autodesk Maya zu bieten.“  Nun Marc Petit ist Geschichte bei Autodesk und Softimage wird es auch sein. Im Jahre 1987 ging Softimage an den Start und wurde unter anderem in zahlreichen Blockbustern verwendet wie Jurassic Park, Titanic, Happy Feet, 300, Elysium und The Lego Movie.

Auf der FMX damals noch.

Auf der FMX damals noch.

Im Netz regt sich Widerstand gegen die Entscheidung von Autodesk. Es gibt eine Online-Petition an Autodesk, die Software weiterzuführen. Es ist fraglich, ob die engagierte Aktion von Erfolg gekrönt sein wird. Excel-Fans wie Autodesk lassen sich von Emotionen nicht so leicht überzeugen und 3D-Software nimmt in dem großen Autodesk-Konzern nur einen Randbereich ein – zwar schillernd und Hollywoodlike, aber eben doch nur einen Randbereich.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Autodesk-Manager, als damals Maya von Alias übernommen wurde. Er checkte bei der wichtigsten 3D-Messe Siggraph in sein Hotel ein. Der junge Typ hinter der Hotelrezeption, der ihm den Zimmerschlüssel überreichte, entpuppte sich als überzeugter Maya-Anwender. Und er war sichtlich sauer über den Kauf. Er warf dem Autodesk-Manager etwa folgenden Wortlaut an den Kopf: “Wenn ihr jetzt Maya einstellt, dann setzt es von mir Prügel. Darauf kannst du dich verlassen.” Nun, Maya gibt es noch immer im Autodesk-Konzern. Vielleicht sollten die Softimage-Fans deutlichere Worte finden als eine Online-Petition.

Zeitenwende Abendzeitung – es geht vorbei

6. März 2014

Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Das kam mir als erstes in den Sinn, als ich vom Insolvenzantrag der Abendzeitung München im Netz hörte. Wieder eine weniger, kam mir dann in den Sinn. Um fast alle Kollegen tut es mir leid. Aber ich denke, die Zeitenwende ist nicht aufzuhalten. Von einer Götterdämmerung hab ich sogar gelesen. Na, na, na. Auch wenn sich noch ein Investor findet, ich glaube nicht an die Zukunft des Traditionsblattes, wenn nur der Geldgeber ausgewechselt wird.

Die Abendzeitung ist eine Lokalzeitung und das bedeutet hohe Kosten in der Redaktion und im Anzeigenbereich. Die Abendzeitung nennt gegenüber der großen Schwester SZ als Gründe: “sinkende Anzeigenerlöse, sinkende Leserzahlen, immense Druckkosten.” Und diese Kosten sind der Eigentümerfamilie davon gelaufen. Von bis zu 70 Millionen Euro Verlust seit 2001 spricht man in den Gazetten. 2013 machte die Familie 10 Millionen Miese. Eine Auflage von rund 100.000 Exemplaren reichen nicht aus, um die Kosten zu decken und neue Geschäftsfelder wurden wohl nicht gefunden. Jetzt wurde die Reißleine gezogen und Insolvenzantrag gestellt.

Damit wird es in München wieder eine Zeitung weniger geben und das Sterben im Blätterwald wird damit nicht zu Ende sein. Weitere Zeitungen werden folgen, die vielbeschworene Qualität im Journalismus wird bei diesem Geschäftsmodell weiter abnehmen, weil kein Geld mehr da ist, um gute Arbeit zu bezahlen. Bei der Abendzeitung arbeiten im Moment 40 Redakteure. Mal sehen, wieviele noch bleiben dürfen, falls ein neuer Investor gefunden wird, der sein Geld verbrennen will.

Ich gestehe: Ich war kein Leser der Abendzeitung. Aber ich lese kaum noch Holzmedien und der Online-Auftritt mag vielleicht auf dem richtigen Weg gewesen sein, hat aber wohl nicht eine relevante Reichweite als lokales Medium, die für eine Werbevermarktung ausreicht.

Abendzeitung war für mich immer Michael Graeter.

Abendzeitung war für mich immer Michael Graeter.

Abendzeitung München bedeutet für mich immer Michael Graeter alias Baby Schimmerlos. Seine Kolumnen habe gerne gelesen und mein Onkel vermachte mir ein paar Sammelbände von Graeter. Den Rest kaufte ich bei eBay nach. Doch wie die Promi-Berichterstattung ist auch die Berichterstattung der Abendzeitung für mich erst einmal Geschichte. “Wer reinkomt, das bestimm ich”, so war es beim Baby in Kir Royal. Übrigens, der Graeter liegt mit Schlaganfall im Krankenhaus – auf diesem Wege gute Besserung.

Und wohin geht es? Ich bin davon überzeugt, dass etwas Neues kommt. Und Zeitungen wird es immer geben. Aber ich denke nicht, zu diesem Preismodell. Ich glaube, dass es einen Markt für gut recherchierten Journalismus gibt. Es gibt eine Art von Elite (doofes Wort), die bereit ist, für sauber aufbereitetes Material richtig Geld zu bezahlen, sicherlich bis zu 100 Euro im Monat. Hohe Auflagen wird es nicht geben. Und es wird der Markt an billig produzierten, reichweitenstarken und anzeigenfinanzierten Blätter geben. Dazwischen wird der Markt sich radikal verändern und es wird zu weiteren Schließungen von Traditionsblättern kommen. Die Abendzeitung wird nicht das letzte Blatt sein.

 

Schockierend: WORLD PRESS PHOTO im Einkaufszentrum

5. März 2014

Foto 3

Schockierend sind die Fotos, die ich mir in der Einkaufspassage der Pasing Arcaden angesehen habe. Besonders dramatisch sind die Bilder im Hintergrund zur aktuellen Krise in der Ukraine. Bis zum 15. März 2014 sind die besten Pressefotos des Jahres 2012, eben die World Press Photos, kostenlos zu betrachten. Warnung: Einige Fotos sind extrem hart und sind erst ab 18 Jahren in einer eigenen Ausstellung freigegeben. Daneben sind zahlreiche weniger schockierende Fotos in den Pasing Arcaden ausgestellt – insgesamt große Pressefotografie.

Die Ausstellung ist enorm fesselnd. Die Bilder und ihr Kontext werden mit prägnanten Texten erklärt. Am Wettbewerb 2012 beteiligten sich 5.666 Fotografen mit 103.481 Fotos aus 124 Ländern. 156 Fotos von 54 Fotografen aus 33 Ländern wurden ausgezeichnet. Alle diese Fotos zeigt die Ausstellung. Fotos, die dramatische Kriegssituationen oder den Tod zeigen, werden in einem gesonderten Bereich ausgestellt, der Minderjährigen nicht zugänglich ist. Auf diese Weise können auch die erwachsenen Besucher frei entscheiden, ob sie diese Bilder betrachten wollen.

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WORLD PRESS PHOTO entschied sich für die Präsentation in den Pasing Arcaden, da die Fotos hier einer größtmöglichen Öffentlichkeit und – anders als beispielsweise in einem Museum – ohne Hemmschwellen und Eintrittspreise zugängig sind. Und die Besucher der Pasing Arcaden reagierten konzentriert und interessiert. Ein großes Kompliment für die Centerleitung, die hier etwas Großartiges geleistet hat. Also unbedingt die Ausstellung in Pasing ansehen – es lohnt sich für alle Medieninteressierten.

Die Stiftung WORLD PRESS PHOTO ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die 1955 in den Niederlanden gegründet wurde. Ihr Hauptziel ist die Förderung und Unterstützung der Pressefotografie und des freien Meinungsaustauschs weltweit. Dazu werden u. a. Förderprojekte, Seminare und Workshops für Fotografen, Fotoagenturen und Bildredakteure organisiert. WORLD PRESS PHOTO veranstaltet jährlich den weltweit größten und renommiertesten Foto-Wettbewerb. Im Frühjahr 2014 werden die Bilder für die kommende Ausstellung WPP 2013 ausgezeichnet.

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