Posts Tagged ‘Startbahn’

Autofreier Sonntag auf der Südumgehung von Maisach

17. Dezember 2018
Fußgänger und Radfahrer haben Vorfahrt auf der Südumgehung von Maisach - zumindest zwei Tage lang.

Fußgänger und Radfahrer haben Vorfahrt auf der Südumgehung von Maisach – zumindest zwei Tage lang.

Bevor die Autos rollen, hatten Fußgänger und Radfahrer die Gelegenheit die Südumgehung der Gemeinde Maisach zu testen. Am Wochenende hatte die Gemeinde die neue Straße für Interessierte freigegeben. Wer sich dick in Winterklamotten einpackte, konnte die Straße ablaufen. Am 18. Dezember 2018 wird die Südumgehung Maisach für den Autoverkehr freigegeben.

Ich habe immer wieder in meinem Blog über die Umgehung berichtet. Die Gemeinde betrieb eine offene Informationspolitik und zeigte Transparenz. Das gefällt mir und in der Facebook-Gruppe der Gemeinde und auf vielen anderen Wegen wurde informiert und diskutiert. Ich habe mehrere Besichtigungen bei schlechten und guten Wetter mitgemacht. Die Südumgehung geht über die Rollbahn des ehemaligen Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck und bietet so eine Erweiterung der Gemeinde Maisach nach Süden. Ich bin gespannt, wie sich der Verkehrsfluss nun entwickelt. Die direkten Anwohner sind freilich künftig von mehr Verkehr betroffen.

Aber zurück zur Begehung der Südumgehung. Die Witterung hat Mitte November 2018 die Asphaltierung der Südumfahrung von Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck zugelassen. So konnte am Samstag, 15. und Sonntag, 16. Dezember die neue Südumfahrung für Fußgänger und Radfahrer von 10 bis 15 Uhr zur Besichtigung freigegeben werden. Autos waren nicht zugelassen. Die Straße wurde mit Autos blockiert, so dass nicht irgendein Depp in die Fußgänger rast. Meine Frau und ich erinnerten uns an die Autofreien Sonntage unserer Jugend. Damals spazierten wir auf den Autostraßen entlang, als uns die Ölländer den Ölhahn zudrehten und die Preise erhöhten. Die Bundesregierung führte damals autofreie Sonntage ein und die Republik spazierte auf den Straßen. Im Nachhinein fand ich es nicht schlecht, kann mich aber nur schemenhaft erinnern, dass ich auf der Bundesstraße 471 mit meinen Eltern spazieren ging.

Der Zugang zur Südumgehung Maisach war ausschließlich über die Anschlussstelle Alte Brucker Straße (Sportplatz) möglich. Dort hatte das Bräustüberl Maisach einen Imbiss und mit der Witterung angepasste Getränke aufgebaut. Ich schaute auf eine Grillwurst vorbei und die Gattin trank einen Glühwein. Es waren ein paar Stehtische aufgebaut und die beiden freundlichen Mitarbeiter des Bräustüberls hatten eine Feuerschale angeschmissen. Die beiden Mitarbeiter berichteten, dass ein bisschen Publikumsverkehr anzutreffen war. Ich finde es prima, dass das Bräustüberl hier Flagge zeigt. Es waren sicherlich keine umsatzreichen Tage, aber ein gutes Zeichen für die kleine Gemeinde in der ich wohne.
Am Sonntag begann es zu schneien und zusammen mit meiner Frau schritt ich die Umgehungsstraße ab und bog dann nach Fürstenfeldbruck ab. Die neue Fußgängerunterführung wurde neu gebaut und schon mit schrecklichen Graffiti überzogen. Die Tags verweisen auf den Schmierer MGZ. Lieber MGZ: Das ist keine Kunst. Street-Art kann toll und inspirierend sein, das ist es für mich nicht.

Beim Abschreiten der Umgehungsstraße hatte ich das Gefühl, dass die Autos dort künftig sehr schnell fahren werden. Die lange ehemalige Rollbahn des Flughafens verführt die Autofahrer zum Gas geben, bevor sie in eine langgelegen Linkskurve und später in einen der zahlreichen Kreisverkehre der Gemeinde einmünden. Vielleicht könnten sich die Verantwortlichen entschließen hier gleich einen automatischen Blitzer zu installieren, um die Situation zu entschärfen.
Zudem bin ich gespannt, wie sich die Situation an der Kreuzung Alte Brucker-, Feld-, Frauenstraße entwickelt. Wird der Zubringer zur Umgehungsstraße angenommen, vermute ich hier eine Unfallmöglichkeit. Außerdem dürften die Linksabbieger des Zubringers Alte Brucker Straße auf die Umgehungsstraße zum Warten verdammt sein und bei hohen Verkehrsaufkommen leichtsinnig werden. Aber das sind alles Vermutungen, die nur den gemeindlichen Lesers dieses Blogs interessieren dürften. Allgemein möchte ich die Transparenz der Gemeinde loben und es als Kommunikationsvorbild für andere Gemeinden sehen. Und morgen wird es spannend, wenn der Autoverkehr fließt.