Der König ist tot: Kevin D. Mitnick

21. Juli 2023

„Die Kunst des Einbruchs“ war das erste Buch, das ich 2006 von Kevin D. Mitnick gelesen, nein verschlungen habe. Dann folgte „Die Kunst der Täuschung“, das ich anschließend genossen habe. Das waren zwei Standardwerke über Hacking, die noch immer lesenswert sind. Nun ist Kevin D. Mitnick verstorben. Leider finde ich die Bücher in meinem Verhau nicht mehr, obwohl sie eigentlich in meinem Archiv liegen müssten. mitp hatte mir die Bücher damals überlassen.

Ich war damals so angetan von dem Thema, dass ich mit meinem Kollegen Olaf der PC Professionell diskutierte, der sich um Sicherheitsthemen kümmerte. So wichtig war und ist das Thema. Mitnick sensibilisierte mich für das Thema Sicherheit am Computer und ich hielt auch einige Seminare zu dem Thema. Noch heute begleiten mich die Gedanken von Mitnick in meinem Sicherheitsseminaren beim Thema Social Engineering.

Kevin Mitnick, einer der bekanntesten Hacker der Welt, ist tot. Der in den 1990er Jahren als „Hackerkönig“ weltweit berühmt gewordene Mitnick starb einer von einem Bestattungsinstitut in Las Vegas veröffentlichten Todesanzeige zufolge im Alter von 59 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Mitnicks Cybersicherheitsfirma bestätigte die Information gegenüber der „New York Times“.

Mitnick zählte als erster Cyberkrimineller zu den von den US-Sicherheitsbehörden meistgesuchten Menschen. Er ist weniger für technische Genialität, sonder eher für sein „Social Engineering“ bekannt. Er lockte den Leuten mit geschickten Fragen vertrauliche Informationen heraus, die er dann für seine Streifzüge auf der Datenautobahn ausnutze. Der unter dem Spitznamen „Condor“ agierende Mitnick war in den 1990er Jahren in die Systeme von Firmen wie Motorola und Nokia eingedrungen und hatte Tausende Datensätze unter anderem mit Industriegeheimnissen und Kreditkartennummern erbeutet. 1995 nahm ihn die US-Bundespolizei FBI fest, 1999 verurteilte ihn ein Gericht zu fast fünf Jahren Haft.

Die Verurteilung Mitnicks, der damals bereits eine Kultfigur in der Hackerszene war, löste eine weltweite Protestbewegung aus, bei der unter anderem auf den Websites mehrerer Medien Banner mit dem Slogan „Free Kevin“ platziert wurden. Im Jahr 2000 endete Mitnicks Haftstrafe und er unterstützte Unternehmen dabei, Sicherheitslücken in ihren IT-Systemen zu schließen.
Im selben Jahr kam der Film „Takedown“ von Regisseur Joe Chappelle über Mitnicks Geschichte in die Kinos, in dem Skeet Ulrich den Hackerkönig spielte. Das war damals ein schöner Nerdfilm, der bislang nur auf DVD erschienen ist.

Das Cabinet des Dr. Caligari – Matinee am Sonntag, 23. Juli im Scala

20. Juli 2023

Der Film „Das Cabinet des Dr. Caligari“ aus dem Jahr 1920 gilt als ein Meilenstein der Filmgeschichte und des deutschen Expressionismus. Der Film zählt zu den wichtigsten Filmen der Kinogeschichte. Seine ungewöhnliche expressionistische Ausstattung war ein Novum weltweit – und legte den Grundstein für den international erfolgreichen deutschen Film des Weimarer Kinos. Regisseur Robert Wiene und das Drehbuch von Hans Janowitz und Carl Mayer präsentierten dem Publikum eine bahnbrechende visuelle und erzählerische Ästhetik, die den Film nachhaltig prägte. Am Sonntag, 23. Juli darf ich um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck eine Matinee zu diesem Meisterwerk des fantastischen Stummfilm durchführen: Vortrag und Film. Die Karten gibt es hier.

Die Bedeutung von Das Cabinet des Dr. Caligaril iegt in mehreren Aspekten:

Expressionistische Ästhetik
„Das Cabinet des Dr. Caligari“ war einer der ersten Filme, der den Expressionismus im Film etablierte. Die expressionistische Bewegung, die in der Kunst und Literatur der Zeit aufkam, betonte verzerrte Formen, starke Kontraste und surreale Darstellungen, um die psychologischen Zustände der Charaktere zu verdeutlichen. Der Film nutzte expressionistische Sets mit schiefen Linien, schattigen Ecken und abstrakten Designs, um eine unheimliche und verstörende Atmosphäre zu schaffen.

Handlung und Erzählstruktur
„Das Cabinet des Dr. Caligari“ beeinflusste die Entwicklung des filmischen Erzählens. Der Film wird aus der Perspektive eines Ich-Erzählers erzählt, der die Geschichte rückblickend präsentiert. Zudem enthält der Film eine Rahmenhandlung, die die Interpretation der Ereignisse in Frage stellt und das Publikum dazu anregt, über die Natur der Realität nachzudenken. Diese nicht-lineare Erzählstruktur und die Manipulation der Wahrnehmung des Zuschauers hatten einen nachhaltigen Einfluss auf spätere Filme.

Psychologischer Horror
„Das Cabinet des Dr. Caligari“ gilt als einer der ersten bedeutenden Horrorfilme der Geschichte. Die Geschichte dreht sich um einen unheimlichen Jahrmarktsdirektor, der einen schlafenden Somnambulen dazu bringt, Morde zu begehen. Der Film erkundet Themen wie Wahnsinn, Manipulation und die Verbindung zwischen Traum und Realität. Er legte den Grundstein für das Genre des psychologischen Horrors und inspirierte zahlreiche Regisseure, darunter Alfred Hitchcock.

Einfluss auf die internationale Filmindustrie
„Das Cabinet des Dr. Caligari“ wurde zu einem großen Erfolg im In- und Ausland. Durch seine einzigartige Ästhetik und Erzählweise erregte er Aufmerksamkeit und wurde zum Vorbild für viele Regisseure weltweit. Der Film hatte einen besonders starken Einfluss auf den deutschen Expressionismus und prägte die Entstehung einer eigenständigen deutschen Filmtradition. Darüber hinaus beeinflusste er die Entwicklung des Horrorfilms und des filmischen Erzählens insgesamt.
Ich freue mich, wenn ich Sie am Sonntag im Scala begrüßen darf. Die Karten gibt es hier.

50 Jahre „The Rocky Horror Picture Show“ – meine Matinee

19. Juli 2023

„The Rocky Horror Picture Show“ ist ein kultiger Film, der sich keiner bestimmten Kategorie zuordnen lässt. Mit einer einzigartigen Mischung aus Musical, Komödie und Science-Fiction erobert er die Herzen der Zuschauer seit Jahrzehnten. Vor kurzem durfte ich im Saal Kino in Fürstenfeldbruck zum 50jährigen Bestehen des Films eine hervorragend besuchte Matinee durchführen.

16.5.1973 – Vor 50 Jahren fand die Uraufführung der Rocky Horror Show in London vor nur etwa 60 Zuschauern statt. Seitdem besuchten 20 Millionen Fans das Kult-Musical.

Am 14. August 1975 startete »Rocky Horror Picture Show« in den Kinos in Großbritannien. Allerdings ohne großen Erfolg. Auch in den USA war der Film zunächst ein Flop. Erst ein Jahr später entwickelte sich Rocky Horror in Mitternachtsvorstellungen zum Publikumsmagnet – besonders in Gegenden, wo es eine LGBT-Szene und in Studentenstädten wie Austin, Texas.

The Rocky Horror Picture Show ist ein Musical von Richard O’Brien. 1975 erschien der zugehörige Film, der heute längst Kult ist. Sogar der Soundtrack zum Film ist ein Klassiker geworden. Für die Schauspieler Susan Sarandon und Tim Curry bedeutete der Film den Durchbruch in ihrer Karriere.
Der Film erzählt die Geschichte des jungen und unschuldigen Paares Brad und Janet, die in das schrullige Schloss des transsexuellen Wissenschaftlers Dr. Frank-N-Furter geraten. Von dem Moment an, in dem sie die Türschwelle überschreiten, werden sie in ein verrücktes und sexuell aufgeladenes Abenteuer voller verrückter Charaktere und mitreißender Musik gezogen.

Unberechenbar
Die Stärke von „The Rocky Horror Picture Show“ liegt in seiner Unberechenbarkeit. Der Film bricht mit Konventionen und Normen und fordert die Zuschauer heraus, alle Grenzen zu überschreiten. Er ist ein Fest für die Sinne, von den bunten Kostümen über die eingängigen Songs bis hin zu den provokativen Dialogen. Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg beeindruckend, wobei Tim Curry in der Rolle des Dr. Frank-N-Furter besonders hervorsticht. Seine Darstellung ist voller Energie und Charisma und macht ihn zu einem unvergesslichen Charakter.

Keine oberflächliche Unterhaltung
„The Rocky Horror Picture Show“ ist jedoch nicht nur oberflächliche Unterhaltung. Unter seiner exzentrischen Oberfläche behandelt der Film Themen wie Sexualität, Identität und Akzeptanz. Er regt zum Nachdenken an und feiert die Individualität und Freiheit, sich selbst zu sein. Trotz seiner Zeitlosigkeit ist der Film ein Produkt seiner Zeit, der die sexuelle Revolution der 70er Jahre widerspiegelt. In diesem Film spielen sexuelle Unterdrückung und Befreiung eine zentrale Rolle, zusätzlich zur Akzeptanz von Homosexualität, Bisexualität, Transsexualität usw. Dazu gibt es, Mord und Kannibalismus. Am Ende verwandelt sich das Schloss in ein Raumschiff, das zurück zum Planeten Transsexuell in der Galaxie Transsilvanien fliegt.

Treue Fangemeinde
Der Film hat eine treue Fangemeinde, die regelmäßig zusammenkommt, um ihn als interaktives Erlebnis zu feiern. Die Zuschauer singen und tanzen mit, werfen Requisiten und nehmen aktiv am Geschehen teil. Diese interaktive Atmosphäre macht „The Rocky Horror Picture Show“ zu einer einzigartigen Erfahrung, die man am besten mit Gleichgesinnten teilt.

Insgesamt ist „The Rocky Horror Picture Show“ ein wahrhaft unkonventioneller Film, der die Konventionen des Mainstream-Kinos herausfordert. Er ist ein Fest der Exzentrik und der sexuellen Freiheit, das bis heute nachhallt. Wenn du nach einem außergewöhnlichen und unterhaltsamen Filmerlebnis suchst, das dich zum Lachen bringt und zum Nachdenken anregt, dann solltest du unbedingt „The Rocky Horror Picture Show“ eine Chance geben.
Die nächste Matinee ist am 23. Juli im Scala Kino der Klassiker Das Cabinet des Dr. Caligari. Karten gibt es hier.

Erinnerungen an Nico – sie starb vor 35 Jahren

18. Juli 2023

Ich bin nicht immer in der Stimmung für Ihre Musik, aber wenn ich sie bewusst hören will, dann bin ich ihr verfangen. Diese Stimme starb heute vor 35 Jahren am 18. Juli 1988 auf Ibiza. Gemeint ist Nico.

Die Sängerin Nico war zweifellos eine außergewöhnliche Künstlerin, die durch ihre einzigartige Stimme, ihren unverkennbaren Stil und ihre tiefsinnigen Interpretationen einen bleibenden Eindruck in der Musikwelt und auf mich hinterlassen hat. Geboren am 16. Oktober 1938 als Christa Päffgen in Köln wurde sie später unter ihrem Künstlernamen Nico bekannt und fand ihren Platz in der alternativen Musikszene der 1960er und 1970er Jahre.

Nico begann ihre Karriere als Model und Schauspielerin, bevor sie durch ihre Verbindung zur New Yorker Künstler- und Musikszene in den Fokus der Aufmerksamkeit rückte. Ihre Zusammenarbeit mit dem legendären Produzenten Andy Warhol und dessen Projekt The Velvet Underground machte sie zu einem prominenten Mitglied der Underground- und Avantgarde-Bewegung. Ihre markante, tiefe Stimme, die oft mit einem Hauch Melancholie durchzogen war, verlieh den Liedern der Band eine einzigartige Faszination und ergänzte perfekt die experimentellen Klänge der Musik. Meine erste LP war The Velvet Underground by The Velvet Underground und dann gleich darauf das Meisterwerk mit der Banane The Velvet Underground & Nico.

Nach ihrem Ausstieg bei The Velvet Underground begann Nico eine Solokarriere und veröffentlichte mehrere Alben, die ihre Vielseitigkeit als Künstlerin unter Beweis stellten. Ihre Musik bewegte sich zwischen experimentellem Rock, Folk und elektronischen Klängen, wobei sie oft von düsteren und existenziellen Themen inspiriert wurde. Dabei war sie stets ehrlich und authentisch, was ihr eine treue, aber kleine Anhängerschaft einbrachte, die ihre Kunst zu schätzen wusste.

Schauspielerin und Künstlerin
Neben ihrer Musikkarriere war Nico auch als Schauspielerin aktiv und trat in mehreren Filmen auf, darunter Federico Fellinis „La Dolce Vita“. Diese Vielseitigkeit in ihrem künstlerischen Ausdruck zeigte, dass sie nicht nur eine Sängerin, sondern eine wahre Künstlerin in allen Facetten war.
Nico führte ein intensives, aber auch schwieriges Leben, das von Drogenabhängigkeit und persönlichen Herausforderungen geprägt war. Leider endete ihre Reise viel zu früh, als sie am 18. Juli 1988 nach einem tragischen Fahrradunfall verstarb. Sie starb aufgrund einer nicht rechtzeitig erkannten Hirnblutung am selben Tag im Krankenhaus. Nico wurde in Berlin auf dem Friedhof Grunewald-Forst im Grab ihrer Mutter beigesetzt.

Ihr Vermächtnis lebt jedoch weiter. Nico wird als Ikone der Avantgarde-Musik verehrt und hat zahlreiche Künstler nach ihr beeinflusst. Ihre eindringliche Stimme und ihre einzigartigen Kompositionen werden weiterhin gehört und geschätzt, und ihre Bedeutung für die Musikgeschichte bleibt unbestreitbar.
In Erinnerung an Nico werde ich ihre Kunst und ihren Mut, Grenzen zu überschreiten, stets in Ehren halten. Möge ihre Musik weiterhin Menschen inspirieren und dazu anregen, die Vielfalt und Tiefe der menschlichen Emotionen zu erforschen. Nico wird unvergessen bleiben und als eine der bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Zeit in die Geschichte eingehen.

Dazu einen Filmtipp
NICO, 1988 ist ein Roadmovie über die letzten Lebensjahre von Christa Päffgen. Der Film erzählt von ihren letzten Auftritten in den achtziger Jahren und spielt in Paris, Prag, Nürnberg, Manchester, auf dem polnischen Land und an der römischen Küste. Regisseurin Susanne Nicchiarelli taucht tief ein in das Leben einer tragischen, aber bemerkenswerten Frau, die von der dänischen Schauspielerin und Sängerin Trine Dyrholm (DIE KOMMUNE, DAS FEST), kompromisslos dargestellt wird. Alle Songs im Film werden von Trine Dyrholm selbst gesungen.

Live aus Togo: Endspurt zur Togowald-Challenge am Dienstag, 18. Juli 18-19 Uhr

17. Juli 2023

Die aktuelle Togowald-Challenge der Aktion PiT Togohilfe ist eine sehr wichtige und richtige Maßnahme. Der Verein aus Fürstemfeldbruck hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende Juli 20.000 Bäume zu pflanzen, die einen Beitrag zu Klimaschutz in dem afrikanischen Land leisten.

Am Dienstag, 18. Juli, schalten wir deshalb um 18 Uhr live nach Togo in das Aimes-Afrique-Dorf Djamdé und können dort eine Baumpflanzung live in YouTube erleben. Zudem ist eine deutsche Reisegruppe aus dem Landkreis vor Ort. In Djamdé hat die Aktion PiT schon eine Schule und die Schulkantine gebaut. Ich spreche mit den Vorsitzendern der Aktion PiT Margret und Andy Kopp.

Die Übertragung ist Live in YouTube in meinem YouTube-Kanal redaktion42

Und hier das Video:

Am Ende wird alles gut – Regenbogen gibt Kraft

15. Juli 2023

Diese Woche war keine gute Woche. Ich bin ja grundsätzlich ein optimistischer Mensch, bei dem das Glas immer halb voll statt halb leer ist. Aber diese Woche ging wirklich einiges schief und es war frustrierend. Ganz heftig berührte mich das Begräbnis einer guten Freundin, das mir gezeigt hat: das Leben ist endlich und ich sollte was daraus machen.
Aber am Abend kam dann ein reinigendes Gewitter über mich und es entstand dieser wunderbare Regenbogen über den Gottes Garten, über die Maintal in Oberfranken. Ich konnte mich kaum satt sehen, so gewaltig war das Naturschauspiel.

Daher ein Motivationsfoto und ein Motivationsvideo – viel Spaß.

Ein Regenbogen entsteht durch die Wechselwirkung von Sonnenlicht und Regentropfen. Wenn Sonnenlicht auf Regentropfen trifft, wird es an der Grenzfläche zwischen Luft und Wasser gebrochen und teilweise reflektiert. Dabei wird das Licht in seine verschiedenen Farben zerlegt, da jedes Lichtspektrum eine andere Wellenlänge hat.

Die unterschiedlichen Farben werden dann innerhalb des Tropfens an dessen Rückseite reflektiert und treffen anschließend wieder auf die Vorderseite des Tropfens. Dort wird das Licht erneut gebrochen und teilweise reflektiert. Schließlich verlässt das Licht den Regentropfen und gelangt in die Luft.

Dieser Vorgang ist für jedes einzelne Regentropfenpaar im Regen verantwortlich. Da die Farben bei unterschiedlichen Winkeln gebrochen und reflektiert werden, sehen wir am Himmel einen Kreisbogen aus Farben, den Regenbogen. Der Regenbogen bildet sich immer gegenüber der Sonne, weshalb sie meistens bei tiefstehender Sonne nach Regenschauern zu sehen sind.

Filmriss online – Juli 2023 – Infos und Meinung aus der Welt des Scala-Kinos

13. Juli 2023

Hier die neueste Folge meines Herzensprojekts Filmriss online. Jeden Monat spreche ich mit meinem Kumpel Markus Schmölz über neue Kinofilme und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Kinos.

Dieses Mal ist der siebte Teil von Mission Impossible, der neue Barbie-Film und Oppenheimer im Mittelpunkt unseres Interesses. Ich darf ein wenig über den Soundtrack zu Psycho von Bernard Herrmann erzählen und wir freuen schon sehr auf die Juli-Matinee am 23. Juli im Scala Kino. Ich bespreche und zeige den fanatischen Film Das Cabinet des Dr. Caligari. Karten gibt es hier.

Also viel Spaß mit rund einer halben Stunde Filmriss online, die Juli-Ausgabe.

Historische Weide in Fürstenfeldbruck wurde Opfer des Unwetters

12. Juli 2023

Als ich die Nachricht in Facebook las, musste ich als erstes das Lied „Mein Freund der Baum ist tot“ von Alexandra spielen. Die historische Weide an der Amperbrücke in Fürstenfeldbruck wurde ein Opfer des Sturm vom 11. auf den 12. Juli 2023.

Der rund 200 Jahre alte Baum prägte das Stadtensemble der Kreisstadt Fürstenfeldbruck. Er war auf etlichen Erinnerungsfotos zu sehen. Der Sturm hat das Stadtbild der Kreisstadt Fürstenfeldbruck nun nachhaltig verändert. Das ist traurig. Die Unwetternacht hinterließ überall seine Folgen. Ich bin extra mit dem Bus hingefahren, um Abschied zu nehmen und ein Video zu drehen:

Viele Brucker kamen zusammen und betrachteten den Schaden und tauschten Erinnerungen über diesen prächtigen Baum aus. Es wurde sogar ein Kondolenzbuch an der Amperbrücke von jemanden ausgelegt und man konnte seine Erinnerungen an die Weide hineinschreiben.

Sehr oft machte ich unter diesem Baum Pause und erholte mich. Von der Eisdiele gegenüber genoss ich dort mein Eis, von der Metzgerei genoss ich eine Leberkässemmel. ich hängte als Kind meine Füße an dem Ort in die Amper und suchte den Schatten des Baumes. Er war für viele Treffpunkt, Wohlfühloase, Liebestreff, Entspannungort – ein Ort der Ruhe, nur ein paar Meter entfernt vom hektischen Verkehr der Kreisstadt. Bei Gesprächen auf der Amperbrücke tauschten sich wildfremde Menschen aus, wie viel ihnen dieser Baum bedeutet hat.

In dem Kondolenzbuch mit dem Titel „Abschiedsbriefe an die Weide“, das jemand spontan ausgelegt hatte, trugen sich Menschen ein. Dort war unter anderem zu lesen „39 Jahre gehörte der Baum zum Berufsleben in Bruck“ oder „Du warst mein erster Eindruck von Bruck und bist fast 200 Jahre alt gewesen“ oder auch sehr emotional: „Es ist sooo traurig. Du hast mich beim ersten Blick vor 18 Jahren begeistert und ich trauere heute wohl mit vielen um dich.“ Der Baum als Symbol der Erinnerung an schöne Zeiten.

Der Baum verband die Brucker und auch wer nur kurz durch die verstopfte B2 über die Amperbrücke quälte, warf einen Blick auf den mächtigen Baum. Nun wird er Zug um Zug gestutzt und abgetragen.

Nach dem Sturm wurde der Baum gesichert und mit einem rotweiße, Band abgesperrt. Einige Äste hingen in die Amper und das Wasser umspülte die Weidenblätter. Ein paar Menschen nahmen sich Ableger von dem Baum als Erinnerung mit nach Hause. Vielleicht entsteht ja eine neue Weide an anderer Stelle.

Internationales Komitee: Journalisten helfen e.V. feiert 30 Jahre humanitäre Hilfe

11. Juli 2023

Das Internationale Komitee: Journalisten helfen e.V. feiert am heutigen 11. Juli 2023 sein 30-jähriges Bestehen. Es ist eine als gemeinnützig anerkannte Non-Profit-Organisation, die sich der aktiven Bekämpfung sozialer Not und dem Schutz von Menschen widmet, welche unverschuldet in Not geraten oder Opfer von Verbrechen geworden sind. Und ich muss vorausschicken, dass ich die Helfer kenne und vor etlichen Jahren vor der Vereinsgründung viel Zeit mit ihnen verbracht habe.

Ich habe die Gründung miterlebt und war stark beeindruckt. Mit einem Hilfstransport nach Tschernobyl fing alles an: Die Journalisten Nikolai Behr und Jörg Allgäuer beschlossen, das Internationale Komitee: Journalisten helfen zu gründen. Die Not der überlebenden Kinder von Tschernobyl veranlasste sie, den Bedürftigen zu helfen, denen sie bei ihrer Arbeit als Medienschaffende begegneten.

Seit seiner Gründung im Jahr 1993 hat das in München ansässige, von Anfang an international zusammengesetzte und tätige Komitee das öffentliche Bewusstsein für die Not vieler Menschen sensibilisiert und umfangreiche materielle, ideelle sowie finanzielle Hilfe geleistet. Darüber hinaus steht das Komitee auch Journalisten zur Verfügung, die durch ihre Arbeit im Ausland in Not geraten sind.

Dr. Jörg Allgäuer, Mitbegründer und Vorsitzender des Komitees: „Die Gründungsmitglieder hatten den Wunsch, der sozialen Not von Menschen, denen sie bei ihrer beruflichen Tätigkeit im In- und Ausland begegnen, aktiv zu begegnen. Diesem Auftrag kommen wir auch nach drei Jahrzehnten mit großem Engagement nach.“

Hilfstransporte in die Ukraine und nach Kroatien
In seiner langjährigen Geschichte hat das Komitee an zahlreichen Orten und in vielen Ländern geholfen, unter anderem mehrere Hilfstransporte in die Ukraine und nach Kroatien organisiert, Unterstützungsaktionen unter anderem auf den Philippinen, in Indien, Sri Lanka und Kenia finanziert, und darüber hinaus materielle, personelle sowie finanzielle Hilfe geleistet. Ein besonders erwähnenswertes Projekt war 1998 der Bau eines Speise- und Unterrichtsgebäudes sowie einer Schulküche für 300 Schüler in Posadas, Argentinien.

Dr. Nikolai Behr, stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer des Komitees: „Unsere Arbeit ist heute wichtiger denn je. Wir sind fest entschlossen, uns auch weiterhin für die Rechte und den Schutz der Menschen einzusetzen. Auch wenn wir schon einiges erreicht haben, wissen wir doch, dass es noch viel mehr zu tun gibt.“

Rechtsanwalt Walter Huber, stellvertretender Vorsitzender und Finanzvorstand: „Auch mit kleinen Beträgen kann man bei Menschen in Not große Hilfe leisten. Entscheidend ist, die Projektverantwortlichen persönlich zu kennen und keine Spendenmittel für die eigene Verwaltung zu verschwenden.“ Anlässlich des Jubiläums plant das Komitee eine Reihe von Initiativen und Veranstaltungen, um das Bewusstsein für soziale und materielle Not weiter zu schärfen sowie seine humanitäre Arbeit zu würdigen.

Ich gratuliere dem Verein und den Menschen dahinter. Nachdem ich selbst in einem Hilfsverein für Togo aktiv bin, kann ich die Arbeit des Komitees einschätzen und muss sagen: Hut ab.

Münchens schnellster Dackel heißt Luitpold

10. Juli 2023

Eigentlich war Rüdiger mein Favorit, aber am Ende setzte sich Luitpold als schnellster Dackel Münchens durch. Am Wochenende wurde in der Motorworld München das erste Dackel-Race München durchgeführt und es war daher mal wieder Zeit dieser Eventlocation für Mobilität in München Freimann einen Besuch abzustatten.

Es war putzig anzusehen, wie die Dackel die Rennstrecke mit ihren kurzen Dackelbeinen entlang flitzen und die Ohren und das Schwänzchen wackelten. Dackelgebell mischte sich mit den Motorengeräuschen der Rennmobilen der Motorworld. Für den Sieger lobte das Dackelmuseum Regensburg eine Prämierung (Wert 500 Euro) mit Besuch im Dackelmuseum aus. Hier ein Video von meinen Eindrücken.

Als Sieger beim Rennen ging der Dackel Luitpold hervor, der 41 Meter in 5,51 Sekunden zurücklegte. Der aus Eching bei Freising stammende Amerikanische Dackel hat nach Veranstalterangaben einen neuen Rekord aufgestellt. Bislang lag der Rekord 2022 in Brandenburg bei 5,53 Sekunden. Der Spaß am Rennen stand aber im Vordergrund. Teilnehmen konnten nur angemeldete Dackel (ab 1 Jahr bis 10 Jahre), die geimpft sind. Die Rennstrecke im Dampfdom war abgesichert, klimatisiert und mit griffsicherem Untergrund ausgestattet.

Dackel- und Motorenfreunde waren angereist und feuerten die Vierbeiner an. Schön zu sehen, wenn die Tiere auf ihren Locker losspurten, mitten auf der Rennbahn wieder kehrt machten und aus dem Rennen einen riesigen Spaß machten. Der Locker wartete an der Ziellinie und sollte dafür sorgen, dass der Dackel über die Ziellinie trat. Aber nicht alle Dackel taten dem Locker den Gefallen und obwohl so mancher Hund zwar schnell war, verweigerte er aber den Schritt über die Ziellinie trotz Bitten und Flehen der zahlreichen Fans in der Motorworld.

Die Tiere waren die Stars an diesem Tag, wurden gefilmt und fotografiert. Auch ich als Katzenpapa musste ein Selfie mit einem schönen Dackel aufnehmen.