Eine Funktion, die mich wirklich vom Stuhl haut, ist AirDrop. Es ist ein Datenaustausch zwischen Lion-Macs, wie er einfacher nicht sein kann. Bisher musste ich Netzwerkverbindungen aufbauen, Dateirechte vergeben, usw. Das muss ich zwar weiterhin, wenn ich im klassischen Netzwerk arbeite. Auch die Bonjour-Technologie ist fein, aber AirDrop sorgt für richtig Spaß Bin ich aber unterwegs, dann gehört AirDrop zur ersten Wahl. Einfach beide User die Funktion AirDrop im Finder oder im Menü „gehe zu“ auswählen und ein stilisiertes Radargerät zeigt, ob der andere User erreichbar ist. Dann einfach nur via Drag & Drop eine Datei nehmen und auf den User ziehen. Darf ich? Ja du darfst und der Käse ist gegessen. Wird die Datei akzeptiert, wird die vollständig verschlüsselte Datei direkt in den Ordner „Downloads“ des anderen geladen. Und das alles ohne WLAN-Router – wenn das nicht der Hammer ist.
Laut einem Apple-Briefing in München ist die Reichweite von AirDrop auf rund 10 Meter begrenzt. Das passt. Ich schaffe es in einem Gebäude AirDrop zu nutzen und es klappt noch besser bei freier Sicht. Ob ein Abfangen einer Datei möglich ist, weiß ich nicht. Apple sagt, die Dateien seien zwischen den Rechnern verschlüsselt. Das mag ich mal glauben.
AirDrop bedeutet etwa Versorgung aus der Luft und meiner Meinung nach, deutet Apple hier einen Weg der Zukunft bei seinen iOS-System an. Es wäre genial, wenn ich das iPad und iPhone via AirDrop betanken kann und anders herum. AirPlay und AirPrint sind ja durchaus Dienste an die ich mich beim iOS gewöhnt habe. Dann hört auch das blöde Gemecker auf, das iPad habe keine Schnittstelle für USB-Sticks. Aber das ist natürlich reine Spekulation.
Ein kleines Manko hat allerdings auch AirDrop. Leider funktioniert das Features nicht auf allen meinen Macs im Hause, obwohl Lion geladen ist. Grund dafür ist, dass der im Mac verwendet WLAN-Chipsatz die AirDrop-Technik unterstützen muss. Einige meiner Rechner sind zu alt dafür. Apple hat ein Support-Dokument veröffentlicht, wo die Geräte beschrieben sind. Hier die Rechner im Einzelnen: MacBook Pro (Late 2008 or newer), MacBook Air (Late 2010 or newer), MacBook (Late 2008 or newer), iMac (Early 2009 or newer), Mac Mini (Mid 2010 or newer), Mac Pro (Early 2009 with AirPort Extreme card, or Mid 2010), MacBook Pro (17-Inch Late 2008) and the white MacBook (Late 2008) do not support AirDrop.
Als Star Trek-Fan liebe ich den Universalübersetzer. Treffen die Trekkies auf eine fremde Spezies kommt der Übersetzer zum Einsatz und alle verstehen sich. Das ist Science Fiction. Aber so weit ist die Zukunft nicht entfernt. In einem sehr lesenswerten Artikel von Sascha Lobo stieß ich auf eine geniale iPhone-/iPad-App mit Namen WordLens von Quest Visual. Die App könnte die Basis für einen Universalübersetzer sein. Derzeit funktioniert die App in zwei Richtungen: Englisch und Spanisch. Ich halte mein iPhone auf ein englisches Schild und das System übersetzt die Schrift automatisch ins Spanische. Es ist der Hammer. Und anders herum. Natürlich ist es noch nicht super ausgereift, aber die Idee ist genial. Es fehlen noch weitere Sprachen. Die ganze Übersetzerei findet natürlich in der Cloud statt – also eine weitere Nutzung von Cloud Computing.
Ich hatte die Veranstaltung „Kunst und Handwerk im Stadl“ irgendwie anders in Erinnerung. Als ich vor gefühlten 100 Jahren in Anzhofen im Landkreis Fürstenfeldbruck war, da war die Veranstaltung „Kunst und Handwerk im Stadl“ eine Scheune und ein paar Stände. Und heute? Es ist eine große Ausstellung rund um Kunst und Handwerk geworden. Zum 16. Mal haben die Organisatoren eingeladen. Und es ist ein Publikumsmagnet geworden. Die Kulisse ist einzigartig: ein alter Bauernhof mit hohen Stadlgebäuden, einer üppigen Sommerlandschaft mit Obstgärten und Blumen- und Gemüsebeeten.
Ich besuchte die gelungene Veranstaltung, um ein paar neue Impressionen und Ideen zu bekommen. Es wurden dieses Jahr wieder über 80 Aussteller aus ganz Deutschland und Italien von einer Jury ausgewählt. Hochwertiges Kunsthandwerk aus verschiedensten Materialien und Bereichen, sowie Bildhauerarbeiten und Malerei von unterschiedlichen Künstlern werden präsentiert. Die Palette reicht von Plastiken, Skulpturen und Objekten bis hin zu Goldschmiedearbeiten, Textiles, Metallkunst, Holz, Keramik, Papier, Raku, Lederarbeiten, Glaskunst, Gartenobjekte. Rund 80 Aussteller kamen zwei Tage aufs Land und mehrere Tausend Besucher kamen aus ganz Oberbayern. Darunter auch die üblichen Verdächtigen mit Jutebeutel und Brotsack. Ich habe einen kleinen Film mit dem iPhone gedreht. Viel Spaß.
Es ist fast wie Magie und es haute mich aus den Socken. Forscher der Uni Saarland haben eine Software entwickelt, die passende Musik für die Vertonung von Fotoserien und Videos findet.
Das löst das Musikproblem vieler Amateure. Aus dem Urlaub bringt jeder gerne schöne Fotos von Städten, Sandstränden oder Menschen mit. Wer diese dann mit Musik untermalt dem Freundeskreis zeigen will, sucht oft stundenlang nach den dazu passenden Musikstücken. Diese Aufgabe übernimmt der Computer jetzt völlig eigenständig. Informatiker des Saarbrücker Exzellenzclusters haben dafür eine Software entwickelt, die automatisch für Fotos und Videoausschnitte die geeignete Musik findet. Mit lizenzfreier Musik kann man das Verfahren mit Namen „Picasso“ schon testen. In einigen Wochen wird es außerdem eine Anwendung für das iPhone geben, die als Quelle die auf dem Handy gespeicherte Lieblingsmusik nutzt. Als Lizenzfreie Musik empfehle ich hier ausdrücklich die Audiotracks von Dosch Audio. Hier kann man die Forschungsergebnisse der Informatiker einmal ausprobieren.
Filmer und 3D-Artist wissen: Passt die Musik zu den Bildern, ist die halbe Miete bereits gemacht. Musik und Bild gehören einfach zusammen. Zum romantischen Foto vom Palmenstrand könnten schmachtvolle Liebeslieder passen, eine Kanufahrt durch wilde Schluchten würde man eher mit temperamentvollen Werken inszenieren. „Filmregisseure achten in der Regel sehr genau darauf, welche Melodie auf eine Szene passt. Damit auch der Computer selbstständig die geeignete Musik für eine Bilderserie findet, haben wir einige Dutzend Filme angeschaut und ihre Soundtracks ausgewertet. Daraus entstand eine Datenbank mit mehreren tausend Bildern und der dazu passenden Musik“, sagt Sebastian Michel, Leiter einer Forschergruppe am Exzellenzcluster der Saar-Uni.
Über ein ausgeklügeltes Rechenverfahren gleicht der Computer diese Bilder mit den Urlaubsfotos ab. Anhand des gespeicherten Soundtracks begibt sich die Picasso-Software dann auf die Suche nach Musikstücken, die mit hoher Wahrscheinlichkeit die Atmosphäre der Aufnahme passend untermalen. „Die Trefferquote unseres Systems ist erstaunlich hoch. Allerdings kann es häufig vorkommen, dass nicht gleich der erste Treffer perfekt passt. Fehler entstehen meist dann, wenn der Betrachter mit dem Foto verschiedene Gefühle verbindet. Ein einsames Haus zum Beispiel kann der eine mit romantischen Abenden verbinden, der andere denkt nur an gespenstische Nächte“, erläutert der Informatiker. Picasso schlage daher immer mehrere Musikstücke vor, aus denen der Benutzer dann das passendste auswählen kann.
Der Saarbrücker Wissenschaftler will gemeinsam mit seinem Doktoranden Aleksandar Stupar die Software weiter verbessern, damit sie auch für Videosequenzen und die Untermalung von Hörspielen genutzt werden kann. „Wir haben dafür bereits Regiebücher von Filmen ausgewertet und die Szenenbeschreibungen mit der Filmmusik abgeglichen. Auf dieser Datenbasis kann man auch für gesprochene Texte eine geeignete Hintergrundmusik recherchieren“, meint Sebastian Michel. In den kommenden Wochen werden die Informatiker außerdem eine Anwendung für das iPhone programmieren, mit der jeder seine Urlaubsfotos mit Musik untermalen kann, die in der eigenen Mediathek gespeichert ist. „Auf unserer Webseite bieten wir die Picasso-Software außerdem zum Ausprobieren mit lizenzfreien Musikstücken an. Das schränkt die Bandbreite im Musikgeschmack derzeit noch ein. Wir können uns aber vorstellen, dass das Computerprogramm auch für kommerzielle Musikanbieter von Interesse ist“, sagt Michel. Die Wissenschaftler werden das Verfahren im Juli auf einer der weltweit wichtigsten Konferenzen für Informationssuche und Wissensdatenbanken, der ACM SIGIR 2011 in Beijing (China) vorstellen.
Sebastian Michel
leitet eine Forschungsgruppe am Saarbrücker Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction“ und forscht auch am Max-Planck-Institut für Informatik. Der Exzellenzcluster wird seit 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gefördert. Die Wissenschaftler erforschen dort, wie man multimodale Informationen wie Texte, Audiodateien, Videos und Bilder noch effizienter organisieren, verstehen und durchsuchen kann. Neben der Universität des Saarlandes sind am Exzellenzcluster das Max-Planck-Institut für Informatik, das Max-Planck-Institut für Softwaresysteme und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz beteiligt. Ich finde diese Technik kann der volle Hammer werden.
Für kleine Drehs bin ich einfach zu faul die großen HD-Kameras mitzuschleppen. Für manche Aufträge, die nur auf YouTube veröffentlicht werden, reicht mein iPhone 4 durchaus als Kamera aus. Der Nachteil ist natürlich die enorme Verwacklung beim Filmen. Selbst der Puls oder der Herzschlag ist bei den iPhone-Aufnahmen zu bemerken. Diese Wackelei kann ja manchmal ein Underground-Feeling erzeugen, manchmal stört sie einfach nur. Aus diesem Grunde habe ich mir eine Steadicam-Halterung Steadicam Smoothee für das iPhone 4 zugelegt. Ich bin rundum zufrieden.
Das System federt Stöße ab und sorgt für verwacklungsfreie Aufnahmen. Nun kann ich eindrucksvolle Aufnahmen mit dem iPhone in Szene setzen. Das erste Mal als ich Steadicam-Aufnahmen im Kino gesehen habe, war das bei Stanley Kubricks The Shining im Jahre 1980. Hier erzeugte die Kamera einen wahren Sog und zog mich in das Geschehen. Damals war die Steadicam-Ausrüstung sauschwer und sauteuer, aber Garrett Brown, der auch Erfinder des Systems – eine Art Daniel Düsentrieb der Kameratechnik, war, überzeugte mich. Auf vielen Veranstaltungen wie die NAB oder die IBC schaute ich mir Steadicam-Versionen an. Das deutsche Unternehmen P+S-Technik hatte sogar ein FreeStyle Rig für Stereo3D-Kameras. Das ist natürlich völlig überdimensionalisiert für meine Bedürfnisse. Mir reicht die low End Version Steadicam Smoothee erst einmal aus. Die Betonung liegt auf erst einmal.
Wichtig ist, dass der Kopfhöreranschluss frei bleibt, um Mikros anzuschließen.
Irgendwie habe ich es geahnt, aber jetzt ist es Wirklichkeit geworden. Die MACup wird eingestellt. Im Juni erscheint das letzte Heft des traditionsreichen Magazins, das über 30 Jahre die Mac-Szene begleitet hat. Die MACup war meine zweite Chefredaktion und die alte Tante MACup war eine gute Zeitschrift. Aber jetzt ist es vorbei. Die Neue Mediengesellschaft Ulm (NMG) hat das Aus verkündet, da es für ein Pro-Magazin im Apple-Umfeld keinen Platz mehr gebe. Egal, der Markt hat entschieden.
Ich erinnere mich gut, als wir uns redaktionsintern den neuen Anforderungen des Marktes gestellt haben und ich bin überzeugt, damals die richtigen Weichen gestellt zu haben. Jedes Jahr bin ich nach San Francisco gepilgert und habe mir Steve Jobs Keynote reingezogen. Und ich war jedes Mal begeistert. Nur einmal traf mich eine Ankündigung von Jobs ins Mark. Als er seine Firma Apple Computer Inc. in Apple Inc. umwandelte. Der Weg zu einer Consumer Eletronic-Company nach dem Vorbild von Sony war vorgezeichnet. Meine Bedenken wurden damals von der Geschäftsführung des Verlages nicht geteilt. Für mich war es aber konsequent, nach neuen Ufern Ausschau zu halten. Ich bin zwar ein Apple Fan, aber es ist für mich deutlich wichtiger über einen XServe zu schreiben als über einen iPod. Egal, der Markt hat entschieden.
Als Konsequenz dieser Entwicklung, mehr und mehr Consumergeräte von Apple in einer Pro-Zeitung zu veröffentlichen, schufen wir ein neues Ressort, quasi ein Heft im Heft: Die iMACup. Innerhalb der MACup sollte es ein cooles Magazin geben, dass sich um Consumerprodukte der Firma Apple kümmert. Dieser Teil sollte wachsen und wachsen und schließlich irgendwann als eigenständiges Magazin ausgegliedert werden. Ich beauftragte meinen Redakteurskollegen Michael Krimmer dafür, weil er sich in der Welt der iGeräte wohlfühlt. Das war die richtige Entscheidung, schließlich ist Michael Krimmer heute der erfolgreichste Autor von iPhone- und iPad-Büchern. Wir haben sogar mal zusammen ein Buch veröffentlicht zum Thema Nike+ iPod, von dem ich noch ein paar Exemplare im Keller hab. Das Konzept ging auf. Aus der iMACup wurden später die beiden Zeitschriften „iPhone & Co“ und „iPad & Co“, die beide von der NMG jetzt weitergeführt wurden. Egal, der Markt hat entschieden.
Zudem versuchte ich, der konservativen Leserschaft der MACup neuen Lesestoff anzubieten. Das traditionell im Print-Publishing beheimate Klientel wollte ich mit Bewegtbild und 3D vertraut machen. Aber es ist schwer, ein kreatives Papierpublikum für neue Medien zu begeistern. Ähnlich geht es Firmen wie Adobe, die eine Konvergenz der Produkte anstreben, aber die Kundschaft folgt nur störrisch den Weg. Ich erinnere mich gut an Gesprächen mit Lesern auf einer Convention: Sie waren sauer, dass in Photoshop es jetzt einfacher war, Sachen freizustellen und dies per Knopfdruck. Wie solle man den Kunden dann die hohen Stundensätze der Druckvorstufe erklären? Der Leser war stinkig, dass wir die neuen Features abdrucken. Egal, der Markt hat entschieden.
Der konsequente Aufbau und Ausbau von Online wurde nicht begangen. Man wollte lieber analoge Dollars statt digitalen Pennys, wie es so schön heißt. Die Mannschaft wollte damals Richtung online, um zu überleben. Egal, der Verlag hat entschieden.
Ich bin ausgestattet mit allen Arten von eBook-Reader und jetzt brauche ich nur noch Bücher. Zwar kann ich durch Netz surfen und hier und da PDF, oder ePubs einsammeln oder dank völlig überholter Buchpreisbindung den Verlagen Geld in den Rachen schmeißen. Aber so richtigen Spaß macht es nicht. Da kam mir ein Buch mit dem Titel Bücher gratis für iPhone, Kindle & Co.- So erhalten Sie kostenlos die interessantesten E-Bookss in die Hände. Autor ist ein gewisser Maximilian Buckstern, was auf ein Pseudonym hindeutet. Hinter ihm verbirgt sich ein Insider der Verlagsbranche, der sich wirklich auskennt. Nach Recherchearbeit hab ich den wahren Namen aufgedeckt, doch er bat mich, das Geheimnis nicht zu lüften. Den Gefallen kann ich der Person tun, denn auf den Inhalt kommt es an.
Und der Inhalt des Buches hält genau, was er verspricht. Ich finde Bücher, Unmengen an Büchern für mein digitales Lesegerät, sei es Sony Reader, iPad oder Kindle. Zunächst lichtet Autor das Gewirr der unterschiedlichen Formate und stellt die jeweiligen Vor- und Nachteile da. Zudem gibt es einen kurzen Überblick an Hardware mit allen relevanten Fakten. Das Beste sind aber die Downloadquellen für Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. Diese Quellen gibt es auch in einer alleinigen, preiswerten ePub-Ausgabe für die Sparfüchse unter uns. Ich bevorzuge aber die 2 Euro teure Ausgabe mit mehr Hintergrundinfos.
Das Buch ist zu recht erfolgreich. In der Amazon-Bestellerliste ist es ziemlich weit vorne. Als ich diese Kritik schreibe, liegt das Buch auf Platz 31 im Kindle-Shop. Da zeigt sich, dass sich guter Content durchsetzt und auch nicht teuer sein muss.
Was mich massiv interessiert hat, ist übrigens das Kapitel „eBooks ohne Verlag selbst veröffentlichen“. Ich werde das Projekt angehen und einen Selbstversuch starten. Warum soll sich denn jemand an meinen Content eine goldene Nase verdienen? Für diesen letzten Anstoß bin ich dem Autoren Maximilian Buckstern persönlich dankbar.
Update: Jetzt ist das Geheimnis offiziell gelüftet: Maximilian Buckstern ist Hans-Joachim Jauch: Er hat ein wunderbares Interview dem Buchreport gegeben.
Seit ich mein iPad 2 hab, lese ich verstärkt wieder Bücher in digitaler Form. Ich habe sie bereits am ersten iPad und am Sony Reader gelesen, doch das iPad 2 ist schön leicht und angenehmen. Zum Kauf eines Kindle hab ich mich noch nicht hinreißen können. Ich habe von einem Ausleihsystem von Bücher auf Kindle-Basis gelesen, aber das System gibt es meines Wissens nur in den USA. Aber gerade im Land der Dichter und Denker sollten wir öffentliche Stadtbibliotheken in eine digitale Zukunft herüberretten. Meine Kinder lieben die örtliche Bücherei, aber es wäre schön, wenn diese mit der Zeit geht, sonst geht sie mit der Zeit.
Da ist mir das System Onleihe positiv aufgefallen und ich hab mir es näher angeschaut. Die Onleihe ist ein Angebot verschiedener Stadtbibliotheken in Deutschland und darüber hinaus. Dieser Service ermöglicht es mir als Nutzer einer Stadtbibliothek, über die jeweilige Homepage digitale Medien mit meinem Bibliotheksausweis auszuleihen. Inzwischen haben sich über 200 Büchereien diesem System angeschlossen. Es ist noch nicht der Hammer, aber zumindest ein Anfang. Im Bestand sind eBooks, ePaper, eMagazine sowie Audio und Musik.
Ich kann mir die Bücher mit einem iPad, iPhone oder Mac holen und brauch nur die entsprechende App Onleihe aus dem iTunes-Store – und ich muss zumindest einmal in meiner Bibliothek vor Ort sein, um einen Ausweis zu bekommen. Die Bücher liegen im ePub-Format vor. Diese kann ich dann mit dem kostenlosen Bluefire Reader lesen, der das Adobe DRM unterstützt.
Was mich am meisten freut, ich muss die Bücher nicht mehr zurückgeben. Ist meine Ausleihdauer überschritten, wird das Buch automatisch zurückgegeben und ich kann es nicht mehr öffnen. Das DRM macht es möglich. Jetzt muss nur noch meine Dorfbücherei Mitglied werden.
Aufmerksame Beobachter werden in jüngster Zeit verschiedene schwarzweiße Quadrate mit Strichmustern in der Öffentlichkeit bemerken, die ihnen auf Postern oder auf Postkarten begegnen. Das ist ein QR-Code. Das Teil ist ziemlich alt, bekommt aber durch Social Media ein neues Revival. Der QR-Code (engl. Quick Response, „schnelle Antwort“, als Markenbegriff „QR Code“) ist ein zweidimensionaler Strichcode (2D-Code), der von der japanischen Firma Denso Wave im Jahr 1994 entwickelt wurde, sagt uns Wikipedia.
Hinter dem Code verbirgt sich in der Regel eine Webadresse. Der User braucht nur noch ein entsprechendes Lesegerät und kann den Code einscannen und wird sofort weitergeleitet. Das ist simple, genial und einfach. Mein iPhone verfügt über eine Kamera und die App i-nigma, die ich verwende, erkennt den Code sofort und zack bin ich auf einer Website. Das ist bequemer als ein stumpfsinniges Abtippen von WWW-Adressen.
In der Regel werden diese QR-Codes benutzt, um Usern ein Angebot auf einer Website zu machen. Böse Leute könnten natürlich darüber mein Smartphone angreifen.
QR-Code in einer Ausstellung.
Neulich habe ich aber einen noch besseren Einsatz gesehen. QR-Codes in einer Ausstellung. Sie kennen das? Sie laufen durch eine Ausstellung und finden ein Exponat interessant. Auf einer viel zu kleinen Tafel steht dann in Deutsch und Englisch, was der Künstler uns sagen wollte. Aber in der Regel sind die Texte zu kurz und dadurch nur oberflächlich. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Objekt geschieht mangels Informationen nicht. Ich müsste im Katalog nachlesen, was ich aber in der Regel nicht mache, weil ich zu faul oder schon wieder abgelenkt bin.
Da kommt der QR-Code ins Spiel. In einer Kunstausstellung von Jin-Ho Jeton auf der FMX in Stuttgart habe ich unter den Bildern den QR-Code gesehen. Ich wurde auf die Website des Künstlers weitergeleitet und konnte so mehr über die Beweggründe erfahren. Das war eine Kunstausstellung, die ich wirklich genossen habe. Sie hat mir die Augen geöffnet. Kunst bleibt nicht nur an der Oberfläche, sondern geht in die Tiefe, fordert Emotion und Intellekt gleichermaßen.
An der FH habe ich zudem ein Plakat gesehen, auf dem der Prof seine Skripte und das Vorlesungsverzeichnung über einen QR anpreist. Die Idee finde ich großartig. Kritiker werden sagen, dass QR wieder Leute ausgrenzt, die eben kein internetfähiges Mobiltelefon haben. OK, Einspruch akzeptiert, aber ich mach trotzdem weiter.
Ich werde das QR-Thema gleich umsetzen. Im Oktober darf ich eine große Frisurenshow, die HAARE 2011, mitorganisieren. An einem Stand hängen dort zahlreiche aktuelle Frisurenbilder. Friseure aus ganz Deutschland besuchen die Veranstaltung und den Stand. Dort diskutieren sie in der Regel, wie die Frisur geschnitten wird. Bisher konnte ich aus optischen Gründen keine Erklärungen unter die Bilder hängen. Aber dank dem QR-Code kann ich die Ausstellung virtuell weiterführen und Schnitttechniken erläutern. QR-Software gibt es kostenlos im Web. Im Moment verwende ich diesen kostenlosen QR-Generator goqr und bin gut gefahren.
Wie heißt der Spruch bei Apple? Dafür gibt es doch eine App. Aber es gibt Apps, die braucht die Welt nicht und die halte die Blitzer.de App für moralisch falsch. Der mobile Blitzerwarner läuft in der Version 1.1 auch im Hintergrundmodus – andere Apps können gleichzeitig genutzt werden. Dank des Updates des kostenlosen Blitzerwarners können Nutzer eines iPhone oder iPad mit GPS Unterstützung neben der Blitzer.de App nun auch gleichzeitig andere Apps verwenden. Das ist technisch fein, aber moralisch falsch. Warum wird überhaupt geblitzt? Weil irgendwelche Idioten mit ihren Fahrzeugen zu schnell fahren. Warum soll man diese Gesetzesbrecher warnen? Wer zu schnell fährt, der soll bestraft werden. So einfach ist das.
Groß erklären die Hersteller MECOMO und Eifrig Media: Mit der Blitzer.de App gehört für Autofahrer Punkte sammeln der Vergangenheit an. Schade, sag ich. Vielleicht helfen Punkte in Flensburg Menschenleben zu retten. Aber Menschenleben interessieren wohl nicht, wenn es für freie Fahrt freie Bürger geht. Die bereits über 600.000 Mal heruntergeladene App empfängt in Echtzeit Meldungen der stetig wachsenden Community auf www.blitzer.de und warnt vor mobilen Geschwindigkeitskontrollen sowie allen stationären Blitzern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mehr als 40.000 stationäre Geschwindigkeits- und Ampelblitzer sowie Section Controls aus der weltweit Blitzerdatenbank von SCDB.info machen die Blitzer.de App zu einem Begleiter für alle Autofahrer, die sich nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten wollen.
Mit dem Update auf die Version 1.1 ist es nun möglich, die Blitzer.de App nicht nur im Vordergrund-, sondern auch im Hintergrundmodus laufen zu lassen, sodass während der Fahrt neben der Blitzer.de App eine andere App gestartet werden kann. Sobald sich in der Nähe und in Fahrtrichtung des Autos ein Blitzer befindet, erscheint ein Pop-up, das den Benutzer rechtzeitig und in Intervallen vor einer gemeldeten Radarfalle warnt (in 1000m, in 500m, etc). Schließt man das Pop-up, kann man die aktive (andere) App weiter nutzen. Lässt man sich hingegen die Details anzeigen, erscheint der Blitzertyp und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, der Straßenname (in der Ortschaft mit Hausnummer) und ein optischer Hinweis, wie weit der Blitzer noch entfernt ist.
Um insbesondere im Ausland die Kosten für eine Datenverbindung sparen, kann man zwischen Online- und Offline-Modus wählen. Im Online-Modus werden alle 5 Minuten die neuesten mobilen Blitzer automatisch geladen. Der Offline-Modus, der vor festen Blitzern warnt, ist dagegen vor allem im Ausland nützlich. Bei diesem fallen keine Roaming-Kosten an, da keine Datenverbindung aufgebaut wird.
Auch die Meldung eines mobilen Blitzers ist über die App komfortabel möglich. Mit der Berührung des Symbols in der Mitte der App öffnet sich ein Fenster und die aktuelle GPS-Position wird gespeichert. Und hier sehe ich meine Chance. Ich werde Blitzer an allen Ecken und Enden melden. Um die Fahrt ohne Unterbrechung fortzusetzen, können fehlende Daten wie die erlaubte Höchstgeschwindigkeit später eingetragen werden. Um Missbrauch vorzubeugen, wird jede Meldung redaktionell überprüft. Das wollen wir doch mal sehen. Unsere Kinder werden es uns danken