Posts Tagged ‘Barry Lyndon’

„Stanley Kubrick’s Napoleon: The Greatest Movie Never Made“ – muss ich haben

18. Dezember 2009

Es gibt Bücher, die man lesen sollte, wenn man mal Zeit hat. Es gibt Bücher, die man nicht lesen sollte, auch wenn man Zeit hat. Und es gibt Bücher, die man unbedingt lesen muss, egal ob man Zeit hat.

Letzteres ist mir so ergangen, als ich von der Veröffentlichung von „Stanley Kubrick’s Napoleon: The Greatest Movie Never Made“ erfuhr. Das Buch, eigentlich eine Buchsammlung bei Taschen erschienen, musste einfach her. Diese Sammlerausgabe ist auf 1.000 nummerierte Exemplare limitiert und ich hab die Nummer 934, also gerade so Schwein gehabt.

Zehn Bücher in einem fetten kiloschweren Schuber erzählen die kuriose Geschichte von Kubricks unverfilmtem Meisterwerk. Als großer Fan des Regiegenies Stanley Kubrick und Verehrer von „Barry Lyndon“ ist die Buchsammlung eine Offenbarung. Zwischen den Deckeln eines aufwendig gestalteten Buchs finden sich alle Elemente aus Stanley Kubricks Archiv wieder, die der Leser benötigt, um sich vorstellen zu können, wie dieser niemals gedrehte Film über den Kaiser der Franzosen ausgesehen hätte – einschließlich eines Faksimile-Nachdrucks des Drehbuchs.Endlich kann ich nachlesen, wie Kubrick die Geschichte erzählt hätte.

Endlich haben die Spekulationen ein Ende. Endlich muss ich mir keine langweiligen Interpretationen irgendwelcher verschrobener Filmwissenschaftler besorgen. Jetzt ist klar, wie sich das Filmgenie Kubrick das Militärgenie Napoleon vorgestellt hatte. Nachdem die Produktionskosten bei der Detailversessenheit Kubricks ins Unermessliche stiegen, traten die Studios MGM und United Artists auf die Bremse. Produktionsstopp weil unter anderen Rod Steiger in „Waterloo“ mitspielte. „Waterloo“ war ein netter Kostümschinken, doch erreichte er niemals die Tiefe von Kubrick, wollte es aber auch gar nicht.

Vieles von dem recherchierten Material ging später in die Produktion von „Barry Lyndon“ ein. Der Film packt mich heute noch immer, unter anderem wegen der phänomenalen Aufnahmen bei Kerzenlicht mit Nasa-Objektiven.

Kubricks „Napoleon“, dessen Produktion unmittelbar nach dem Kinostart von „2001: Odyssee im Weltraum“ beginnen sollte, war zugleich als Charakterstudie und als bildgewaltiges Epos angelegt, prall gefüllt mit großartigen Schlachtszenen, in denen Tausende von Komparsen mitwirken würden. So wurde beispielsweise die rumänische Armee mobilisiert und sollte antreten. Gedreht werden sollte an Originalschauplätzen, keine Trickaufnahmen mehr wie bei 2001. Für sein ursprüngliches Drehbuch stellte Kubrick zwei Jahre lang intensive Recherchen an, ein Verrückter eben – bei allem Respekt. Mit Unterstützung Dutzender Mitarbeiter und eines Spezialisten von der Universität Oxford trug er eine beispiellose Sammlung an Recherche- und Vorproduktionsmaterial zusammen, darunter etwa 15.000 Fotos von möglichen Drehorten und 17.000 Dias zu Napoleon selbst. Auf seiner besessenen Suche nach jedem Häppchen an Information zu Napoleon, das die Geschichtsforschung zu bieten hatte, ließ Kubrick nichts unversucht. Doch sein Film sollte nicht sein: Die Filmstudios hielten ein solches Vorhaben für zu riskant in einer Zeit, in der historische Filmepen aus der Mode gekommen schienen.

Doch zurück zu den Büchern: Es sind 2874 Seiten voller Träume. Dieses Buch enthält das vollständige Original-Treatment, Essays, die das Drehbuch unter historischen und dramatischen Gesichtspunkten beleuchten, einen Aufsatz von Jean Tulard zu Napoleon im Film sowie eine Abschrift von Gesprächen, die Kubrick mit Professor Felix Markham von der Universität Oxford führte. Dieses einzigartige Werk ist die Krönung jahrelanger Recherchen und Vorbereitungen. Es gibt Lesern die Möglichkeit, den schöpferischen Akt eines der größten Talente des Kinos kennenzulernen, aber es gewährt auch faszinierende Einblicke in die schillernde Persönlichkeit des Napoleon Bonaparte.

Update (21-1-2010): Hier ein großartiger Videovortrag vom Britischen Film Institut von Jan Harlan über den nie gedrehten Film.

Meine Blu ray-Wunschliste

24. Februar 2009

barry

Immer wieder fachsimple ich mit einem Kollegen, welche Blu rays denn als nächstes veröffentlicht werden sollten. Die Anzahl der Filme ist gewaltig, doch kristallisieren sich bei uns ein paar Übereinstimmungen heraus. Da wäre als absolute Nummer ein: die komplette Langfassung von „Herr der Ringe“. Das Werk von Peter Jackson hat mich im Kino gebannt und als Tolkien-Fan absolut aus den Socken gebeamt. Ich denke, in HD-Auflösung und fetten Sound kommen die Kämpfe um Mittelerde nochmals grandios daher. Doch leider hat New Line Cinema noch keinen Veröffentlichungstermin angegeben. Ich stehe zwar auf der Amazon-Merkliste, doch das war es auch schon. Ich kann mir vorstellen, dass „Herr der Ringe“ auf Blu Ray veröffentlicht wird, sobald „Der kleine Hobbit“ in die Kino kommt. Die Dreharbeiten laufen ja bereits.

Nummer zwei der Wunschliste ist natürlich die Star Wars Trilogie und zwar die ursprünglichen Filme: „Krieg der Sterne“, „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Von mir aus, kann es die neuen Sachen dazu geben, aber die sind nicht wichtig. George Lucas hat sich nicht geäußert, wann die Filme herauskommen und so heißt es warten. Aber die Kämpfe von Luke Skywalker und Darth Vader („Luke, ich bin dein Vater“) gehören einfach dazu. Die Sachen muss man haben auf Blu Ray, also George leg einen Zahn zu und veröffentliche eine geile Box.

Auf dem dritten Platz der Wunschliste steht „King Kong“ in der Verfilmung von Peter Jackson. Zwar hat der Film natürlich seine Schwächen, wie der Affentanz auf dem Eis im Central Park, doch die Fights auf der Totenschädelinsel sind sicherlich eindrucksvoll. Das Warten auf den Affenfilm hat ein Ende. Am 26. März 2009 kommt der Film auf Blu Ray. Ich hab ihn schon bei Amazon vorbestellt. Die Briten sind bereits am 9. März an der Reihe, aber ich weiß nicht, ob die Scheibe eine deutsche Tonspur hat.

Dann kommen auf den nächsten Plätzen meine persönlichen Favoriten. Da wäre der erste Teil von „Jurassic Park“. Die Dinos fand ich im Kino geil, Michael Critchon hat mir immer schon gefallen und ich denke, dass die Viecher in meinem Wohnzimmer richtig reinpassen. Und dann warte ich noch auf die Veröffentlichung zweier Kubrick-Filme. Zum einen „Dr. Seltsam“ und zum anderen auf „Barry Lyndon“. Bei „Dr. Seltsam“ habe ich gelesen, dass Sony den Film im Juni im Format 1:66:1 Widscreen veröffentlichen will. Den Film habe ich als Kind gesehen und richtig Angst bekommen. Parallel sah ich ein Double Feature mit „Angriffsziel Moskau“, der ein ähnliches Thema hatte, aber längst nicht so elegant daher kam. Jahre später habe ich auf einem Filmsammlermarkt mir einen Satz Produktionsfotos von „Dr. Seltsam“ gekauft. Nicht Aushangbilder, sondern wirkliche Produktionsfotos vom Set. Sie hingen eine zeitlang in meinem Jugendzimmer bis sie in einem Ordner verschwunden sind (Archiv). Vor allem natürlich Peter Sellers hat einen vom Hocker. Das ist Schauspielerei.

„Barry Lyndon“ ist mein absoluter Lieblingsfilm. Wieder und immer wieder haben ich mir den Film angeschaut, das Licht und die Atmosphäre genossen. Ein Film der aus Gemälden besteht, packende Handlung und packende Regie. Ich habe von Kubrick so gut wie alles und warte sehnsüchtig auf die Blu ray dieses Meisterwerkes. Ich gelobe, ich bestelle den Film und werde mich zurückziehen und diesen Film ganz in Ruhe genießen, die ganzen drei Stunden und vier Minuten. Also Christine Kubrick, geben Sie das Erbe Ihres Mannes bitte frei. Und wenn möglich, geben Sie im Extra-Bereich die entfallenen Szenen dazu nach denen die Kinowelt dürstet. Ich habe ein Bild dieser Cut-Sequenzen hier angefügt. Und ich will jetzt nicht hören „Ich bin Spartacus“ – den Witz kenne ich schon.