Posts Tagged ‘Grafiktablett’

Tragen Sie einen Bleistift hinter dem Ohr?

9. Juli 2014
Eigentlich sind diese Bleistifte zu lang.

Eigentlich sind diese Bleistifte zu lang.

Ich hab da mal ne Frage: Haben Sie eigentlich auch einen Bleistift hinter dem Ohr wie ich gerade? Meine Frau und ich dachten neulich über dieses Phänomen unserer Jugend nach. Damals kannten wir viele Leute, die sich einen Bleistift hinters Ohr geklemmt hatten. Heute kennen wir keinen mehr.

Bei meiner Frau war es ihr Vater, der bei seiner Arbeit einen Stift hinter dem Ohr trug. Bei mir war es ein Nachbar, ein Schreinermeister. Sie mussten die Hände für ihre Arbeit frei haben, aber wenn es etwas zu notieren oder zu markieren gab, hatten sie den Bleistift immer griffbereit. Vor allem Handwerker kannte ich, die sich diese Sitte angewöhnt hatten. Und ich kann mich sogar dunkel erinnern, dass es mal einen Metzger/Fleischer gab, der bei der Queen ausgezeichnet wurde, während er einen Kugelschreiber hinter dem Ohr trug. Er wollte ihn bei der Zeremonie nicht abnehmen. Seine Begründung war, soweit ich mich erinnere: Wenn die Queen eine Bestellung aufgibt, habe er einen Stift griffbereit.

Ich habe nun den Selbstversuch gestartet und mir einen Bleistift hinters rechte Ohr geklemmt. Bei mir als Brillenträger ist es eine wacklige Angelegenheit und es irritiert mich, wenn im rechten Augenwinkel ein dunkler Stab sichtbar ist. Ich erinnerte mich daran, dass die Leute damals keine langen Bleistifte genutzt haben, sondern die Stifte waren schon zur Hälfte heruntergespitzt. Im Federmäppchen von K1 fand ich einen solchen halbierten Stift und siehe da, es funktioniert. Auch bei mir als Brillenträger. Zu kurz darf der Bleistiftstummel allerdings auch nicht sein, sonst hält mein Ohr das Teil nicht mehr.

Ich habe mit dem Bleistift hinterm Ohr den Briefträger begrüßt. Er schaute mich etwas irritiert an, wies mich auf den Stift hin und wir kamen ins Gespräch. Sein Vater hatte es beim Tapezieren auch so gemacht, aber er selbst trägt keine Bleistifte mehr am Mann bzw. hinter dem Ohr. Eigentlich schade, dass so eine Sitte in Vergessenheit gerät.

Vielleicht spaziere ich mit dem Bleistift hinterm Ohr durch die Stadt und gehe auf Veranstaltungen. Vielleicht ist es was für meine Nerd-Kollegen, die sicher auf so einen Trend abfahren. Als digitaler Zeitgenosse, habe ich meinen Wacom Stift fürs Grafiktablett probeweise hinters Ohr gesteckt, aber mein Ohr ist für diesen Stift zu klein. Also bleibe ich beim Bleistift. Allerding stelle ich mir die Frage: Was soll ich eigentlich notieren? Und vielmehr: Auf was soll ich was notieren? Papier?

 

Blu-ray Bambi und lerne Bambi zeichnen

8. März 2011
Bambi kommt auf Blu-ray.

Bambi kommt auf Blu-ray.

Mir gefallen Videotrainings immer mehr. Ich denke, diese Form von digitalem Lernen hat eine große Zukunft. Mir persönlich fällt es sehr leicht, Software u.a. zu erlernen, wenn ich dabei zuschauen und klicken kann. Software zu erlernen aus Büchern fällt mir dabei deutlich schwerer, vielleicht weil ich ein visueller Mensch bin. Durch Videotrainings, wie beispielsweise von Video2brain, komme ich sehr schnell zum Ziel. Doch diese Trainings nutzen nichts, wenn ich kein kreativer Mensch bin.

Und dennoch: Es gibt Möglichkeiten ein bisschen Kreativität zu schnuppern. Ich habe als Beispiel den Disney Klassiker Bambi. Bambi war Disneys fünfter Abendfüller Spielfilm und ich heulte als Kind Rotz und Wasser als ich Bambi im Kino sah. Zu Hause wollte ich meine Erlebnisse verarbeiten und versuchte Bambi zu zeichnen. Aber irgendwie war mein Bambi eine verhinderte Katze und Hasenohren. Hätte ich damals das Video Zeichnen mit Disney Animator Andreas Deja gehabt, dann hätte ich Bambi zeichnen können.

Im Zuge der Blu-ray Veröffentlichung von Bambi am 10. März präsentiert uns Disney dieses gut gemachte Videotraining. Unser Trainer ist Andreas Deja. Andreas Deja bewarb sich erstmals mit zehn Jahren bei Disney. Der gebürtige Pole wuchs in Deutschland auf und erinnert sich, an das Studio geschrieben zu haben, nachdem er „Das Dschungelbuch“ („The Jungle Book“, 1967) gesehen hatte. Das Studio antwortete ihm, man sei derzeit voll besetzt, suche aber ständig nach herausragenden Talenten. Diese Antwort ermutigte Deja, seinem Traum nachzugehen, und so bewarb er sich mit 23 Jahren, nach seinem Studium der Visuellen Kommunikation an der Folkwangschule in Essen, erneut und wurde tatsächlich eingestellt. Seitdem hat er an zahlreichen Zeichentrickfilmen mitgearbeitet und viele einzigartige Charaktere geschaffen, unter anderem etwa König Triton aus „Arielle, die Meerjungfrau“ und die Disney-Bösewichte Gaston („Die Schöne und das Biest“), Jafar („Aladdin“) und Scar („Der König der Löwen“). Zuletzt hauchte er Mama Odie aus Disneys 49. Animationsfilm „Küss den Frosch“) Leben ein.

Ich werde mir natürlich als Animationsfan die Blu-ray von Bambi kaufen, obwohl ich schon jetzt etwas enttäuscht bin. Der Film ist neu synchronisiert – also neu aus dem Jahre 1973. Mich würde die noch die alte Mono-Fassung von 1950 interessieren. Hier hätte Disney einfach die alte deutsche Tonspur auf die Blu-ray pressen können. Aber wahrscheinlich waren wieder mal die Juristen am Werk. Egal, der Film Bambi wird gekauft und bis es soweit ist, male ich ein paar Bambis dank Andreas Deja mit meinem Grafiktablett.

Comics total und ich darf hin

3. Juni 2010

Und da sage noch einer, bei den Franken ist nix los. Der 14. Internationale Comic-Salon Erlangen, das wichtigste Festival für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum, findet ab 3. Juni wieder statt. Ausstellungen, Comic-Messe, Comic-Börse, Comic-Künstler, Max und Moritz-Preis, Comic Film Fest, Comic Podium, Junges Forum, Familien-Sonntag, Lesungen, Performances, Workshops …

Auf über 12.000 Quadratmetern wird sich vier Tage lang alles um die „Neunte Kunst“ drehen. Und ich liebe diese Kunst. Comics haben durch das iPad neuen Zulauf bekommen, denn wer einmal die Marvel App geladen hat, freut sich auf Comics im digitalen Stil. Auch das Comiczeichnen hat sich verändert. Waren früher Blockund Stift die Arbeitsmaterialien sind es heute Grafiktablett und Zeichensoftware. Ich habe einige Comcis-Zeichner erlebt, die mit 3D-Software arbeiten. Mal sehen, wie es in Erlangen wird.

Rund 150 Aussteller präsentieren ihr Programm auf der Messe im Erlanger Kongresszentrum, mehr als 350 Comic-Künstler aus über 20 Ländern sind vor Ort und signieren ihre Bücher. In rund 30 Ausstellungen in der ganzen Erlanger Innenstadt sind Tausende von Exponaten zu sehen, 130 Veranstaltungen zählt das Programm – von der Vortragsreihe zum Thema Comic und Politik, über Gesprächsrunden zu Themen des Comic-Markts bis zum Comic Film Fest in den Erlanger Kinos. Der Familien-Sonntag am 6. Juni bietet zu ermäßigten Eintrittspreisen ein vielfältiges Programm für Kinder und Jugendliche, vom Manga-Workshop bis zur Comic-Druckwerkstatt. Rund 25.000 Besucher werden vom veranstaltenden Kulturprojektbüro der Stadt Erlangen zum 14. Internationalen Comic-Salon Erlangen insgesamt erwartet.

Die Ausstellung „Jahrhundert der Comics“ zeigt wertvolle Originale aus der Pionierzeit des US-amerikanischen Zeitungscomics, die Wiedergeburt des deutschen Zeitungs-Strips und der sechzigste Geburtstag der „Peanuts“ von Charles M. Schulz sind weitere Ausstellungsthemen. Die Schau „Mecki – sechzig Jahre Comic-Abenteuer“ des Wilhelm-Busch-Museums Hannover zeichnet in eindrucksvollen Originalen die Entwicklung des erfolgreichsten deutschen Zeitschriften-Comics des 20. Jahrhunderts nach. „Sechs Zeichner – Ein Autor“ ist der Titel einer weiteren zentralen Ausstellung des 14. Internationalen Comic-Salons: Am Beispiel des norddeutschen Schriftstellers Peer Meter und sechs Zeichnerinnen und Zeichner – unter anderem Isabel Kreitz und Barbara Yelin – erzählt sie von der komplexen Zusammenarbeit zwischen Zeichner und Comic-Szenarist und unterstreicht den Anspruch des Internationalen Comic-Salons, nicht allein die Grafik, sondern auch die literarische Qualität von Comics zu thematisieren. In Einzelausstellungen sind außerdem Nicolas Mahler, Jens Harder, Pascal Rabaté und Oliver Grajewski zu sehen, Themen wie „Comic und Religion“, deutsche Comic-Blogs und autobiografische Comics sind Gegenstand weiterer Ausstellungen.

Im Rahmen des Internationalen Comic-Salons wird auch der Max und Moritz-Preis, die wichtigste Comic-Auszeichnung im deutschsprachigen Raum, vergeben. Der Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk steht bereits fest: Er geht in diesem Jahr an den französischen Szenaristen Pierre Christin.