Eigentlich bin ich beim Whiskey ein Purist. Also den Schotten pur, auf keinen Fall barbarisch mit Eis. Aber bei dem geistigen Getränk mit Fassstärke empfiehlt sich ein paar Tropfen (Betonung liegt auf Tropfen) Wasser.
Also musste eine Pipette her. Ich hatte noch welche von meinem Kosmos Chemiebaukasten der Jugend, aber das empfand ich dann doch nicht stilgemäß. Ich wählte „Made in Germany“ und setzte auf die bewährte Marke meiner Weingläser: Eisch, die Glashütte aus Frauenau im Bayerischen Wald.
Eine Pipette beim Whiskytrinken dient dazu, kontrolliert Wasser hinzuzufügen und das Geschmackserlebnis zu verfeinern. Besonders bei hochprozentigen Whiskys in Fassstärke, die oft über 50 % Alkohol enthalten, kann ein paar Tropfen Wasser helfen, die Aromen besser freizusetzen. Ich wollte es anfangs nicht glauben, musste aber eingestehen: Es wirkt und funktioniert.
Eisch Pipette Angebermäßig habe ich mir eine Eisch Pipette mit 24 Karat Gold bei meinem Whisky-Dealer Distille-FFB gekauft. Es gibt auch preiswertere und auch deutlich teuere, aber ich fand das Gold einfach schön. Allerdings braucht dieses Teil auch mehr Pflege als meine Pipette aus dem Chemiebaukasten meiner Jugend.
Das Glas wurde durch eine hochwertige Goldauflage veredelt. Diese wurde von Hand aufgetragen und bei 560°C mit der Glasoberfläche verbunden.Edelmetalle sind Naturprodukte, die sich je nach Herkunft in der Farbe unterscheiden. Auch bei immer gleicher Herstellungsweise können daher farbliche Unterschiede auftreten. Diese sind nicht Zeichen minderer Qualität, sondern Ausdruck der besonderen Natur des Materials. Damit die Auflage im Gebrauch nicht beschädigt wird, muss ich Pflegehinweise beachten: Die Reinigung sollte ausschließlich mit einem weichen Tuch in warmem Wasser erfolgen. Dabei sollte ein mildes Spülmittel verwendet werden, Kontakt mit aggressiven Reinigern (auch z.B. Glasreiniger) oder Scheuermitteln muss unbedingt vermieden werden. Merke: Keinesfalls darf die Reinigung in der Spülmaschine erfolgen.
Zur Sache Durch die Zugabe verändert sich die Molekularstruktur des Whiskys, wodurch sich mehr Duftstoffe entfalten und die alkoholische Schärfe gemildert wird. Dies macht den Whisky weicher und zugänglicher, ohne ihn zu verwässern. Besonders sinnvoll ist dies bei Cask Strength Whiskys wie Ardbeg Uigeadail oder Aberlour A’bunadh sowie bei anderen stark rauchigen oder torfigen Whiskys von Islay, da das Wasser dazu beiträgt, versteckte Nuancen hervorzuheben. Auch ältere, komplexe Whiskys profitieren oft von einer präzisen Dosierung mit der Pipette, da so feine Aromen besser zur Geltung kommen. Durch die tröpfchenweise Zugabe lässt sich der Whisky individuell anpassen, ohne das Risiko, ihn unbeabsichtigt zu stark zu verdünnen. Nachdem ich ein paar Abende experimentiert habe, stelle ich fest: Eine Pipette ist daher ein nützliches Werkzeug für Genießer, die ihren Whisky in seiner ganzen Bandbreite erleben möchten. Probieren Sie es mal aus und wenn es auch nur die Pipette aus dem Chemiebaukasten Ihrer Jugend ist.
Der Aschermittwoch ist der Auftakt der Fastenzeit. Das Fischessen am Aschermittwoch hat eine lange Tradition und ist eng mit der christlichen Fastenzeit verbunden. Aschermittwoch markiert den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit, in der Gläubige sich traditionell in Verzicht üben, insbesondere auf Fleisch.
Diese Praxis geht auf die katholische Kirche zurück, die den Verzehr von Fleisch an bestimmten Tagen untersagte, während Fisch als erlaubt galt. Fisch galt historisch als Fastenspeise, da er nicht als „warmes“ oder „blutiges“ Fleisch angesehen wurde, das von Tieren mit rotem Blut stammt.
Mir gefällt diese Idee und ich lehnte in diesem Jahr den politischen Aschermittwoch der Parteien ab. Wir haben andere Sorgen als aufeinander einzudreschen. Das brauche ich nicht, aber ein Fischessen ohne Politik wollte ich mir schon gönnen. Daher nutze ich das Angebot vom Gasthof Heinzinger in Rottbach zum Fischessen (in Ruhe und ohne Politik). Gasthof Heinzinger ist in Gemeindeteil Rottbach von Maisach im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck.
Neben der religiösen Bedeutung symbolisiert das Fischessen auch einen Übergang: Es markiert das Ende der ausgelassenen Faschingszeit und den Beginn der besinnlichen Fastenzeit. Hier mein Menü.
Es begann mit dem Gruß aus der Küche Amuse Bouche
Matjes, Crème fraîche, Dill, Rote Beete, Karotte, Essiggurken-Gel und Kartoffel
Bayerische „Bouillabaise“ ohne Krustentiere, sondern mit Fische aus der Region. Für die Krustetiere sind die Temperaturen in unseren Flüssen noch zu kalt.
Ravioli, Garnele im Safranschaum
Birnbaums Goldforelle mit Blumenkohl und Kokos Wie mir Denis Kleinknecht berichtete, legt die Fischzucht Birnbaum in Penzing großen Wert auf eine naturnahe und nachhaltige Fischzucht. Die Fische wachsen in 20 Naturteichen auf, die mit kristallklarem Quellwasser gespeist werden, was zu gesunden Tieren und somit hochwertigen Lebensmitteln führt. Auf den Einsatz von Wachstumsverstärkern und Antibiotika wird bewusst verzichtet. Diese Qualität wird von Spitzenköchen in ganz Deutschland wie von Denis Kleinknecht geschätzt.
Hanf-Dampfnudel mit Salzkaramell, Vanille-Espuma und Veilchenbalsam. Gerade auf den Veilchenbalsam war ich neugierig. In der Gastronomie ist Veilchenbalsam eine edle und aromatische Essigzubereitung, die aus Veilchenblüten hergestellt wird. Er zeichnet sich durch eine feine florale Note und eine angenehme Säure aus, die ihn besonders in der gehobenen Küche beliebt macht. Veilchenbalsam ist eine seltene, aber äußerst raffinierte Zutat, die vor allem in der Sterneküche oder von experimentierfreudigen Köchen geschätzt wird. Die Herstellung erfolgt durch das Einlegen von Veilchenblüten in hochwertigen Essig, häufig Weißweinessig oder Apfelessig. Die Blüten geben dabei ihre ätherischen Öle, Farbstoffe und Aromen an die Flüssigkeit ab. Anschließend wird der Essigauszug gefiltert und oft mit Honig oder Zucker leicht gesüßt, um eine harmonische Balance zwischen Säure und Süße zu schaffen. Manchmal werden auch Gewürze oder Kräuter hinzugefügt, um den Geschmack zu verfeinern.
Glück muss man haben. Zusammen mit der Gattin habe eine der begehrten Karten für das Delicat-E-Lectro-Dinner bei meinem Lieblingsgasthof Heinzinger ergattern können. Dahinter verbarg sich die 11. Rottbacher Gourmet Küchenparty. Rottbach ist ein Gemeindeteil von Maisach im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck.
Eine Gourmet-Küchenparty ist eine besondere kulinarische Veranstaltung, die sich durch ihre lockere, gesellige Atmosphäre und hochwertige Speisen auszeichnet. Im Gegensatz zu einem klassischen Restaurantbesuch findet das Küchenparty-Event in einer offenen Küche von Starkoch Denis Kleinknecht statt, wo die Gäste den Köchen direkt bei der Zubereitung der Speisen zuschauen können. Und natürlich waren wir alle neugierig, sahen zu und fachsimpelten. Dadurch entstand eine interaktive Erfahrung, bei der Kochen, Genießen und geselliges Beisammensein miteinander verschmolzen.
Typischerweise wurden bei einer Gourmet-Küchenparty mehrere kleine, raffinierte Gerichte serviert. Dieses Mal waren es 16 Gänge. Die Gäste konnten sich frei bewegen, verschiedene Speisen probieren und mit Denis und seinen Mitarbeiterinnen oder anderen Teilnehmern ins Gespräch kommen. Die hochwertige Zutaten, kreative Rezeptideen und perfekt abgestimmte Weine sind Teil seines Konzepts.
Die Küchenparty im Gasthof Heinzinger bietet eine entspannte Alternative zum klassischen Fine Dining, da sie den direkten Austausch ermöglichen und das Erlebnis in den Mittelpunkt stellen. Durch die ungezwungene Atmosphäre und das kulinarische Erlebnis wurde die Rottbacher Gourmet-Küchenparty zu einem besonderen Genussmoment für Feinschmecker und Genießer.
Als Fan von schottischen Whisky bin ich im Grunde konservativ. Aber warum nicht mal etwas neues ausprobieren. In Fürstenfeldbruck gab es seit Jahren einen wunderbaren Genussladen Destille-FFB. Inhaber Florian Gießer-Namisla hatte zu einem Testing japanischer Whiskys eingeladen, das mich doch sehr interessierte. Es freut mich sehr, dass es Unternehmer in der Kreisstadt Fürstenfeldbruck gibt, die so ein Angebot des Tastings machen, was absolut nicht selbstverständlich ist.
Meine Erwartungen waren hoch: Japanischer Whisky – das ist für mich nicht bloß eine Spirituose, sondern ein Gedicht, geschrieben in flüssigem Gold. Inspiriert von schottischer Tradition, aber verfeinert durch eine eigene, einzigartige Philosophie, spürte ich in jedem Schluck die Seele Japans: geprägt von Harmonie, Präzision und einer tiefen, beinahe meditativen Ruhe.
Geschichten von Geduld und Meisterschaft Während schottische Whiskys oft kraftvoll, torfig und wild wie die Highlands sind, entfalten japanische Whiskys ihre Schönheit subtiler – wie die Kirschblüte im Frühling oder der zarte Nebel, der sich über den Gipfel des Fuji legt. Sie erzählen Geschichten von Geduld und Meisterschaft, von Destillateuren, die ihr Leben dem Streben nach Perfektion verschrieben haben.
Moment der Stille Ein japanischer Whisky ist mehr als Geschmack; er ist ein Moment der Stille, eine Einladung innezuhalten. Er vereint milde Eleganz und komplexe Tiefe, balanciert Nuancen von Honig und floralen Aromen mit Noten von reifen Früchten und edlem Holz. In ihm steckt eine faszinierende Synthese von Tradition und Moderne, verbunden durch den respektvollen Umgang mit Rohstoffen, Klima und Zeit.
Zarte Melancholie Wo meine schottische Whiskys das Herz mit wärmender Intensität erfüllen, berührt japanischer Whisky die Seele mit zarter Melancholie und stiller Schönheit. Gemeinsam bilden sie nicht etwa einen Gegensatz, sondern ergänzen einander wie zwei Seiten derselben Medaille – verbunden durch ihre Leidenschaft, ihre Geschichten und die Kunst, aus Wasser, Getreide und Zeit etwas wahrhaft Magisches entstehen zu lassen. Die Masse der japanischen Whiskys sind Blended Whiskys, es gibt nur selten Single Malts.
Wir probierten folgende Sorten. Alle sind bei der Destille FFB und anderen Händlern erhältlich. Und für mich steht fest: Japanische Whiskys können mit ihren schottischen Kollegen absolut mithalten. Aber mehr Experimente gehe ich nicht ein.
Wenn die Gastronomie ihr offenes Weinsortiment erweitern will, aber nicht das Risiko eingehen kann, den offenen Wein nach ein paar Tagen zu entsorgen, weil er nicht komplett ausgeschenkt wurde, da kommt das Konservierungssystem Coravin Timeless Six+ ins Spiel. Ich habe mir das System von Denis Michael Kleinknecht vom Gasthof Heinzinger in Rottbach erklären lassen.
„Das Coravin System ermöglicht uns, Wein ohne den Korken ziehen zu müssen, auszuschenken“, so Kleinknecht. Hierbei wird der Naturkorken mit einer Nadel durchstochen. Beim Ausschenken wird nun Argon in die Flasche gedrückt. So bekommt der Wein in der Flasche keinen Sauerstoff ab, welcher den Wein oxidieren liesse. „Der Wein bleibt ohne jeglichen Qualitätsverlust mehrere Monate frisch wie gerade erst geöffnet“, so Kleinknect weiter. So kann sein Gasthof Heinzinger nun mehrere offene Weine im Glas anbieten. Ich finde die Idee hervorragend.
Als Privatperson ist das System auch interessant. Mit dem Coravin Timeless Six+ Konservierungssystem kann ich meine Lieblingsweine einschenken, ohne den Korken ziehen zu müssen, und immer wieder zu dieser Flasche zurückkehren. So muss ich nicht gleich die ganze Flasche trinken, sondern kann Gläser genießen.
Nachdem mehr und mehr echte Korken verschwinden und durch Schraubverschlüsse ersetzt werden, gibt es auch einen entsprechenden Aufsatz für diese Flaschen.
Kann ein Amerikaner ein Gesicht für eine schottische Whisky werden? Auf dieses dünnes Eis begibt sich derzeit Glenmorangie. Harrison Ford wird das Gesicht von Glenmorangie Single Malt Whisky und Puristen fallen einfach tot um.
Aber ich finde diesen neuen Weg interessant, wahrscheinlich weil ich ein Fan von beiden bin: Glenmorangie und Harrison Ford. In einer Episodenreihe unter der Regie von Joel Edgerton zeigt Ford seinen typischen, trockenen Humor, so verspricht uns zumindest Glenmorangie.
„Once Upon a Time in Scotland“ begleitet Harrison Ford auf seiner Reise in die Heimat von Glenmorangie. In den Highlands entdeckt er die Handwerkskunst, die in jede Flasche des komplexen und eleganten Whiskys einfließt. Der Schauspieler genießt das authentische Schottland – von den Besonderheiten des schottischen Akzents, der Kilt-Etikette bis zum Kennenlernen der Einheimischen bei einem Dram Single Malt. Bewusst wurden die Szenen unkonventionell im „Off-Script“ Stil gedreht.
Die Episoden zeigen die natürliche Schönheit der Highlands im Nordosten Schottlands: Die historische Destillerie in Tain, in der Glenmorangie seit über 180 Jahren gebrannt wird, das geschichtsträchtige Ardross Castle aus dem 19. Jahrhundert und die atemberaubende Landschaft rund um Loch Glass. Mit Harrison Ford spielt das Destillerie-Team unter der Leitung von Joel Edgerton sich selbst, während die Flaggschiff-Whiskys Glenmorangie Original 12 Years Old und Glenmorangie Infinita 18 Years Old, ebenfalls eine Hauptrolle übernehmen.
Die 12 Folgen und der Herofilm von Joel Edgerton werden durch Fotos von Modefotograf Lachlan Bailey ergänzt. Sie zeigen Harrison Ford, wie man ihn noch nie gesehen hat – in einem stylischen schottischen Kilt der Streetwear-Marke Palace.
Caspar MacRae, Präsident und CEO von The Glenmorangie Company sagt: „Harrison Ford ist ein echter Weltstar und wahrer Whisky-Liebhaber. Ein Traum wurde wahr, ihn für diese Kampagne zu gewinnen und in den Highlands willkommen zu heißen. Hier, in unserer Heimat, erfuhr er so viel über Glenmorangie. Er ist jemand, der sein Handwerk über Jahrzehnte hinweg verfeinerte. Deshalb schätzt er das tiefe Engagement und die Fähigkeiten unseres Destillerie-Teams. So wie wir hat er auch keine Angst, über sich selbst zu lachen – und ich denke, Joel hat seine authentische Herzlichkeit und seinen schelmischen Humor perfekt eingefangen. Wir hoffen, dass Whisky-Liebhaber weltweit die Episoden genießen und durch Harrison die echten Menschen und Orte hinter unseren Whiskys entdecken.“
Harrison Ford, Star in „Once Upon a Time in Scotland“, sagt: „Ich habe die Zusammenarbeit mit dem Team in der Destillerie sehr genossen – sie sind alle großartig. Der gesamte Dreh war von schönen Überraschungen geprägt: kleine unerwartete Momente. Dank Glenmorangies Sinn für Humor, mussten wir uns nicht ganz so ernst nehmen. Ich denke, was Joel produzierte, hat einen gewissen Charme, unprätentiös und einfach amüsant.“
Joel Edgerton, Regisseur von „Once Upon a Time in Scotland“, sagt: „Ständig sehe ich Werbespots, die einem gewohnten Muster folgen. Umso mehr gefällt es mir, wenn die Dinge stattdessen ein wenig disruptiv, lustig und frech sind. Wie schön, dass wir in der eher traditionell geprägten Whisky-Welt die Möglichkeit hatten, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Es machte Spaß, die Ernsthaftigkeit, die oft in solche Werbekampagne einfließt, zu untergraben. Ich hoffe, dass die Leute den Kurzfilm und die Episoden in voller Länge ansehen – sie genießen und weiter teilen.“
Und wo lässt sich das Werk nun sehen? Once Upon a Time in Scotland wird seit dem 28. Januar 2025 weltweit auf Online Video Plattformen, im Connected TV, Out-of-Home, in experimentalen Werbeformen und auf Social Media veröffentlicht. Die sechs Episoden und Behind-The-Scenes sind in voller Länge auf Glenmorangie.com zu sehen, weiteres folgt im Laufe des Jahres. Bei YouTube sind die Sachen auch zu sehen.
Wer ins Ausland fährt, der sollte das kulinarische Angebot seines Gastlandes probieren und auch mal über den buchstäblichen Tellerrand schauen. Das hab ich in Estland gerne gemacht, denn die Küche des Landes bietet Abwechslung und ein gutes bis hohes Niveau. Fastfood scheidet aus und so standen wohlschmeckende Speisen (und Getränke) auf meinen Speiseplan in Estland. Hier eine Art kulinarisches Tagebuch meiner Estland-Reise mit einigen Restaurant-Tipps.
Angekommen in Tallinn am Flughafen nachdem man einige Stunden auf den Beinen war und ging es ab mit dem Bus zum Hotel. Ein kleines Essen stand dort auf dem Programm, um wieder zu Kräften zu kommen.
Hotel Palace, Tallinn Im Hotel Palace in der Altstadt, ein frisch renoviertes Hotel aus dem Jahr 1937 gab es erst einmal ein Bier Saku, der Klassiker der Biere in Estland. Neben vielen modernen Stilen wie IPA, Pale Ale oder Sour Ale gibt es eine traditionelle Vorliebe für dunkle Bierstile wie Porter und Stout. Ein charakteristischer Bierstil für estnische Brauereien ist das Baltic Porter.
Kurz das Zimmer beziehen und dann ab ins Restaurant. Hier mal ein Blick in mein Hotelzimmer im Hotel. In dem historischen Bau nächtigen auch mal Alice Cooper und Gary Moore. Was für den großen Alice gut ist, ist auf jeden Fall gut für mich.
Aber jetzt endlich zum Essen. Zur Vorspeise gab es Ziegenkäse mit Rote Beete.
Der Hauptgang bestand aus Schweinefilet mit Kraut und Kartoffelpüree. Schweinefleisch wird in Estland gerne serviert. Rind ist oft zu teuer. Estland ist ein Land des Schweinefleisches.
Olde Hanse, Tallinn Zum Warmwerden nach dem einsetzenden Schneefall besuchten ich den Touristenhotspot Olde Hanse, eine Art Ritteressen auf Estnisch. Über drei Stockwerke, der Service im Mittelalter-Look, dazu Live Mittelaltermusik macht die Atmosphäre Laune. Alle Gerichte auf der Speisekarte – darunter viele Wildgerichte –, werden nach Originalrezepten des 15. Jahrhunderts gekocht und gebacken. Jeden Abend – außer montags – treten mittelalterliche Musikanten auf. Es gab für uns sowohl Kräuter- als auch Zimtbier, nicht unbedingt mein Fall, aber die Atmosphäre war ausgezeichnet, wenn man einen guten Platz bekommt.
Restaurant Väike Rataskaevu 16, Tallinn Abends ging es in Restaurant Väike Rataskaevu 16 in der Altstadt. Das Väike Rataskaevu 16 ist ein sehr kleines Restaurant mit nur zwei Räumen. Die Tische stehen dicht beieinander, und die Atmosphäre ist eher süditalienisch oder spanisch geprägt als die oft zurückhaltend-estnische Stimmung, die man in vielen anderen Orten findet. Der Ort ist gemütlich und heimelig, und die Gerichte sowie der freundliche Service zeigen, dass jeder Gast herzlich willkommen ist. Zum Start gab es eine ausgezeichnete Lammsuppe, mein klarer Favorit.
Der Hauptgang war Fisch, nicht schlecht, aber auch nicht die Offenbarung.
Nachspeise war eine Schokobombe, aber ich bin grundsätzlich kein Fan von Nachspeisen.
Frühstück im Hotel Palace, Tallinn Kurz zum Frühstück im Hotel Palace. Das Buffet war reichhaltig und abwechslungsreich. Persönlich freute ich mich über eine reiche Fischauswahl zum Frühstück: Lachs und verschiedene Heringsvarianten. Enttäuscht, besser entsetzt, war ich über die Semmeln/Brötchen: Steinhart und Industriebackware – einfach peinlich für so ein Haus. Das Brot war dagegen sehr gut.
Restaurant Ülo, Tallinn Ein Hauch asiatisch waren die Speisen im empfehlenswerten Restaurant Ülo. Mit einem leicht altmodischen estnischen Männernamen versehen, ist Ülo ein angesagtes vegetarisches Restaurant, dessen Speisekarte auch etwas für Fleisch- und Fischliebhaber bereithält. Die Gerichte zeichnen sich durch reine Aromen und überraschende nn neue Kombinationen aus, wobei der Schwerpunkt auf veganer und vegetarischer Küche liegt. Das Innendesign des trendigen Restaurants ist schlicht und farbenfroh gestaltet.
Wir starteten mit Süßkartoffeln mit Kimchi sowie Kräutermayonnaise, knusprige Zwiebeln und Kressesprossen.
Als Hauptgericht gab es eine langsam gegarte Entenkeule, dazu Apfel- und Selleriecreme, karamellisierte schwarze Rote Bete, Brombeeren und Salbei-Rotweinsauce.
Restaurant Vilde ja Vine, Tartu Es ging in die Universitätsstadt Tartu ins Restaurant Vilde ja Vine. Vor dem Lokal eine Skulptur der beiden Wildes: Oscar und Edward Wilde. Vilde ja Vine ist ein Weinrestaurant, das in einem alten Backstein-Druckereigebäude untergebracht ist und die schönen Dinge des Lebens miteinander verbindet. Hier treffen Kunst, Wein, köstliche Speisen und gute Gesellschaft aufeinander.
Die Vorspeise war eine deftige Tomatensuppe.
Die Hauptspeise war Lachs.
Und zum Nachtisch gab es ein Schoko-Fondat.
Grillrestaurant Sarvik, Rakvere „Für uns bleiben nur Klauen und Schwänze.“ Als Sowjetrepublik wurden die Lebensmittel vor allem Schweinefleisch in Estland erzeugt und in die Sowjetunion verschifft. Heute ist Schweinefleisch in Estland beliebt, so dass die Gegend sogar Schweinefleischfresser heißt. Daher lohnt sich der Besuch im Grillrestaurant Sarvik. Die Bevölkerung und die Besucher von Rakvere (dt. Wesenberg) haben lange darauf gewartet, ein gutes Grillrestaurant zu besuchen, in dem besonders aus estnischen Zutaten hergestellte Fleisch- und Fischgerichte im Mittelpunkt stehen, die auf dem Holzkohlegrill im Restaurant zubereitet werden.
In der Küche von Sarvik befindet sich ein einzigartiger Holzkohlegrill – es handelt sich um eine Kombination von Grill und Ofen in moderner technologischer Form. Der Holzkohlegrill verschafft die Möglichkeit, echte und frische Grillgerichte in einer Profiküche zuzubereiten, direkt vor den Augen der Gäste.
Zur Vorspeise gab es ein zauberhaftes Roastbeef.
Der Hauptgang war ein Schweine-Tomahawk.
Restaurant Leendav Maaler, Tallinn Lendav Maaler ist ein georgisches Restaurant, das moderne georgische Küche und eine exklusive Auswahl an georgischen Weinen anbietet. Zur Vorspeise gab es eine eorgische Snack-Auswahl mit georgischer Käse, Lace-Phali, Auberginenröllchen, Hüttenkäse-Sauce mit grüner Adschika, Chips,Maisbrot und Gurke. Zudem georgischer Salat mit gerösteten Walnüssen sowie Imeruli Chatschapuuri, das ist ein flaches Brot mit Käse gefüllt.
Hauptgericht war Shkmeruli, das ist ein grilltet Hähnchen in Knoblauchsauce und Ajapsandali (Gemüseeintopf).
Zur Nachspeise gab es eine Passionsfrucht-Erdbeertorte.
Restaurant Pegasus, Tallinn Ein modernes europäisches Restaurant im Herzen der Altstadt von Tallinn. Das Restaurant Pegasus, das 1962 eröffnet wurde, ist zweifellos ein Ort zum Speisen mit der besten Aussicht und der gemütlichsten Atmosphäre in der gesamten Harju-Straße. Das Restaurant beeindruckt mit einem vielseitigen und faszinierenden Design, das sich über drei Etagen erstreckt und Platz für Gruppen unterschiedlicher Größe bietet. Das großzügige Restaurant wirkt altmodisch-charmant, serviert jedoch international beliebte Gerichte, die von der jeweiligen Saison inspiriert sind. An Wochentagen gibt es spezielle Mittagsangebote. Die Hauptzutaten sind lokal und von hoher Qualität. Zum Einstand gab es einen Martini.
Die Vorspeise war ein Gorgonzola-Tart.
Die Hauptspeise war ein sehr guter gegrillter Kürbis.
Am Flughafen Tallinn mit Flug über Riga nach München wurden alkoholische Getränke zu sich genommen. Zudem gab es ein Kochbuch mit estnischer Küche.
Und dann am Flughafen München noch die Gepäckausgabe.
Auf Raclette hatte ich dieses Jahr keine Lust, zudem K2 die Hütte zum Feiern nutzte und freundliches Partyvolk eingeladen hatte. Also auswärts den Abend genießen: Voraussetzung waren hervorragendes Essen und Weine, nette Umgebung, geringe Entfernung und kein affektiertes Gehabte der Bussi-Bussi-Gesellschaft. Das Ganze sollte vor der Knallerei vorbei sein, um die heimischen verschreckten Kater zu trösten. Damit war klar, wir verbringen den Silvesterabend im Gasthof Heinzinger in Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck.
Gastronom Denis Michael Kleinknecht, seine Gattin Nicole und das Team in der Küche haben sich in der deutschen Gastro-Szene eine hervorragende Namen gemacht und zudem ist Kleinknecht ein Pfundskerl, dessen Freundschaft ich sehr schätze.
Als Aperitif wählte ich einen Champagner Louis Röderer Collection 202 und stellte fest, dass mir Champagner wirklich gut schmeckte. Den restlichen Abend verbrachte ich mit dem hervorragenden Weißwein „Edda“ Cantina San Marzano Cuvée Chardonnay, Fiano, Moscato Salvatico.
Das Silvestermenü begann mit einem Amuse Bouche, Gruß aus der Küche. Wir hatten eine Entenleberpraline.
Der erste Gang war eine Schweinshaxe 2.0 mit Blue Meat Rettich, Wasabi und Edamame, Knocherlsulz und Bonitoflocken. Faszinierend die Verbindung zwischen bayerischer und asiatischer Küche auf hohem Niveau.
Als Fan von Jakobsmuscheln liebte ich den nächsten Gang mit Rote Vanille, Rote-Beete und Crème fraîche.
Wirklich originell empfand ich das Kräuter-Ei mit Imperial Kaviar. Das panierte Ei war einfach der Hammer.
Auch der Steinbutt mit Spargelasche und Schwarzwurzel war eine Offenbarung.
Natürlich ein Höhepunkt war das Kalbsfilet mit Hummer und Mangold.
Das Dessert war ein Steinpilz-Eis mit Gold und Mokka-Schmalzgebäck.
Zum Abschluss gab es noch Petit Fours.
Der Abend war ein Genuss und ich bin dankbar, dass wir so eine hochwertige Gastronomie in unserer näheren Umgebung haben. In einer Zeit, in der das Globale oft das Lokale überstrahlt, erhebt sich die regionale Gastronomie wie ein kulinarischer Leuchtturm – ein Ort, an dem Geschmack, Handwerk und Herkunft in perfekter Harmonie verschmelzen. Sie ist weit mehr als eine bloße Mahlzeit; sie ist ein Erlebnis, eine Reise durch die Aromen und Traditionen einer Region, ein Bekenntnis zur Heimat und zur Wertschätzung der Natur. Hochwertige regionale Gastronomie beginnt mit den Menschen – Köche, Landwirte, Winzer und Handwerker, die ihre Region nicht nur kennen, sondern lieben. Denis Kleinknecht und sein Team arbeiten mit Hingabe und Stolz, ihre Heimat auf den Teller zu bringen. Mit jedem Gericht erzählen sie Geschichten. In einer Welt, die nach Nachhaltigkeit ruft, ist regionale Gastronomie eine Antwort, die schmeckt. Kurze Transportwege, respektvolle Landwirtschaft und bewusster Umgang mit Ressourcen machen sie nicht nur zu einer ökologischen, sondern auch zu einer ethischen Wahl. Jeder Besuch in einem solchen Restaurant ist ein Beitrag zur Unterstützung lokaler Produzenten und zur Bewahrung von Traditionen.