Posts Tagged ‘Donald Farr’

Buchtipp: Mehr als ein Auto: Wie der Mustang zur Ikone wurde

12. Juni 2026

Das Buch „Mustang – 50 Jahre: Das offizielle Jubiläumsbuch“ von Donald Farr ist ein aufwendig gestalteter Bildband, der anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Ford Mustang erschienen ist. Es verfolgt das Ziel, die Geschichte dieses ikonischen amerikanischen Sportwagens von seiner Einführung im Jahr 1964 bis in die Gegenwart nachzuzeichnen. Aus einer sachlich-kritischen Perspektive zeigt das Werk sowohl klare Stärken als auch einige Schwächen. Ich bin wirklich kein großer Autofan, aber bei einigen Mustang-Modellen könnte ich schwach werden. Aber es bleibt beim Wunsch, daher hab ich mir das Buch gekauft.

Eine der größten Qualitäten des Buches liegt in seiner umfassenden historischen Darstellung. Donald Farr, der seit vielen Jahren als einer der profundesten Kenner der Mustang-Geschichte gilt, zeichnet die Entwicklung des Fahrzeugs chronologisch nach. Beginnend mit der Präsentation des ersten Mustang auf der New York World’s Fair 1964 beschreibt er die einzelnen Modellgenerationen, technische Weiterentwicklungen, Designänderungen und die wechselnden Marktstrategien von Ford Motor Company. Diese Darstellung vermittelt dem Leser einen klaren Überblick darüber, wie sich der Mustang über fünf Jahrzehnte hinweg vom erschwinglichen „Pony Car“ zu einem weltweit bekannten Sportwagen entwickelte.

Besonders hervorzuheben ist die reichhaltige Bebilderung. Die Bilder machen wirklich Lust auf das Auto. Das Buch enthält zahlreiche historische Fotografien, Werbeaufnahmen, Designskizzen sowie Bilder seltener Sondermodelle. Viele dieser Abbildungen stammen aus Archiven oder privaten Sammlungen und sind für Automobilhistoriker und Sammler von großem Interesse. Sie illustrieren nicht nur die ästhetische Entwicklung des Mustang-Designs, sondern auch die kulturelle Bedeutung des Fahrzeugs in der amerikanischen Popkultur.

Inhaltlich überzeugt das Buch zudem durch detailreiche Modellbeschreibungen. Farr widmet einzelnen Varianten – etwa leistungsstarken Hochleistungsmodellen oder limitierten Editionen – ausführliche Abschnitte. Technische Daten, Produktionszahlen und Hintergrundinformationen zur Entwicklung werden verständlich aufbereitet. Gerade für Leser, die sich intensiver mit den einzelnen Modellreihen beschäftigen möchten, bietet das Buch damit einen großen Informationswert.

Kritiker möge maulen, dass das Werk teilweise stark aus einer enthusiastischen Perspektive geschrieben ist. Das Ost für mich kein Nachteil. Ich mag Fanbücher. Als offizielles Jubiläumsbuch liegt der Fokus klar auf der Würdigung des Mustang als Erfolgsgeschichte. Problematische Aspekte der Modellgeschichte – etwa wirtschaftliche Fehlentwicklungen einzelner Generationen, Kritik an Qualität oder Marktstrategien – werden nur am Rande behandelt. Dadurch entsteht stellenweise ein sehr positives, fast werbliches Gesamtbild, was mir aber egal ist, denn ich kaufe mir das Auto sowieso nicht und träume nur.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Gewichtung der Inhalte. Während die frühen Modelljahre der 1960er- und frühen 1970er-Jahre sehr ausführlich behandelt werden, erscheinen spätere Generationen teilweise vergleichsweise knapp dargestellt. Gerade die Phase der 1980er- und 1990er-Jahre, die für die Weiterentwicklung des Mustang ebenfalls wichtig war, hätte eine ausführlichere Analyse verdient. Aber die Autos dieser Jahre sehen eher, naja aus.

Auch aus wissenschaftlicher Sicht bleibt das Buch eher populärhistorisch. Quellenangaben, vertiefende Analysen der Automobilindustrie oder wirtschaftshistorische Einordnungen treten zugunsten einer erzählerischen Darstellung in den Hintergrund. Für Leser, die eine stärker analytische Betrachtung der amerikanischen Automobilgeschichte erwarten, kann dies eine gewisse Einschränkung darstellen. Dazu gehöre ich nicht

Trotz dieser Kritikpunkte bleibt „Mustang – 50 Jahre: Das offizielle Jubiläumsbuch“ ein hochwertiger und informativer Bildband, der vor allem durch seine visuelle Gestaltung und die detailreiche Dokumentation der Modellgeschichte überzeugt. Für Fans des Ford Mustang, Sammler und Automobilinteressierte bietet das Buch einen fundierten Überblick über fünf Jahrzehnte eines der bekanntesten Sportwagenmodelle der Welt. Als kritisch-historische Analyse ist es nur bedingt geeignet, als reich illustrierte Chronik eines automobilen Mythos erfüllt es seinen Anspruch jedoch überzeugend.

Ford, was habt ihr mit dem Mustang gemacht?

23. September 2021

Der neue Mustang ist da. Ich werde nur bei ein paar Autos wirklich schwach: Dazu gehören der Aston Martin und der Ford Mustang. Und wie ich den entsprechenden Diensten entnehme, hat Ford jetzt einen elektrischen Ford Mustang mit dem Namen Mustang Mach-E auf den Markt gebracht. Ich habe nichts gegen Elektro-Autos, mein nächstes Fahrzeug wird wohl auch ein Elektrovehikel sein. Aber liebe Designer bei Ford: Was habt ihr mit meinem Mustang gemacht?

Der neue Mustang als Elektro-Variante Mach-E von Guy Kawasaki.

Das Design ist, sagen wir es mal freundlich, gewöhnungsbedürftig. Die Rücklichter sind die einzige Konstante, aber sonst. Ich bekomm die Krise und weiß, welches Auto ich mir nicht kaufen werden.
Bei meinem Frust habe ich auf einen Fotoband Art of the Mustang zurückgegriffen und mich an vergangene Zeiten schwermütig erinnert. „So haben Sie den Ford Mustang noch nie gesehen“, steht auf dem Rückumschlag und die Autoren Tom Loeser und Donald Farr haben absolut recht. Die Vorstellung des Ford Mustang im Jahr 1964 bildete eine Zäsur in der Geschichte der amerianischen Automobilindustrie.

Das Buch Art of the Mustang aus dem Jahre 2015 hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Pferderücken (Wortspiel), aber zeigt für mich noch immer die Faszination an der Marke. Über einen Zeitraum von 50 Jahre demonstriert das Buch die schönen Modelle und die grausamen Designmodelle des Mustangs. Die schrecklichen Fahrzeuge der achtziger Jahre überblättete ich geschwind. Die Fotos „meiner“ Mustangs sind großartig, detailreich und fesselnd. Und ich werde hier nicht eine berechtigte Diskussion um Spritverbrauch und CO2-Belastung anstellen – diese Autos bleiben für mich Traumautos und in meinen Träumen fahren diese PS-Boliden klimaneutral.
Was ich an diesem Buch Art of the Mustang unheimlich schön finde, ist das Storytelling. Es werden nicht nur technische Daten der verschiedenen Modelle verarbeitet, sondern es werden zwischendurch Geschichten erzählt. Wie die Geschichte als der Mustang zum Mietwagen wurde.

Ende der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts trat der US-Autovermieter Hertz an Ford heran. Sie hatten gerade die gesamte Flotte von GM auf Ford umgestellt. Nun wurde Ford gebeten 200 Mustangs für das Hertz-Sports-Car-Club-Programm zu liefern. Gesagt, getan und es entstand ein schwarzer G.T. 350 mit Goldstreifen. Das waren die Farben, die Herz bei der Unternehmensgründung im Jahr 1925 zur Kennzeichnung seiner Mietwagen verwendet hatte. Das Auto kam so gut an, dass Hertz daraufhin nochmals 800 Fahrzeuge bestellte. Von Ende 1965 bis Anfang 1967 konnte man die 1966er Shelby G.T. 350H Mustangs bei Hertz für 17 Dollar pro Tag plus 17 Cent pro Meile mieten. Dann wurden sie ausgemustert und sind heute begehrte Sammlerobjekte. Die