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Merida – Legende der Highlands als Film und Konzeptbuch

14. November 2012

Obwohl Brave oder wie er seltsamerweise in Deutsch heißt Merida – Legende der Highlands nicht der absolute Blockbuster von Pixar war, mag ich ihn trotzdem, wie ich hier geschrieben habe. In wenigen Tagen am 5. Dezember wird der Film auf DVD/Blu ray veröffentlicht und ich werde mir gleich meine Kopie für die Weihnachtsferien sichern. Als Schottlandfan muss ich natürlich Brave haben.

Die bewährte Marketingmaschinerie von Disney läuft bereits auf Hochtouren. Pünktlich zu Weihnachten holt der gelockte Rotschopf uns die Schönheit und Mythen der schottischen Highlands auf den heimischen Bildschirm.

Kurz zur Handlung: Inmitten der rauen Wildnis der schottischen Highlands träumt die talentierte Bogenschützin Merida davon, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Doch im Hause des schottischen Königs hat nur eine das Sagen – Meridas Mutter, Königin Elinor. Und die hat eine ganz klare Vorstellung davon, wie die Zukunft ihrer Tochter aussehen soll: Das aufmüpfige Mädchen mit den wilden roten Locken soll möglichst bald unter die Haube, vermählt werden mit einem der Clan-Söhne aus dem Königreich. Also lädt Elinor den klobigen Lord MacGuffin, den mürrischen Lord Macintosh und den streitsüchtigen Lord Dingwall und ihre Söhne zu Highland Games ein. Der Sieger des Bogenschießwettkampfes soll Merida zur Frau bekommen, doch sie verlangt als Erstgeborene des Königs selbst teilnehmen zu dürfen und beleidigt durch ihren Sieg die anderen Clans. Die Lords schäumen vor Wut. Als Merida nach einem Riesenkrach mit der Mutter voller Zorn auf ihrem Pferd in den Wald flüchtet, nehmen die Dinge ihren unheilvollen Lauf. Ein magischer Fluch fordert all ihre Kräfte und ihren Mut, wenn sie ihre Familie und ihr Königreich retten will … Dann kommt noch ein fetter Schuss des misslungenen Disney-Films Bärenbrüder hinzu, aber mehr will ich nicht verraten.

Alle Rothaarigen sind eingeladen, sich den Film anzusehen.

Alle Rothaarigen sind eingeladen, sich den Film anzusehen.

Bereits drei Tage vor Veröffentlichung rührt Disney nochmals die Werbetrommel. The Walt Disney Company und Maria Okon, die deutsche Repräsentantin des Redheaddays in den Niederlanden, laden alle Rothaarigen ein, am 2. Dezember in Berlin zur exklusiven Filmvorführung ein. Das Kino ist das CineStar Berlin – CUBIX am Alexanderplatz Rathausstraße 1 10178 Berlin. Achtung: Der Einlass erfolgt ausschließlich über Gästeliste. Wer sich spätestens bis zum 23. November 2012 bei rothaarige.berlin@gmail.com meldet und rote Haare hat, ist mit dabei.

Naja, ich bin blond und zudem in Bayern, also muss ich wohl auf mein Abendteuer von Mark Andrews (Story Supervisor „Die Unglaublichen – The Incredibles“ und „Ratatouille“) und Brenda Chapman („Der Prinz von Ägypten“) warten. Vielleicht melde ich mich trotzdem an und setze eine rote Perücke auf. Ich hoffe, die Crew von Disney schmeißt mich nicht raus Aber vielleicht warte ich doch auf die Bu ray. Ich freue mich besonders auf die Special Features. Neben den Kurzfilmen La Luna und Die Legende von Mor’du gibt es insbesondere auf den Blu-ray-Editionen zahlreiche Extras.

Bis es soweit ist, widme ich mich ausgiebig dem Buch The Art of Brave. Wer diesen Blog kennt, weiß, dass ich diese Art of-Bücher liebe. Als Freund von CGI und 3D-Animation sind mir Zeichungen und Skizzen wichtig. Hier zeigt sich, ob die Figuren durchdacht sind. Und das sind sie im Falle von Pixar in der Regel immer. Vor allem die Konzeptzeichungen der schottischen Natur haben es mir als Schottland-Fan angetan. Mit welcher Detailliebe und -versessenheit die Künstler bei ihrer Arbeit vorangehen, ist phänomenal. Anhand von zahlreichen Locationfotos entsteht auf Papier ein fanatsievolles Schottland von Merida. Die stimmungsvollen Highlands mit ihren Schlössern versetzen mich in eine andere Welt. Und dann ist natürlich das Energiebündel Merida mit ihrem feuerrotem Haar und durchdringenden, wachen Augen. Die Personen sind schön skurill und haben Charakter. Und das ist die Stärke von Pixar: Figuren mit Charakter. Jeder Pixarfilm konnte davon profitieren, auch Merida. Beim Schmökern des Buches The Art of Brave bekomme ich wieder Lust auf den Film. Klare Kaufempfehlung für Film und Buch.

Festival of Lights – ich war dabei

18. Oktober 2010

Als Jugendlicher war ich ein Fan der sphärischen Klängen der britischen Kapelle Pink Floyd und ich verschlang Literatur über ihre Auftritte, die mit viel Licht und Nebel in Szene gesetzt waren. Dieses Gefühl hatte ich bei meinem jüngsten Besuch in Berlin, er zufällig mit dem 6. Festival of Lights zusammenfiel. Trotz Kälte machte ich mich nachts auf zum Potsdamer Platz und genoss ein Meer von Licht und Farbe. Die Hotels der Hauptstadt waren mit Lichtkanonen angestrahlt. Psychedelische Muster tanzten über die Häuserfassaden. Genau so hab ich mir eine Lightshow von Pink Floyd vorgestellt – jetzt bekam ich sie 2010 zu sehen. Die Musik kamen allerdings vom iPod – ich hatte nur Meddles und Atom Heart Mother dabei. Doch es war ein Erlebnis. Brandenburger Tor, Adlon Hotel – und das Dach vom Sony Center erinnerte mich an die Mutter aller Raumschiffe – an Spielbergs „Unheimliche Begegnung mit der Dritten Art“. Leider hatte ich den genialen Soundtrack von John Williams nicht dabei und so sehr ich mich bemühte, ich fand keinen Francois Truffaut, der auf dem Keyboard mit Außerirdischen kommunizierte.

Also nahm ich das iPhone 4 und hielt einige Eindrücke des Festival of Lights auf Video fest. Zu Hause schnell geschnitten und die neue Hollywood Musik von Dosch Design verwendet und bei YouTube hochgeladen.

Das Festival of Lights schärft den Blick für die kontrastreiche Einzigartigkeit Berlins: Historische Wahrzeichen und moderne Architektur – die Stars der Hauptstadt werden für knapp zwei Wochen erstrahlen. 2010 setzt das internationale Public Event seine Akzente auf Kunst und Wissenschaft in und aus Berlin. Neues offizielles Festival-Zentrum und damit Dreh- und Angelpunkt des 6. Festival of Lights ist das Quartier Potsdamer Platz.

Nächtliche Spaziergänger werden die berühmte Flaniermeile „Unter den Linden“ als Indian Summer Allee erleben und sich am Gendarmenmarkt in einer mediterranen Atmosphäre wiederfinden. Erstmals beim Festival dabei sind u.a. das Westin Grand Berlin mit einer 3D-Projektion und die Amerikanische Botschaft.

Im Zentrum der Stadt wartet auf Festival-Begeisterte eine besondere Überraschung: Der Star-Designer Wolfgang Joop wird den Berliner Dom in „neue Kleider“ hüllen. Dafür stellt Joop exklusiv Entwürfe seiner WUNDERKIND-Frühjahrskollektion 2011 zur Verfügung; die zwölf Motive werden im Rahmen des Festival of Lights auf die Fassade des Berliner Doms projiziert. „In Berlin sind es die Kontraste und das Unfertige, was mich so fasziniert. Umso schöner in dieser Stadt direkt im Zentrum eines der prominentesten und geschichtsträchtigsten Gebäude mit den WUNDERKIND Stoffprints für die Nächte des „Festival of Lights“ bestrahlen zu dürfen. Mitten im goldenen Herbst lasse ich einen „spring break“ feiern!“, so der international gefeierte Modedesigner Wolfgang Joop. So golden war der Herbst allerdings nicht – es war saukalt und dann regnete es auch noch.

Das Brandenburger Tor wird zur Plattform für die Botschaften des Berliner Wissenschaftsjahres 2010. Das Festival of Lights rückt mit einer Illumination des berühmtesten Wahrzeichen Berlins die Bedeutung von Wissenschaft, Forschung, Freiheit des Denkens und der Neugier ins öffentliche Bewusstsein.

Wer braucht da noch eine Pink Floyd-Show?

 

Das Brandenburger Tor beim Festival of Lights in Licht gehüllt.

Das Brandenburger Tor beim Festival of Lights in Licht gehüllt.

 

Wir sind Social Media-Schlusslicht, schade!

5. November 2009

Ich bin ein wenig entsetzt über den Mediennachwuchs. Vor kurzem war ich als Diskussionsteilnehmer bei einer Runde der SAE Alumni Conference in Berlin eingeladen. Starke Veranstaltung, deren Besuch sich lohnt. Mit auf dem Podium unter anderem die werten Kollegen Klaus Eck und Carlo Blatz.

Wir priesen die Möglichkeiten des Webs und von Social Media. Der Saal war mit rund 50 jungen Leuten, zumeist Medienstudenten der SAE von verschiedenen Schulen besetzt. Vernetzung wird bei der SAE groß geschrieben. Gegen Ende der Diskussion stellte ich zwei entscheidende Fragen an das Publikum: „Wer von euch bloggt?“ und „Wer von euch twittert?“ Und: Nur zwei von 50 Zuhörern meldeten sich. Sagt mal Freunde, auf was wartet ihr denn eigentlich?

Nur Studieren alleine reicht wohl nicht, um in den Medien unterzukommen. Als Medienschaffende habt ihr heute alle Chancen der Welt, weil die Produktionsmittel quasi umsonst sind. Doch die Damen und Herren im Publikum warten wohl noch darauf, dass ein Verlag, Sender oder Anstalt bei ihnen anklopft und sagt: „Bitte, bitte komm zu uns.“ Träumt einfach weiter, so ist mein Job nicht in Gefahr.

Aber das mangelnde Engagement bestätigt eine neue Studie von Lightspeed-Research. Diese zeigt: Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn sind wir Deutschen die größten Social Network-Muffel. Laut Lightspeed-Research haben nur ein Drittel aller deutschen Nutzer in den vergangenen Monaten ein Profil in einem Social Network eingestellt.

Am aktivsten bei Xing, LinkedIn, Facebook und Co. waren die russischen Nachbarn mit 48 Prozent, gefolgt von den Briten von der Insel mit 47 Prozent. Am Ende der Reihe ist Frankreich mit 29 Prozent. Wir sind vorletzter.

Bei Video zeigt sich ein ähnlich trauriges Bild. Die Russen sind auf Nummer ein, wir Deutschen sind ganz hinten. Nur die Freunde aus Holland sind noch Videofauler und sahen in jüngster Zeit mindestens einen Clip im Web. Hier gibt es Nachholbedarf. In meinen Seminaren predige ich mobiles Video und Journalismus und ich hab es noch nicht aufgegeben.

Zahncreme ist keine Haftcreme

20. Oktober 2008

Kennen Sie dass, wenn Sie lachen und nicht mehr aufhören können. Da wird das Lachen direkt zum Krampf. Dies ist mir eben in Berlin passiert. Hier war ich mit einem Kollegen auf der SAE Alumni Convention. Ich musste zwei Referate machen und übergab einen Preis. Mein Kollege hatte derweil Pech und vergaß seine Zahncreme zu Hause. Kein Problem sollte man denken. Im Quality Hotel gab es zwar Pflegesets für den Zahn, doch waren diese im Lager untergebracht. Die Dame an der Rezeption hätte dafür in den Keller gehen müssen, aber es war gerade viel los. Den Gang in den Keller wollte mein Kollege ihr ersparen und ging um die Ecke in den nächsten Lidl. Eine halbe Stunde später klingelte mein iPhone und der Kollege war am Ohr. Er habe statt Zahncreme blöderweise Haftcreme für dritte Zähne gekauft und bekommt das Zeug nicht mehr aus dem Mund. Der Depp. Die Packungen seien ähnlich und ich eilte zu ihm. Mit Handtuch im Mund zeigte er mir die Tube: Eindeutig Haftcreme – der arme Kerl, doch ich brach in Lachen aus. Im Laufe der Zeit löste sich die Haftcreme und ich lieh ihn meine Zahncreme. Zum Abschluss fuhren wir an eine Tanke zum Einkaufen. Bei der Preisverleihung auf der Bühne hatte ich seine Zahncreme in der Tasche – und es reizte mich bei der Preisverleihung die Creme aus der Tasche zu ziehen und sie dem Publikum zu zeigen. Doch ich war feige. 

Marketingidee: Bier aus der Luke

8. September 2008

Ich besuchte vor kurzem beruflich Berlin. Da hatte ich Lust auf ein kühles Bier. Und ich fand eines im Nikolaiviertel: „Zum Nußbaum“. Bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 1943 war sie die älteste Kneipe Berlins. Auf der Fischerinsel befand sich ursprünglich das Giebelhaus „Zum Nußbaum“ von 1571. Das damalige Wirtshaus stand zwischen zwei Spreearmen und hatte einen Nußbaum vor der Tür, der Kneipe ihren Namen gab. Zu den Stammgästen gehörten damals Heinrich Zille und Otto Nagel. In den Jahren 1986/87 wurde das Haus auf analogem Standort vom Architekt Günter Stahn als Gaststätte nach vorhandenen Dokumenten wieder aufgebaut. Cool ist vor allem ein kleines Seitenfenster. Hier gibt es „Bier aus der Luke.“ Hier hat man den Original-Nachbau mit einer genialen Marketingidee verbunden. Das Bierchen kommt aus dem Loch für schlappe zwei Euro. Ich habs gleich mal fotografiert. Prost. 

Currywurst in Berlin

5. September 2008

Ich möchte heute eine Lanze brechen für die Berliner Currywurst. Kulinarische Leckereien hat ja jede Gegend in Deutschland zu bieten. Ich bin gerade beruflich in der Hauptstadt und da war natürlich Currywurst angesagt. Die erste Wurst aß ich gleich an der Bauruine am „Palast der Republik.“ Das Parlament der DDR wird derzeit „zurückgebaut“, wie es im besten Amtsdeutsch heißt. Der Pommes-Anhänger verkaufte eine Curry-Wurst, die ganz ok war. Leider riss die Dame vom Grill die Wurstverpackung des Supermarktes vor meinen Augen auf und legte die Wurst dann auf den Rost. Da vergeht einem die Lust auf den Curryzauber. Ich wollte eigentlich eine Wurst vom Metzger/Fleischer. Ein alter Kollege von meiner früheren Zeitschrift, der MACup, gab mir den besten Curry-Wurst Tipp. Er sagte: „Die beste Curry bekommste bei Konnopke, wah.“ Und mein Kollege musste es wissen. Er stammt aus den Ostteil der Stadt und kannte jede Ecke. Und er hatte Recht. An der S-Bahn-Haltestelle Eberswalde ist die Bude von Konnopke. Hier wird die Currywurst ohne Darm serviert, Pommes rot/weiß – oder auch Schranke genannt – gibt es auch. Hier geht auch der Berliner noch essen. Gemischt mit Touristen steht er an, um seine Wurst in Empfang zu nehmen. Schlange stehen, fast schon wie zu DDR-Zeiten. Aber es lohnt sich. Die Currywurst bei Konnopke ist einmalig. Also vorbeischauen, wenn man mal in Berlin ist. 

FC Bayern am Alexanderplatz

5. August 2008

Ich schlendere gerade durch Ost-Berlin, besuchte das Nikolaiviertel, um mir dort die Statue des Heiligen Georg anzuschauen, der mit seiner Schwiegermutter, einem Drachen, kämpft. Derzeit hat es der Heilige Mann schwer, denn er hat als Waffe nur einen Fahnenmast. Seit Schwert wurde ihm von Unbekannten vor sechs Tagen gestohlen. Jetzt sucht Berlin das Schwert von Georg. Nun, ich hab es nicht und ich machte mich gerade auf dem Weg Richtung U-Bahn-Station Alexanderplatz, als mir seltsames widerfuhr. Nach dem Roten Rathaus kommt eine große Einkaufspassage. Der erste Laden nach einer Pizzeria ist ein Andenkengeschäft. Hier gibt es Ost-Ampelmännchen, Berliner Bären, Aufkleber mit „Icke war in Berlin“, oder „Berlin, ich lieb dir“ und es gibt die komplette Fan-Ausrüstung des FC Bayern München. Sic! Ja, richtig gelesen. Bei den Preußen gibt es die Bayern! Ich hab im Schaufenster kein Herta gesehen, sondern den FCB. Komplett mit Meisterschale und allerlei Fan-Artikel wie T-Shirts, Becher, Tischtennisschläger, Tassen, Eieruhr und roter Badeente. Einträchtig aufgereiht neben grünem Ampelmännchen, Trabbi-Modell und Sandmännchen-Puppe. Dass sich Preußen und Bayern verstehen, dass wusste ich. Dass wir uns so gut verstehen, das ist mir neu.

FC Bayern am Alex in Berlin

FC Bayern am Alex in Berlin