Neulich brachte Kater Atari eine lebende Maus mit nach Hause und der kleine Nager versteckte sich sofort in einer Ecke. Nachdem der Kater keine großen Anstrengungen unternahm die Maus zu jagen, mussten wir ran. Ich leuchtete die Ecke aus, während die Gattin die Maus mit einem Plastikrohr fing.
Zum Ausleuchten nutze ich die eingebaute Taschenlampenfunktion beim iPhone. Ich nutze die Siri-Kommandos Taschenlampe an bzw Taschenlampe aus. Den Lichtschein konnte ich ja manuell verstellen im iOS.
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Zum Erstaunen der Gattin konnte ich auch die Zauberbefehle aus Harry Potter zum Steuern der Taschenlampe verwenden. Das Siri-Kommando „Lumos“ schaltete die Lampe an und das Kommando „Nox“ ließ das Licht wieder erlöschen. Probieren Sie es einmal aus, denn warum einfach, wenn es auch kompliziert geht.
Lassen Sie uns auf eine Zeitreise gehen – in eine Zeit, die ich selbst nur als kleiner Bub erlebt habe und erst später richtig genießen konnte. Heute jährt sich der 50. Geburtstag der Münchner Geschichten.
Die Serie Münchner Geschichten, die erstmals 1974 im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurde, ist eine Hommage an das Leben in München und gilt als eines der herausragenden Beispiele der deutschen Fernsehlandschaft der 1970er Jahre. Unter der Regie von Helmut Dietl, der später mit Serien wie Monaco Franze und Kir Royal weitere Kultklassiker schuf, zeichnet die Serie ein liebevolles, aber auch kritisches Bild des Münchner Alltags.
Ich bin in dieses München als Kind hineingewachsen, ohne es wirklich zu realisieren. Erst durch verschiedene TV-Wiederholungen konnte ich später den Wert dieser famosen Serie schätzen. Der Ausdruck Ois Chicago ist sogar in meinen Wortschatz übergegangen. Je nach Situation bedeutet er so etwas wie „alles Risiko“, „alles Witz“ oder „alles ist möglich“. Die Serie erzählt Geschichten rund um Karl „Tscharlie“ Häusler (gespielt von Günther Maria Halmer), einen charmanten, aber oft ziellosen Lebemann, der sich durch das Leben im München der Nachkriegszeit schlägt. Mit Witz und Leichtigkeit beleuchten die Münchner Geschichten die kleinen und großen Sorgen der „kleinen Leute“ – von finanziellen Nöten bis hin zu familiären Konflikten.
Regiestar Helmut Dietl gelingt es, ein authentisches Bild seiner Stadt und ihrer Bewohner zu zeichnen, das weit über die Klischees der „Schickeria“ hinausgeht. Die Serie spielt vor allem in den Arbeitervierteln, an Stammtischen und in den Wirtshäusern der Stadt und fängt den Charme des „alten Münchens“ ein.
Als ich mir zum Jubiläum die neunteilige Serie auf Blu-ray ansah, fielen mir die Stärken der Serie wieder auf – und es sind die Stärken von Helmut Dietl. Die Dialoge, Figuren und Schauplätze wirken lebensnah und unverfälscht. Die Charaktere sprechen im bayerischen Dialekt, was der Serie einen unverwechselbaren Charme verleiht. Neben humorvollen Szenen zeigt die Serie auch die Schattenseiten des Lebens – etwa die Probleme der Mittelschicht oder die Diskrepanz zwischen Tradition und Moderne. Die Serie fängt den Geist der 1970er Jahre ein und gibt Einblicke in eine Ära, in der München sich zwischen Tradition und Fortschritt befand.
Und dann sind da noch die Darsteller: Günther Maria Halmer brilliert in der Rolle des Tscharlie Häusler. Seine Darstellung ist einfühlsam, witzig und facettenreich. Auch die Nebenfiguren sind liebevoll gestaltet und von starken Schauspielern verkörpert.
Die Serie bietet nicht nur Unterhaltung, sondern auch ein Fenster in eine vergangene Zeit – und lässt den Zuschauer mit einem Schmunzeln zurück. Nach 50 Jahren ist es höchste Zeit, sich die Münchner Geschichten wieder anzusehen. Ich empfehle außerdem das Buch Helmut Dietl – Der Mann im weißen Anzug von Claudius Seidl.
Ab und zu schaue ich mir Vorträge an, um mich zu unterhalten, weiterzubilden und zu lernen. So geschehen bei einem Vortrag von Christine Thürmer im Kurhaus von Bad Tölz. Christine Thürmer gilt in unseren Breiten als die “Wander Woman”, eine unglaublich zähe Langstreckenwanderin mit beeindruckenden Zahlen: Sie ist mit 65.000 Kilometern eineinhalb Mal um die Erde gewandert, hat 50 Paar Schuhe verschlissen, 40 Länder bereist, 2.000 Nächte im Zelt verbracht und – oho – eine halbe Tonne Schokolade verzehrt.
Ich genoss den Vortrag der ehemaligen Unternehmenssaniererin und kann ihre Bücher sowie Vorträge wärmstens empfehlen. Einen sehr guten Eindruck ihrer Leidenschaft für das Thru-Hiking vermittelt ihr Facebook– und Instagram-Kanal. Während ihrer Wanderungen dienen diese als Tagebuch, während der Vortragszeiten als Infoquelle mit Appetithäppchen, Tipps und Hinweisen. Für mich ist das vorbildliche Kommunikation in den sozialen Medien. In ihrem unterhaltsamen Vortrag erfuhren wir viel über Motivation, Eigenheiten und die Herausforderungen ihrer Wanderungen. Mich interessierte jedoch besonders ihre Vortragsweise.
Zunächst ahnte ich Schlimmes: Der Veranstalter stammelte auf der Bühne eine langatmige Begrüßung, unterbrochen von ständigen Vergewisserungen, ob er auch nichts vergessen habe, und spulte sein Werbeprogramm herunter. Professionalität sieht anders aus.
Doch als Christine Thürmer die Bühne betrat, hob sich das Vortragsniveau sofort. Thürmer setzte vollständig auf eine visuelle Präsentation.
Eine visuelle Präsentation vermittelt Informationen und Ideen mithilfe von visuellen Elementen, um das Publikum besser zu erreichen und Inhalte verständlicher sowie ansprechender zu gestalten. Zu ihren typischen visuellen Elementen gehörten Bilder und Grafiken: Fotos, Diagramme, Illustrationen, Schlagworte oder kurze Sätze, die das Hauptthema zusammenfassen. Auf spezielle Farben verzichtete sie jedoch. Sie zeigte einzelne oder mehrere hochformatige Bilder auf ihren Slides und erzählte dazu Geschichten. Der Zuschauer folgte ihr – nicht der Präsentation im Hintergrund. Die Bilder dienten lediglich als Unterstützung, mal erklärend, mal humorvoll. Diesen wechselnden Rhythmus beherrscht Christine Thürmer perfekt.
Zahlenmaterial präsentierte sie visuell aufgelockert. Als selbsternannte Excel-Liebhaberin und studierte Absolventin des Studiengangs Wirtschaftskommunikation reduzierte sie es auf das Wesentliche und ließ unnötigen Zahlenballast weg. Dadurch gewannen ihre Argumente an Wirkung. Selbst ein wenig Motivationspsychologie verpackte sie einfach und erreichte damit ihr Publikum.
Sie hat die Prinzipien von Garr Reynolds und dessen Presentation Zen offensichtlich hervorragend verinnerlicht. Immer wieder nahm sie Kontakt zum Publikum auf, provozierte ein wenig, und interagierte humorvoll, etwa beim Thema Frauenhygiene auf der Wanderschaft – sehr zur Belustigung des Publikums, insbesondere der männlichen Zuschauer in der ersten Reihe.
Trotz ihres Erfolgs als Spiegel-Bestsellerautorin hat Christine Thürmer ihren Humor nicht verloren. Sie kann in ihrer Show über sich selbst lachen, was für Glaubwürdigkeit und Sympathie sorgt. Sie ist unangefochten der Star der deutschen Wanderszene, weiß das auch, bleibt jedoch nahbar.
Nach der Pause band sie das Publikum noch stärker ein. Die Zuhörer konnten in der Pause Fragen in eine Box werfen, die sie dann humorvoll beantwortete. Dabei drehte sich vieles – wie bei all ihren Shows – um Standardfragen zu Ausrüstung, Kosten und Nahrung. Ein gelungener Schachzug, denn das Publikum fühlte sich wahrgenommen und ernst genommen.
Dennoch habe ich eine kleine Kritik: Christine Thürmer nutzte nur wenig die gesamte Bühne als Präsentationsfläche. Sie verharrte auf der linken Seite, vermutlich weil ihr dort ein Monitor mit Moderationsnotizen zur Verfügung stand. Besser wären mehrere Monitore oder eine zentrale Positionierung gewesen, da die Zuschauer auf der anderen Seite der Bühne dadurch zu weit entfernt waren. Zudem lenkte das während des Vortrags aufgestellte Einmann-Zelt mit wechselnden Lichtern von ihr ab.
Den Abend habe ich dennoch sehr genossen, habe ein Selfie mit Christine Thürmer gemacht und der engagierten Fotografin mein Smartphone aus der Hand genommen, weil sie ausschließlich Hochformat-Bilder machen wollte.
Auf der Heimfahrt dachte ich über den Vortrag und Christine Thürmer nach – und beging dabei einen massiven Denkfehler: Ich rätselte, wie Christine Thürmer in Deutschland lebt und wohnt, während sie Bücher schreibt und Vorträge hält, also ihr “normales Leben” meistert. Doch genau das ist der Denkfehler: Ihre Zeit in Deutschland ist für sie Arbeit. Die Zeit auf Wanderschaft, als Wander Woman, ist ihr Leben – das Leben, das sie genießt. Für diesen Irrtum schäme ich mich.
Wenn man freundlich in die Küche grüßt, kommt es freundlich auch zurück. So geschehen bei meinem jüngsten Besuch meiner Lieblingswirtschaft dem Gasthof Heinzinger in Rottbach, Gemeinde Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck. Ich war mit einer Gruppe von Leuten zu Gast, stürmte allerdings nicht gleich in die urige Wirtsstube, sondern sagte artig guten Abend.
Und so erfuhr, dass der Jägersmann noch eine Portion Rehherz übrig gelassen hat. Eine Spezialität, die ich mir gleich freundlich reservierte, abseits der Karte. Als Gruß aus der Küche gab es eine Pastinakensuppe. Locker, lecker, leicht – das cremig, würzige Süppchen kommt bei mir gut an und ich genoss es zum Einstand.
Als Vorspeise wählte ich den fuftgetrockneetn Cornwall-Schninken vom Voglhof Pessenburgheim mit Apfel-Kren-Ravioli.
Zu meiner Hauptspeise bekam ich das Rehherz serviert, ein absoluter Genuss, zubereitet von meinem Lieblingskoch Denis Kleinknecht. Das Rehherz gilt als eine delikate und ungewöhnliche Spezialität, die sich besonders in der Wildküche großer Beliebtheit erfreut. Es gilt als eine nachhaltige und schmackhafte Zutat, die oft von Feinschmeckern geschätzt wird. Ich schätze den Geschmack und die Konsistenz,
Rehherz hat einen intensiven, aber nicht überwältigenden Wildgeschmack, der durch eine feine Würze und die richtige Zubereitung durch Denis Kleinknecht perfekt zur Geltung kam. Es ist zart und saftig, wenn es richtig zubereitet wird, und hat eine feste Struktur, die leicht an hochwertiges Steak erinnert.
Für mich ist das Rehherz ein Beispiel für die “Nose-to-Tail”-Philosophie, bei der das gesamte Tier verwertet wird. Es zeigt Respekt gegenüber der Natur und ist eine umweltfreundliche Wahl. Und: Da das Herz oft übersehen wird, ist es ein exklusiver Leckerbissen, den ich genossen habe, wofür ich sehr dankbar bin. Das Rehherz wurde in Hälften serviert und auf einem warmen Teller angerichtet, idealerweise mit einer Garnitur aus frischen Kräutern und einem kleinen Klecks Sauce. Eine passende Weinbegleitung wäre ein kräftiger Rotwein, z. B. ein Spätburgunder oder ein Barolo, da ich mit dem Auto unterwegs war, gab es Wasser.
Als Nachspeise hatte ich – wie immer – den Trüffel-Rohmilch-Camembert.
Dass Kino mehr sein kann als nur Filme schauen und Popcorn essen, habe ich neulich wieder in meinem Lieblingskino Scala Fürstenfeldbruck erlebt und war begeistert. Kino ist auch eine Eventarena, ein Ort der Zusammenkunft und bestenfalls ein Treffpunkt der Community.
Soeben geschehen: Die Jugendbuchautorin Katja Brandis hat im Kino Station gemacht, um den Film Woodwalkers zu präsentieren, der nach ihren Romanen entstanden ist. Sie verriet, dass es auf jeden Fall einen zweiten Teil geben wird und bei guten Publikumszahlen sogar einen dritten Teil. Doch nicht nur ein wenig Filmgespräch mit donnerndem Applaus gab es, sondern auch Smalltalk mit den zumeist jugendlichen Fans. Der örtliche Buchhandel nutzte die Chance und verkaufte Bücher der Autorin, die sofort signiert wurden. Hunderte Fans stellten sich brav an. Durch das gesamte Kinofoyer zog sich die Schlange der Fans, die ein Autogramm ergattern und ein paar Worte mit der Spiegel-Bestsellerautorin wechseln wollten.
Katja Brandis, die gerade von der Frankfurter Buchmesse kam, war voll im Flow: Sie plauderte, posierte für Fotos und unterschrieb Bücher. Gelegentlich wagten es auch mutige Nachwuchsautoren, sich Ratschläge einzuholen. Einige Clevere brachten sogar ihre Manuskripte mit und übergaben sie an Katja Brandis in der Hoffnung auf Unterstützung bei der Verlagssuche. Ihr klarer Tipp: „Baut euch eine Community auf und bringt das erste Werk als BoD (Book-on-Demand) oder E-Book heraus. So kann man seinen Marktwert am besten testen.“ Genau so hat auch Katja Brandis begonnen, bevor sie den Durchbruch bei einem Verlag schaffte.
Katja Brandis, geboren 1970, gilt als eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen, die sich vor allem mit ihren Jugendbüchern einen Namen gemacht hat. Ihre Werke, darunter die Woodwalkers– und Seawalkers-Reihe, begeistern Leserinnen und Leser mit fantasievollen Geschichten, starken Charakteren und einem besonderen Fokus auf den Schutz der Natur. Brandis, die Germanistik, Amerikanistik und Anglistik studierte, begann ihre Karriere als Journalistin, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Ihre Bücher zeichnen sich durch spannende Handlungen und eine fesselnde Mischung aus Fantasy und realitätsnahen Themen aus, die junge Leser nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen.
Die Woodwalkers-Reihe, in der Jugendliche mit der Fähigkeit, sich in Tiere zu verwandeln, Abenteuer erleben, vermittelt wichtige Botschaften über Freundschaft, Toleranz und den Umgang mit der Natur. Brandis’ Schreibstil ist zugänglich und bildhaft, was ihre Werke sowohl für junge als auch für ältere Leser attraktiv macht. Mit ihrem Engagement für Umweltthemen und ihrer kreativen Erzählkunst hat Katja Brandis einen festen Platz in der Welt der Jugendliteratur eingenommen und inspiriert mit ihren Geschichten eine neue Generation von Lesern.
Markus Schmölz, der Geschäftsführer des Scala-Kinos in Fürstenfeldbruck, war sichtlich stolz auf den prominenten Besuch in seinem Kino. Das Feedback der Fans für solche Aktionen abseits von Film und Popcorn war überwältigend.
“Leichen pflastern seinen Weg” ist ein Italo-Western aus dem Jahr 1968, inszeniert von Sergio Corbucci, der als einer der bedeutendsten Regisseure des Genres gilt. Der Film, international bekannt als “Il grande silenzio” oder “The Great Silence”, zeichnet sich durch seine düstere Atmosphäre und unkonventionelle Herangehensweise an das Western-Genre aus. Ich bespreche diesen Film in unserer Western-Matinee am Sonntag, 17. November im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier. Auch das Wetter passt ideal zu diesem Film.
Was diesen Film besonders macht, ist seine radikale Abkehr von den typischen Western-Konventionen. Statt staubiger Wüsten dienen verschneite Berglandschaften als Kulisse, was eine kalte und unerbittliche Stimmung erzeugt. Die beeindruckende Kameraführung von Silvano Ippoliti fängt die eisige Atmosphäre meisterhaft ein und verstärkt die bedrückende Stimmung des Films.
Die Handlung spielt in den schneebedeckten Bergen Utahs während eines strengen Winters im späten 19. Jahrhundert. Der stumme Revolverheld Silence, verkörpert von Jean-Louis Trintignant, wird von verfolgten Gesetzlosen angeheuert, um sie vor skrupellosen Kopfgeldjägern zu schützen. Klaus Kinski brilliert in der Rolle des eiskalten Kopfgeldjägers Loco, der ohne Gewissensbisse Jagd auf die Flüchtigen macht. Zwischen Silence und Loco entspinnt sich ein tödlicher Konflikt, der von Rache, Habgier und moralischer Ambivalenz geprägt ist.
Die Charaktere sind vielschichtig und brechen mit stereotypen Darstellungen. Silence ist kein klassischer Held, sondern ein gebrochener Mann mit eigener tragischer Vergangenheit. Seine Stummheit verleiht ihm eine mysteriöse Aura und macht seine Handlungen umso ausdrucksstärker. Klaus Kinski liefert eine intensive Performance ab, die die Grausamkeit und Unberechenbarkeit seines Charakters eindringlich vermittelt.
Der Soundtrack von Ennio Morricone unterstreicht die melancholische und düstere Stimmung des Films perfekt. Die musikalischen Kompositionen sind zurückhaltender als in anderen Western dieser Zeit, aber gerade dadurch äußerst wirkungsvoll und einprägsam. Ein besonderes Merkmal von “Leichen pflastern seinen Weg” ist sein kompromissloses und überraschendes Ende, das die Erwartungen des Publikums bewusst unterläuft. Diese mutige Entscheidung verleiht dem Film eine zusätzliche Tiefe und regt zum Nachdenken an. Corbucci nutzt den Film, um Themen wie Ungerechtigkeit, Korruption und die Sinnlosigkeit von Gewalt zu thematisieren. Ich freue mich auf Sie und den Film. Karten gibt es hier.
Heute läuft schon den ganzen Tag die Musik von und mit Pete Sinfield. Die wenigsten Musikfreunde außerhalb der Prog- oder Lyrikszene werden diesen Namen überhaupt kennen. Auf jeden Fall ist der Mann, der viel für meine persönliche Musikgeschichte zu tun hat, im Alter von 80 Jahren verstorben. Carl Palmer wies auf den Tod des Künstler in Facebook hin.
Peter John “Pete” Sinfield war ein einflussreicher englischer Lyriker, Songtexter und Musiker, der maßgeblich zur Entwicklung des Progressive Rock beitrug. Als Gründungsmitglied und Texter der Band King Crimson prägte er deren frühe Werke mit seinen poetischen und oft surrealen Texten. Das Debütalbum In the Court of the Crimson King (1969) gilt als Meilenstein des Genres und beeinflusste zahlreiche nachfolgende Künstler. Für mich der Einstieg in die Szene. Schnell kam ich dann zu ELP.
Nach seiner Zeit bei King Crimson arbeitete Sinfield mit verschiedenen Bands und Musikern zusammen. Er schrieb Texte für Emerson, Lake & Palmer, darunter das epische Werk “Karn Evil 9” auf dem Album Brain Salad Surgery (1973). Er war auch beim Besuch der Band bei HR Giger dabei. Dabei entstand das berühmte Foto. Der zweite von links ist Pete Sinfield.
Zudem produzierte er das Debütalbum von Roxy Music und schrieb englische Texte für die italienische Band Premiata Forneria Marconi.
In den 1980er Jahren wandte sich Sinfield dem Pop zu und schrieb Hits wie “The Land of Make Believe” für Bucks Fizz und “Think Twice” für Celine Dion, wofür er 1995 den Ivor Novello Award erhielt. Seine Fähigkeit, komplexe und emotionale Texte zu verfassen, machte ihn zu einem der herausragendsten Songtexter seiner Zeit.
Sinfields Einfluss auf die Musikszene ist vielfältig. Er verband Poesie mit Musik und trug dazu bei, dass Texte im Progressive Rock eine tiefere Bedeutung erhielten. Seine Arbeiten inspirierten zahlreiche Künstler und hinterließen einen bleibenden Eindruck in der Musikgeschichte.
Ich mag sein Album Still von 1973, das meines Wissens sein einiges Solo-Album geblieben ist. Mit prominenter Unterstützung war es ein Flop und blieb nur eingeweihten Sammlern als Kunstwerk in Erinnerung. Und weil bald Weihnachten ist, höre ich von Greg Lake von ELP I Believe in Father Christmas
Wenn eine Fortsetzung eines Films gedreht wird, um die Story interessanter zu machen, freue ich mich und kaufe mir gerne eine Kinokarte. Wenn jedoch eine Fortsetzung nur gedreht wird, um ausschließlich die Fans abzukassieren, fühle ich mich hinters Licht geführt. Nun kann man selbst entscheiden, was bei Gladiator 2 zutrifft.
Die Story, die uns Ridley Scott hier präsentiert, ist recht dünn. Er entscheidet sich für fettes Popcorn-Kino à la Michael Bay. Bei den Kampfszenen ist Scott in seinem Element, wie er auch bei Napoleon bewiesen hat. Allerdings blieb bei Napoleon die Geschichte auf der Strecke, was zu einem schwachen Film führte. Bei Gladiator 2 hat er offenbar nichts aus dem Napoleon-Desaster gelernt, dennoch wird der Film wohl kein Flop, da eine starke Fan-Base dahintersteht. Hier meine spontanen Eindrücke nach der Pressevorführung.
Die dünne Geschichte des Sandalenfilms zieht sich über eine Spielzeit von 2 Stunden und 30 Minuten – eine Katastrophe für Kinobetreiber, die den Film unterbringen müssen. Die Spielzeit wird nicht mit Story gefüllt, sondern mit Effekten und Kämpfen – klar, wir sind ja im alten Rom. Ridley Scott schreckt dabei nicht davor zurück, CGI-Haie im Kolosseum einzusetzen. Geht es noch absurder? Ein Fokus auf die politischen Intrigen in Rom hätte dem Film sicher gutgetan. Stattdessen gibt es nur den Austausch von Plattitüden, sorgenvollen Gesichtern, und dann folgt die nächste Klopperei mit Schwert und Schild.
Wenn die insgesamt überzeugenden Schauspieler miteinander agieren, lassen sie pathetische Phrasen ab. Immer wieder wird von Ehre und Stärke gefaselt. Der Ausdruck „Stärke und Ehre“ leitet sich vom lateinischen „Virtūs et Honos“ ab. „Virtūs“ lässt sich wörtlich mit „Stärke, Mut, Exzellenz“ übersetzen, und „et Honos“ bedeutet „und Ehre“. In der römischen Gesellschaft bezog sich „virtus“ nicht nur auf körperliche Stärke, sondern auch auf moralische Vortrefflichkeit. Diese Worte scheinen eine Zielgruppe anzusprechen, die dafür empfänglich ist, obwohl sie kaum den lateinischen Ursprung kennt. „Stärke und Ehre“ ist übrigens auch der Name einer politischen Partei in der Ukraine, die am 26. Oktober 2009 gegründet wurde.
Im Kino erinnerte ich mich an „Meine Ehre heißt Treue“, den Wahlspruch der nationalsozialistischen Schutzstaffel (SS), die mit solchen Parolen Menschen köderten. Und da wir schon beim Thema Nationalsozialismus sind: Hollywood hat keinerlei Berührungsängste vor der Bildsprache von Leni Riefenstahl. Immer wieder werden diese gefährlichen Bilder in Hollywood-Filmen verwendet, sei es in Star Wars oder Gladiator 1. Im zweiten Teil wird diese teuflische Bildsprache von Macht und Kraft nochmals verstärkt von Scott eingesetzt.
Paul Mescal spielt unseren Helden Lucius. Der eher unbekannte, 28-jährige irische Schauspieler macht seine Sache gut, bleibt jedoch im Schatten von Filmpapa Russell Crowe und kann daraus nicht hervortreten. Besonders gefallen haben mir die beiden verrückten Kaiser Caracalla (Fred Hechinger) und Geta (Joseph Quinn); vielleicht sind irre römische Kaiser ein gutes Betätigungsfeld, wie man schon bei Peter Ustinov (Quo Vadis) oder Malcolm McDowell (Caligula) sah. Denzel Washington brilliert als Macrinus, und sein Schauspiel ist ein Genuss.
Insgesamt wird der Film sein Publikum finden – Menschen, die nicht von allzu viel Geschichte abgelenkt werden möchten. Hatten wir im ersten Teil noch eine schöne Schlacht in realen germanischen Wäldern, so verliert man sich im zweiten Teil in einer CGI-Seeschlacht bei der Eroberung einer Stadt. Gut gemacht, aber der Auftakt im ersten Teil hatte mehr Zug. Dieses Mal ist zwar alles größer und mächtiger, doch es berührt mich weniger als im ersten Teil.
Wie zu hören ist, hat Scott bereits Ideen für einen dritten Teil. Mein Rat: Ridley, such dir einen neuen Stoff, der dein Talent zu schätzen weiß, und ruiniere nicht deinen guten Ruf.
Wir haben es gewagt und wir hatten aufs richtige Pferd gesetzt. Nach meiner erfolgreichen phantastische Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck starteten wir eine Western-Matinee und waren skeptisch, ob es noch ein Publikum für den Wilden Westen gibt.
Und siehe da: Es gibt es und der Auftakt war John Fords wichtigster Western Der schwarze Falke von 1956. Hier meine Einführung zum Film.
John Fords 1956 veröffentlichter Western „Der schwarze Falke“ („The Searchers“) gilt als eines der bedeutendsten Werke des amerikanischen Kinos. Der Film, der auf Alan Le Mays gleichnamigem Roman basiert, bietet nicht nur eine fesselnde Geschichte, sondern auch eine vielschichtige Charakterstudie und eine kritische Auseinandersetzung mit Themen wie Rassismus, Obsession und Identität – alles Themen unserer Zeit.
Ethan Edwards, gespielt von John Wayne, ist eine komplexe Figur, die von Rache und Hass getrieben wird. Seine rassistischen Einstellungen gegenüber den Native Americans sind tief verwurzelt und beeinflussen seine Handlungen maßgeblich.
„Der schwarze Falke“ markiert einen Wendepunkt in John Fords filmischem Schaffen. Während seine früheren Western oft heroische Narrative und klare moralische Linien zeichneten, präsentiert dieser Film eine düstere und ambivalente Sicht auf den amerikanischen Westen. Ford dekonstruiert den Mythos des edlen Cowboys und stellt die Gewalt und Vorurteile der Pionierzeit in den Vordergrund.
Die nächste Western-Matinee ist am Sonntag, 17. November um 10:45 Uhr. Wir besprechen und zeigen den hervorragenden Italo-Western Leichen pflastern seinen Weg. Karten gibt es hier.
In diesem Online-Seminar am Dienstag, 12. November von 18-20 Uhr via Zoom zeigen mein Kollege Thomas Gerlach und ich zum einen die Macht des Promptens und geheime Befehle für ChatGTP, die Ihre Arbeit mit Texten revolutionieren werden. Zum anderen zeigen wir, wie Sie eine eigene KI nur für sich und Ihre täglichen Anwendungen erstellen können. Teilnehmergebühr 17,85 Euro. Anmeldung für den Dienstag, 11. November von 18-20 Uhr bitte hier.