Archive for the ‘Medien’ Category

Frage an alle: Bringt Facebook unseren Theatern etwas?

8. September 2011

Aufgrund eines Interviews mit mir, das in der Wirtschaftszeitung aktiv erschienen ist, erreichte mich eine interessante Anfrage. Diese Anfrage von einer Studentin für Kultur- und Medienmanagement will ich gerne weitergeben und diskutieren. Sie lautet schlicht und einfach: Sollen deutsche Theater auf Facebook setzen und was bringt es ihnen eigentlich? Und: Hätte Shakespeare als Theater-Teilhaber heute eine Facebook-Präsenz?

Eine kurze Recherche zeigt: Zahlreiche Theater sind bereits in Facebook aktiv. Für sie kann Facebook ein tolles Marketingtool sein. Interessierte werden auf den aktuellen Spielplan aufmerksam gemacht. Es wird gemeldet, wenn Restkarten erhältlich sind oder Aufführungen ausverkauft sind. Es ist möglich, Facebook mit dem Ticketsystem zu koppeln und Karten direkt zu bestellen. Und natürlich sind Verlosungen u.a. möglich.

Im Vorfeld einer Aufführung kann über den Stand der Proben berichtet werden. Vernetzungen mit YouTube zeigen Videos von den Proben, Gespräche mit Schauspielern, Regisseuren, Kreativen allgemein und natürlich der Theaterführung. Was im Vorfeld funktioniert, klappt natürlich auch im Nachgang. Die veröffentlichte Meinung wird präsentiert und vor allem wird durch Social Media die Meinung des Publikums dargestellt. Es gilt nicht mehr der alte Zeitungsspruch: Wie es Ihnen gefallen hat, lesen Sie morgen im Tageblatt. Der Theaterfan kommt zu Wort und das ist gut so, denn er zahlt für seine Karten und sein Theater. Wenn die Theaterbetreiber fit sind, gehen Sie nach der Premiere mit der Videokamera herum und sammeln Statements. Das ist aktive Bindung des Publikums.

Aufkleber mit Aussagen in der Stadt verbreitet, mit QR-Code versehen oder anderen viralen Marketingmitteln sorgen für Aufmerksamkeit in neuen Zielgruppen.

Sehr schön fand ich beispielsweise den Auftritt des Thalia-Theaters, bei dem Annika Stadler (Dramaturgie), Jochen Strauch (Marketing/Kommunikation), Luk Perceval (Leitender Regisseur), Heinz-Werner Köster (Verwaltungsdirektor) posten. Stark, was die Kreativen auf die Beine stellen und über 6500 Fans sind der Dank.

Und ob Shakespeare in Facebook wäre? Na klar, der Mann wollte Geld verdienen und er ist dorthin gegangen, wo sein Publikum ist. Heute wäre das auch im Internet und bei Facebook. Was meint ihr denn dazu?

Zur Inspiration gibt es noch eine der besten Szenen aus dem Monaco: „A rechter Sch..dreck wars!“

Darth Vaders Executor als Legobausatz

3. September 2011
Die Exekutor aus Lego -  Weihnachten kann kommen.

Die Exekutor aus Lego - Weihnachten kann kommen.

Für mich ist Weihnachten gerettet. Lego hat soeben mein persönliches Weihnachtsgeschenk für 2011/2012 in den Lego-Store eingestellt. Es handelt sich um den langerwarteten Sternenzerstörer von Darth Vader, die Executor. Da unsere Familie sich im Star Wars Fieber wegen der Blu ray-Veröffentlichung der Filme Star Wars: The Complete Saga I-VI befindet, kommt dieses Sammelerteil gerade recht. Im Moment bauen wir noch den Rasenden Falken, aber die Executor ist schon eine Augenweide.

Im Lego Programm trägt er die Nummer 10221 und nennt sich auf Deutsch Super-Sternenzerstörer. Mit 3152 Teilen ist das Schmuckstück wieder ein schönes großes Modell mit einer Gesamtlänge von 124,5 Zentimetern. Das rechtfertigt den Kauf einer weiteren Sammlervitrine, die das Gewicht von 3,5 Kilogramm aushält und die Executor vor Angriffen schützt. Das Set enthält 5 Minifuguren von Darth Vader, Admiral Piett, Dengar, Bossk und dem Robo IG-88. Um das lange Schiff zu halten, sind gleich zwei Ausstellungsständer nötig. Zudem gibt das übliche Schild mit den technischen Daten.

Für mich unnötig, aber dennoch Bestandteil: Das zentrale Schiffsteil lässt sich abnehmen und gibt den Blick in eine Kommandozentrale frei. Hier können die Figuren dann eingesetzt werden. In der Praxis sieht es bei mir aber so aus, dass die Executor nicht bespielt wird, sondern als Sammlerstück in der Vitrine steht. Finger weg nach dem Aufbau.  Der Aufbau soll für geübte Lego-Bastler rund 8 Stunden dauern. Da bei uns die ganze Familie mithilft und immer wieder im Bau gespielt werden muss, dauert es sicher länger – aber das ist kein Problem.

Das Schiff ist schön detailreich. Dem Familiennachwuchs gefiel vor allem der kleine Sternenzerstörer an der Backbord-Seite des Schiffes. Das soll die enorme Größe des Schiffes zeigen, das zwölfmal größer ist, als der klassische Sternenzerstörer.

Die Executor war im Kampf um dem Mond Endor beteiligt. Wir Star Wars-Geeks wissen, dass es sich um das Flaggschiff von Lord Vader handelt, dass eigentlich viel zu groß war. Aber nach der Zerstörung des ersten Todessterns wollte das Imperium zeigen, wie mächtig das Böse in der Galaxis ist. Es war 19.000 Meter lang und hatte eine Besatzung von 279.144 Mann. An Bord waren unter anderem 144 TIE-Jäger und 30 AT-ATs sowie 40 AT-STs. Admiral Piett war der dritte und letzte Kommandant, der auf der Brücke starb, als ein Rebellenjäger einen Kamikazeangriff startete. Die Executor kollidierte schließich mit dem zweiten Todesstern und damit war es mit dem Imperium vorbei.

Inkling – digitale Skizzen unterwegs

2. September 2011
Arbeiten auf Papier und doch digital mit Inkling.

Arbeiten auf Papier und doch digital mit Inkling.

Die Idee von Stifttabletts gefällt mir. Ich habe mich für den Hersteller Wacom entschieden, weil mich Qualität und Leistung überzeugt haben. Im Moment arbeitet ich viel mit meinem 12 Zoll Cintiq, weil ich mit dem Stift direkt auf den Bildschirm malen, zeichnen, skizzieren kann. Für Video- und Fotoarbeiten ist das Tablett für mich unentbehrlich. Die anderen Tabletts der Intuos-Serie nutzte ich früher, habe aber immer mehr das Auge-Hand-Koordinationsproblem.

Im Bett, im Garten, auf Modenschauen oder im Zug nutze ich allerdings das herkömmliche Papier. Und das werde ich weiterhin tun – mit einer Ausnahme. Ich probiere die neue Wacom-Erfindung Inkling ab Oktober für 170 Euro aus.

So sieht Inkling aus.

So sieht Inkling aus.

Der neue digitale Stift erfasst während des Freihand-Skizzierens auf Papier gleichzeitig die Skizze als digitale Datei. Mit Inkling skizziere ich mit einer traditionellen Kugelschreiberspitze in ein beliebiges Notizbuch oder auf ein gewöhnliches Blatt Papier, während der Stift gleichzeitig die digitale Entsprechung dieser Skizze erfasst und festhält. Inkling soll die Lücke zwischen dem Skizzieren auf Papier und dem digitalen Zeichnen schließen, denn er ermöglicht es, die mit Tinte auf Papier festgehaltenen und zugleich digital erfassten Skizzen später am Computer weiterzuentwickeln. Inkling erlaubt es, bereits während des Skizzierens unterschiedliche Ebenen in die digitalen Dateien folgender kreativer Softwareprogramme einzufügen: Adobe Photoshop, Adobe Illustrator und Autodesk Sketchbook Pro, ab der Version 2011.

Die Idee ist gut - mal sehen, wie die Ausführung ist.

Die Idee ist gut - mal sehen, wie die Ausführung ist.

Die Idee überzeugt mich, obwohl ich noch Bedenken habe. In der Regel zeichne ich nicht mit einem Kugelschreiber. Aber ich will Inkling eine Chance geben. Ein Bleiftift wäre sinnvoller, hat aber wohl massive technische Probleme. Der digitale Inkling Stift besteht aus Hardware- und Software-Komponenten. Die Hardware umfasst den Stift und einen kabellosen Empfänger. Der Stift enthält eine Standdardkugelschreibermine und arbeitet mit der drucksensitiven Stifttechnologie von Wacom, die misst, wie stark der Nutzer den Stift beim Skizzieren auf das Papier drückt. Inkling erkennt 1.024 unterschiedliche Druckstufen. Das ist nicht der Hammer, aber für Skizzen reicht es

Der Empfänger lässt sich am Rand meines Blocks klemmen. Solange die Sichtlinie zwischen Stiftspitze und Empfänger frei bleibt, kann der Nutzer die Position des Empfängers frei wählen. Um Skizzen auf den Computer zu übertragen, verbindet der Nutzer den Empfänger per USB-Anschluss mit seinem Computer. Mit der mitgelieferten Software Inkling Sketch Manager lassen sich die Dateien öffnen und einzelne Ebenen bearbeiten. Die Dateien lassen in den Formaten JPG, BMP, TIFF, PNG, SVG und PDF speichern, um sie in anderen Applikationen weiterzuverarbeiten.

Ich bin gespannt auf das Teil und hoffe, dass Wacom dazu noch eine App herausbringt, dass ich Inkling auch an mein iPad via USB-Connector anschließen kann. Ich möchte dann mit Sketchbook meine Daten weiter bearbeiten und Farbe hinzu geben.

IT-Oldie: Amstrad Pen Pad PDA 600 im täglichen Einsatz

1. September 2011

Vielleicht bin ich ein Geek. Ich erinnere mich noch an die Zeit als ich mir meinen ersten Newton kaufte. Wochenlang musste ich ihn vorbestellen und hatte dann meinen PDA in den Händen. Mir gefiel der Newton und es tat mir schon leid, als Steve Jobs beschloss, die Newton-Reihe aufzukündigen. Im Laufe der Zeit sind fünf Newtons mein Eigentum, die heute in einer Vitrine stehen. Das eindrucksvollste Gerät war übrigens der eMate 300 – ein Edu-Gerät auf Newton-Basis aus dem Jahr 1998. Der eMate beeinflusste in seiner Form dann sicher das erste iBook, die Miss Marple Handtasche.

Amstrad Pen Pad PDA 600 im Einsatz bei einem Lehrer.

Amstrad Pen Pad PDA 600 im Einsatz bei einem Lehrer.

Heute bin ich auf das iPad umgestiegen, machte zuvor eine Runde mit den Palm PDAs  und die Newton-Familie ist nur noch Museumsgeschichte. Aber ich bin nichts gegen einen Lehrer, den ich neulich traf. Er hatte den Newton-Konkurrenten Amstrad Pen Pad PDA 600 dabei. Er hat das Gerät aus dem Jahr 1993 noch voll im Einsatz. Da war ich baff. Seine Termine, Adressen und auch sein Notensystem hat er im Amstrad Pen Pad PDA 600 abgelegt. Ich hab die Handschriftenerkennung ausprobiert und sie war gar nicht schlecht für seine Zeit. Ob die newtonsche Schriftenerkennung nun besser war, weiß ich nicht mehr – ich sage als Apple-Fan einfach mal ja. Dennoch machte es einen riesigen Spaß, ein Stück IT-Geschichte wieder in den Händen zu halten und sie im täglichen Gebrauch zu sehen. Ich würde heute mit der 14.3 MHz-CPU verrückt werden und auch 128 KB RAM ist auch eher übersichtlich. Aber für den Herrn Lehrer reichte es aus, was mich eigentlich stutzig machen sollte.

Amstrad Pen Pad PDA 600 zusammengeklappt.

Amstrad Pen Pad PDA 600 zusammengeklappt.

 

Aktionskünstler Jürgen Fux: Der Fux geht in den Zoo

30. August 2011

Kennen Sie den österreichischen Aktionskünstler Jürgen Fux? Nein, sollten Sie aber. Der Salzburger ist echt ein cooler Typ und macht noch coolere Sachen. Seit einigen Jahren ist er unter anderem das Enfant terrible der Salzburger Festspiele. 2009 schoss er das fotogeile Publikum der Festspiele und stellte die Bilder als Menschenjäger aus.

Er hatte 2006 die Idee einen russischen Hubschrauber auf den Kopf zu stellen und einen Peugot darauf zu montieren – fertig war das Kunstwerk Heckrotor vor der Statue Mozarts, dem die Augen verbunden wurden.

Ich habe mich einen Nachmittag mit dem Künstler unterhalten. Der Kerl hat Humor und sehr gute Idee. Ich möchte hier nicht viel über alle anstehende Projekte verraten. Aber bald wird sich Jürgern Fux zu einem Luchs in den Salzburger Zoo gesellen und eine Woche lang aus dem Käfig die Zoobesucher beobachten. Der Fux geht in den Zoo.

Aber natürlich ist Jürgen Fux, der 2008 Salzburger Kulturbotschafter für die Olympiade in China war, auch andere Kunst wie Fotos, Skulpturen und Fotos. Seine Website zeigt einige sehr schöne Sachen.

Buchtipp: Kriegsreporter von Julian Reichelt

28. August 2011

Interessiert verfolge ich die Lage in Libyen und stoße bei meinen Recherchen immer wieder auf Artikel des Bild-Journalisten Julian Reichelt, der als Kriegsreporter in der Region unterwegs ist. Der Typ interessierte mich und ich kaufte mir sein gleichnamiges Buch Kriegsreporter, das 2009 schon erschienen ist. Der Untertitel lautet „Ich will von den Menschen erzählen“ und das tut das Buch auch.

Reichelt hat den Boulevardstil seines Arbeitgebers auch in diesem Buch angewendet. Das bedeutet: Kurze Sätze, drastische Beschreibungen, sehr, sehr einfühlsam gemacht – ein Lehrbuch für Reportagen im Boulevard. Reichelt kann mit diesem Buch nicht Konflikte erklären und analysieren.Das will er auch hoffentlich nicht. Nein – vielmehr ergreift er Partei für eine Seite.

Der Buchtitel „Kriegsreporter“ erinnert an die Kerle wie Capa und Nachtwey und Kollegen. Leider ist der Titel komplett irreführend, denn das Buch beginnt mit der Tsunami-Katastrophe in Thailand, schweift auch mal zur Berichterstattung des Todes von Papst Johannes Paul II ab – alles anderes als Kriegsgeschichten. Hier sind dem Autor oder dem Verlag Fackelträger die Gäule durchgegangen. „Aus dem Leben eines Krisenreporters“ wäre der bessere Titel. Und ich muss zugeben, der Beitrag über den Papst war journalistisch überflüssig.

Egal. Ich werde das Buch bei meinen Journalistenschulungen einsetzen, denn die Reportagen sind zum Teil sehr bewegend, sehr eindrucksvoll geschrieben. Besonders gut gelungen sind Reichelts Ausführungen über den Libanonkrieg, als er über das bange Warten auf einen israelischen Soldaten schrieb, der von der Hisbollah entführt wurde und tot zurückkam. Hier spielt Julian Reichelt alle Karten des Boulevard-Journalisten. Kollegen wie Peter Scholl-Latour oder Gerd Ruge haben natürlich ein anderes journalistisches Kaliber, dennoch schlägt sich der junge Reporter hervorragend. Er gibt auch zu, gar nicht mehr objektiv zu sein und er bemüht sich auch gar nicht mehr darum in diesem Buch. Und hier liegt die Gefahr: Journalismus ist Dienstleister – er soll die Welt erklären, damit sich der Leser ein Urteil bilden kann. Mit diesem Buch bekommt der Leser ein fertiges Urteil präsentiert und ihm wird die Meinung Reichelts quasi aufgezwungen. Der Boulevardstil ist meines Erachtens großartig und ich kann auch viele Einschätzungen des Autoren teilen. Dennoch kommt Sensationslust immer wieder durch, aber das muss dem Leser bei einem Autoren der Bild klar sein.

Buchtipp: Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt

24. August 2011
Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt

Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt

WikiLeaks hatte sich 2009/2010 mit spektakulären Enthüllungen einen Namen gemacht. Dies scheint erst einmal vorbei. Jetzt geht es scheinbar nur um das Aufarbeiten von Internas, wer wann welche Daten bekommen hat und wer böse ist und wer nicht. Und die Whistleblower-Szene ist um OpenLeaks reicher geworden.

Um das Phänomen WikiLeaks besser verstehen zu können, nahm ich das Buch von DDB zu Hand. DDB ist im Twitter-Jargon von WikiLeaks der ehemalige Assange-Mitstreiter Daniel Domscheit-Berg. In seinem Buch „Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt“ beschreibt er Aufbau und Zusammenarbeit bei WikiLeaks. Es ist mit dem reißerischen Titel durchaus spannend zu lesen, wie eine Organisation tickt und noch interessanter, woran sie zerbricht. Julian Assange scheint nach diesem Buch nicht gerade ein Teamplayer zu sein, um es vorsichtig auszudrücken. DDB stellt in seinem Buch immer wieder das Ego von Assange heraus. Bei seiner eigenen Person ist DDB allerdings nicht so kritisch. Er widmet sich bei seiner Person mehr dem Orangensaft, den Bioläden und die coole Truppe des CCC, der ihn übrigens vor kurzem an die Luft gesetzt hat. Zeitweise ist das Buch ein ganz schönes Geeiere nach dem Motto: Ich bin ja so schön linksalternativ, ich will doch nur gutes. hab für vieles Verständnis und Anarchie ist gar nicht so schlecht. Schön wäre es, wenn der Gutmensch DDB sein Buch „Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt“ als freies PDF oder ePub vertrieben hätte, wenn Geld gar nicht so wichtig ist. Aber nein, ein traditioneller Verlag unter dem Dach von Axel-Springer musste es sein – Moment, war Springer für diese Leute nicht immer böse?

Dennoch hat das Buch in einigen Teilen wirklich Spaß zum Lesen gemacht. Streicht man das seichte Gutmenschentum, bleiben interessante Fakten über WikiLeaks. DDB stellt an seinen ehemaligen Kumpel interessante und wichtige Fragen. Gerade in der aktuellen Debatte ist das Buch Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Weltein schöner Mehrwert. DDB hat in den vergangenen Tagen unveröffentlichte WikiLeaks-Daten, die er bei seinem Ausscheiden mitgenommen hat, zerstört. Grund: Julian Assange konnte nach DDBs Meinung, für die Sicherheit der Daten nicht sorgen. Außerdem braucht er ja ein wenig PR für sein eigenes Projekt OpenLeaks, das alsbald an den Start gehen soll.

Bewundernswert, dass DDB nicht noch mehr mit Assange abgerechnet hat. Bei der Lektüre kommt immer wieder die tiefe Kränkung durch, die DDB verspürt. Ich denke, wenn das Buch heute neu erscheinen würde, dann würde DDB mehr austeilen. Im September ist Julian Assange in Berlin bei der Medienwoche. Er wird sich nicht zurückhalten. Es bleibt spannend.

Bitte mitmachen: Studie zum Masterstudiengang

6. August 2011

Das Thema Ausbildung liegt mir sehr am Herzen. Seit Jahren engagierte ich mich in der Aus- und Fortbildung in den Medien, halte Seminare und Vorlesungen, schreibe Artikel und Bücher und vermittele Praktikantenplätze. Auch viele meiner Kunden buchen mich, wegen meiner Kompetenz im Bereich Aus- und Fortbildung.

Mit der Einführung von Bachelor und Master ist es für viele Studenten und auch Hochschulen allerdings schwieriger geworden. Den Bachelor bekommen die Unis, FH, Hochschulen hin – bei der Ausbildung zum Master gibt es meiner Erfahrung nach noch Probleme. Um  dieses Problem in den Griff zu bekommen, gibt es eine Umfrage des MedienCampus Bayern, an dem nicht nur Bayern teilnehmen dürfen. Meine Aufforderung: Bitte macht bei dieser Umfrage mit, teilt sie in eure sozialen Netzwerken, so dass wir eine hohe Basis an Teilnehmern bekommen. Ich habe an dieser Umfrage mitgearbeitet und möchte, dass sie ein Erfolg wird.

Der MedienCampus Bayern startete Anfang August eine Befragung von Bachelor-Studierenden im Medienbereich. Ziel der Umfrage ist es herauszufinden, wie viele Studenten im Anschluss an ihre erste Hochschulausbildung einen Master daraufsetzen und wie viele direkt in die Medienbranche einsteigen möchten. Die Ergebnisse sollen die Hochschulen und Universitäten bei ihren Planungen unterstützen und die Wirtschaft über die Wünsche der Studierenden informieren.

Studenten aus allen Medienbereichen (Journalismus, Medientechnik/Informatik, Medienmanagement, Design und Film) werden gebeten, sich an der Befragung zu beteiligen. Diese dauert rund fünf Minuten. Die Ergebnisse werden auf den Medientagen München am Mittwoch, 19. Oktober 2011, um 13.00 Uhr vorgestellt (Messe München-Riem, MedienCampus-Areal).

Also nochmals meine Bitte: Mitmachen und weitergeben

Vorteile des Cloud Computing

3. August 2011

Eine Studie der GfK Custom Research bringt die Vorteile des Cloud Computing. Allgemein erweisen sich Datensicherheit und die Möglichkeit von verschiedenen Standorten auf die Daten zuzugreifen als wichtigste Vorzüge. Knapp die Hälfte der befragten IT-Entscheider der jüngsten Studie von GfK Custom Research zählt das Thema Datensicherheit, das heißt der Schutz der Daten vor unerlaubten Zugriff oder vor Diebstahl, zu den drei wichtigsten Argumenten für die Nutzung von Cloud Computing. Während in der Vergangenheit die Datensicherheit als einer der wichtigsten Vorbehalte gegenüber der Auslagerung von Daten angeführt wurde, gilt sie heute für viele als einer der wesentlichsten Vorteile. Für ein weiteres Drittel gehört der Datenzugriff von überall her zu den wichtigsten Gründen, warum sich das eigene Unternehmen für das Thema interessiert.

Für die Analyse führte GfK Custom Research im Juni 2011 Experteninterviews mit 1.800 IT-Entscheidern in Brasilien, China, Deutschland, Großbritannien, Indien und den USA durch.

In Deutschland sind Datenzugriff, Datensicherheit und Datenzuverlässigkeit aus Sicht der IT-Verantwortlichen die wichtigsten Argumente für die Nutzung von Cloud Computing.

Obgleich oftmals als Vorteil gesehen, gibt Datensicherheit zur selben Zeit Anlass zu Bedenken gegenüber Cloud Computing. Als echtes Markthemmnis kann es allerdings nur in Deutschland gewertet werden, wo fast zwei Drittel der Befragten diesbezügliche Befürchtungen äußern.

Auch das Thema Kosten wird ambivalent beurteilt. Obwohl es offensichtlich erscheinen mag, dass Cloud Computing eine Möglichkeit darstellt, um die IT-Ausgaben eines Unternehmens zu senken, beurteilen viele der Befragten die anfallenden Kosten als einen der wesentlichen Vorbehalte. Neben den Aufwendungen für die Umstellung, die für ein Drittel zu den drei größten Vorbehalten gegenüber Cloud Computing zählen, werden in noch stärkerem Maße die Kosten für den laufenden Betrieb angeführt. Insgesamt 42 Prozent führen dies als eines ihrer größten Bedenken an. Gleichzeitig gelten die potenziellen Einsparungen durch Cloud Computing auch nicht als wesentlicher Positivfaktor. Das Thema Kosten entpuppt sich somit mehr als Hemmnis, denn als Türöffner für die Anbieter.

Weitere Negativfaktoren sind der Studie die Ängste vor möglichen Ausfallzeiten sowie Befürchtungen hinsichtlich einer zu starken Abhängigkeit von dem Cloud Computing-Dienstleister.

In den untersuchten Ländern zählen Amazon, Apple, Google und Microsoft zu den bekanntesten Anbietern für Cloud Computing. In China und Indien genießen zudem die Soft- und Hardware-Anbieter IBM und Oracle einen hohen Bekanntheitsgrad. Hingegen nennen die Befragten in Brasilien fast nur Google und Microsoft.

Hohe Bekanntheit ist allerdings keine Garantie dafür, auch als Anbieter gewählt zu werden. Was für die Auftraggeber vor allem zählt, ist das Vertrauen in den Dienstleister, der die Daten speichern und verarbeiten soll. Die Studie zeigt, dass die Entscheider in den Schwellenländern deutlich mehr Vertrauen in die weltweiten Anbieter haben, als die Befragten in den westlichen Ländern. Dies ist ein weiteres Indiz für das große Potenzial von Cloud Computing in den aufstrebenden Nationen, während die Unternehmen in Europa und den USA noch etwas zögerlicher agieren.

Das größte Vertrauen als Anbieter genießt unter den IT-Entscheidern Microsoft mit 66 Prozent, knapp gefolgt von IBM (63 Prozent)und Google (58 Prozent). Gegenüber führenden Netzbetreibern kann dieses Trio mit einem erheblichen Abstand in den Vertrauenswerten punkten. Nur in Deutschland haben die IT-Verantwortlichen eine andere Einschätzung. Hierzulande erfreuen sich IBM und die Deutsche Telekom deutlich höherer Vertrauenswerte als Microsoft und Google.

Jetzt anstrengen: Cloud Computing punktet in Schwellenländern

2. August 2011

Cloud Computing wird die nächste digitale Sau, die durch digitale Dorf gejagt wird. Im Ernst: Wir müssen uns mit dem Thema Cloud in der Gesellschaft besser beschäftigen. Wie eine von GfK Custom Research in Brasilien, China, Deutschland, Großbritannien, Indien und den USA durchgeführte Studie zeigt, sind Cloud Services speziell in den Schwellenländern beliebt. Und wie sieht es bei uns aus? In Deutschland steigt das Interesse an der Auslagerung von Daten und Computeranwendungen, so die GfK.. Als größte Vorteile sehen die IT-Verantwortlichen hierzulande die Möglichkeit, von verschiedenen Standorten auf die Daten zuzugreifen, höhere Datensicherheit sowie Datenverlässlichkeit. Kostenersparnisse sind hingegen kaum ein Argument. So ist die Meinung, der IT-Menschen, doch die Gesellschaft in Deutschland ist eher gegen die Cloud eingestellt. Teilweise zu recht, wenn man die Datenpleite im Sony Netzwerk ansieht.

Also haben wir wieder mal eine digitale Spaltung der Gesellschaft. Fragt man IT-Verantwortliche in Unternehmen nach ihrer spontanen Assoziation mit dem Begriff Cloud Computing, so wird weltweit als erstes die externe Datenspeicherung genannt. Die Vorteile liegen für die Entscheider auf der Hand: Zugriff auf die Unternehmensdaten von überall her und unabhängig von den genutzten Geräten. Zusätzlich bietet Cloud Computing eine große Flexibilität in der Nutzung von Infrastrukturangeboten und Softwareanwendungen. In Europa und den USA verbinden die IT-Verantwortlichen allerdings auch häufig Sicherheitsfragen und Risiken mit der externen Datenspeicherung. Kostenvorteile und Flexibilität werden hingegen nur selten genannt.

Ein ganz anderes Bild zeigt sich in den Schwellenländern Brasilien, China und Indien. Hier werden am häufigsten Kosteneinsparungen, Flexibilität und die Sicherheit des Zugangs assoziiert und nur zu einem geringen Maß Risiken und Unsicherheiten.

In den aufstrebenden Nationen Brasilien, China und Indien setzen Unternehmen aller Größenordnungen bereits heute eine Vielzahl von Cloud-basierten Lösungen ein, speziell im Bereich der Infrastrukturangebote. Der GfK-Studie zufolge ist in diesen Ländern auch in den nächsten beiden Jahren mit deutlichem Wachstum in allen Segmenten zu rechnen.

Der Mittelstand ist noch nicht in der Cloud angekommen. Denn ein anderes Bild zeigt sich in den etablierten Märkten Deutschland, Großbritannien und USA. Kleinere Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern sind hier bisher kaum in Berührung mit Cloud Computing gekommen. Je größer ein Unternehmen, umso häufiger werden Cloud Services eingesetzt. Die Pläne der IT-Verantwortlichen versprechen allerdings auch in den etablierten Märkten für die nächsten beiden Jahre ein schnelles Wachstum in allen Segmenten. Nur kleinere Unternehmen in Deutschland äußern sich vergleichsweise zurückhaltend.