Posts Tagged ‘Gemeinde Maisach’

Lesung der örtlichen Hobbygeschichtler Meisaha

17. Mai 2024

Ehrenamtlich engagierte ich mich zusammen mit anderen in einem Zusammenschluss von Geschichtsinteressierten zu unserer Wohnortgemeinde Maisach. Einmal im Jahr bringen wir im Advent die Publikation Meisaha heraus mit Artikeln zu historischen Themen über den Ort, ich darf dabei das Layout machen und auch Artikel beisteuern.

Und wir wollen als Hobbygeschichtler unsere Ergebnisse unters Volk bringen. Unsere Chefredakteurin Conny handelte mit der Gemeindebücherei eine Lesung aus, zu der 40 Interessierte erschienen. Ein großer Erfolg für eine kleine Gemeinde in Oberbayern.

Sieben Autoren, darunter auch ich, trugen ihre gekürzten Meisaha-Artikel vor und ernteten großen Applaus. Das Spektrum war enorm und bunt: Von der Frühgeschichte bis hin zur Geschichte mittelständischer Betriebe der Gegenwart.

Der eine oder andere Vortragende hatte geübt, um eine gute Show hinzubekommen. Vorgabe war, nicht länger als rund 10 Minuten. Eine Lesung war schon etwas ungewohnt für mich, einen bestehenden Text vorzutragen. Normalerweise spreche ich sehr viel freier bei meinen Vorträgen und Seminaren. Da war eine klassische Lesung schon eine andere Herausforderung. Einerseits den Text zu lesen, andererseits den Kontakt zu den Zuhörern aufrecht zu erhalten und nicht aus dem Fluss zu kommen. Obwohl wir alles Amateure sind, hat die Lesung sehr gut zu geklappt.

Einige lasen von ausgedruckten Texten vom Blatt, andere lasen direkt aus dem Meisaha-Heft vor und ich verwendete das iPad, um aufgrund meiner schlechten Augen die Schrift zu vergrößern. Meinen Artikel hatte ich vorher massiv gekürzt, damit ich die Zeitvorgaben in etwa einhalten kann. Zwei Vorträge habe ich mitgefilmt, um auch ein wenig Material für soziale Netzwerke zu haben. Es gibt eine Facebook-Seite von Meisaha. Die veraltete Website soll als nächstes Projekt angegangen werden.

Die Lesung
Unsere Chefredakteurin Conny Schader machte den Anfang und las die Historie der Firma Feicht in Maisach. Es ist eine traditionsreiche Schreinerei, die sich heute auf u.a. Küchen aus eigener Werkstatt spezialisiert hat.

Sehr viel persönlicher ging es bei Annemarie Karg zu. Sie berichtete von ihrer eigenen interessanten Familiengeschichte in Gernlinden, einem Ortsteil von Maisach. Ihr Artikel zeigte, wie schwer das damalige Leben war und welche Herausforderungen es zu bewältigen galt.

Einem Dauerthema im Ort widmete sich Helga Rueskäfer. Sie führte die Highlights der 80jährigen Geschichte des Maisacher Freibades aus, eines der schönsten Freibäder im Landkreis. Eine unendliche Geschichte war der Untertitel.

Über die Zeit der Befreiung von den Nationalsozialisten im Dorf berichtete Charly Muth. Anhand von zahlreichen Interviews mit Zeitzeugen war sein Thema 1945: Der Einmarsch der amerikanischen Truppen und die ersten Wochen nach der Besetzung. Die Lesung zeigte, welcher Schrecken der Zweite Weltkrieg war, wie verblendet einige ihrem Führer nachhingen und wie sehr die Zivilbevölkerung litt.

Auf die Suche nach Erdöl in der Gemeinde machte sich Stefan Schader. Seine Lesung hieß Texas in Maisach oder die Suche nach Erdöl und Erdgasvorkommen auf dem Gebiet der Gemeinde Maisach in den 1950er bis 1970er Jahren. Interessant, was es so alles in einer so kleinen Gemeinde gab. Aus Maisach ist nie Dallas geworden.

Ich widmete mich einem emotionalen Thema Alberto – ein italienisches Herz in Maisach. Alberto war der Besitzer der örtlichen Eisdiele, der an Krebs verstarb. Seine Frau und Kinder führen die Eisdiele weiter. Das Schicksal von Alberto zeigte, wie sehr ein ganzer Ort an seiner Eisdiele und seinen Betreibern hin.

In die Vorzeit versetzte uns Fritz Aneder mit seinem Artikel über spektakuläre Gräberfunde in Gernlinden. Unter einer Küche wurden Gräber entdeckt, ein guter Stoff für einen Horrorfilm.
Smalltalk und Netzwerken war anschließend angesagt. Wir konnten noch ein paar Meisaha-Hefte unters Volk bringen.

Exemplare gibt es weiterhin in der Gemeinde zu erwerben. Und weil das Ganze so gut gelaufen ist, haben wir für 2025 auch gleich einen Termin zu einer Lesung in der Gemeindebücherei festgelegt. Jetzt geht es aber an das Schreiben der Artikel für das Meisaha-Heft 2024.

Neue Kommunikation mit dem Bürger: Rollende Bürgerinformation

15. Oktober 2018

Mit der rollenden Bürgerinformation geht Maisach neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit in der Kommune.

Mit der rollenden Bürgerinformation geht Maisach neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit in der Kommune.

Neue Wege der Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern geht derzeit meine Wohnortgemeinde Maisach, im bayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck westlich der Landeshauptstadt München. Es gibt weiterhin das örtliche Mitteilungsblatt in Papier und Online, es gibt weiterhin die klassischen Bürgerversammlungen in den Ortsteilen. Aber es gibt auch die Bürgerinformationstour mit dem Fahrrad im Frühjahr und jetzt im Herbst die rollende Bürgerinformation per Bus. An solch einer Bustouristik nahm ich teil, um die Herausforderungen einer Kommune im Speckgürtel von München besser kennenzulernen.
Zielgruppe waren eigentlich Senioren, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, aber da überraschenderweise ein Platz frei wurde, konnte ich die über zweistündige Bustour mitfahren. Start- und Endpunkt war das Rathaus der Gemeinde. Unsere „Reiseleiter“ waren der erste Bürgermeister Hans Seidl und der Kulturreferent Stefan Pfannes, der den geschichtlichen Part mit netten Episoden abdeckte. Die dritte Bürgermeisterin Waltraut Wellenstein war auch an Bord und stand für Fragen zur Verfügung.
Die Gemeinde steht finanziell im Moment sehr gut da. Das ist wichtig, denn die finanziellen Herausforderungen sind enorm. Die Investitionen sind gewaltig: Neue Südumgehung der Gemeinde, Mittagsbetreuung der Grundschüler und zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen. Ich habe ein Videointerview mit Bürgermeister Hans Seidl gemacht:

Geschichte von Maisach
Die Tour ging von Maisach in die Gemeindeteile Malching, Ober- und Unterlappach, Germerswang, Rottbach, Gernlinden und Südumgehung. Sie endete wieder am Rathausplatz. Kulturreferent Stefan Pfannes hatte zu Beginn eine launige Geschichte über das Maisacher Rathaus.

Kinderbetreuung und S-Bahn-Anschluss im südlichen Dorf
In der Frauenstraße wurde über das Ansiedeln eines neuen Kindergartens, -betreuung und -hort auf einem aufgelassenen Gewerbegrundstück spekuliert. Im Moment gibt es im südlichen Dorf keine Betreuung, dafür aber viele Arbeitsplätze. Gleichzeitig gibt es dadurch die Möglichkeit eine Anbindung des Süddorfes an die S-Bahn. Die Verhandlungen mit einem Grundstückseigentümer laufen. Hoffentlich wird dann auch die Frauenstraße als Raserstrecke reduziert.

An dem Grundstück an der Maisacher Frauenstraße kann ein neuer Kindergarten und ein S-Bahn-Zugang entstehen.

An dem Grundstück an der Maisacher Frauenstraße kann ein neuer Kindergarten und ein S-Bahn-Zugang entstehen.

Teure Investitionen in Infrastruktur
Die Fahrt durch Malching, das an der S-Bahn liegt, zeigt, dass der Siedlungsdruck auf diesen dörflichen Ort starkt zunimmt. Landwirte lösen ihre Höfe auf und Bauträger investieren in Wohnbebauung. Die Gemeinde muss dann die notwendige Infrastruktur schaffen und die sei teuer, so Bürgermeister Seidl. Ähnlich seien die Verhältnisse in Oberlappach.

 

Dörfliche Struktur erhalten
In Rottbach mit Kirche und Wirtshaus will die Gemeinde die dörfliche Struktur erhalten. Der Ortsteil dürfe sich nicht zum anonymen Schlafdorf verändern.

Aldi neben Rewe
Beim Großen Wertstoffhof der Gemeinde soll neben dem bestehenden Rewe ein Aldi errichtet werden. Persönlich halte ich diese Entwicklung für falsch, denn als Mittelständler bevorzuge ich inhabergeführte Geschäfte wie den Edeka im Ortsmittelpunkt. Zudem habe ich Probleme mit der Preispolitik des Discounters, der auf Geiz ist geil setzt.

Übrigens, wer nicht weiß, wie es in die Tiefgarage vom Edeka geht, dem sei dieses Video empfohlen. Auch in einer Tiefgarage kann man wunderbar parken:

Brückensanierung über die S-Bahn
In Gernlinden mit seinen höheren Grundstückspreisen im Vergleich zu Maisach aufgrund des höheren Baumbestands in den Grundstücken wird im Bereich des Sportplatzes gebaut. Die finanzielle Herausforderung seien die beiden Brücken über die Eisenbahn. Beide Brücken müssen in den nächsten drei Jahren saniert werden, dafür muss die Bahnstrecke München-Ausgburg für diese Sanierungsarbeiten gesperrt werden.

Die Brücken über die S-Bahn-Gleise in Gernlinden müssen saniert werden.

Die Brücken über die S-Bahn-Gleise in Gernlinden müssen saniert werden.

Verzögerung bei der Südumgehung von Maisach
Die Südumgehung von Maisach ist im Plan und verzögert sich dennoch. Das Bauunternehmen arbeitet mit Hochdruck, doch es fehlen die Arbeitskräfte und es fehlt Teer/Bitumen durch das Raffinerie-Unglück in Vohburg. Der Unterbau der Straße sei fertig. Ab 22. Oktober 2018 werde die Strecke komplett asphaltiert. Dann müsse die Straße nur noch angeschlossen werden. Über den Fertigstellungstermin konnte sich der Bürgermeister nicht äußern, erst müssten die Arbeiten in den kommenden Tagen abgewartet werden.

Die Finanzen von Maisach
„Wir sind im Moment gut aufgestellt“, so Bürgermeister Hans Seidl zu den Finanzen. Die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde liege bei 45 Euro pro Bürger, der Landesdurchschnitt liegt bei knapp 1000 Euro. Aber das Geld von 19 Millionen Euro Rücklagen auf der hohen Kante werde für die Investitionen benötigt.