Archive for the ‘Film’ Category

Erinnerungen an William Friedkin

8. August 2023

Mit 87 Jahren verstarb Regisseur William Friedkin. Die Medien und viele Filmfans haben über diesen Verlust geschrieben und auch ich war ein Fan dieses Ausnahmeregisseurs.

Vor kurzem habe ich zwei Präsenzseminare über William Friedkins Meisterwerk Der Exorzist durchgeführt. Dieser Film von 1973, der mittlerweile 50 Jahre auf dem Rücken hat, fasziniert mich noch immer durch seine Religiosität. Wenn die Wissenschaft versagt, dann hilft nur noch der Glaube. Diese Aussage war in den aufgeklärten Siebzigern und auch noch heute so revolutionär, so radikal, so einschneidend, so dass damals und heute ein wahrer Kulturkampf um diesen Film entbrannte. Der Horror in dem Film Exorzist war nur eine Seite, tiefer sitzt der unheilvolle Konflikt zwischen Glaube und Naturwissenschaft. Ich habe den Film als Wiederaufführung im Kino und auf Laserdisc das erste Mal gesehen und hatte Angst.

Mein Kollege Stefan Preis empfahl mir das Buch Besessen – In den Klausen des Bösen, dass sich um die drei Teile des Exorzisten und Friedkin selbst dreht.

Hier der Vortrag den ich auf der Matinee im Scala-Kino Fürstenfeldbruck über den Film der Exorzist gehalten habe als Aufzeichnung.

William Friedkin drehte auch andere Meisterwerke. Immer wieder muss ich auf French Connection zurückkommen. Ein Film, der Polizei in den USA anders zeigte, als ich sie bisher aus Filmen kannte. Seine Helden waren nicht der freundliche Helfer mit Herz in Uniform. Sie leiteten das zerrissene Amerika ein, das die Filmen der siebziger Jahre beherrschend würde. Nach French Connection war alles anders. Die ermittelnden Beamten waren heruntergekommene menschliche Wracks ohne Illusionen, die den Kriminellen es mit gleicher Härte heimzahlen. Und der Film wies eine enorme dokumentarische Dichte auf, kein Wunder, denn William Friedkin war gelernter Dokumentarfilmer. Und Friedkin wird für viele weitere Filme in der Erinnerung bleiben: Atemlos vor Angst (Sorcerer mit genialem Soundtrack von Tangerine Dream), Cruising oder auch Leben und Sterben in L.A. Lieber William Friedkin, vielen Dank für Ihr Werk. Wir Filmfreunde werden dieses Werk immer in Ehren halten.

Filmriss online – August 2023 – Infos und Meinung aus der Welt des Scala-Kinos

7. August 2023

Hier die neueste Folge meines Herzensprojekts Filmriss online. Jeden Monat spreche ich mit meinem Kumpel Markus Schmölz über neue Kinofilme und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Kinos.

Dieses Mal ist der dritte Teil von The Equalizer, Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem und natürlich der neue Eberhofer Rehragout-Rendezvous im Mittelpunkt unseres Interesses. Ich darf ein wenig über den Soundtrack zu Firestarter von Tangerime Dream erzählen und wir freuen schon sehr auf die August-Matinee am 20. August im Scala Kino. Ich bespreche und zeige den Klassiker des modernen Terror-Films Blutgericht in Texas (Originaltitel: The Texas Chain Saw Massacre. Karten gibt es hier.

Filmmusiktipp: Psycho von Bernard Herrmann

30. Juli 2023

Bernard Herrmanns Aufnahme von “Psycho” ist ein Meisterwerk der Filmmusik. Die Musik ist so ikonisch wie der Film selbst und hat die Art und Weise, wie wir Filmmusik hören und verstehen, für immer verändert. Herrmanns Verwendung von Streichern und Perkussion ist besonders bemerkenswert. Die berühmte Duschszene wird durch das Schreien der Streicher untermalt, was eine unheimliche Atmosphäre schafft. Die Musik ist so effektiv, dass sie den Film ohne Dialog tragen könnte.
Bernard Herrmann war ein US-amerikanischer Komponist und Dirigent, der durch seine Arbeit an Filmmusik bekannt wurde. Hier eine schöne Vinyl-Ausgabe.

Er wurde am 29. Juni 1911 geboren und starb am 24. Dezember 1975. Herrmann arbeitete mit vielen berühmten Regisseuren zusammen, darunter Alfred Hitchcock, François Truffaut und Martin Scorsese. Er komponierte die Musik für viele Filme, darunter “Citizen Kane”, “Vertigo” und “Psycho”. Sein letztes Werk war Taxi Driver. Nachdem der letzte Takt eingespielt war, verstarb Herrmann.

Bernard Herrmanns Musik für Alfred Hitchcocks Film „Psycho“ wird weithin als bahnbrechende Leistung in der Filmmusik angesehen und hat selbst einen ikonischen Status erlangt. Mehrere Aspekte tragen zur Einzigartigkeit und Wirkung von Herrmanns Musik in „Psycho“ bei.

Zunächst einmal war Herrmanns innovativer Einsatz von Klang und Instrumentierung entscheidend für die Gestaltung der Atmosphäre des Films und die Verstärkung seiner spannenden und psychologischen Elemente. Er setzte hauptsächlich auf Streichorchester, insbesondere Violinen, um einen durchdringenden, schrillen Effekt zu erzeugen, der die Spannung und Unruhe steigerte. Die schrillen und dissonanten Streicher, besonders in der berüchtigten „Duschszene“, sind sofort erkennbar und untrennbar mit dem Horrorfilmgenre verbunden.

Darüber hinaus brach Herrmann mit dem damaligen traditionellen Stil der Filmmusik. Anstelle eines großen Orchesters entschied er sich für ein kleineres Ensemble, das die Streicher betonte und dadurch eine intime und klaustrophobische Qualität der Musik erzeugte. Diese Wahl spiegelte die Erzählung des Films wider, der sich größtenteils in engen Räumen abspielt und die gestörte Psyche seiner Charaktere erkundet. Hier eine schöne Kombi-CD von Psycho und Vertigo.
Herrmanns Partitur für „Psycho“ war auch bemerkenswert für den Einsatz von Leitmotiven, wiederkehrenden musikalischen Themen, die mit bestimmten Charakteren oder Konzepten verbunden sind. Das bekannteste Motiv ist das treibende und repetitive Thema, das die Figur des Norman Bates begleitet, der zentrale Charakter des Films. Dieses Motiv erfasst die Dualität von Bates‘ Persönlichkeit, mit einem Wechsel zwischen Verletzlichkeit und Bedrohlichkeit. Die thematische Herangehensweise verleiht der Musik eine zusätzliche Tiefe.

Der König ist tot: Kevin D. Mitnick

21. Juli 2023

„Die Kunst des Einbruchs“ war das erste Buch, das ich 2006 von Kevin D. Mitnick gelesen, nein verschlungen habe. Dann folgte „Die Kunst der Täuschung“, das ich anschließend genossen habe. Das waren zwei Standardwerke über Hacking, die noch immer lesenswert sind. Nun ist Kevin D. Mitnick verstorben. Leider finde ich die Bücher in meinem Verhau nicht mehr, obwohl sie eigentlich in meinem Archiv liegen müssten. mitp hatte mir die Bücher damals überlassen.

Ich war damals so angetan von dem Thema, dass ich mit meinem Kollegen Olaf der PC Professionell diskutierte, der sich um Sicherheitsthemen kümmerte. So wichtig war und ist das Thema. Mitnick sensibilisierte mich für das Thema Sicherheit am Computer und ich hielt auch einige Seminare zu dem Thema. Noch heute begleiten mich die Gedanken von Mitnick in meinem Sicherheitsseminaren beim Thema Social Engineering.

Kevin Mitnick, einer der bekanntesten Hacker der Welt, ist tot. Der in den 1990er Jahren als „Hackerkönig“ weltweit berühmt gewordene Mitnick starb einer von einem Bestattungsinstitut in Las Vegas veröffentlichten Todesanzeige zufolge im Alter von 59 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Mitnicks Cybersicherheitsfirma bestätigte die Information gegenüber der „New York Times“.

Mitnick zählte als erster Cyberkrimineller zu den von den US-Sicherheitsbehörden meistgesuchten Menschen. Er ist weniger für technische Genialität, sonder eher für sein „Social Engineering“ bekannt. Er lockte den Leuten mit geschickten Fragen vertrauliche Informationen heraus, die er dann für seine Streifzüge auf der Datenautobahn ausnutze. Der unter dem Spitznamen „Condor“ agierende Mitnick war in den 1990er Jahren in die Systeme von Firmen wie Motorola und Nokia eingedrungen und hatte Tausende Datensätze unter anderem mit Industriegeheimnissen und Kreditkartennummern erbeutet. 1995 nahm ihn die US-Bundespolizei FBI fest, 1999 verurteilte ihn ein Gericht zu fast fünf Jahren Haft.

Die Verurteilung Mitnicks, der damals bereits eine Kultfigur in der Hackerszene war, löste eine weltweite Protestbewegung aus, bei der unter anderem auf den Websites mehrerer Medien Banner mit dem Slogan „Free Kevin“ platziert wurden. Im Jahr 2000 endete Mitnicks Haftstrafe und er unterstützte Unternehmen dabei, Sicherheitslücken in ihren IT-Systemen zu schließen.
Im selben Jahr kam der Film „Takedown“ von Regisseur Joe Chappelle über Mitnicks Geschichte in die Kinos, in dem Skeet Ulrich den Hackerkönig spielte. Das war damals ein schöner Nerdfilm, der bislang nur auf DVD erschienen ist.

Das Cabinet des Dr. Caligari – Matinee am Sonntag, 23. Juli im Scala

20. Juli 2023

Der Film „Das Cabinet des Dr. Caligari“ aus dem Jahr 1920 gilt als ein Meilenstein der Filmgeschichte und des deutschen Expressionismus. Der Film zählt zu den wichtigsten Filmen der Kinogeschichte. Seine ungewöhnliche expressionistische Ausstattung war ein Novum weltweit – und legte den Grundstein für den international erfolgreichen deutschen Film des Weimarer Kinos. Regisseur Robert Wiene und das Drehbuch von Hans Janowitz und Carl Mayer präsentierten dem Publikum eine bahnbrechende visuelle und erzählerische Ästhetik, die den Film nachhaltig prägte. Am Sonntag, 23. Juli darf ich um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck eine Matinee zu diesem Meisterwerk des fantastischen Stummfilm durchführen: Vortrag und Film. Die Karten gibt es hier.

Die Bedeutung von Das Cabinet des Dr. Caligaril iegt in mehreren Aspekten:

Expressionistische Ästhetik
„Das Cabinet des Dr. Caligari“ war einer der ersten Filme, der den Expressionismus im Film etablierte. Die expressionistische Bewegung, die in der Kunst und Literatur der Zeit aufkam, betonte verzerrte Formen, starke Kontraste und surreale Darstellungen, um die psychologischen Zustände der Charaktere zu verdeutlichen. Der Film nutzte expressionistische Sets mit schiefen Linien, schattigen Ecken und abstrakten Designs, um eine unheimliche und verstörende Atmosphäre zu schaffen.

Handlung und Erzählstruktur
„Das Cabinet des Dr. Caligari“ beeinflusste die Entwicklung des filmischen Erzählens. Der Film wird aus der Perspektive eines Ich-Erzählers erzählt, der die Geschichte rückblickend präsentiert. Zudem enthält der Film eine Rahmenhandlung, die die Interpretation der Ereignisse in Frage stellt und das Publikum dazu anregt, über die Natur der Realität nachzudenken. Diese nicht-lineare Erzählstruktur und die Manipulation der Wahrnehmung des Zuschauers hatten einen nachhaltigen Einfluss auf spätere Filme.

Psychologischer Horror
„Das Cabinet des Dr. Caligari“ gilt als einer der ersten bedeutenden Horrorfilme der Geschichte. Die Geschichte dreht sich um einen unheimlichen Jahrmarktsdirektor, der einen schlafenden Somnambulen dazu bringt, Morde zu begehen. Der Film erkundet Themen wie Wahnsinn, Manipulation und die Verbindung zwischen Traum und Realität. Er legte den Grundstein für das Genre des psychologischen Horrors und inspirierte zahlreiche Regisseure, darunter Alfred Hitchcock.

Einfluss auf die internationale Filmindustrie
„Das Cabinet des Dr. Caligari“ wurde zu einem großen Erfolg im In- und Ausland. Durch seine einzigartige Ästhetik und Erzählweise erregte er Aufmerksamkeit und wurde zum Vorbild für viele Regisseure weltweit. Der Film hatte einen besonders starken Einfluss auf den deutschen Expressionismus und prägte die Entstehung einer eigenständigen deutschen Filmtradition. Darüber hinaus beeinflusste er die Entwicklung des Horrorfilms und des filmischen Erzählens insgesamt.
Ich freue mich, wenn ich Sie am Sonntag im Scala begrüßen darf. Die Karten gibt es hier.

50 Jahre „The Rocky Horror Picture Show“ – meine Matinee

19. Juli 2023

„The Rocky Horror Picture Show“ ist ein kultiger Film, der sich keiner bestimmten Kategorie zuordnen lässt. Mit einer einzigartigen Mischung aus Musical, Komödie und Science-Fiction erobert er die Herzen der Zuschauer seit Jahrzehnten. Vor kurzem durfte ich im Saal Kino in Fürstenfeldbruck zum 50jährigen Bestehen des Films eine hervorragend besuchte Matinee durchführen.

16.5.1973 – Vor 50 Jahren fand die Uraufführung der Rocky Horror Show in London vor nur etwa 60 Zuschauern statt. Seitdem besuchten 20 Millionen Fans das Kult-Musical.

Am 14. August 1975 startete »Rocky Horror Picture Show« in den Kinos in Großbritannien. Allerdings ohne großen Erfolg. Auch in den USA war der Film zunächst ein Flop. Erst ein Jahr später entwickelte sich Rocky Horror in Mitternachtsvorstellungen zum Publikumsmagnet – besonders in Gegenden, wo es eine LGBT-Szene und in Studentenstädten wie Austin, Texas.

The Rocky Horror Picture Show ist ein Musical von Richard O’Brien. 1975 erschien der zugehörige Film, der heute längst Kult ist. Sogar der Soundtrack zum Film ist ein Klassiker geworden. Für die Schauspieler Susan Sarandon und Tim Curry bedeutete der Film den Durchbruch in ihrer Karriere.
Der Film erzählt die Geschichte des jungen und unschuldigen Paares Brad und Janet, die in das schrullige Schloss des transsexuellen Wissenschaftlers Dr. Frank-N-Furter geraten. Von dem Moment an, in dem sie die Türschwelle überschreiten, werden sie in ein verrücktes und sexuell aufgeladenes Abenteuer voller verrückter Charaktere und mitreißender Musik gezogen.

Unberechenbar
Die Stärke von „The Rocky Horror Picture Show“ liegt in seiner Unberechenbarkeit. Der Film bricht mit Konventionen und Normen und fordert die Zuschauer heraus, alle Grenzen zu überschreiten. Er ist ein Fest für die Sinne, von den bunten Kostümen über die eingängigen Songs bis hin zu den provokativen Dialogen. Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg beeindruckend, wobei Tim Curry in der Rolle des Dr. Frank-N-Furter besonders hervorsticht. Seine Darstellung ist voller Energie und Charisma und macht ihn zu einem unvergesslichen Charakter.

Keine oberflächliche Unterhaltung
„The Rocky Horror Picture Show“ ist jedoch nicht nur oberflächliche Unterhaltung. Unter seiner exzentrischen Oberfläche behandelt der Film Themen wie Sexualität, Identität und Akzeptanz. Er regt zum Nachdenken an und feiert die Individualität und Freiheit, sich selbst zu sein. Trotz seiner Zeitlosigkeit ist der Film ein Produkt seiner Zeit, der die sexuelle Revolution der 70er Jahre widerspiegelt. In diesem Film spielen sexuelle Unterdrückung und Befreiung eine zentrale Rolle, zusätzlich zur Akzeptanz von Homosexualität, Bisexualität, Transsexualität usw. Dazu gibt es, Mord und Kannibalismus. Am Ende verwandelt sich das Schloss in ein Raumschiff, das zurück zum Planeten Transsexuell in der Galaxie Transsilvanien fliegt.

Treue Fangemeinde
Der Film hat eine treue Fangemeinde, die regelmäßig zusammenkommt, um ihn als interaktives Erlebnis zu feiern. Die Zuschauer singen und tanzen mit, werfen Requisiten und nehmen aktiv am Geschehen teil. Diese interaktive Atmosphäre macht „The Rocky Horror Picture Show“ zu einer einzigartigen Erfahrung, die man am besten mit Gleichgesinnten teilt.

Insgesamt ist „The Rocky Horror Picture Show“ ein wahrhaft unkonventioneller Film, der die Konventionen des Mainstream-Kinos herausfordert. Er ist ein Fest der Exzentrik und der sexuellen Freiheit, das bis heute nachhallt. Wenn du nach einem außergewöhnlichen und unterhaltsamen Filmerlebnis suchst, das dich zum Lachen bringt und zum Nachdenken anregt, dann solltest du unbedingt „The Rocky Horror Picture Show“ eine Chance geben.
Die nächste Matinee ist am 23. Juli im Scala Kino der Klassiker Das Cabinet des Dr. Caligari. Karten gibt es hier.

Erinnerungen an Nico – sie starb vor 35 Jahren

18. Juli 2023

Ich bin nicht immer in der Stimmung für Ihre Musik, aber wenn ich sie bewusst hören will, dann bin ich ihr verfangen. Diese Stimme starb heute vor 35 Jahren am 18. Juli 1988 auf Ibiza. Gemeint ist Nico.

Die Sängerin Nico war zweifellos eine außergewöhnliche Künstlerin, die durch ihre einzigartige Stimme, ihren unverkennbaren Stil und ihre tiefsinnigen Interpretationen einen bleibenden Eindruck in der Musikwelt und auf mich hinterlassen hat. Geboren am 16. Oktober 1938 als Christa Päffgen in Köln wurde sie später unter ihrem Künstlernamen Nico bekannt und fand ihren Platz in der alternativen Musikszene der 1960er und 1970er Jahre.

Nico begann ihre Karriere als Model und Schauspielerin, bevor sie durch ihre Verbindung zur New Yorker Künstler- und Musikszene in den Fokus der Aufmerksamkeit rückte. Ihre Zusammenarbeit mit dem legendären Produzenten Andy Warhol und dessen Projekt The Velvet Underground machte sie zu einem prominenten Mitglied der Underground- und Avantgarde-Bewegung. Ihre markante, tiefe Stimme, die oft mit einem Hauch Melancholie durchzogen war, verlieh den Liedern der Band eine einzigartige Faszination und ergänzte perfekt die experimentellen Klänge der Musik. Meine erste LP war The Velvet Underground by The Velvet Underground und dann gleich darauf das Meisterwerk mit der Banane The Velvet Underground & Nico.

Nach ihrem Ausstieg bei The Velvet Underground begann Nico eine Solokarriere und veröffentlichte mehrere Alben, die ihre Vielseitigkeit als Künstlerin unter Beweis stellten. Ihre Musik bewegte sich zwischen experimentellem Rock, Folk und elektronischen Klängen, wobei sie oft von düsteren und existenziellen Themen inspiriert wurde. Dabei war sie stets ehrlich und authentisch, was ihr eine treue, aber kleine Anhängerschaft einbrachte, die ihre Kunst zu schätzen wusste.

Schauspielerin und Künstlerin
Neben ihrer Musikkarriere war Nico auch als Schauspielerin aktiv und trat in mehreren Filmen auf, darunter Federico Fellinis „La Dolce Vita“. Diese Vielseitigkeit in ihrem künstlerischen Ausdruck zeigte, dass sie nicht nur eine Sängerin, sondern eine wahre Künstlerin in allen Facetten war.
Nico führte ein intensives, aber auch schwieriges Leben, das von Drogenabhängigkeit und persönlichen Herausforderungen geprägt war. Leider endete ihre Reise viel zu früh, als sie am 18. Juli 1988 nach einem tragischen Fahrradunfall verstarb. Sie starb aufgrund einer nicht rechtzeitig erkannten Hirnblutung am selben Tag im Krankenhaus. Nico wurde in Berlin auf dem Friedhof Grunewald-Forst im Grab ihrer Mutter beigesetzt.

Ihr Vermächtnis lebt jedoch weiter. Nico wird als Ikone der Avantgarde-Musik verehrt und hat zahlreiche Künstler nach ihr beeinflusst. Ihre eindringliche Stimme und ihre einzigartigen Kompositionen werden weiterhin gehört und geschätzt, und ihre Bedeutung für die Musikgeschichte bleibt unbestreitbar.
In Erinnerung an Nico werde ich ihre Kunst und ihren Mut, Grenzen zu überschreiten, stets in Ehren halten. Möge ihre Musik weiterhin Menschen inspirieren und dazu anregen, die Vielfalt und Tiefe der menschlichen Emotionen zu erforschen. Nico wird unvergessen bleiben und als eine der bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Zeit in die Geschichte eingehen.

Dazu einen Filmtipp
NICO, 1988 ist ein Roadmovie über die letzten Lebensjahre von Christa Päffgen. Der Film erzählt von ihren letzten Auftritten in den achtziger Jahren und spielt in Paris, Prag, Nürnberg, Manchester, auf dem polnischen Land und an der römischen Küste. Regisseurin Susanne Nicchiarelli taucht tief ein in das Leben einer tragischen, aber bemerkenswerten Frau, die von der dänischen Schauspielerin und Sängerin Trine Dyrholm (DIE KOMMUNE, DAS FEST), kompromisslos dargestellt wird. Alle Songs im Film werden von Trine Dyrholm selbst gesungen.

Filmriss online – Juli 2023 – Infos und Meinung aus der Welt des Scala-Kinos

13. Juli 2023

Hier die neueste Folge meines Herzensprojekts Filmriss online. Jeden Monat spreche ich mit meinem Kumpel Markus Schmölz über neue Kinofilme und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Kinos.

Dieses Mal ist der siebte Teil von Mission Impossible, der neue Barbie-Film und Oppenheimer im Mittelpunkt unseres Interesses. Ich darf ein wenig über den Soundtrack zu Psycho von Bernard Herrmann erzählen und wir freuen schon sehr auf die Juli-Matinee am 23. Juli im Scala Kino. Ich bespreche und zeige den fanatischen Film Das Cabinet des Dr. Caligari. Karten gibt es hier.

Also viel Spaß mit rund einer halben Stunde Filmriss online, die Juli-Ausgabe.

100-Tage Countdown zum 100-jährigen Jubiläum der The Walt Disney Company startet heute

8. Juli 2023

Heute sind es noch 100 Tage bis die große Sause um Disney beginnt. Der 100-Tage Countdown zum 100-jährigen Jubiläum der The Walt Disney Company am 16. Oktober 2023 beginnt heute. Im Sommer 1923 kaufte Walt Disney von seinen letzten 40 Dollar eine Fahrkarte für ein Zugticket nach Los Angeles, wo er und sein Bruder Roy O. Disney in der Garage ihres Onkels an der Herstellung von Animationsfilmen arbeiteten. In den nächsten 100 Jahren sollte die daraus entstandene The Walt Disney Company zu einem der bedeutendsten Entertainment-Konzerne der Welt werden. Und am Anfang stand Steamboat Willie, den ich immer noch auf Super 8 suche.

Über das ganze Jahr hinweg werden Fans und Kreative, die in den vergangenen 100 Jahren die Freude sowie den Zauber mitgestaltet und dieses Vermächtnis geschaffen haben, gefeiert. Ich werde mich als Filmfreund die nächsten 100 Tage immer wieder mit Disney beschäftigen.
Ich habe mal die deutsche Erstausgabe der Micky Maus rausgesucht, das wichtige Lehrbuch Die Kunst des Zeichentrickfilms oder das signierte Spiel Micky Epic.

In erster Linie kenn ich den Konzern von den Filmen und Spielen, einmal besuchte ich den Freizeitpark in Paris und auch die Kreativität von Walt Disney wird behandelt – und natürlich die Zukäufe des Konzerns wie Lucasfilm oder Pixar, die neues Blut beigesteuert haben und den Konzern kreativ retteten.

Auf der Todo-liste: Ausstellung Disney100
Auf den Programm steht bei mir noch die Ausstellung Disney100 zu Disney, die in München gastiert. Seit dem 18. April ist mit Disney100: Die Ausstellung die größte Disney Ausstellung aller Zeiten in der Kleinen Olympiahalle in München zu Gast und ermöglicht Fans Einblicke in die Entstehung der Charaktere, Filme, Shows und Attraktionen von Disneyland bis Walt Disney World und nimmt die Gäste mit auf eine Reise durch ein ganzes Jahrhundert voller Abenteuer, Zauber und Fantasie. Die Jubiläumsausstellung wird bis zum 3. September in München zu sehen sein und geht anschließend auf Europatournee.

Filmkritik: MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING Teil 1

6. Juli 2023

Wir gehen in die siebte Runde mit Ethan Hunt und begleiten ihn und seine Freunde auf ihre unmöglichen Missionen und es wird mit MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING Teil 1 schon gleich der nächste Teil des Kino-Franchise angekündigt, also Runde zwei wohl in absehbarer Zeit.

Gleich vorweg: Der Film macht Spaß, aber wenn man ehrlich ist: Kennste einen, kennste alle. Verschwörung, Geheimnisse, drohende Worte, hinterhältige Intrigen – alles schon mal gesehen, aber es macht Spaß den neuen Aufguss wieder im Kino zu genießen, sei es nun in der siebten Wiederholung.
Dieses Mal muss sich Ethan Hunt mit einer Künstlichen Intelligenz herumschlagen und reitet damit vorausschauend auf der aktuellen KI-Welle mit. Wie sagte schon der Philosoph Elon Musk: KI ist gefährlicher als Atombomben. Hier spielt der Film geschickt mit aktuellen Entwicklungen und Ängsten. Das Schicksal der Welt liegt in den Händen des IMF-Agenten und dir fast drei Stunden vergehen ohne Langeweile.

Aber auch hier stellt der geneigte Zuschauer fest: Alles schon mal irgendwie gesehen: U-Boot aus roter Oktober, Fiat 500 aus tödlicher Mission (okay da war es eine Ente), Zug aus dem Orient-Express und diversen Indy Jones-Filmen. Und man fragte sich immer wieder: Ist Ethan Hunt eigentlich der bessere James Bond? Natürlich hinkt der Vergleich, denn Bond ist dann doch eine Klasse für sich, aber irgendwie ähneln sich die Filme unserer Helden immer mehr.

Einen Vorteil hat Ethan Hunt gegenüber James Bond allerdings. Er hat als Regisseur Christopher McQuarrie fast schon dauerhaft an seiner Seite. Christopher McQuarrie hat schon einige Filme mit dem US-Superstar gedreht und harmoniert ausgezeichnet mit seinem Star. Er tut der IM-Reihe und vielen Tim Cruise einfach gut und das vertrauensvolle Zusammenspiel merkt man, seit dem er das 2008 das Drehbuch zum Cruise-Filme Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat verfasst hat. Der IM-Film wurde ja in der Corona-Zeit gedreht und die Unterbrechungen merkt man den Film nicht an – er wirkt wie in einem Guss.

Aber MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING TEIL EINS hat einige interessante Sidekicks zu bieten, ob Absicht oder nicht, kann ich nicht sagen. Ein Bösewicht, wenn nicht gar der böseste aller Bösewichte heißt Gabriel. Sofortige Assoziation zum Erzengel Gabriel. Er wird oft mit wichtigen Botschaften und Offenbarungen in Verbindung gebracht, zum Beispiel als Überbringer der Botschaft an Maria über die Geburt von Jesus. Die KI als neue Gottheit und Gabriel ist der Überbringer?
Und nun kommt es knüppeldick. MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING TEIL EINS schaut kräftig bei der deutschen Romantik ab. Damals ging es ja entweder um entwendete Briefe oder entwendete Schlüssel. Der Film dreht sich um die Suche nach einem Schlüssel mit dem die KI beherrscht werden kann.

Der Schlüssel hat in der Literatur von Friedrich Schiller und in der deutschen Romantik verschiedene Bedeutungen. Eine wichtige Rolle spielt der Schlüssel als Symbol für das Geheimnisvolle, das Verborgene oder das Unbekannte. Er kann als Metapher für den Zugang zu verborgenen Wahrheiten, tiefen Emotionen oder geheimnisvollen Welten dienen. Der Schlüssel kann auch als Symbol für die Suche nach Freiheit, Erkenntnis oder der eigenen Identität verwendet werden. In Schillers Werken wird der Schlüssel oft als Mittel zur Lösung von Konflikten oder zur Erlangung von Wissen eingesetzt. In der deutschen Romantik wird der Schlüssel häufig mit Elementen wie Naturmystik, Traumwelten und dem Streben nach Transzendenz verbunden. Ist Tom Cruise gar ein Fan vom alten Schiller? Da sollten wir den Herrn mal befragen. Folgt man dieser Interpretation, eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Folgt man ihr nicht, dann ist MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING TEIL EINS ein weiterer solide gemachter Action-Film, der drei Stunden Unterhaltung bringt und bei Kinobesitzer bei der Planung des Programm für einen Nervenzusammenbruch sorgt. Kinostart in Deutschland ist der 13. Juli 2023