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VR-Silvesterkonzert von Jean-Michel Jarre in Notre Dame

1. Januar 2021

Er hat es wieder getan und er hat es wieder richtig gut gemacht. Zum Jahresende absolvierte der französische Altmeister der elektronischen Musik Jean-Michel Jarre in einem virtuellen Auftritt zum Jahresabschluss. Ort des Geschehens war das Netz und der ehrwürdige Sakralbau Notre Dame.

Nachdem er bereits am 21. Juni 2020 sein Alone Together Konzert in VR gespielt hatte, war nun das Silvesterkonzert an der Reihe. Und wieder blieb mir die Spucke weg, wenn ein 72jähriger der Masse der Musiker und Veranstaltungstechniker zeigt, wo es langgeht in Corona-Zeiten. Er warb damit für sein neues Album Welcome to the other Side, das es leider bisher nur Download vorliegt. Ich hoffe, ein Datenträger folgt 2021.

Jarre war schon immer ein Pionier gewesen und ging an die Grenzen, nur nich musikalisch, sondern auch dramaturgisch. Seine Mammutkonzerte sind legendär und nun sucht der Musikant aufgrund Corona neue Wege im Netz. Siehst so die Musik der Zukunft aus?

Das Konzert war aber auch ein Statement zur Virtual Reality VR. Leider, ich muss es gestehen, habe ich das Konzert nur via YouTube live in 2D verfolgen können. Freunde mit passenden VR-Brillen schwärmten von einem noch intensiverem Konzerterlebnis. Leider war das Konzert mit meiner Sony VR-Brille nicht kompatibel.
Die Musik war so enorm kraftvoll und mit Kopfhörer beamte sie uns Zuschauer so richtig weg. Genau der richtige Knaller als Auftakt für 2021 – ein gutes neues Jahr.

Jean-Michel Jarre: VR-Konzert Alone together – so geht Innovation

22. Juni 2020

Durch Corona leidet die Veranstaltungsbranche massiv. Konzerte fallen aus. Ich bin als Referent auch ein Opfer von Corona, aber auch als Konzertbesucher leide ich. Zwei Events wurden verschoben. Aufgrund der Ansteckungsgefahr halte ich aber die Maßnahmen für richtig.
Neue Wege gehe ich durch verstärkte Webinare. Und ich sehe auch, dass Künstler neue Wege beschreiten (müssen). Einen radikalen Weg eines Live-Konzerts ging der französische Elektronikkünstler Jean-Michel Jarre ein. Er übertrug am Sonntag abend live ein VR-Konzert ins Netz. Es war schlichtweg der Hammer, was der 71jährige da mit seinem Team auf die Beine gestellt hat. Unter dem Titel „Alone together“ wurde im VRChat ein Konzert vor Avataren gegeben, bei dem JMJ live spielte. Es war eine Weltpremiere, die in VR und 2D ausgestrahlt wurde, in Kooperation mit VRrOOm. Eine komplette virtuelle visualisiere Performance mit starker elektronischer Musik, obwohl ich als Purist natürlich gerne etwas von seinem Frühwerken gehört hätte. Aber es gab kein Equinoxe oder Oxygene – oder ich habe es in dem Techno-Gewitter der beiden Alben Electronica 1: The Time Machine und Electronica 2: the Heart of Noisenicht herausgehört.
JMJ zeigte mit dem Konzert, dass Musiker durch VR, augmented reality und künstlicher Intelligenz neue Wege gehen können – und wir sind noch lange nicht am Ende. Natürlich werden Puristen jetzt sofort schreien, dass Musiker auf die Bühne in einer Halle gehören vor Live-Publikum, aber so eine Haltung verweigert sich der Weiterentwicklung von Performance.

Ich war beim Konzert sprachlos. Die Avatare wie Frankenstein, Hamster oder Fuchs tanzten vor der virtuellen Bühne. Vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber durchaus nett anzusehen und eine Einladung zum Mittanzen. Die Musik dazu passte jedenfalls. JMJ betrat die Bühne, spielte an seinen Synthesizer und hinter ihm, um ihm veränderte sich die virtuelle Welt in Farben, Formen, Bewegungen. Ein LSD-Tripp ohne Drogen.
Zum Ansehen in VR brauchte das Publikum VR Headsets wie Oculus Rift, HTC Vive, Valve Index, Samsung Odyssey oder Windows MR. Leider war die Sony VR nicht kompatibel. Am Rechner konnte man es im VRChat ansehen, aber auch ganz konventionell in 2D in Facebook Live oder YouTube. Nach einer knappen Stunde war alles vorbei – es gab noch einen Chat mit den Avataren, aber ich war erst einmal geschafft.
Hier das Konzert bei Youtube – es beginnt bei Minute 25:40