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Maßschneiderin Susanne Spitz setzt auf Nachhaltigkeit bei Kleidung

26. April 2015
Susanne Spitz bei der Arbeit.

Susanne Spitz bei der Arbeit.

Ich interessiere mich für Leute, die etwas zu erzählen haben. Und vor kurzem habe ich wieder jemanden interessantes kennengelernt. Es handelt sich um die sympathische Maßschneiderin Susanne Spitz. Susanne Spitz führt ihr eigenes Atelier in Erlangen.
In einer ehemaligen Autowerkstatt hat sie ihre Schneiderei und untergebracht. Verschiedene Nähmaschinen, große Schneidetische meterlange Stoffbahnen sorgen für das richtige Flair. Hier wird klassische Handwerkskunst noch groß geschrieben. Diese Qualität hat ihren Kunden. Hier gibt es keine Kleidung von der Stange, sondern es wird auf Maß gefertigt. Die Kundschaft ist dadurch natürlich exklusiv. Es sind Leute, die Spaß an Qualität haben und es sind Leute, die diese Qualität zu schätzen wissen. Maßschneider fertigen individuelle Kleidungsstücke nach eigenen Entwürfen oder den Wünschen ihrer Kunden in Maßarbeit an.


Susanne Spitz stammt aus einer Handwerkerfamilie. Ihre Großmutter war bereits Schneiderin. Ihre Eltern führen ein erfolgreiches Maler- und Lackierergeschäft in der bayerischen Landeshauptstadt München. Die Liebe hat die 38-jährige aber nach Erlangen verschlagen.


1999, im dritten Jahr ihrer Ausbildung, stellte Susanne Spitz bei einer Lehrlingsmodenschau mit ihren Kreationen zwei Drittel aller vorgeführten Modelle. Im gleichen Jahr gewann sie die bayerischen Meisterschaften und wurde mit ihrem Gesellenstück Innungsmeisterin. Anfang 2000 machte sie sich schließlich selbstständig und belegte mit ihren Entwürfen sogleich den ersten Platz bei der deutschen Meisterschaft. Seit ihrer Meisterprüfung im Juli 2002 ist Susanne Spitz staatlich geprüfte Damen- und Herrenmaßschneiderin. Sie hat ihren Meistertitel von der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Inzwischen wurde sie mehrmals mit ihrem Unternehmen Spitz Maßdesign ausgezeichnet.

Susanne Spitz vor ihrem Meisterbrief.

Susanne Spitz vor ihrem Meisterbrief.

Ihr neues Atelier ist in der Mittleren Schulstraße in Erlangen. Sie ist vor kurzem mit ihrem Atelier dorthin umgezogen. Die alten Räume waren einfach zu klein, zu eng geworden. Die neuen Räume sind lichtdurchflutet und großzügig. “Ich mache alles von der Unterhosen bis zum Regenmantel und was dazwischen liegt,“ beschreibt Susanne Spitz ihre Tätigkeit. In der Ausbildung werden die Fachrichtungen Damenmaßschneider und Herrenmaßschneider unterschieden. Heute existieren zwei Prüfungsstufen, die Gesellenprüfung und die Meisterprüfung. Mit letzterer erwirbt man das Recht, Lehrlinge auszubilden. Beides – Damenmaßschneider und Herrenmaßschneider – ist aber schwierig, sie arbeitet daher mit einem Kollegen zusammen.
Einen Anzug oder eine ähnliche die Kleidung kauft man hier nicht im vorbeigehen. Am sinnvollsten ist es, wenn der Kunde einen Termin mit Susanne Spitz ausmacht. Dann ist auch klar, dass das Atelier dann komplett dem Kunden gehört. Der Kunde wird fachgerecht vermessen und kann sich seine Stoffe in Ruhe aussuchen. Susanne Spitz hat über 6000 verschiedene Stoffmuster vorrätig. Beratung wird daher hier sehr groß geschrieben. Ein klassischer Anzug kann auch locker zwischen 1200 und 1700 Euro kosten. Bei diesem Preis kann der Kunde absolute Spitzenqualität verlangen. Der Maßkunde legt Wert auf perfekte Paßform und Individualität. Ganz wichtig: Der Maßkunde hat einen hohen Beratungsbedarf und einen hohen Qualitätsanspruch. Und klar ist auch, dass der Maßkunde Wert auf erstklassiges Material und beste Verarbeitung legt.

Harris Tweed-Jacket – handgewebter Stoff aus reiner Schurwolle

22. April 2015
Harris Tweed-Jacket in Immenstadt beim Herrenausstatter Felbinger.

Harris Tweed-Jacket in Immenstadt beim Herrenausstatter Felbinger.

Wer englische Mode in hoher Qualität liebt, der kommt um Harris Tweed nicht vorbei. Tweed gibt es eine Vielzahl, aber für mich persönlich ist Harris Tweed einmalig und trage ihn gerne. In Immenstadt besuchte ich den Herrenausstatter Klaus Felbinger. Seit über 60 Jahren gibt es in Immenstadt im Allgäu den Herrenausstatter Felbinger und Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz lassen sich dort von Familie Felbinger einkleiden. Als ich in Immenstadt ein Seminar geben durfte, schaute ich in dem renommierten Geschäft vorbei.

Hier wird noch Wert auf echte Handarbeit gelegt.

Hier wird noch Wert auf echte Handarbeit gelegt.

Harris Tweed kommt aus Schottland von den äußeren Hebriden, eine Inselkette im Atlantischen Ozean an der Westküste von Schottland. Die gesamte Inselkette ist 208 Kilometer lang und es herrscht dort ein raues Klima. Ein wichtiger Industriezweig der Inselkette ist die Herstellung von Harris Tweed. Ich ließ mir vom Herrenausstatter Felbinger ein Jacket anfertigen aus diesem hochwertigen handgewebten Stoff aus reiner Schurwolle. Der klassische Webstuhl hat eine Breite von 1,5 Meter, die Webstühle des Harris Tweeds hatten früher nur 75 Zentimeter. Heute haben die Harris Tweed-Webstühle den Industriestandard und so können Stoffe für Jackets mit größerem Tuch gewebt werden. Die Wolle kommt aus den äußeren Hebriden und daher ist die Wolle etwas schwerer als andere Schurwolle. Die Farben halten sich an die Natur der rauhen Gegend. Der Harris Tweed ist ein Spiegel der Wälder, der Gräser, des Wassers der Hebriden. Das macht den Reiz für mich aus und ich entschied mich für ein grünes Fischgrätmuster.


Klaus Felbinger hat als besonderes Zuckerl. Er hat Zugang zu dem leichteren Tweed. Sein Stoff hat 390 Gramm anstatt bisher 500 Gramm. Dadurch werden die Jackets leichter und auch für etwas wärmere Gegenden tragbarer. Jedes Kleidungsstück aus Harris Tweed ist übrigens mit einem Echtheitsetikett ausgezeichnet, das das Markenzeichen des Harris Tweed, den Orb, einen Reichsapfel, und eine durchlaufende Nummer trägt.

Jedes Kleidungsstück aus Harris Tweed ist übrigens mit einem Echtheitsetikett ausgezeichnet, das das Markenzeichen des Harris Tweed, den Orb, einen Reichsapfel, und eine durchlaufende Nummer trägt.

Jedes Kleidungsstück aus Harris Tweed ist übrigens mit einem Echtheitsetikett ausgezeichnet, das das Markenzeichen des Harris Tweed, den Orb, einen Reichsapfel, und eine durchlaufende Nummer trägt.

Ich bin gespannt auf mein Jacket aus Harris Tweed. In ein paar Wochen habe ich es in den Händen und werde darüber berichten.
Der Herrenausstatter Felbinger ist ein Familienbetrieb seit der ersten Stunde. Firmengründer Eduard Felbinger lernte das Schneiderhandwerk und 1947 eröffnete er in einem Wohnzimmer in der Rothenfelsstrasse in Immenstadt/Allgäu eine Herrenschneiderei. Schnell war er ein Geheimtip für die Allgäuer, die anspruchsvolle Kleidung schätzen. 1957 war die Geburtsstunde des Herrenausstattergeschäfts „felbinger“ am heutigen Standort in der Bahnhofstrasse, welches 1981 umgebaut und erweitert wurde.

Der Firmensitz in Immenstadt.

Der Firmensitz in Immenstadt.

Eduard Felbinger übergab die Firma an seinen Sohn Heinz Felbinger, der ebenfalls das klassische Schneiderhandwerk erlernt hatte und bei Max Dietl in München Qualitätsbewusstsein und die Wünsche einer hochkarätigen Großstadtklientel vermittelt bekam. Das bestimmte bis heute seine Geschäftslinie. Inzwischen ist die dritte Generation mit in der Geschäftsleitung: Klaus Felbinger, Diplom-Betriebswirt, hat das fachliche Know-How bei Brioni, Italiens Nr. 1 der handverarbeitenden Herrenbekleidung erworben. 1992 wurd in Oberstaufen in der Schloßstrasse ein Aigner-Shop eröffnet. Das 50-jährige Firmenjubiläum wurde 1997 gefeiert. Wenn ich wieder im Allgäu bin, dann schaue ich auf jeden Fall wieder vorbei – natürlich bekleidet mit meinem Harris Tweed-Jacket.

Klaus Felbinger und ich im Gespräch.

Klaus Felbinger und ich im Gespräch.

Allgäuer IT-Cracks entwickeln Fernzugriff für jedermann

29. Juli 2011
Sieht ein wenig aus wie der Mac mini, ist aber eine coole VPN-Lösung.

Sieht ein wenig aus wie der Mac mini, ist aber eine coole VPN-Lösung.

Da sage noch einer, die deutschen IT-Unternehmer seien nicht innovativ. Vor kurzem entdeckte ich eine schöne Idee aus dem Allgäu, die mich absolut überzeugte. Es handelt sich um eine VPN-Lösung. Ja, dergleichen gibt es viele, aber ich habe keine große Lust mich in die Technik einzuarbeiten. Und so eine Lösung für mich als KMU habe ich gefunden: Die Allgäuer COMPUTENT GmbH hat mit COMPUTENT Secure eine Lösung entwickelt, die Mitarbeitern von unterwegs, im Home-Office oder beim Kunden Zugang zu aktuellen Projekt- und Kundendaten gewährt.

Für vertrauliche Daten ist es wichtig, dass diese sicher auf dem Firmen-Server liegen, den Mitarbeitern aber jederzeit aktuell zur Verfügung stehen. Wie VPN baut COMPUTENT Secure einen verschlüsselten Tunnel zum Firmennetzwerk auf, ist dabei jedoch rund 30 Prozent schneller, benötigt keine Installation auf den verwendeten Rechnern und ist über eine Weboberfläche einfach zu administrieren. Besonders bei Firmendaten bin ich noch ein wenig eigen und lasse die Cloud außen vor.

Die Lösung der Allgäuer besteht aus einer Box hinter dem Router im Firmennetzwerk und einem USB-Stick, der den Schlüssel dazu darstellt. Nur durch den Stick und einem beliebigen internetfähigen Mac oder PC kann von daheim, auf Reisen und an fremden Rechnern in der bekannten Büroumgebung gearbeitet werden. Externe Büros können mit dieser Lösung einfach und sicher in die Firmenstruktur eingebunden werden. Mich hat diese Lösung überzeugt.  Und was mich auch gefreut hat: Die Besitzer von COMPUTENT sind alte Hasen im IT-Geschäft. Der Unternehmensgründer Bernd Göring hat viele Jahre in den Entwicklungsabteilungen der Computerhersteller Commodore und Schneider gearbeitet und war unter anderem für den Aufbau von Prototypen und die Erstellung von Testprogrammen für die PC-Entwicklung und Fertigung verantwortlich.