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Comics total und ich darf hin

3. Juni 2010

Und da sage noch einer, bei den Franken ist nix los. Der 14. Internationale Comic-Salon Erlangen, das wichtigste Festival für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum, findet ab 3. Juni wieder statt. Ausstellungen, Comic-Messe, Comic-Börse, Comic-Künstler, Max und Moritz-Preis, Comic Film Fest, Comic Podium, Junges Forum, Familien-Sonntag, Lesungen, Performances, Workshops …

Auf über 12.000 Quadratmetern wird sich vier Tage lang alles um die „Neunte Kunst“ drehen. Und ich liebe diese Kunst. Comics haben durch das iPad neuen Zulauf bekommen, denn wer einmal die Marvel App geladen hat, freut sich auf Comics im digitalen Stil. Auch das Comiczeichnen hat sich verändert. Waren früher Blockund Stift die Arbeitsmaterialien sind es heute Grafiktablett und Zeichensoftware. Ich habe einige Comcis-Zeichner erlebt, die mit 3D-Software arbeiten. Mal sehen, wie es in Erlangen wird.

Rund 150 Aussteller präsentieren ihr Programm auf der Messe im Erlanger Kongresszentrum, mehr als 350 Comic-Künstler aus über 20 Ländern sind vor Ort und signieren ihre Bücher. In rund 30 Ausstellungen in der ganzen Erlanger Innenstadt sind Tausende von Exponaten zu sehen, 130 Veranstaltungen zählt das Programm – von der Vortragsreihe zum Thema Comic und Politik, über Gesprächsrunden zu Themen des Comic-Markts bis zum Comic Film Fest in den Erlanger Kinos. Der Familien-Sonntag am 6. Juni bietet zu ermäßigten Eintrittspreisen ein vielfältiges Programm für Kinder und Jugendliche, vom Manga-Workshop bis zur Comic-Druckwerkstatt. Rund 25.000 Besucher werden vom veranstaltenden Kulturprojektbüro der Stadt Erlangen zum 14. Internationalen Comic-Salon Erlangen insgesamt erwartet.

Die Ausstellung „Jahrhundert der Comics“ zeigt wertvolle Originale aus der Pionierzeit des US-amerikanischen Zeitungscomics, die Wiedergeburt des deutschen Zeitungs-Strips und der sechzigste Geburtstag der „Peanuts“ von Charles M. Schulz sind weitere Ausstellungsthemen. Die Schau „Mecki – sechzig Jahre Comic-Abenteuer“ des Wilhelm-Busch-Museums Hannover zeichnet in eindrucksvollen Originalen die Entwicklung des erfolgreichsten deutschen Zeitschriften-Comics des 20. Jahrhunderts nach. „Sechs Zeichner – Ein Autor“ ist der Titel einer weiteren zentralen Ausstellung des 14. Internationalen Comic-Salons: Am Beispiel des norddeutschen Schriftstellers Peer Meter und sechs Zeichnerinnen und Zeichner – unter anderem Isabel Kreitz und Barbara Yelin – erzählt sie von der komplexen Zusammenarbeit zwischen Zeichner und Comic-Szenarist und unterstreicht den Anspruch des Internationalen Comic-Salons, nicht allein die Grafik, sondern auch die literarische Qualität von Comics zu thematisieren. In Einzelausstellungen sind außerdem Nicolas Mahler, Jens Harder, Pascal Rabaté und Oliver Grajewski zu sehen, Themen wie „Comic und Religion“, deutsche Comic-Blogs und autobiografische Comics sind Gegenstand weiterer Ausstellungen.

Im Rahmen des Internationalen Comic-Salons wird auch der Max und Moritz-Preis, die wichtigste Comic-Auszeichnung im deutschsprachigen Raum, vergeben. Der Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk steht bereits fest: Er geht in diesem Jahr an den französischen Szenaristen Pierre Christin.