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The Wicker Man (1973) – Rückblick auf meine Matinee

17. August 2024

Eine Perle des britischen phantastsischen Kinos zeigte ich im Juli bei meiner Matinee „The Wicker Man“ im Scala Kino Fürstenfeldbruck. Der Film von 1973, unter der Regie von Robin Hardy, ist ein Film, der sich durch seine einzigartige Mischung aus Horror, Mystik und Folk-Elementen auszeichnet.

„The Wicker Man“ hat sich als Kultklassiker etabliert und wird oft als einer der besten britischen Horrorfilme aller Zeiten bezeichnet. Der Film zeigt, wie innovativ des phantastische Kino in den siebziger Jahren gewesen war. „The Wicker Man“ ist ein Meisterwerk des Horror-Genres, das durch seine innovative Verwendung von Kameraarbeit, Schnitt und Musik besticht. Harry Waxmans Kameraführung, Eric Boyd-Perkins präziser Schnitt und Paul Giovannis atmosphärische Musik schaffen gemeinsam eine fesselnde und verstörende Welt, die den Zuschauer lange nach dem Ende des Films nicht loslässt. Hier ist mein Vortrag zum Film.

Er gilt als Wegbereiter des Folk-Horrors. Der Film erzählt die Geschichte des Polizeibeamten Sergeant Howie, gespielt von Edward Woodward, der auf eine abgelegene schottische Insel geschickt wird, um das Verschwinden eines jungen Mädchens zu untersuchen. Was er entdeckt, sind die unorthodoxen und heidnischen Rituale der Inselbewohner, angeführt von Lord Summerisle, verkörpert von Christopher Lee.

Die Musik von Paul Giovanni ist ein integraler Bestandteil der Atmosphäre von „The Wicker Man“. Die Entscheidung, traditionelle Volksmusik und Originalkompositionen zu verwenden, trägt zur Authentizität und Tiefe der Filmwelt bei. Die Lieder, die oft von den Inselbewohnern gesungen werden, wirken wie ein verbindendes Element zwischen den Charakteren und der Kultur der Insel. Diese Musikstücke sind nicht nur Hintergrundgeräusche, sondern fungieren als narrative Werkzeuge, die die Handlung vorantreiben und die heidnische Stimmung unterstreichen.

Die nächste phantastischen Matinee im Scala Kino ist ein wahrer Sommerfilm. Ich bespreche und zeige am Sonntag, 25. August den Spielberg Klassiker der weiße Hai in der Synchronfassung von 1975. Karten gibt es hier.

Stop Motion Workshop für Schüler im Kino

24. Juli 2024

In Bayern neigt sich das Schuljahr dem Ende zu und es kommen nun in den letzten Tagen die so genannten Projekttage. Ich hatte die Aufgabe mit 21 Schülerinnen und Schüler des Graf-Rasso-Gymnasiums Fürstenfeldbruck einen Stop Motion Film an einem Projekttag zu produzieren. Als Drehort und Pojektionsort hatten wir das Scala Kino in Fürstenfeldbruck zur Verfügung. Die Aufgabe war anspruchsvoll für die Nachwuchsfilmer.

Innerhalb von drei Stunden musste ein kompletter Film konzipiert, geschrieben, gedreht, geschnitten und nachvertont werden. Höhepunkt war die Aufführung des Films im großen Kinosaal 4 des Scala-Fürstenfeldbrucks. Gedreht wurde mit Playmobilfiguren, weil die eine gewisse Größe und vor allem Standfestigkeit haben. Hier ist der fertige Film.

Zunächst wurden die Schülerinnen und Schüler in verschiedene Teams eingeteilt. Drehbuch, Dialoge, Setdesign, Kulisse, Kamera, Schnitt – zwei junge Chefs vom Dienst überwachten die Teams und trieben sie freundlich, aber bestimmt zur Arbeit an, denn der Zeitplan war extrem straff. Derweil gab es noch eine kleine Einführung zum Stop Motion-Film in der Filmgeschichte. Am Beispiel von King Kong und die weiße Frau und einer Gliederholzpuppe von IKEA erklärte ich die Herausforderung bei den Dreharbeiten. Die Figuren sollten nur wenig bewegt werden, um den Eindruck einer flüssigen Bewegung beim Zuschauer zu erzeugen. Wir wissen ja, 24 Bilder ist eine Filmsekunde lang. Um eine gleichbleibende Lichtqualität zu gewährleisten wurde in einer von mir mitgebrachten Fotobox gedreht.

Als Kamera diente ein iPad mini, aufgenommen wurde mit der Software StopMotion. Geschnitten und nachvertont wurde in iMovie am Mac mit externen Mikro.

Neben dem Ergebnis des Films lernten die Schülerinnen und Schüler aber noch etwas Wichtiges, was sie in der Schule nur zum Teil lernen: Wirkliche Teamarbeit. Wenn ein Team im Projekt versagt, dann kippt das gesamte Projekt. Daher waren die beiden CvD auch damit beschäftigt Mut zu machen, aufkommende Diskussionen einzudämmen und immer auf die Uhr zu schauen. Teamarbeit ist enorm wichtig für das spätere Berufsleben.

Premiere war dann großen Kinosaal 4 des Scala. Es ist schon etwas anderes, seinen Film auf einer großen Leinwand zu erleben und nicht auf einem Laptopbibdschirm oder Handydisplay. Das ist die Macht des Kinos, ein perfekter Raum für Illusionen.

Anschließend machte Markus Schmölz, Geschäftsführer des Scala noch eine Führung hinter den Kulissen des Kinos, angefangen von der Popcorn-Küche bis hin zu den Projektor- und Serverräumen.
Gerne wiederhole ich dieses Seminar im Scala Kino mit anderen interessierten Schülerinnen und Schüler. Einfach melden.

The Wicker Man (1973) – Matinee am Sonntag, 14. Juli im Scala

12. Juli 2024

„The Wicker Man“ von 1973, unter der Regie von Robin Hardy, ist ein Film, der sich durch seine einzigartige Mischung aus Horror, Mystik und Folk-Elementen auszeichnet. Wir zeigen die deutsche Fassung. Ich bespreche und zeige den Film im Rahmen meiner phantastischen Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag, 14. Juli um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Rituale in Schottland
Der Film erzählt die Geschichte des Polizeibeamten Sergeant Howie, gespielt von Edward Woodward, der auf eine abgelegene schottische Insel geschickt wird, um das Verschwinden eines jungen Mädchens zu untersuchen. Was er entdeckt, sind die unorthodoxen und heidnischen Rituale der Inselbewohner, angeführt von Lord Summerisle, verkörpert von Christopher Lee. „The Wicker Man“ hat sich als Kultklassiker etabliert und wird oft als einer der besten britischen Horrorfilme aller Zeiten bezeichnet. Der Film zeigt, wie innovativ des phantastische Kino in den siebziger Jahren gewesen war.

Unheimliche Atmosphäre
Die Kameraführung von Harry Waxman spielt eine zentrale Rolle in der Schaffung der unheimlichen Atmosphäre des Films. Waxman nutzt natürliche Beleuchtung und weite Landschaftsaufnahmen, um die Isolation und Fremdheit der Insel zu betonen. Die Kameraarbeit fängt die Schönheit und die beunruhigende Natur der Umgebung ein, was den Zuschauer gleichzeitig fasziniert und beunruhigt. Besonders bemerkenswert sind die Szenen, in denen die Kamera langsam über die Landschaft schwenkt und dabei die keltischen Symbole und heidnischen Statuen einfängt. Diese sorgfältige Inszenierung verstärkt das Gefühl von Geheimnis und drohender Gefahr, das den Film durchzieht.

Desorientierung
Der Schnitt von Eric Boyd-Perkins ist präzise und trägt erheblich zur narrativen Struktur und Spannung des Films bei. Die Übergänge zwischen Szenen sind oft abrupt und verstärken das Gefühl der Desorientierung, das Sergeant Howie empfindet. Der Einsatz von Cross-Cutting – dem Wechsel zwischen verschiedenen Handlungssträngen – wird geschickt genutzt, um die Parallelität von Howies Ermittlungen und den geheimnisvollen Ritualen der Inselbewohner zu zeigen. Besonders hervorzuheben ist die finale Sequenz, in der die schnellen Schnitte die Intensität und das Entsetzen der Opferungsszene verstärken. Durch den gezielten Einsatz von Schnitten wird der Spannungsbogen des Films aufrechterhalten und der Zuschauer in den Bann gezogen.

Musik als integraler Bestandteil
Die Musik von Paul Giovanni ist ein integraler Bestandteil der Atmosphäre von „The Wicker Man“. Die Entscheidung, traditionelle Volksmusik und Originalkompositionen zu verwenden, trägt zur Authentizität und Tiefe der Filmwelt bei. Die Lieder, die oft von den Inselbewohnern gesungen werden, wirken wie ein verbindendes Element zwischen den Charakteren und der Kultur der Insel. Diese Musikstücke sind nicht nur Hintergrundgeräusche, sondern fungieren als narrative Werkzeuge, die die Handlung vorantreiben und die heidnische Stimmung unterstreichen. Besonders hervorzuheben ist das Lied „Willow’s Song“, das eine sinnliche und gleichzeitig unheimliche Atmosphäre schafft und Sergeant Howies innere Konflikte widerspiegelt.

Intensive Wirkung
The Wicker Man“ von 1973 ist ein Meisterwerk des Horror-Genres, das durch seine innovative Verwendung von Kameraarbeit, Schnitt und Musik besticht. Harry Waxmans Kameraführung, Eric Boyd-Perkins präziser Schnitt und Paul Giovannis atmosphärische Musik schaffen gemeinsam eine fesselnde und verstörende Welt, die den Zuschauer lange nach dem Ende des Films nicht loslässt. Robin Hardys Regie und Anthony Shaffers Drehbuch verbinden sich zu einer tiefgründigen Erzählung über Glauben, Kultur und das Unheimliche. „The Wicker Man“ bleibt ein herausragendes Beispiel dafür, wie filmische Techniken genutzt werden können, um eine intensive und nachhaltige Wirkung zu erzielen.

Zensurgeschichte
Von dem Film exitieren mehrere Schnittfassungen. In unserer phantastischen Matinee zeigen wir den Final Cut. Die Zensurgeschichte von „The Wicker Man“ ist von vielen interessanten Wendungen geprägt. Während der Dreharbeiten wurde die Produktionsfirma British Lion von EMI aufgekauft, und die neuen Eigentümer forderten zeitweise ein Happy End, was jedoch glücklicherweise verhindert wurde. Eine unfertige 103-Minuten-Version des Films gelangte in die Hände des amerikanischen Produzenten Roger Corman, der empfahl, etwa 10 Minuten zu entfernen. Dies führte zu einer bearbeiteten 88-Minuten-Fassung für die britische Kinopremiere, teilweise um den Film als Double Feature mit „Don’t Look Now“ zu vermarkten. Den Film hatten wir auch schon als phantastische Matinee.

Das Originalnegativ galt lange als verloren, und es entstand der Mythos, dass es beim Bau einer Autobahn verwendet wurde. Regisseur Robin Hardy bearbeitete jedoch seine unfertige Kopie und brachte 1979 eine 96-Minuten-Version in die Kinos, die seiner ursprünglichen Vision am nächsten kam.
Die britische Kinofassung blieb über Jahre die verbreitetste Version, bis 2001 eine restaurierte „Director’s Cut“-DVD veröffentlicht wurde. Diese basierte auf einer Telecine-VHS-Kopie der 103-Minuten-Version und wies trotz längerer Laufzeit einige Unvollständigkeiten auf.
2013 startete eine Facebook-Seite, die Fans zur Mithilfe bei der Suche nach der Originalversion aufrief. Nach zahlreichen erfolglosen Anfragen konnte schließlich am 23. Juli verkündet werden: Der Final Cut ist da.

Vorbild für Midsommar
Wenn Ihnen Midsommar von 2019 gefallen hat, müssen Sie The Wicker Man sehen. Der Film kann als skandinavischer Folk-Horror rund um einen heidnischen Kult beschrieben werden. Das Hauptelement der Handlung und damit maßgeblich für den Titel ist der Midsommar, die schwedische Bezeichnung für das Mittsommerfest. Während dieser Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende werden nicht nur in den skandinavischen Ländern, sondern auch im Baltikum besondere Bräuche zelebriert. Eine ähnliche Atmosphäre und gleiche Filmwirkung vermittelt The Wicker Man.

Ich freue mich auf die phantastischen Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag, 14. Juli um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Matineen im Scala werden fortgesetzt und erweitert

3. Juli 2024

Unsere phantastische Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck geht weiter und wird um eine Western-Reihe erweitert. Ich habe grünes Licht von Scala Kino in Fürstenfeldbruck bekommen und die Flyer für die beiden Matinee-Reihen liegen aus.

Die phantastische Matinee ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Fürstenfeldbrucker Kulturszene und Teil einer besonderen Community geworden. Einmal im Monat an einem Sonntagmorgen bespreche ich einen wegweisenden phantastischen Film und zeige ihn. Die Filme für das zweite Halbjahr 2024 stehen jetzt fest. Beginn der Veranstaltung ist jeweils um 10:45 Uhr.

The Wicker Man
Wir starten am 15. Juli mit The Wicker Man (1973), einem britischen Klassiker mit Christopher Lee und Britt Ekland. Wem Midsommar gefallen hat, der wird The Wicker Man lieben. The Wicker Man kombiniert sehr ungewöhnlich Elemente des Kriminalfilms, des Folk-Horrorfilms und des Musicals. Karten gibt es hier.

Der weiße Hai
Es folgt zur Sommerzeit ein Sommerklassiker mit dem weißen Hai von Steven Spielberg von 1975. Der Film ist eine der wichtigsten Tierhorror-Filme und sollte vor oder nach dem Meerurlaub auf der großen Leinwand am 25. August genossen werden. Karten gibt es hier.

Frankensteins Braut
Einen wahren wegweisenden Klassiker gibt es am 15. September mit Frankensteins Braut von 1935. Frankenstein ist das berühmteste Monster der Filmgeschichte und wenn es klappt, wollen wir auch eine kleine Überraschung präsentieren. Karten gibt es hier.

Die Nacht der reitenden Leichen
Trash pur gibt es am 13. Oktober mit einer umgeschnittenen Perle: Die Nacht der reitenden Leichen. Es war der Versuch des spanischen Kinos mit den blutrüstigen Templern neue Figuren im phantastischen Film zu etablieren. Karten gibt es hier.

Frankensteins Junior
Es darf am 10. November gelacht werden bei Mel Brooks Version des künstlichen Menschen: Frankensteins Junior von 1974. Frankenstein Junior“ ist weniger eine Parodie auf die 1930er Frankenstein-Filme mit Boris Karloff, als eine Hommage in Form einer Komödie. Karten gibt es hier.

Gremlins – kleine Monster
Wir schließen die phantastische Matinee am 15. Dezember mit einem Weihnachtsfilm ab und zeigen Gremlins – kleine Monster von 1984. Die Regeln sind bekannt: den Mogwai nie dem Sonnenlicht aussetzen, den Mogwai nicht nass werden lassen und den Mogwai nicht nach Mitternacht fressen lassen. Kenner wissen, was passiert. Karten gibt es hier.

Start einer Western-Matinee
Immer wieder wurden wir aufgefordert, ein stiefmütterlich behandeltes Genre in einer Matinee wiederzugeben. Und das machen wir jetzt. Pro Quartal führen wir im zweiten Halbjahr eine Western-Matinee durch. Mal sehen, wie es ankommt.

Der schwarze Falke
Der Start ist am 22. September mit einem der besten Western überhaupt: John Fords epochaler Film Der schwarze Falke mit John Wayne in einer außergewöhnlichen Rolle. Der Film gilt als einer der wichtigsten Werke John Fords. Karten gibt es hier.

Leichen pflastern seinen Weg
Und weil es am 17. November langsam auf Winter zugeht, zeigen wir den ersten Schneewestern Leichen pflastern seinen Weg, ein harter Italo-Western mit Klaus Kinski. Der Film ist eine Provokation und sprengt das Klischee des Western. Karten gibt es hier.

Unsere Bewerbung der Reihen läuft an. Website und Social Media sind selbstverständlich, aber auch in der realen Welt gibt es die Informationen: Flyer liegen natürlich im Scala Fürstenfeldbruck aus sowie in der Bäckerei Reicherzer in FFB, in der Eisdiele Alberto in Maisach und in meiner Stammkneipe SixtyFour in Maisach.

Wer auch Flyer haben möchte, möge sich gerne bei mir melden. Helft bitte alle mit, dass die beiden Matinee-Reihen ein Erfolg werden und Kino auch mehr und mehr Community wird. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten.

Der Fluch – The Grudge (2004) – Rückblick auf meine Matinee

30. Juni 2024

Der Film ist ein amerikanisches Remake des japanischen Horrorfilms „Ju-on: The Grudge“ und wurde von Takashi Shimizu, dem Schöpfer des Originals, inszeniert.

Der Film spielt in Tokio und erzählt die Geschichte eines verfluchten Hauses, in dem jeder, der es betritt, von einem tödlichen Fluch verfolgt wird. In meiner Juni-Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck besprach ich den Film und stellte den J-Horror vor. Hier die Aufzeichnung.

Die Faszination von japanischen Horrorfilmen (J-Horror) lässt sich auf mehrere zentrale Elemente zurückführen: Kulturelle Unterschiede und einzigartige Themen, psychologischer Horror, japanische Horrorfilme greifen oft auf lokale Mythen, Legenden und Geistergeschichten zurück und J-Horror setzt häufig auf subtile, psychologische Angst anstelle von expliziten Gewalt- oder Blutszenen.

Takashi Shimizu gelingt es, die bedrückende und unheimliche Atmosphäre des Originals beizubehalten. Der Film spielt geschickt mit Licht und Schatten, um eine konstante Spannung aufzubauen. Die Verwendung von alltäglichen Geräuschen, wie dem Knarren von Holzböden und dem Flüstern von Stimmen, trägt zur schaurigen Stimmung bei. Besonders hervorzuheben ist die bedrohliche Präsenz der Geister, insbesondere die ikonische Figur der Kayako, deren markerschütterndes Stöhnen und unheimliche Bewegungen für Gänsehaut sorgen.

Vergleich zum Original
Im Vergleich zum Original bleibt „Der Fluch – The Grudge“ relativ treu an der Vorlage, sowohl in der Handlung als auch in der Atmosphäre. Einige Szenen wurden nahezu identisch übernommen, was Fans des Originals erfreuen dürfte. Allerdings bringt das Remake durch seine Hollywood-Produktion auch eine gewisse Politur und Zugänglichkeit für ein breiteres Publikum mit sich.

Die nächste phantastische Matinee gibt es am Sonntag, 17. Juli zum englischen Horrorfilm von 1973 The Wiker Man mit Christopher Lee und Britt Ekland. Karten gibt es bereits online.

Der Fluch – The Grudge (2004) – Matinee am Sonntag, 16. Juni im Scala

15. Juni 2024

Japanische Horrorfilme üben eine besondere Faszination aus, die aber nicht jeder Zuschauer sofort versteht. Daher habe ich mich für meine Matinee am Sonntag, 16. Juni für eine westliche Version eines japanischen Geisterfilms entschieden und bespreche und zeige „Der Fluch – The Grudge“ von 2004. Karten gibt es hier.

Der Film ist ein amerikanisches Remake des japanischen Horrorfilms „Ju-on: The Grudge“ und wurde von Takashi Shimizu, dem Schöpfer des Originals, inszeniert. Der Film spielt in Tokio und erzählt die Geschichte eines verfluchten Hauses, in dem jeder, der es betritt, von einem tödlichen Fluch verfolgt wird.

Die Faszination von japanischen Horrorfilmen (J-Horror) lässt sich auf mehrere zentrale Elemente zurückführen. Beispiele für bekannte japanische Horrorfilme, die diese Elemente verkörpern, sind „Ringu“ (1998), „Ju-on: The Grudge“ (2002) und „Dark Water“ (2002). Diese Filme haben nicht nur das Genre weltweit beeinflusst, sondern auch zahlreiche Remakes und Adaptionen inspiriert. „Der Fluch – The Grudge“ ist eine Verwestlichung des japanischen Themas, ohne den Film aber kommerziell stark zu verwässern.

Kulturelle Unterschiede und einzigartige Themen
Japanische Horrorfilme greifen oft auf lokale Mythen, Legenden und Geistergeschichten zurück, die dem westlichen Publikum unbekannt sind. Diese kulturellen Unterschiede sorgen für eine frische und unvorhersehbare Atmosphäre.

Psychologischer Horror
J-Horror setzt häufig auf subtile, psychologische Angst anstelle von expliziten Gewalt- oder Blutszenen. Die Filme spielen mit der Angst vor dem Unbekannten und Unsichtbaren, was oft unheimlicher wirkt als offensichtlicher Schrecken.

Visuelle Ästhetik
Japanische Horrorfilme zeichnen sich durch eine besondere visuelle Stilistik aus. Oft sind die Bilder düster und atmosphärisch, mit einem starken Einsatz von Schatten und Licht, was eine unheilvolle Stimmung erzeugt.

Symbolismus und tiefere Bedeutungen
Viele J-Horror-Filme sind reich an Symbolismus und enthalten tiefere, oft philosophische oder gesellschaftliche Bedeutungen. Diese Vielschichtigkeit spricht das Publikum auf verschiedenen Ebenen an und regt zum Nachdenken an.

Langsame, unheilvolle Spannung
Anstatt schnelle Schockmomente zu nutzen, bauen japanische Horrorfilme langsam eine bedrohliche und unheimliche Stimmung auf. Diese Methode erzeugt eine nachhaltige Spannung und hält die Zuschauer in ständiger Erwartung.

Charakteristisches Sounddesign
Der Einsatz von Sound und Musik in J-Horror ist oft minimalistisch, aber effektiv. Unheimliche Geräusche und stille Momente werden gezielt eingesetzt, um die Spannung zu verstärken.

Die Handlung von „Der Fluch – The Grudge“
Die Handlung dreht sich um Karen (die aus Buffy bekannte Vampirjägerin Sarah Michelle Gellar), eine amerikanische Austauschstudentin, die als Pflegekraft in Tokio arbeitet. Sie wird zu einem Haus geschickt, um sich um eine ältere Frau zu kümmern. Bald entdeckt Karen, dass das Haus von geisterhaften Erscheinungen heimgesucht wird und dass jeder, der es betritt, dem gleichen schrecklichen Schicksal entgegengeht. Der Fluch nimmt seinen Ursprung in einem Mord, der in dem Haus stattfand, und die Geister der Opfer verfolgen unermüdlich die Lebenden.

Inszenierung und Atmosphäre
Takashi Shimizu gelingt es, die bedrückende und unheimliche Atmosphäre des Originals beizubehalten. Der Film spielt geschickt mit Licht und Schatten, um eine konstante Spannung aufzubauen. Die Verwendung von alltäglichen Geräuschen, wie dem Knarren von Holzböden und dem Flüstern von Stimmen, trägt zur schaurigen Stimmung bei. Besonders hervorzuheben ist die bedrohliche Präsenz der Geister, insbesondere die ikonische Figur der Kayako, deren markerschütterndes Stöhnen und unheimliche Bewegungen für Gänsehaut sorgen.

Schauspielerische Leistungen
Seriendarstellerin Sarah Michelle Gellar liefert als Hauptdarstellerin eine solide Performance ab, obwohl ihre Rolle oft auf das Reagieren auf schreckliche Ereignisse beschränkt ist. Die Nebenrollen, einschließlich Jason Behr als ihr Freund Doug und Clea DuVall als Jennifer Williams, tragen zur Authentizität und Tiefe der Geschichte bei. Bill Pullman ist ebenfalls erwähnenswert als Peter Kirk, dessen Schicksal mit dem Fluch verknüpft ist. Trotz kleinerer Mängel in der Charakterentwicklung und der Vorhersehbarkeit einiger Schockmomente, bleibt „Der Fluch – The Grudge“ ein fesselnder Horrorfilm, der lange nach dem Abspann nachhallt.

Vergleich zum Original
Im Vergleich zum Original bleibt „Der Fluch – The Grudge“ relativ treu an der Vorlage, sowohl in der Handlung als auch in der Atmosphäre. Einige Szenen wurden nahezu identisch übernommen, was Fans des Originals erfreuen dürfte. Allerdings bringt das Remake durch seine Hollywood-Produktion auch eine gewisse Politur und Zugänglichkeit für ein breiteres Publikum mit sich. Karten für die phantastische Matinee am Sonntag, 16. Juni um 10:45 Uhr gibt es hier.

Das Omen – Rückblick auf meine Matinee

31. Mai 2024

Wenn der Sohn des Teufels auf der Erde wiedergeboten wird, dann ist es schon etwas besonderes. Und das macht für mich den Reiz des Klassikers Das Omen von 1978 aus, den ich unlängst in meiner Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck gezeigt habe. Hier die Aufzeichnung.

Der Film vom Richard Donner, der auf einem Drehbuch von David Seltzer basiert, fesselte die Zuschauer mit einer beunruhigenden Atmosphäre, einem packenden Plot und einer herausragenden Darstellerbesetzung.

Gregory Peck liefert eine starke Performance als besorgter Vater, der nach und nach die schreckliche Wahrheit über seinen Sohn erkennen muss. Seine emotionale Reise von Ungläubigkeit zu Angst und Entschlossenheit ist mitreißend und überzeugend.

Ein zentraler Aspekt, der „Das Omen“ so effektiv macht, ist seine intensive Atmosphäre der Bedrohung und des Unbehagens. Die düstere, bedrohliche Stimmung wird durch geschicktes Set-Design, beeindruckende Kameraarbeit und einen eindringlichen Soundtrack verstärkt. Komponiert von Jerry Goldsmith ist der Soundtrack von „Das Omen“ eine meisterhafte Komposition. Ave Satani bleibt im Gedächtnis.

Die nächste phantastische Matinee widmet sich dem Film Der Fluch – The Grudge (2004). Die Us-Verfilmung des japanischen Original, aber mit japanischen Originalregisseur. Die Matinee ist am Sonntag, 16. Juni um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Filmriss online – Mai/Juni 2024 – Infos und Meinung aus der Welt des Scala-Kinos

26. Mai 2024

Die Doppelfolge Mai/Juni 2024 meines Herzensprojekts Filmriss online. Jeden Monat spreche ich mit meinem Kumpel Markus Schmölz über neue Kinofilme und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Kinos.


Dieses Mal besprechen wir das Spin Off von Mad Max – Furiosa: A Mad Max Saga, die Fußball EM im Kino, Star Wars 1, Planet der Affen: New Kingdom und wir diskutieren die Fragen: „Sind Trailer im Kino Werbung und was ist die ideale Filmlänge.

Das Omen (1976) – Matinee am Sonntag, 19. Mai im Scala

18. Mai 2024

Für mich ist Das Omen“ von 1976 ist ein Klassiker des Horrorfilms, der sich fest in der Popkultur verankert hat. Regisseur Richard Donner schuf mit diesem düsteren Werk eine faszinierende Geschichte über das Böse, das in uns allen lauern könnte. Der Film, der auf einem Drehbuch von David Seltzer basiert, fesselt die Zuschauer mit einer beunruhigenden Atmosphäre, einem packenden Plot und einer herausragenden Darstellerbesetzung. Ich bespreche und zeige den Film bei meiner phantastischen Matinee im Scala Fürstenfeldbruck am Pfingstsonntag um 10:45 Uhr. Karten gibt es online.

Der Sohn des Teufels
Die Handlung dreht sich um den jungen Damien Thorn, der auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Junge wirkt, aber in Wirklichkeit der Sohn des Teufels ist. Nachdem der US-Diplomat Robert Thorn und seine Frau Katherine bei der Geburt ihres eigenen Kindes verloren haben, beschließen sie, ein neugeborenes Waisenkind als ihr eigenes anzunehmen, ohne zu wissen, dass es sich um den Antichristen handelt. Als mysteriöse und unheimliche Ereignisse die Familie heimsuchen, beginnt Robert zu erkennen, dass sein Sohn etwas weit Übernatürliches ist und dass dunkle Mächte am Werk sind.

Atmosphäre der Bedrohung
Ein zentraler Aspekt, der „Das Omen“ so effektiv macht, ist seine intensive Atmosphäre der Bedrohung und des Unbehagens. Die düstere, bedrohliche Stimmung wird durch geschicktes Set-Design, beeindruckende Kameraarbeit und einen eindringlichen Soundtrack verstärkt. Komponiert von Jerry Goldsmith, der für seine Arbeit in der Filmbranche bekannt ist, ist der Soundtrack von „Das Omen“ eine meisterhafte Komposition, die den Zuschauer in eine Welt der Dunkelheit und des Bösen entführt.
Eine der markantesten Eigenschaften des Soundtracks ist sein Einsatz von Chorstimmen, insbesondere lateinische Gesänge, die dem Film eine zusätzliche religiöse und mystische Dimension verleihen. Ave Satani bleibt im Gedächtnis.

Diese gespenstischen Choräle, die oft von dröhnenden Orgelklängen begleitet werden, verstärken das Gefühl von Bedrohung und Unheil, das den gesamten Film durchzieht. Sie erzeugen eine unheimliche Atmosphäre, die die Spannung steigert und die Zuschauer in ihren Bann zieht. Natürlich orientiert sich Goldsmith hier an Carl Orffs Carmina Burana O Fortuna.

Ein Merkmal des Soundtracks ist sein Einsatz von ungewöhnlichen Instrumenten und Klängen, die eine unheimliche und verstörende Wirkung haben. Jerry Goldsmith experimentiert mit verschiedenen Klangeffekten, darunter schrille Streicher, tiefes Grollen und unheimliche Percussion, um eine Klanglandschaft zu schaffen, die die düstere Stimmung des Films perfekt einfängt. Diese ungewöhnlichen Klänge tragen dazu bei, eine Atmosphäre der Angst und Beklemmung zu erzeugen und verstärken die Wirkung der visuellen Elemente des Films.

Ein Höhepunkt des Films ist die herausragende Leistung der Darsteller. Gregory Peck liefert eine starke Performance als besorgter Vater, der nach und nach die schreckliche Wahrheit über seinen Sohn erkennen muss. Seine emotionale Reise von Ungläubigkeit zu Angst und Entschlossenheit ist mitreißend und überzeugend. Auch Lee Remick als seine Ehefrau Katherine und Harvey Stephens als der junge Damien tragen maßgeblich zur Intensität des Films bei.

Film über die Macht des Glaubens
Darüber hinaus ist „Das Omen“ auch inhaltlich anspruchsvoll und regt zum Nachdenken über Themen wie das Böse, das Gute und die Macht des Glaubens an. Durch die Verwendung christlicher Symbole und Motive wird eine düstere und beklemmende Atmosphäre geschaffen, die den Zuschauer zum Grübeln über die Natur des Übersinnlichen und der menschlichen Existenz anregt.

Filmriss online – März 2023 – Infos und Meinung aus der Welt des Scala-Kinos

13. März 2024

Die März-Folge meines Herzensprojekts Filmriss online. Jeden Monat spreche ich mit meinem Kumpel Markus Schmölz über neue Kinofilme und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Kinos.
Dieses Mal besprechen wir die Oscar-Verleihung und die bayerischen Schulkinowoche im Lärm der Schulkinder. Zudem diskutieren wir über KungFu Panda4, Oh lala, Ghostbusters: Frozen Empire und Chantal im Märchenland.