Wir Männer haben nicht so viele Möglichkeiten an Schmuck oder Accessoires wie die Damen der Schöpfung. Eine Möglichkeit sich auszustatten sind Gürtel.
Und hier habe ich interessante und eindrucksvolle Modelle beim Herrenausstatter Felbinger in Immenstadt gesehen. Klaus Felbinger ist mein Herrenausstatter und für mich ein Leuchtturm in Sachen Männermode. Bei der jüngsten Anprobe bin ich um ein Regal mit den sehr interessanten Gürteln herumgeschlichen und habe mit Klaus Felbinger gleich ein Interview führen müssen.
Ein Gürtel ist für mich weit mehr als nur ein funktionales Accessoire, das die Hose an Ort und Stelle hält – er ist ein Statement, ein Ausdruck von Stil und Persönlichkeit. Besonders im Luxussegment avanciert der Herrengürtel zum unverzichtbaren Detail eines perfekt abgestimmten Outfits. Edle Materialien, exquisite Verarbeitung und exklusive Designs machen ihn zum Hingucker und verleihen jedem Look eine elegante Note. Und Klaus Felbinger hat in Mailand eine Manufaktur entdeckt für individuelle Gürtel.
Luxusgürtel für Männer bestehen oft aus feinstem Leder, sei es italienisches Kalbsleder, exotisches Krokodil- oder Schlangenleder oder vegetabil gegerbtes Leder für eine besonders nachhaltige Note. Die Schließen setzen ebenfalls ein modisches Statement: Hochglanzpolierte Edelstahl-, Titan- oder sogar vergoldete Varianten.
Die Gürtel von Felbinger fallen auf, ohne aufdringlich zu sein. Die hochwertige Gürtel werten jedes Outfit auf – sei es der klassische Anzug, das legere Business-Casual-Ensemble oder ein stilvoller Freizeitlook mit Chino und Hemd. Farblich abgestimmt auf die Schuhe oder die Uhr, setzt er stilvolle Akzente und zeugt von modischem Feingefühl. Ein modischer Luxusgürtel ist mehr als nur ein Accessoire – er ist ein Zeichen von Qualität, Klasse und Stilsicherheit. Wer auf Eleganz und Exklusivität setzt, investiert in ein zeitloses Stück, das über Jahre hinweg Bestand hat und den individuellen Stil perfekt unterstreicht.
In Kürze werden die Gürtel im Online-Shop von Felbinger zu erwerben sein. Der Shop befindet sich gerade im Aufbau. Einfach mal reinklicken oder direkt nach Immenstadt fahren (vorher einen Termin ausmachen).
Eigentlich bin ich beim Whiskey ein Purist. Also den Schotten pur, auf keinen Fall barbarisch mit Eis. Aber bei dem geistigen Getränk mit Fassstärke empfiehlt sich ein paar Tropfen (Betonung liegt auf Tropfen) Wasser.
Also musste eine Pipette her. Ich hatte noch welche von meinem Kosmos Chemiebaukasten der Jugend, aber das empfand ich dann doch nicht stilgemäß. Ich wählte „Made in Germany“ und setzte auf die bewährte Marke meiner Weingläser: Eisch, die Glashütte aus Frauenau im Bayerischen Wald.
Eine Pipette beim Whiskytrinken dient dazu, kontrolliert Wasser hinzuzufügen und das Geschmackserlebnis zu verfeinern. Besonders bei hochprozentigen Whiskys in Fassstärke, die oft über 50 % Alkohol enthalten, kann ein paar Tropfen Wasser helfen, die Aromen besser freizusetzen. Ich wollte es anfangs nicht glauben, musste aber eingestehen: Es wirkt und funktioniert.
Eisch Pipette Angebermäßig habe ich mir eine Eisch Pipette mit 24 Karat Gold bei meinem Whisky-Dealer Distille-FFB gekauft. Es gibt auch preiswertere und auch deutlich teuere, aber ich fand das Gold einfach schön. Allerdings braucht dieses Teil auch mehr Pflege als meine Pipette aus dem Chemiebaukasten meiner Jugend.
Das Glas wurde durch eine hochwertige Goldauflage veredelt. Diese wurde von Hand aufgetragen und bei 560°C mit der Glasoberfläche verbunden.Edelmetalle sind Naturprodukte, die sich je nach Herkunft in der Farbe unterscheiden. Auch bei immer gleicher Herstellungsweise können daher farbliche Unterschiede auftreten. Diese sind nicht Zeichen minderer Qualität, sondern Ausdruck der besonderen Natur des Materials. Damit die Auflage im Gebrauch nicht beschädigt wird, muss ich Pflegehinweise beachten: Die Reinigung sollte ausschließlich mit einem weichen Tuch in warmem Wasser erfolgen. Dabei sollte ein mildes Spülmittel verwendet werden, Kontakt mit aggressiven Reinigern (auch z.B. Glasreiniger) oder Scheuermitteln muss unbedingt vermieden werden. Merke: Keinesfalls darf die Reinigung in der Spülmaschine erfolgen.
Zur Sache Durch die Zugabe verändert sich die Molekularstruktur des Whiskys, wodurch sich mehr Duftstoffe entfalten und die alkoholische Schärfe gemildert wird. Dies macht den Whisky weicher und zugänglicher, ohne ihn zu verwässern. Besonders sinnvoll ist dies bei Cask Strength Whiskys wie Ardbeg Uigeadail oder Aberlour A’bunadh sowie bei anderen stark rauchigen oder torfigen Whiskys von Islay, da das Wasser dazu beiträgt, versteckte Nuancen hervorzuheben. Auch ältere, komplexe Whiskys profitieren oft von einer präzisen Dosierung mit der Pipette, da so feine Aromen besser zur Geltung kommen. Durch die tröpfchenweise Zugabe lässt sich der Whisky individuell anpassen, ohne das Risiko, ihn unbeabsichtigt zu stark zu verdünnen. Nachdem ich ein paar Abende experimentiert habe, stelle ich fest: Eine Pipette ist daher ein nützliches Werkzeug für Genießer, die ihren Whisky in seiner ganzen Bandbreite erleben möchten. Probieren Sie es mal aus und wenn es auch nur die Pipette aus dem Chemiebaukasten Ihrer Jugend ist.
Sam Peckinpahs Vision eines sterbenden Westerns ist zugleich brutal und poetisch, ein Film, der den Zuschauer herausfordert und lange nachwirkt. Ich durfte den Film in meiner Western-Matinee im Scala Fürstenfeldbruck besprechen. Die nächste Western-Matinee ist am Sonntag, 16. März um 10:45 Uhr. Ich bespreche den Film Der Mann, der Liberty Valance erschoss von John Ford mit James Stewart, Johan Wayne und Lee Marvin. Karten gibt es hier. Hier ist die Aufzeichnung meines Vortrags:
Sam Peckinpahs Westernklassiker The Wild Bunch aus dem Jahr 1969 gilt als eines der bedeutendsten und zugleich kontroversesten Werke der Filmgeschichte. Der Film, der sich durch seine ungeschönte Gewalt und seine komplexe narrative Struktur auszeichnet, hat das Genre des Western nachhaltig geprägt und bleibt bis heute ein Meisterwerk, das intensive Diskussionen auslöst.
Peckinpahs Filme sind geprägt von moralischer Ambivalenz, pessimistischen Themen und einer visuellen Ästhetik, die den Einsatz von Zeitlupe und komplexen Schnitten umfasst. Trotz seines Talents war sein beruflicher Werdegang von Konflikten mit Studios und Produzenten überschattet, was oft zu finanziellen und kreativen Einschränkungen führte.
Die Figuren in The Wild Bunch sind keine typischen Helden. Sie sind moralisch ambivalent, gezeichnet von einem Leben voller Gewalt und Entbehrungen. William Holden liefert als Pike Bishop eine nuancierte Darstellung eines Mannes, der von Schuld und Nostalgie geplagt wird. Robert Ryan als Deke Thornton bietet ein Gegenstück zu Pike, ein Mann, der gezwungen ist, gegen seinen Willen zu handeln, um zu überleben.
Besonders beeindruckend ist die Dynamik innerhalb der Gruppe, gespielt von Ernest Borgnine, Warren Oates, Ben Johnson und Edmond O’Brien. Jede Figur bringt ihre eigene Geschichte und Persönlichkeit ein, was die Bande sowohl glaubwürdig als auch tragisch macht. Sie sind nicht nur Gesetzlose, sondern Männer, die mit ihrer eigenen Vergänglichkeit und der Unausweichlichkeit des Wandels konfrontiert werden.
Peckinpah inszeniert The Wild Bunch mit einer für die damalige Zeit revolutionären Technik und einem radikal neuen Ansatz für das Western-Genre. Besonders markant ist der Einsatz von Zeitlupe in den Gewaltszenen, der eine fast choreografische Qualität erzeugt und die Brutalität zugleich ästhetisiert und reflektiert. Die Schnitttechnik, die schnelle Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven und Handlungen erlaubt, trägt zur Intensität der Action bei.
Die nächste Western-Matinee ist am Sonntag, 16. März um 10:45 Uhr. Ich bespreche den Film Der Mann, der Liberty Valance erschoss von John Ford mit James Stewart, Johan Wayne und Lee Marvin. Karten gibt es hier.
Wie sieht es hinter den Kulissen eines Kinos aus? Eine Antwort auf diese Frage gebe ich zusammen mit Markus Schmölz von Scala Kino-Fürstenfeldbruck am Sonntag, 16. März um 8 Uhr in einer exklusiven Führung der VHS Maisach. Anmeldungen hier.
Über die Geschichte des Films und das Kino im Landkreis Fürstenfeldbruck darf ich einen kleinen Vortrag halten, während der Geschäftsführer des Scalas dann den Teilnehmern einen Blick hinter die Kulissen eines Kinobetriebs ermöglicht. Hinter den Kulissen eines Kinobetriebs läuft weit mehr ab, als der Besucher beim Betreten des Saals wahrnimmt. Während die Gäste ihre Tickets kaufen und sich mit Popcorn oder Nachos versorgen, sorgt ein eingespieltes Team im Hintergrund dafür, dass der Kinobetrieb reibungslos funktioniert.
Bereits am frühen Morgen beginnen die Vorbereitungen für den Tag. Das Reinigungspersonal sorgt dafür, dass alle Säle, Sitze und Foyers makellos sind, während die Technikteams die Projektoren und Soundsysteme überprüfen. Moderne Kinos setzen fast ausschließlich auf digitale Projektion, doch die Geräte erfordern regelmäßige Wartung, damit Bild- und Tonqualität stets den höchsten Ansprüchen genügen. Auch das Einspielen neuer Filme gehört zur täglichen Routine. Die digitalen Filmdateien werden über spezielle Server heruntergeladen, entschlüsselt und in das Vorführsystem integriert.
Parallel dazu arbeitet das Management an der Programmplanung. Welche Filme laufen wann und in welchem Saal? Wie lassen sich Stoßzeiten effizient organisieren? Diese Entscheidungen müssen oft Wochen im Voraus getroffen werden, basierend auf Besucherzahlen, Filmstarts und Erfahrungswerten aus vergangenen Jahren. Auch die Abstimmung mit Filmverleihern ist entscheidend, denn diese geben nicht nur die Preise für die Lizenzen vor, sondern oft auch Bedingungen, etwa wie lange ein Film exklusiv gezeigt werden muss.
Während der regulären Öffnungszeiten steht das Servicepersonal an der Kasse, hinter der Snack-Theke und in den Sälen bereit. Gerade an Wochenenden oder bei Premieren kann es stressig werden, wenn sich lange Schlangen bilden und in kurzer Zeit hunderte Gäste versorgt werden müssen. Die richtige Mischung aus Freundlichkeit und Effizienz ist gefragt, damit jeder Gast pünktlich seinen Film genießen kann.
Doch nicht nur der laufende Betrieb muss organisiert werden. Marketingaktionen wie Sonderveranstaltungen, Themenabende oder Kooperationen mit lokalen Unternehmen tragen dazu bei, dass das Scala als Erlebnisort zu etablieren. Beispielsweise habe ich eine Matinee-Reihe zum Western- und phantastischen Film.
Dazu kommen logistische Herausforderungen wie die Warenbestellung für den Concession-Bereich – also das Angebot an Snacks und Getränken. Hier wird genau kalkuliert, denn Produkte wie frisches Popcorn oder Softdrinks sind eine der wichtigsten Einnahmequellen eines Kinos.
Nach der letzten Vorstellung endet die Arbeit jedoch nicht. Säle müssen gereinigt, Tagesabrechnungen gemacht und die Technik für den nächsten Tag vorbereitet werden. Erst wenn das letzte Licht im Foyer ausgeht, kehrt für einen Moment Ruhe ein – bevor am nächsten Tag erneut die Magie des Kinos entfacht wird.
Die Führung startet um 8 Uhr ohne den Kinobetrieb zu stören und endet um 10 Uhr. Anmeldungen bei der VHS sind hier möglich.
Wer dann noch Lust hat, kann der Western-Matinee beiwohnen. Sie startet um 10:45 Uhr zum John Ford-Klassiker Der Mann der Liberty Valance erschoss. Karten für die Matinee gibt es hier.
Der Aschermittwoch ist der Auftakt der Fastenzeit. Das Fischessen am Aschermittwoch hat eine lange Tradition und ist eng mit der christlichen Fastenzeit verbunden. Aschermittwoch markiert den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit, in der Gläubige sich traditionell in Verzicht üben, insbesondere auf Fleisch.
Diese Praxis geht auf die katholische Kirche zurück, die den Verzehr von Fleisch an bestimmten Tagen untersagte, während Fisch als erlaubt galt. Fisch galt historisch als Fastenspeise, da er nicht als „warmes“ oder „blutiges“ Fleisch angesehen wurde, das von Tieren mit rotem Blut stammt.
Mir gefällt diese Idee und ich lehnte in diesem Jahr den politischen Aschermittwoch der Parteien ab. Wir haben andere Sorgen als aufeinander einzudreschen. Das brauche ich nicht, aber ein Fischessen ohne Politik wollte ich mir schon gönnen. Daher nutze ich das Angebot vom Gasthof Heinzinger in Rottbach zum Fischessen (in Ruhe und ohne Politik). Gasthof Heinzinger ist in Gemeindeteil Rottbach von Maisach im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck.
Neben der religiösen Bedeutung symbolisiert das Fischessen auch einen Übergang: Es markiert das Ende der ausgelassenen Faschingszeit und den Beginn der besinnlichen Fastenzeit. Hier mein Menü.
Es begann mit dem Gruß aus der Küche Amuse Bouche
Matjes, Crème fraîche, Dill, Rote Beete, Karotte, Essiggurken-Gel und Kartoffel
Bayerische „Bouillabaise“ ohne Krustentiere, sondern mit Fische aus der Region. Für die Krustetiere sind die Temperaturen in unseren Flüssen noch zu kalt.
Ravioli, Garnele im Safranschaum
Birnbaums Goldforelle mit Blumenkohl und Kokos Wie mir Denis Kleinknecht berichtete, legt die Fischzucht Birnbaum in Penzing großen Wert auf eine naturnahe und nachhaltige Fischzucht. Die Fische wachsen in 20 Naturteichen auf, die mit kristallklarem Quellwasser gespeist werden, was zu gesunden Tieren und somit hochwertigen Lebensmitteln führt. Auf den Einsatz von Wachstumsverstärkern und Antibiotika wird bewusst verzichtet. Diese Qualität wird von Spitzenköchen in ganz Deutschland wie von Denis Kleinknecht geschätzt.
Hanf-Dampfnudel mit Salzkaramell, Vanille-Espuma und Veilchenbalsam. Gerade auf den Veilchenbalsam war ich neugierig. In der Gastronomie ist Veilchenbalsam eine edle und aromatische Essigzubereitung, die aus Veilchenblüten hergestellt wird. Er zeichnet sich durch eine feine florale Note und eine angenehme Säure aus, die ihn besonders in der gehobenen Küche beliebt macht. Veilchenbalsam ist eine seltene, aber äußerst raffinierte Zutat, die vor allem in der Sterneküche oder von experimentierfreudigen Köchen geschätzt wird. Die Herstellung erfolgt durch das Einlegen von Veilchenblüten in hochwertigen Essig, häufig Weißweinessig oder Apfelessig. Die Blüten geben dabei ihre ätherischen Öle, Farbstoffe und Aromen an die Flüssigkeit ab. Anschließend wird der Essigauszug gefiltert und oft mit Honig oder Zucker leicht gesüßt, um eine harmonische Balance zwischen Säure und Süße zu schaffen. Manchmal werden auch Gewürze oder Kräuter hinzugefügt, um den Geschmack zu verfeinern.
Nein, Dracula taucht in diesem Klassiker nicht auf. Der Vampir ist auch kein Mann im Umhang, sondern eine alte Frau. Für mich ist dieser Film einer der besten Vampir-Filme überhaupt und er ist schwere Kost.
Carl Theodor Dreyers Vampyr aus dem Jahr 1932 ist ein bedeutender Filmklassiker des frühen Tonkinos, der zwischen Stummfilm-Ästhetik und experimentellen Tonsequenzen changiert. Obwohl der Film seinerzeit bei Kritik und Publikum eher verhalten aufgenommen wurde, gilt er heute als wegweisendes Werk des Horror- und Fantasy-Genres. Im Folgenden sollen Entstehung, Inhalt, formale Merkmale, thematische Schwerpunkte und der Einfluss des Films auf das spätere Kino beleuchtet werden. Hier ein Vortrag von mir zum Film:
Übergang vom Stumm- zum Tonfilm Vampyr entstand in einer Phase des Umbruchs in der Filmindustrie. Der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm war Ende der 1920er-Jahre bereits in vollem Gange. Viele Regisseure, die sich künstlerisch im Stummfilm etabliert hatten, standen nun vor der Herausforderung, die Möglichkeiten des Tons entweder behutsam oder radikal einzusetzen. Carl Theodor Dreyer, der bereits mit Werken wie Die Passion der Jungfrau von Orléans (1928) großes Ansehen erlangt hatte, musste nun neue Wege der filmischen Erzählung beschreiten.
Ermöglicht wurde die Realisierung von Vampyr unter anderem durch die finanzielle Unterstützung des Aristokraten Nicolas de Gunzberg, der unter dem Pseudonym „Julian West“ auch die Hauptrolle in dem Film übernahm. Gedreht wurde in Frankreich (unter anderem in Courtempierre) und in Deutschland, was für eine internationale Koproduktion typisch war. Auch bei der Besetzung griff Dreyer auf ein größtenteils europäisches Ensemble zurück, darunter professionelle Schauspieler und Laien.
Literarische Vorlage Der Film orientiert sich lose an den Erzählungen von Sheridan Le Fanu, insbesondere an der Sammlung In a Glass Darkly (1872). Dreyer nutzte die Motive des Vampir-Mythos’, um weniger eine stringente Narration zu entwickeln, als vielmehr eine rätselhafte, traumartige Atmosphäre zu erzeugen. Dadurch unterscheidet sich Vampyr deutlich von anderen Vampirfilmen seiner Zeit (etwa Murnaus Nosferatu, 1922 oder Tod Brownings Dracula, 1931).
Zusammenfassung der Handlung Die Geschichte kreist um den Protagonisten Allan Gray (gespielt von Julian West), einen jungen Reisenden mit einer Vorliebe für Okkultes. Gray quartiert sich in einem abgelegenen Gasthof ein, wo er sogleich von unheimlichen Begebenheiten heimgesucht wird: Schatten bewegen sich scheinbar verselbstständigt, gespenstische Gestalten huschen durch die Flure. Eines Nachts taucht ein alter Mann in Grays Zimmer auf, der ihm ein Paket mit der Aufschrift „Öffnen Sie nach meinem Tod“ übergibt und verschwindet.
Als Gray dem Geheimnis auf den Grund gehen möchte, trifft er auf das nahegelegene Schloss, in dem der alte Mann scheinbar lebte. Dort findet er den Schlossherrn tödlich verletzt vor. Dessen Töchter, Léone und Gisèle, sind in Gefahr. Die mysteriöse Krankheit von Léone deutet bald auf eine vampirische Ursache hin: Eine alte Frau namens Marguerite Chopin und ein unheimlicher Arzt scheinen ein Komplott zu schmieden, um die Familie mit vampirischer Präsenz zu bedrohen. Im weiteren Verlauf muss Gray nicht nur dem Vampir zur Strecke helfen, sondern sich auch selbst in einem labyrinthischen Spiel aus Traum und Wirklichkeit zurechtfinden.
Traumlogik und zerrissene Erzählstränge Typisch für den Film ist eine episodische, fast bruchstückhaft wirkende Erzählweise. Viele Szenen wirken wie ein Zustand zwischen Wachen und Schlafen, was durch ungewöhnliche Montagen und Bildkompositionen unterstrichen wird. Die Figur Allan Gray gerät ständig in Situationen, in denen nicht klar ist, ob er träumt oder ob das Gezeigte real ist. Diese Ambivalenz verstärkt den Eindruck eines unentrinnbaren Albtraums.
Wichtige Schlüsselmomente Das Paket des alten Mannes: Hier legt Dreyer früh den Grundstein für das Motiv von Vorbestimmung und Schicksal; Gray erhält ein Buch über Vampirismus, das eine Art Leitfaden durch die Ereignisse wird.
Grays Nahtoderfahrung: In einer der berühmtesten Sequenzen des Films verlässt Gray scheinbar seinen Körper und beobachtet sein eigenes Begräbnis aus einer sargartigen Perspektive. Diese Szene spiegelt Dreyers Interesse an spirituellen, metaphysischen Themen und macht den Film zu einem Pionierwerk surreale Traumsequenzen betreffend.
Der Tod des Arztes: Gegen Ende wird der bösartige Arzt, der mit der Vampirin zusammenarbeitet, von einer Mühle erdrückt. Dreyer inszeniert diesen Tod als klaustrophobisches Ersticken in einem Mahlwerk, was stark kontrastiert zu den zuvor eher schwebend-entrückten Bildern.
Kameraarbeit Die Kameraarbeit (u. a. durch den Kameramann Rudolph Maté) ist ein zentrales Element für die eigenwillige Atmosphäre des Films. Dreyer setzt eine Vielzahl visueller Effekte ein, um den Zuschauenden in einen traumartigen Zustand zu versetzen:
Weichzeichner und Nebel: Viele Außenszenen spielen in einem dunstigen Halbdunkel oder Morgengrauen. Durch geschickte Belichtung und Nebeleinsatz entstehen surreale Landschaften, die die Grenzen zwischen Realität und Irrealität verwischen.
Doppelte Belichtungen und Überblendungen: Um die Präsenz der Schatten und Gespenster zu verstärken, kommen gelegentlich Mehrfachbelichtungen zum Einsatz. Diese Techniken betonen die Spukhaftigkeit und Verunsicherung der Wahrnehmung.
Subjektive Kamera: Mehrfach wechselt Dreyer in Grays subjektive Perspektive, insbesondere in den traumartigen Sequenzen. Diese Ich-Perspektive lässt das Publikum die Geschehnisse aus Grays Blickwinkel erleben und unterstreicht das Gefühl, in einen Albtraum einzutauchen.
Montage Während Dreyers Die Passion der Jungfrau von Orléans für seine radikalen Close-ups und das klare Kontinuum der Handlung bekannt ist, zeigt sich in Vampyr eine Vorliebe für abrupte, teils desorientierende Schnitte. Der Erzählfluss wird durch Einschübe von symbolträchtigen, rätselhaften Bildern immer wieder unterbrochen. Diese Form des Erzählens gleicht eher einer inneren Assoziationskette als einem linearen Plot.
Ton und Musik Obwohl Vampyr ein Tonfilm ist, kommt die Tonspur eher spärlich und experimentell zum Einsatz. Längere Strecken des Films wirken beinahe stumm, was die unheimliche Grundstimmung verstärkt. Stimmen sind oft verzerrt oder wirken gedämpft, während Musik hauptsächlich als atmosphärisches Element fungiert. Die Musik stammt in weiten Teilen von Wolfgang Zeller und unterstreicht mit dissonanten Klängen und leisen Schwelgerien die surreale Qualität der Bilder.
Darstellerische Leistung Julian West (Nicolas de Gunzberg) als Allan Gray agiert eher zurückgenommen und rätselhaft. Seine beinahe lethargische Spielweise unterstreicht den Charakter der traumhaften Orientierungslosigkeit. Auch die weiteren Darsteller – viele von ihnen waren nicht hochprofessionelle Filmschauspieler – verleihen dem Film eine eigenwillige Stimmung. Dreyers Fokus lag weniger auf einer prägnanten psychologischen Führung der Schauspieler als auf dem Gesamtbild der Szenen, sodass die Figuren oft wie Fremdkörper in einer irrealen Kulisse wirken.
Der Vampirmythos als Metapher Obwohl Vampyr formal als Vampirfilm gelistet wird, nutzt Dreyer das Motiv des Vampirs weniger als Schocker, sondern eher als Symbol für eine metaphysische Bedrohung. Diese Bedrohung kann für Themen wie Angst vor dem Unbekannten, Seelenraub oder Schuld und Sühne stehen. In der Figur der Marguerite Chopin zeigt sich ein altes, verbittertes Wesen, das sich von Lebenskraft nährt – ein Bild, das sowohl für Unterdrückung als auch für die Zersetzung der menschlichen Existenz stehen kann.
Traum, Tod und Transzendenz Zentral ist die wiederkehrende Frage, ob Allan Gray die Ereignisse tatsächlich erlebt oder ob er sich in einem (Todes-)Traum befindet. Die berühmte Sargszene spiegelt ein zentrales Motiv: das Bewusstsein des eigenen Todes und den Versuch, diesem Schicksal zu entkommen. Dreyer zeigt hier eine unscharfe Linie zwischen Leben und Tod, zwischen Realität und Halluzination, die sich durch den gesamten Film zieht.
Einsamkeit und Entfremdung Allan Gray ist als ruheloser Wanderer gezeichnet, der rastlos durch fremde Gefilde streift. Seine Isolation spiegelt sich nicht nur in der kaum vorhandenen Interaktion mit anderen Figuren, sondern auch in der Inszenierung der Schauplätze: menschenleere Korridore, verwilderte Gärten, stille Nebellandschaften. Die Vampirthematik wird so auch zu einer Geschichte über Vereinsamung und das Gefühl, die eigene geistige und körperliche Gesundheit zu verlieren.
Religiöser und spiritueller Subtext Carl Theodor Dreyer war bekannt für seine tiefgründigen, oft religiösen Themen, am prominentesten in Die Passion der Jungfrau von Orléans. Auch Vampyr lässt sich in eine spirituelle Dimension rücken: Die Konfrontation mit dem Vampir kann analog zur Konfrontation mit dem Bösen oder dem Dämonischen gelesen werden. Die Rettung der leidenden Figur (Léone) und die Bestrafung des korrupten Arztes weisen auf die Möglichkeit einer moralischen Erlösung hin. Dreyers Stil, der oft an mittelalterliche Mystik und protestantische Strenge erinnert, verleiht dem Film eine zeitlose, sakrale Aura.
Zeitgenössische Kritik Bei seiner Premiere im Mai 1932 stieß Vampyr auf gemischte Reaktionen. Viele Zuschauer fanden die Erzählstruktur zu verwirrend, die Tonspur zu unkonventionell und das Spiel der Schauspieler zu minimalistisch. Auch das Werbekonzept des Films (die Vermarktung als Schauerfilm) stand in einem gewissen Missverhältnis zu Dreyers künstlerischer Ambition, wodurch das Publikum andere Erwartungen mitbrachte.
Spätere Anerkennung In den folgenden Jahrzehnten wurde Vampyr von Filmhistorikern, Cineasten und Regisseuren neu entdeckt und als visionäres Werk gewürdigt. Insbesondere in der europäischen Filmliteratur gilt der Film als frühes Beispiel eines „poetischen Horrors“, der weniger auf Schockeffekte als auf Stimmungen und Andeutungen setzt. Regisseure wie Jean Cocteau (Orphée, 1950) oder David Lynch (Eraserhead, 1977) wurden später für ihre surreale Filmsprache mit Vampyr verglichen.
Einfluss auf das Horrorkino Die experimentellen Bild- und Tonmischungen, das Spiel mit Schatten, Spiegelungen und dem Ungewissen machten Vampyr zu einem Vorläufer zahlreicher späterer Horrorwerke. Filme, die Horror ins Artifizielle, Traumartige überführten – etwa Die Stunde, wenn Dracula kommt (1960) von Mario Bava oder manche Werke des europäischen Horror-Avantgardefilms der 1970er-Jahre – stehen in der Tradition von Dreyers Herangehensweise. Auch in den modernen, eher psychologisch konnotierten Horrorfilmen (z. B. bei Regisseuren wie Roman Polanski oder Ingmar Bergman in Schreie und Flüstern) ist eine gewisse Nähe zu Dreyers introspektivem, albtraumhaften Stil festzustellen.
Was macht eine Schlange in der Münchner Frauenkirche? Dies habe ich mich gefragt, als ich den Dom besucht hatte und wegen eines Wolkenbruchs das Gotteshaus besichtigte und dabei auf eine Kupferschlange des Moses stieß.
In der Kapelle Mariä Opferung gibt es ein bemerkenswertes Kunstwerk: der sogenannte Münchner Domkreuzigungsaltar. Dieses Flügelretabel stammt aus der Zeit um 1440 und wurde aus der Vorgängerkirche übernommen. Es zeigt im Hauptfeld eine eindrucksvolle Darstellung der Kreuzigung Christi. Die trauernde Gruppe im Vordergrund besteht aus der heiligen Veronika, der Gottesmutter Maria, dem Apostel Johannes, Maria Magdalena und einem weiteren Heiligen. In ihren Heiligenscheinen ist die Inschrift zu lesen: “Maria hilf uns aus der Not durch deines Sohnes bittren Tod”. In der Predella des Altars ist ein Silberrelief des Reliquienschreins des heiligen Arsatius eingelassen. Dieser Schrein, gefertigt 1496 vom Goldschmied Hans Löffler, zeigt den Heiligen im bischöflichen Ornat liegend. Der Legende nach war Arsatius Bischof von Mailand und brachte die Reliquien der Heiligen Drei Könige sowie die eherne Schlange des Mose dorthin. Als Anspielung darauf ist das Kapellengitter mit einer Schlange auf einer Säule geschmückt.
Und natürlich gibt es auch etwas Mystisches: Die Darstellung der ehernen Schlange bezieht sich auf eine Episode aus dem Alten Testament. Während des Exodus sandte Gott zur Strafe für den Ungehorsam der Israeliten Giftschlangen, die viele Menschen bissen. Auf Gottes Anweisung hin fertigte Mose eine Schlange aus Kupfer und befestigte sie an einer Fahnenstange. Jeder, der von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb am Leben.
Glück muss man haben. Zusammen mit der Gattin habe eine der begehrten Karten für das Delicat-E-Lectro-Dinner bei meinem Lieblingsgasthof Heinzinger ergattern können. Dahinter verbarg sich die 11. Rottbacher Gourmet Küchenparty. Rottbach ist ein Gemeindeteil von Maisach im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck.
Eine Gourmet-Küchenparty ist eine besondere kulinarische Veranstaltung, die sich durch ihre lockere, gesellige Atmosphäre und hochwertige Speisen auszeichnet. Im Gegensatz zu einem klassischen Restaurantbesuch findet das Küchenparty-Event in einer offenen Küche von Starkoch Denis Kleinknecht statt, wo die Gäste den Köchen direkt bei der Zubereitung der Speisen zuschauen können. Und natürlich waren wir alle neugierig, sahen zu und fachsimpelten. Dadurch entstand eine interaktive Erfahrung, bei der Kochen, Genießen und geselliges Beisammensein miteinander verschmolzen.
Typischerweise wurden bei einer Gourmet-Küchenparty mehrere kleine, raffinierte Gerichte serviert. Dieses Mal waren es 16 Gänge. Die Gäste konnten sich frei bewegen, verschiedene Speisen probieren und mit Denis und seinen Mitarbeiterinnen oder anderen Teilnehmern ins Gespräch kommen. Die hochwertige Zutaten, kreative Rezeptideen und perfekt abgestimmte Weine sind Teil seines Konzepts.
Die Küchenparty im Gasthof Heinzinger bietet eine entspannte Alternative zum klassischen Fine Dining, da sie den direkten Austausch ermöglichen und das Erlebnis in den Mittelpunkt stellen. Durch die ungezwungene Atmosphäre und das kulinarische Erlebnis wurde die Rottbacher Gourmet-Küchenparty zu einem besonderen Genussmoment für Feinschmecker und Genießer.
BioPics von lebenden und verstorbenen Musikern gehören zum Filmgeschäft dazu. Sei es Spielfilme mit biografischen Hintergrund wie von Freddie Mercury, Elvis Presley, Elton John oder Johnny Cash. Nun kommt mit Like A Complete Unknown eine weitere verfilmte Biografie hinzu: Sie dreht sich um die Anfangsjahre von Bob Dylan bis zu seinem Auftritt in Newport 1965, als Dylan seine Gitarre an einen Verstärker anschloss.
Und anders als viele andere Biopics wird Dylan von Starregisseur James Mangold durchgehend als egoistischer Eigenbrödler gezeigt, der konsequent seinen Weg geht, wohl als Künstler seinen Weg gehen muss und seine Umwelt damit oftmals vor den Kopf stößt. Freunde, Freundinnen und Förderer werden oft beiseite gestoßen. Dylan will sich nicht vereinnahmen lassen und bricht mit ehemaligen Wegbereitern. Immer wieder wird im Film klar, dass sich Dylan nicht vor den Karren anderer spannen lassen will, nicht vor die US-Bürgerrechtswegung, den Folktraditionalisten, der Herzdame Joan Baez, die ihn den Weg auf die großen Bühnen bereitet hatte und Dankbarkeit erwartete. Die einzigen denen Dylan im Film treu ergeben sind, sind sein Idol Woody Guthrie und Country-Outlaw Johnny Cash.
Dylan bleibt der A Complete Unknown, wie der weitaus bessere Originaltitel des Films heißt. Der deutsche Verleih hatte wohl ein wenig zu viel Like a Rolling Stone gehört und führt den Zuschauer auf die falsche Fährte. Dylan ist ein Künstler mit tausend Masken, tausend Gesichtern, die nicht fassbar sind. Das zeigt der Film hervorragend, geht dabei einen anderen Weg als das Biopic I’m Not There von 2007. Sympathisch ist das nicht, aber so ist der Mann nun eben mal und trägt damit seine eigene Bürde. Das wird dem Zuschauer, der sich mit dem Phänomen Dylan nicht so auskennt oder gar ein hardcore Dylanolge ist, nicht gefallen: Kein PR Märchen mit versöhnlichen Abschluss. Dylan zerlegt das Folkfestival in Newport, wendet sich elektrisch gegen die Puristen und streut noch mit Songs wie I don’t work on Maggies Farm noch Salz in die Wunde.
Freunde wie der linke Liedermacher Pete Seeger oder Folkqueen Joan Baez oder der US-amerikanischer Folklore- und Musikforscher Alan Lomax bleiben mit Tränen und geplatzten Illusionen zurück. Der einzige, der sich wirklich freut ist Dylans Manager Albert Grossman (wunderbar dargestellt von Dan Fogler), der das Talent von Dylan erkennt und auch das große Geld darin.
Im Film selbst spielt sich Hauptdarsteller Timothée Chalamet die Seele aus dem Leib. Er hat jahrelang Studien über Dylan vorgenommen und er singt – wie die anderen Darsteller auch – die Songs selbst. Der Soundtrack ist hervorragend. Der 29-Jährige brilliert in der Rolle und es ist ein Genuss sich seinem Schauspiel hinzugeben. Ganze fünf Jahre bereitete er sich auf die Rolle des Bob Dylan vor, nahm Musikunterricht und zehn Kilo zu. Um Timothée Chalamet versammelt Erfolgsregisseur James Mangold („Indiana Jones und das Rad des Schicksals“, „Walk the Line“, „Cop Land“) einen kreativen Cast: Edward Norton spielt Pete Seeger, Elle Fanning als Sylvie Russo, Monica Barbaro als Joan Baez, Boyd Holbrook als Johnny Cash und Scoot McNairy als Woody Guthrie.
Bei den Oscars 2025 fiel der Film (unverständlicherweise) durch und auch im Kino wird dem Film in Deutschland auch kein großer Erfolg beschert sein. Und dennoch sollte man sich ihn unbedingt ansehen. Ich hab den Genuss in meinem Lieblingskino Scala Fürstenfeldbruck erlebt und kann den Film auch den Nicht-Dylan-Fans absolut empfehlen.