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Barfuß im Park – Barfußrundgang in Bad Wörishofen

28. August 2015

Ich mag den Robert Redford/Jane Fonda-Film Barfuß im Park und getreu dem Titel wandelte ich in Bad Wörishofen barfuß durch den Kurpark. Dort gibt es in einen speziellen Barfußrundgang von 1,5 Kilometer Länge. Bei den hohen Temperaturen der vergangenen Wochen war es ein Hochgenuss für Füße und Geist, den Weg zu gehen und zu spüren – eine sehr schöne Idee des Kurortes Bad Wörishofen.

Vibram
Allerdings war ich feige und zog meine Vibram Fivefingers an. Mit diesen Schuhen gehe ich wie barfuß, bin allerdings nicht barfuß. Es gibt diese Schuhe in verschiedenen Variationen und ich habe die leichte Variante angezogen, bei denen ich den Untergrund spüre. Meine Familie war mutiger und ging den Barfußrundgang komplett ohne Schuhe (aber dafür mit Geschrei).

Wir starteten an der Station Schlamm-Fuß. Hier wird ein Kindheitstraum wahr. Einfach barfuß durch den Schlamm laufen. Der weiche Schlamm umspült die Füße, ein schönes Gefühl. Es gab ein Schild, dass das Schlammloch maximal 50 Zentimeter tief sein sollte. Denkste: Im hinteren Teil war es deutlich tiefer und eine Familie mit einem überdrehten Jungen probierte es trotz unserer Warnungen aus – wir haben dann schadenfroh gelacht.


Nach dem Abduschen der Beine und Füße ging es dann in ein Labyrinth. Es ist im Grunde eine Schnecke, die kreisförmig zur Mitte führt und wieder hinaus. Der Weg dahin ist mit unterschiedlichsten Materialien ausgelegt, darunter gehäckselter China Schilf, Rundkies, behauener Granit, Flusskies oder Natursand. Der Rundgang hat Spaß gemacht und es tat gut, die unterschiedlichen Oberflächen mit seinen Füßen zu spüren.


Weiter ging es über verschiedene Geräte zum Balancieren. Sebastian Kneipp, der Übervater von Bad Wörishofen, betonte immer wieder die Wichtigkeit der Balance, also im Gleichgewicht zu sein. „Was Sie hier körperlich üben können, sollte zur inneren Haltung werden“, heißt es auf einem Hinweisschild im Kurpark. Vorsicht: Ganz so leicht sind die Übungen nicht – zumindest waren sie es für mich nicht. Und die innere Balance zu finden, ist eine wichtige Aufgabe.


Erfrischung war angesagt in einem kleinen Bach. Füße ins Wasser und genießen. Hier läuft das Wasser in zwei Richtungen. Das Ganze soll eine psychologische Wirkung haben – ankommendes und wegfließendes Wasser. Kann möglich sein und klingt auch logisch, allerdings war der Bach mit Kindern überlaufen und es herrschte ein entsprechender Trubel, was auch schön ist.

Pano
„Mit allen Sinnen genießen“, so lautet das Motto des Barfußweges. Nach einem Abstecher in den Rosengarten  ging es noch durch die Zapfen.

Und wieder kam der Sebastian Kneipp zu Wort: „Das Barfußgehen hat einen durchblutungsfördernden Abhärtungseffekt, stärkt den Kreislauf, setzt vermehrt Körperwärme frei, kräftigt die Fußmuskelatur und regt alle Sinne an.“ Es gibt noch eine Reihe von Stationen, die aufzuzählen dann doch langweilig wären. Einfach ausprobieren und natürlich unbedingt Wassertreten im Kurpark Bad Wörishofen. Es sind verschiedene Kneippanlagen vorhanden. Mit meiner Familie hab ich es gerne ausprobiert und Spaß gehabt, auch wenn der eine oder andere Rentner böse geschaut hat.

Ausflugtipp: Gradieranlage in Bad Wörishofen

19. August 2015
Gradieranlage im Kurpark von Bad Wörishofen.

Gradieranlage im Kurpark von Bad Wörishofen.

Wen es einmal in den sympathischen Kurort Bad Wörishofen ins Allgäu verschlägt, sollte bei den hohen Temperaturen die Gradieranlage im Kurpark ausprobieren. Eine Gradieranlage ist ein Freiluftinhalatorium, die die Atemwege wieder frei pustet. Mir hat es geholfen und ich kann es jedem empfehlen.


Die 26,7 prozentige Natursole aus Bad Windsheim (jodfrei) wird mit sauberen Wasser aus Bad Wörishofen vermischt und läuft in einer Konzentration von rund 20 Prozent über Reisigbündel aus Schlehdorn. Dabei wird die Luft mit Salztröpfchen und den ätherischen Ölen aus dem Schlehdornholz angereichert. Das Einatmen dieser salzhaltigen Luft wirkt nicht nur schleimlösend und reizmildernd, sondern nach medizinischen Erkenntnissen auch entzündungshemmend sowie vorbeugend und heilend bei chronischer Bronchitis und Nebenhöhlenentzündungen. Auch eine Vitalisierung bei Ermüdungserscheinungen oder Erleichterungen bei Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen werden dieser Gradieranlage zugeschrieben. Ich habe einige Zeit in der Anlage verbracht – vor allem bei Jahrhundertsommer. Zum einem bin ich bei dem Geplätscher zu mir gekommen, zum anderen konnte ich Kraft tanken.


Ab und zu bin ich aufgestanden und habe die Gradieranlage umrundet. Sehr schön war dabei ein kleiner Zen-Garten. Leider haben die depperten Radfahrtouristen die Kiesfläche des Zen-Garten als Fahrradabstellplatz benutzt.

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Der Meditationsgarten erinnert an die Teezeremonie. Der Gast soll rein an Leib und Seele den Teeraum betreten. Der Teemeister bietet daher Wasser aus dem Becken zum Händewaschen an. Das Becken ist dabei sehr tief, damit der Gast eine demütige Haltung einnimmt. Ich habe zwar keinen Tee in Bad Wörishofen getrunken, aber den Meditationsgarten um die Gradieranlage genossen.

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Über den Eingang der Gradieranlage hängt ein Farbkreis. Nicht der legendäre Farbkreis von Itten empfängt die Besucher, sondern der des deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe. Goethe hat mit seiner Farbenlehre ein Grundlagenwerk geschaffen, was allerdings der Masse nicht so bekannt ist.