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Buchtipp: Ich lass mir den Mund nicht verbieten von Michael Haller und Walter Hömberg

6. Mai 2021

Am Tag der Pressefreiheit am 3. Mai erscheinen unzählige Artikel und Blogposts, wie wichtig und schützenswert die Pressefreiheit ist. Ich kann mich dem als gelernter Journalist nur anschließen. Aus diesem Grund werde ich auch ein Online-Seminar durchführen und erklären, wie Presse bei uns funktioniert. Denn ich stellte erschreckt fest: Viele Mitbürger haben von den Begriffen Pressekodex, Presserat und Audiatur et altera pars nichts gehört und das ist ungut.

Und ich daher gebe gerne einen Buchtipp zum Thema ab: »Ich lass mir den Mund nicht verbieten!«:, herausgegeben von Michael Haller und Walter Hömberg.

Das bei Reclam erschienene Buch, das mir der Verlag zur Verfügung stellte, ist eine Streitschrift und Geschichtsbuch für Journalisten als Wegbereiter der Pressefreiheit und Demokratie. Es umfasst Beiträge zur Entwicklung des Journalismus von den Anfängen bis in die Gegenwart und sind verfasst von Stefan Aust, Holger Böning, Günter Müchler, Jürgen Wilke, Ulla Wischermann und vielen weiteren Autoren.

Die Beiträge sind nicht allzulang und können wunderbar zwischendurch gelesen werden. Sie zeichnen die historische Entwicklung des Journalismus seit dem 17. Jahrhundert nach als sich Meinungsfreiheit ihren Weg bannte. Für mich persönlich waren die journalistischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts am interessantesten an der vorliegenden Mediengeschichte, weil ich wohl am stärksten von ihnen beeinflusst wurde. Watergate und die mediale Berichterstattung sowie Verfilmungen des Themas waren der Grund für meine Berufswahl. Ich habe aus dem Buch viel gelernt über Team-Journalismus, Foto-Journalismus und investigativen Journalismus – und ich habe gelernt, wie wichtig es ist, eine Geschichte zu erzählen.

Mein Kritikpunkt an diesem Buch »Ich lass mir den Mund nicht verbieten!«:: Es ist rückwärtsgewandt und geht nicht auf neue Medien ein, muss ein Geschichtsbuch vielleicht auch nicht, obwohl hier viel passiert ist: Datenjournalismus, Kollaboration von Redaktionsnetzwerken, Webjournalismus und Blogs sind hier nicht zu finden. Das liegt wohl daran, dass das Buch auf eine Rubrik der Printzeitschrift Message beruht. Diese hat Herausgeber Michael Haller einstmals mitbegründet und ist schon lange am Markt verschwunden, die Käufer blieben aus. Rund ein Drittel der Beiträge des Haller-Buches stammen aus dem Haller-Ressort „Highlights des Journalismus“. So geht sinnvolle Zweitverwertung.

Mittelalterfans orientieren sich am Buch Herr der Ringe – Waffen und Kriegskunst

2. Juli 2013

Neulich unterhielt ich mich mit einem Bekannten, der gerne Mittelalterfeste besucht. Seine ganze Familie ist diesem Hobby erlegen. Dabei musste ich feststellen, dass die Welt des Mittelalters und die Welt von Fantasy gar nicht so weit auseinander liegen. Freilich, es gibt Leute die ganz hohen Wert auf die Details legen und nahezu wissenschaftlich bei ihrer Ausrüstung vorgehen. Andere Mittelalterfans finden es einfach nur toll in Kostümen und Waffen durch die Gegend zu schreiten.

Als ich nachfragte, woher die Ideen für die ganzen Waffen und Rüstungen stammen,  bekam ich eine verblüffende Antwort. Viele Fans orientieren sich an der Welt von Herr der Ringe. Es ist ja eigentlich logisch, nur ich kam nicht darauf. Es liegt auf der Hand.

HdR

Und siehe da, bei mir im Archiv fand sich auch das Buch Der Herr der Ringe, Waffen und Kriegskunst. Ich habe das Buch von Chris Smith, erschienen im Klett Cotta Verlag, damals achtlos zur Seite gelegt. Grund war eine katastrophale Rechtschreibung und Übersetzungsleistung des Lektors. Das Buch hat leider sehr viele Unstimmigkeiten – der beste Text ist da noch das Vorwort von Christopher Lee.

Autor Chris Smith hatte 2003 in enger Zusammenarbeit mit Peter Jackson und seinem Designteam, allen voran den Trickspezialisten Richard Taylor und Daniel Falconer, die auch die Einleitung schrieben, sowie den Zeichnern Alan Lee und John Howe, ein zwiespältiges Buch verfasst. Das Originalbuch habe ich nie in die Finger bekommen. Im Grunde ist es ja auch eine Zweitverwertung von anderen Filmbüchern.

Aber ich hatte damals übersehen, welch fantastische Bilder und welch reicher Fundus an Waffen und Kriegskunst enthalten ist. Es macht einen unheimlichen Spaß, die Schwerter, die Sperre, die Schilder und die zahlreichen Rüstungen zu betrachten. Die kreativen Macher um Regisseur Peter Jackson haben sich wirklich etwas Grandioses einfallen lassen und eine stimmige Welt in sich geschaffen. Das macht sicherlich auch den Zauber der Welt von Herr der Ringe und Tolkien aus. Üppig illustriert mit hunderten von Fotos, Landkarten, Skizzen, Abbildungen von Modellen und Zeichnungen, ist das Buch eine wahre optische Schatzgrube.

Dieses und andere Bücher der Herr der Ringe Reihe werden von den Mittelalterfans herangezogen, und dienen als Vorlage für ihre Waffen und Ausrüstungen. Also, wer Interesse hat, sollte einen Blick wagen. Aber seid gewarnt: vom Text lohnt sich dieses Buch Der Herr der Ringe, Waffen und Kriegskunst überhaupt nicht. Vielleicht findet ihr dieses Buch bei eBay zu einem niedrigen Preis. Dann heißt es zugreifen.