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Steinreich in Lübeck

12. September 2019
Es gab Lübecker, die steinreich waren.

Es gab Lübecker, die steinreich waren.

In Lübeck bin ich immer wieder auf den Begriff „steinreich“ gestoßen. Der Begriff kommt wohl aus dem 15 Jahrhundert und hat natürlich mehrere Bedeutungen. So kann der Acker eines Landwirts reich an Steinen sein, aber es ist auch ein Synonym für umgangssprachlich stinkreich.
Man nimmt an, dass es bedeutet reich an Edelsteinen. Bei einer Stadtführung in Lübeck kamen wir auch auf eine interessante Idee:
Häuser im Mittelalter waren meist aus Holz. Die reichen Kaufmannsfamilien der Hanse konnten sich aber Häuser aus Stein leisten. Backsteine waren eine Seltenheit und eine teure Angelegenheit. Der Besitzer war reich an Steinen, also steinreich. Im reichen Lübeck gibt es zudem ein Zeichen von besonderem Reichtum: Schwarze Backsteine, die noch länger gebrannt und mit einer schwarzen Glasur überzogen sind. Wer solche Steine verbauen konnte, der war wirklich reich.

Das Holstentor
Und jetzt sehen wir uns beispielsweise das Holstentor in Lübeck an. Das ist das viertberühmteste Gebäude Deutschlands und es zierte einst den 50 Mark Schein. Es war ein Symbol des starken wehrhaften Lübecks. Das spätgotische Gebäude gehört zu den Überresten der Lübecker Stadtbefestigung. Das Holstentor ist neben dem Burgtor das einzige erhaltene Stadttor Lübecks. Und in diesem Wehrhaften Tor wurden auch schwarze Steine als Zeichen des Wohlstands verbaut. In Lübeck waren eben einige Leute steinreich.