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Pflichttermin für Ballett-Freunde

9. April 2012

An Ballett muss ich mich langsam herantasten. Aber ich finde es großartig, welche künstlerische und sportliche Leistung Ballett-Tänzer jeden Alters darbringen. In der großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck findet wieder ein interessantes Ballett-Event statt, den ich nicht verpassen will. Am Sonntag, 6. Mai lädt die Ballett-Schule Sinzinger zu einer Art Leistungsschau des Balletts ins Veranstaltungsforum Fürstenfeld ein. Alle zwei Jahre zeigen die kleinen und großen Ballett-Tänzer der Schulen in Fürstenfeldbruck und Gauting, was sie gelernt haben. Die ganzen Osterferien durch wurde nochmals geübt. Jetzt gilt es noch, das Veranstaltungsforum voll zu bekommen. Hier helfe ich gerne mit, schließlich kosten die Karten nur 10 Euro (ermäßigt 6 Euro) und was geboten wird, ist große Klasse. Ich habe mit Ludwig Sinzinger ein kleines Videointerview gemacht und freu mich auf das Ballett-Schaufenster.

Unter Leitung von Ludwig Maria Sinzinger präsentieren Schüler der Ballettschule Sinzinger für Künstlerischen Tanz aus Fürstenfeldbruck an diesem Ballettabend ihr vielfältiges Können. Die auch in Gauting ansässige Schule bietet professionellen Bühnentanzunterricht in klassischem Ballett, modernen Tanztechniken und tänzerischer Früherziehung für Kinder ab 4 Jahren. Bühnenauftritte sind dabei ein wesentlicher Bestandteil des Lernprozesses, angefangen bei den Kleinsten bis hin zu erwachsenen Ballettschülern. Wer Freund des Ballett-Studios bei Facebook werden will, kann es auch.

Das Ehepaar Nathalie und Ludwig Maria Sinzinger beherrschen ihr Fach. Ludwig Sinzinger ist ebenso wie seine Frau Dipl. Bühnentänzer. Ludwig ist 1985 in München geboren, begann seine Ballettausbildung 1999 mit einem Stipendium der Heinz-Bosl-Stiftung an der Ballettakademie der Hochschule für Musik und Theater München. 2004 setzte er sein Studium an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden fort. Mit dem Hochschulabschluss zum Diplom Bühnentänzer beendete er 2007 sein Studium. Im gleichen Jahr debütierte er als Eleve des Dresdner Semperoper Balletts in Stücken wie „Sommernachtstraum (John Neumayer)“, „Feuervogel“ und „Petruszka“. In der Spielzeit 2007/08 erfolgte ein Engagement als Solotänzer am Stadttheater Magdeburg.
2009 übernahm er die Koordination der Abendveranstaltungen und Leitung des Theaterbetriebes  namhafter Clubhotels. Als Mitglied beim Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeit bei der von Prof. Martin Puttke entwickelten Danamos-Methode. Seit Oktober 2010 Übernahme der Leitung Ballettstudios Bruck und Gauting.

Seine Frau arbeitet in den Ballettstudios mit, ist aber derzeit in Elternzeit. Nathalie Sinzinger ist 1986 in Düsseldorf geboren, absolvierte ihre tänzerische Ausbildung von 1997-2004 in den Fächern klassisches Ballett, Modern, Jazz, Improvisationstechniken und Charaktertanz an der Rheinischen Musikhochschule Köln. Ihr Studium zur Diplom Bühnentänzerin setzte sie 2004 an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden fort, welches sie 2008 erfolgreich mit dem Diplom abschloss. Erste Bühnenerfahrung sammelte sie am Nordharzer Städtebundtheater Halberstadt. Weitere Zusammenarbeiten mit Choreografen wie Silvana Schröder, Henriette Horn und Birgit Schertzer.
Während des Studiums Weiterbildung in Kindertanz, tänzerische Früherziehung und Pädagogik. Weitere Tätigkeiten als freischaffender Tänzerin, Choreografin und Regieassistentin. Seit Schuljahr 2010/11 Lehrtätigkeit an den Ballettstudios Bruck und Gauting.

Schunkeln im Schaukelstuhl: Neues Eric Clapton Album

13. September 2011

Das neue Clapton-Album liegt vor und ist eine Wohltat. Der Stargitarrist ist wie ein Pendel, das zwischen seichten Popp und ehrlichen Blues hin und her schwingt. Mit dem neuen Album Play the Blues Live from Jazz at Lincoln Center sind wir wieder auf der Blues-Seite und das ist gut so.

Und damit gleich die Warnung: Wer den Pop-Clapton mag, muss vor so viel Old Fashion den Kopf schütteln. Der alte Erich hat mit Startrompter Wynton Marsalis eine schöne Live-Scheibe eingespielt: Jazz- und Blues-Standards sowie ein sehr eindringliches Layla, abseits der alten Opel-Werbung. Zwar ist Erich Clapton stimmlich nicht auf der Höhe, aber das hervorragende Zusammenspiel der Musikanten entschädigt dafür. Und der Brite Clapton steht zu seinen nicht vorhandenen amerikanischen Wurzeln. Daher steht dieses Album in der Tradition meiner Lieblings-Clapton-Alben Me and Mr.Johnson sowie From the Cradle. Vorbei scheinen auch die Zeiten von Clapton is God. Yardbirds und Cream waren einmal und auch Derek and the Dominos kommen nicht mehr. Der Blues hat Clapton derweil voll im Griff. Bei seiner Biografie aber nicht zu verdenken.

Das neue Album macht hörbar Spaß. Es beginnt mit der alten Jazz-Schnulze Ice Cream und endet mit dem Corrine, Corrina. Beim Hören wippt man unweigerlich mit, denkt an seine Zeit in New Orleans (ohne Kathrina). Schon für dieses Feeling muss man den Herren Clapton und Marsalis danken.

Großartig: Bill Monroe – Father of Blugrass bei der Bear Family

31. Januar 2010
Im Moment höre ich gerade Bill Monroe. „Bill wer?“ – dies werde ich von vielen Bekannten gefragt. „Ich kenn Marylin Monroe, aber wer ist Bill Monroe?“ So oder ähnlich lauten die Reaktionen.
Nun vom dem gesprochen wird, ist ein amerikanischer Conutrysänger. Er wird von seinen Fans auch „Father of Blugrass“ bezeichnet und hatte ein paar Hits und zahlreiche Ohrwürmer. Die bekanntesten seiner 60jährigen Karriere als Schlips- und Stetsonträger – hier vor allem Western Straw –  sind sicherlich „Blue Moon of Kentucky“ und „Kentucky Waltz“. Monroes Markenzeichen sind schnelles Mandolinenspiel und hoher Gesang. Bei der Beschäftigung mit Bill Monroe erfuhr ich auch, was Blugrass ursprünglich bedeutet. Es ist einfach der blaugrüne, fruchtbare Boden von Kentucky. Die Farbe kommt von den blaugrünen Blätter der Grasart Poa pratensis. Die Musik aus der Gegend bedeutet man als Blugrass. Blugrass-Musik ist entstanden in den dreißiger Jahren, liegen die Wurzeln in der traditionellen Musik aus Irland, Schottland und England. Die führenden Instrumente sind Banjo, Mandoline, Fiddle und Gitarre – und Bill Monroe war einer der Gründer dieser Musiktradition.
Es gibt von dem Musiker einige Compilations, doch bei ein wenig Recherche traf ich wieder auf eine meiner Lieblingsplattenfirmen: Die Bear Familiy. Die weltweit renommierteste Firma für Wiederveröffentlichungen – Country Music und Rock’n’Roll, Schlager der 50er und 60er Jahre, Beat, internationale Oldies, Chansons, Jazz, Kabarett & Kultur. Hier heben Experten und Fans wahre Schätze – einfach wunderbare Aufnahmen, abseits vom Mainstream.
Und so auch von Bill Monore. Die Bear Family hat eine Sammlung aller Studio-Aufnahmen von Monroe als CD-Schuber in LP-Größe herausgebracht. Wunderbar editiert und dazu ein feines Booklet mit seltenen Fotos über den Künstler. Es gibt fünf geniale Boxen: 1936-1949, Blue Grass 1950-1958 4-CD &, Blue Grass 1959-1969 4-CD &, Blue Grass 1970-1979 4-CD & und My Last Days on Earth 1981-94. Was mit 1980 passiert ist, weiß ich auch nicht. Interessant, die Preise im Online-Shop der Bear Family sind oftmals niedriger als bei Amazon. Hier zeigt sich, dass Spezialgeschäfte nicht unbedingt teuerer sein müssen, als Massenhandel. Die Alben liegen nur als CD vor und gibt es offiziell nicht zum Download.