Archive for the ‘Apple’ Category

Cloud: Dropbox-Probleme unter Mac OS Lion

10. August 2011

Für nicht sicherheitsrelevante Daten verwende ich am Mac die Software Dropbox. In der Regel reichen mir die 2 GByte Speicher aus, die in der Cloud liegen. Hier habe ich immer Zugriff auf wiederkehrende Fotos von Kunden, Zahlen&Fakten-Sheets und so Sachen. Dropbox ist wunderbar bequem, da es sich in den Finder einbindet und ich nur Dateien verschieben brauche. Meine Endgeräte wie iPad und iPhone haben ihre Apps der Dropbox und ich hab alles auch unterwegs dabei.

Bis Lion kam. Seitdem das neue OS installiert ist, zickt die Dropbox. Es geht beispielsweise das Kontextmenü zum Freigeben von öffentlichen Dateien nicht mehr. Die Lösung bietet die aktuelle Beta 1.2.16, die zum Download angeboten wird. Wer diese Beta lädt, hat unter Lion keine Probleme mehr mit der Dropbox.

Mac OS Lion in der Praxis: AirDrop

5. August 2011

Eine Funktion, die mich wirklich vom Stuhl haut, ist AirDrop. Es ist ein Datenaustausch zwischen Lion-Macs, wie er einfacher nicht sein kann. Bisher musste ich Netzwerkverbindungen aufbauen, Dateirechte vergeben, usw. Das muss ich zwar weiterhin, wenn ich im klassischen Netzwerk arbeite. Auch die Bonjour-Technologie ist fein, aber AirDrop sorgt für richtig Spaß Bin ich aber unterwegs, dann gehört AirDrop zur ersten Wahl. Einfach beide User die Funktion AirDrop im Finder oder im Menü „gehe zu“ auswählen und ein stilisiertes Radargerät zeigt, ob der andere User erreichbar ist. Dann einfach nur via Drag & Drop eine Datei nehmen und auf den User ziehen. Darf ich? Ja du darfst und der Käse ist gegessen. Wird die Datei akzeptiert, wird die vollständig verschlüsselte Datei direkt in den Ordner „Downloads“ des anderen geladen. Und das alles ohne WLAN-Router – wenn das nicht der Hammer ist.

Laut einem Apple-Briefing in München ist die Reichweite von AirDrop auf rund 10 Meter begrenzt. Das passt. Ich schaffe es in einem Gebäude AirDrop zu nutzen und es klappt noch besser bei freier Sicht. Ob ein Abfangen einer Datei möglich ist, weiß ich nicht. Apple sagt, die Dateien seien zwischen den Rechnern verschlüsselt. Das mag ich mal glauben.

AirDrop bedeutet etwa Versorgung aus der Luft und meiner Meinung nach, deutet Apple hier einen Weg der Zukunft bei seinen iOS-System an. Es wäre genial, wenn ich das iPad und iPhone via AirDrop betanken kann und anders herum. AirPlay und AirPrint sind ja durchaus Dienste an die ich mich beim iOS gewöhnt habe. Dann hört auch das blöde Gemecker auf, das iPad habe keine Schnittstelle für USB-Sticks. Aber das ist natürlich reine Spekulation.

Ein kleines Manko hat allerdings auch AirDrop. Leider funktioniert das Features nicht auf allen meinen Macs im Hause, obwohl Lion geladen ist. Grund dafür ist, dass der im Mac verwendet WLAN-Chipsatz die AirDrop-Technik unterstützen muss. Einige meiner Rechner sind zu alt dafür. Apple hat ein Support-Dokument veröffentlicht, wo die Geräte beschrieben sind. Hier die Rechner im Einzelnen: MacBook Pro (Late 2008 or newer), MacBook Air (Late 2010 or newer), MacBook (Late 2008 or newer), iMac (Early 2009 or newer), Mac Mini (Mid 2010 or newer), Mac Pro (Early 2009 with AirPort Extreme card, or Mid 2010), MacBook Pro (17-Inch Late 2008) and the white MacBook (Late 2008) do not support AirDrop.

Mac OS Lion in der Praxis: Umgang mit Mail

31. Juli 2011

Jetzt arbeite ich schon seit Erscheinen von Lion mit dem neuen Mac-Betriebssystem und habe meine Erfahrungen gemacht. Nachdem ich ein Poweruser von Mail war, freute ich mich auf die neue Version des Apple Mail-Clients. Mein Resultat ist zwiespältig, aber positiv.

Ein Kritikpunkt ist die neue Darstellung von Mail. Vorweg: Ich habe kein Problem mit dem neuen Design der Preview. Das überzeugt mich, allerdings sind die optischen Unterschiede zwischen gelesener Mail und neueingetroffener Mail nicht deutlich genug herausgearbeitet. Im klassischen Modus, auf den ich als User ja zurückschalten kann, sind diese Unterschiede deutlicher zu sehen. Hier sollte Apple unbedingt nachbessern. Mir gehen sonst wichtige Mails durch die Lappen. Bis es soweit ist, wird das Postfach nun eben jeden Abend aufgeräumt, so dass keine Mails im Posteingang herumgeistern und ggf. übersehen werden können.

Als sehr praktisch, aber zunächst auch gewöhnungsbedürftig empfinde ich es, Postfächer in eine Art Favoritenleiste und der Symbolleiste zu platzieren. Das hat mir den Workflow deutlich erleichtert. Bisher musste ich immer beim Mailsverschieben lange herumscrollen, jetzt sind die wichtigsten Postfächer im direkten Zugriff. Ich hatte Bammel beim ersten Ausprobieren. Denn wenn ich einen Ordner aus dieser Favoritenliste lösche, hatte ich Angst, dass der Ordner ganz gelöscht wird – passiert aber nicht. Apple hat mitgedacht.

Die neue Suche ist stark, muss aber auch geübt werden. Die Suche ist intelligenter geworden und als User musste ich von meinen gewohnten Suchverhalten abkommen und die deutlich intelligentere Suche von Apple akzeptieren. Fazit hier: Die neue Suche ist ein klarer Gewinn.

Umständlicher ist für mich die Arbeit mit dem Adressbuch geworden. Ich arbeite viel mit Gruppen und Verteiler und ballere kleinere Newsletter über Mail heraus. Hier vermisse ich ein Icon in der Symbolleiste, die mein Adressbuch öffnet und wo ich dann die Verteiler anwählen kann. Vielleicht kann ich so ein Icon manuell hinzufügen, auf die Schnelle gefunden habe ich es nicht. Ich muss jetzt den umständlichen Weg über das Menü gehen und unter Fenster das Adressbuch laden bzw. den Kurzbefehl eingeben. Das könnte für mich userfreundlicher gestaltet sein.

Noch keine richtige Meinung habe ich mir zum neuen Feature Konversation gemacht Die Idee ist prima: Zusammenhängende E-Mails werden in chronologischer Reihenfolge in Threads angeordnet. Ich sehe, wie weit die Unterhaltung vorangeschritten ist und bleibe auf dem Laufenden. Cool ist, dass ich ganze Unterhaltungen mit einem Knopfdruck sichern kann. Aber will ich das? Nein, ich will nur einzelne Threads aus einer Konversation sichern. Das bedeutet, ich muss einzelne Threads aus der Konversation löschen. Lösche ich die Mail im Eingang, wird die gesamte Konversation gelöscht.

Universalübersetzer in der Cloud: App übersetzt live

30. Juli 2011

Als Star Trek-Fan liebe ich den Universalübersetzer. Treffen die Trekkies auf eine fremde Spezies kommt der Übersetzer zum Einsatz und alle verstehen sich. Das ist Science Fiction. Aber so weit ist die Zukunft nicht entfernt. In einem sehr lesenswerten Artikel von Sascha Lobo stieß ich auf eine geniale iPhone-/iPad-App mit Namen WordLens von Quest Visual. Die App könnte die Basis für einen Universalübersetzer sein. Derzeit funktioniert die App in zwei Richtungen: Englisch und Spanisch. Ich halte mein iPhone auf ein englisches Schild und das System übersetzt die Schrift automatisch ins Spanische. Es ist der Hammer. Und anders herum. Natürlich ist es noch nicht super ausgereift, aber die Idee ist genial. Es fehlen noch weitere Sprachen. Die ganze Übersetzerei findet natürlich in der Cloud statt – also eine weitere Nutzung von Cloud Computing.

Apple-Marketing im Wandel

29. Juli 2011

Wir Apple-Jünger haben schon einen Schlag. Seit Jahren halte ich dem Unternehmen die Treue und freue mich auf die Entwicklung meiner Apple-Aktien. Ich erinnere mich noch alte Zeiten, als wir eine kleine verschworene Gemeinschaft waren. Die Älteren unter uns tun sich damit schwer, dass Apple heute eine fette Consumer Electronics Company ist und von jedermann eingesetzt wird. Die alte Think-different-Kampagne war dann doch eher auf Jünger ausgelegt. Wir Apple-Fans waren die größten Kritiker des Unternehmens, aber wir durften das, denn wir gehörten ja zur Installed Base. Aber wehe, es kam so ein Windows-User daher und kritisierte die Apfel-Firma, dann standen wir zusammen. Im Grunde ist es so wie bei der katholischen Kirche. Dort ist der Papst nicht unumstritten, kommt aber ein Außenstehender daher, dann stehen die katholischen Christen zusammen. Egal, Apple ist keine Kirche, aber das Marketing zu dieser Zeit war genial.

Und das Marketing hat sich geändert. Von „Think different“ zu zu einer neuen Form des viralen Marketings. Ich habe hier Videos zusammengestellt von uns Apple-Spinnern. Die ersten stammen von Trevor. Der junge Bursche kommt in die Retail Stores und schaltet die iSight-Kameras ein. Dann tanzt der junge Mann und die Store-Mitarbeiter gehen ihren gewohnten Arbeitsalltag nach als sei nichts gewesen. Mann ist das cool. Mann ist der cool. Was würde passieren, wenn ich so etwas in einem Sony Store machen würde?

Und dann haben wir beispielsweise noch den Irren Mark Malkoff. Er testet aus, wie weit er im Apple Store gehen kann. Er macht ein romantisches Abendessen im Store, lässt sich eine Pizza in den Store liefern, kommt als Darth Vader und will sein iPhone (meine Lieblingsszene) reparieren lassen und bringt sogar eine Ziege mit. Und die Apple-Mitarbeiter? Sie nehmen die Sache cool. Sie wissen genau: Diese Botschaften verbreiten sich viral. Andere Besucher filmen das Ergebnis, twittern, facebooken usw. Ja so funktioniert heute Marketing. Nicht doofe Anzeigen in doofen Magazinen schalten, sondern Empfehlungsmarketing pur. Apple, wir können  immer wieder von dir lernen.

Mac OS Lion in der Praxis: Multi Touch Gesten

25. Juli 2011

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das bemerkte ich als ich Mac OS Lion aus dem App Store installierte und zum ersten Mal startete. Ich kam nicht zurecht. Nein, es lag an keiner neuartigen Oberfläche, sondern es lang an den Multi Touch Gesten. Das neue Apple OS setzt auf natürliche Gesten und genau damit habe ich ein Problem. Ich werd verrückt. Die Scroll-Richtung ist standardmäßig auf natürlich eingestellt und das bring mich zur Verzweiflung. Beim Nachdenken ist es logisch, aber ich schaffe es einfach nicht. Bevor ich also am Ende in der Klapse lande änderte ich in den Systemsteuerungen die Einstellungen für das Trackpad unter dem Reiter „Scrollen und Zoomen“. Ich nahm den Haken bei Scroll-Richtung „Natürlich“ raus und die Welt war wieder in Ordnung – vorerst.

Bei einem Apple-Briefing für Pressemenschen erfuhr ich von Kollegen, dass es ihnen ebenso ging. Viele nahmen den Haken raus. Der eigens aus Cupertino angereiste Apple-Instrukteur ging mit uns ins Gericht. Apple habe die Gestensteuerung des iPads auf das OS übertragen. Das bedeutet: Will ich auf einer Seite nach unten gelangen – ich schreibe jetzt absichtlich nicht scrollen – dann muss ich die Seite nach oben schieben. Ganz wie bei einem Blatt Papier – oder eben wie beim iPad. Aber mein Kopf macht da nicht mit. Ich bin noch so in der alten Welt des Scrollens verhaftet. Wenn ich damals auf einer Seite nach unten wollte, musste ich den Scroll-Balken anfassen und nach unten schieben. Aber wenn Apple es sagt, dann stell ich eben die Scroll-Richtung wieder auf „natürlich“:

Ups, da fällt mir eine optische Kleinigkeit bei Lion auf. Es gibt keinen direkten Scroll-Balken mehr. Wenn ich via Muli Touch Gesten auf einer Website nach unten gelange, dann tauchen die Scroll-Balken wieder auf. Das ist irgendwie eine Revolution, denn die Maus wird mehr und mehr überflüssig und die Anschaffung des Magic Track Pads für den Mac hat sich schon wieder gelohnt.

Ungewohnt aber spätestens nach dem zweiten Tag unentbehrlich ist das Zoomen von Bildern durch das Antippen des Trackpads mit zwei Fingern. Das Drehen von Bildern mit zwei Fingern in der Vorschau klappt auch gut, wobei ich nicht weiß, wann ich es einsetzen soll. Das Ein- und Auszoomen mit zwei Fingern bei Bilder ist super und brauch ich sofort, um Gesichter auf Bildern besser zu erkennen.

Ein Hammer-Features ist das Wischen mit zwei oder drei Fingern. Bei Surfen mit einem deutlich schnelleren Safari kann ich zwischen den Websites blättern oder in den Vollbildmodus wechseln. Gefällt mir.

Etwas erschrocken bin ich, als ich mit drei Fingern aufwärts wischte. Dann startet Mission Control, das ich für ein cooles Features nach all den Gefummel von Spaces und Exposé halte. Launchpad (mit Daumen und drei Fingern verkleinern) brauche ich in der Regel nicht, denn ich starte meine Software nicht durch das Klicken auf das Programm Icon, sondern über Dateien mit Klicken und ctrl-Tase. Aber das ist sicher Gewöhnungssache.

Zusammengefasst: Ich mag die Multi Touch Gesten bei Lion. Hier hat Apple wieder einen guten Job gemacht und wenn ich wieder aus der Klapse bin, schreibe ich mehr.

Buchtipp: OS X Lion von Anton Ochsenkühn

20. Juli 2011

Es ist schon ein gewagtes Spiel: Heute erscheint das neue Apple Betriebssystem OSX Lion zum Download und gleichzeitig ist das Buch von Anton Ochsenkühn Mac OS X Lion zum Einstieg in das neue OS zu kaufen – als Print- und Online-Ausgabe. Gewagt, sehr gewagt, denn der Verleger Ochsenkühn geht ein gewaltiges unternehmerisches Risiko ein: Die Vorlauf- und Produktionszeit des 624 Seiten umfassenden Buches ist enorm. Wenn Steve Jobs mal wieder etwas in sein OS integriert, dass nicht durch die zahlreichen Beta-Phasen gegangen ist, dann kann Verleger Ochsenkühn sein neuestes Werk zum Altpapierhändler bringen. Aber der Journalist Ochsenkühn hatte Glück. Meines Wissens ist es das erste Buch zum neuen Betriebssystem Lion und es ist bei weiten kein schlechtes Buch. Hier gilt die Regel: Wer zuerst kommt, der malt zuerst. Die übrigen Verlage werden mit ihren OS-Büchern nachziehen, während Anton Ochsenkühn mit ihnen Hase und Ingel spielt.

Aber nun zum Inhalt: Vor allem Einsteiger werden mit dem Buch Mac OS X Lion glücklich sein. Und für die Hardcore Mac-Jünger ist es sowieso nicht gemacht. Es steht nichts über Coding, Server-Konfi oder Terminal-Befehle darin. Aber dafür eine Menge Praxiswissen für Interessierte am neuen OS. Hier merkt man, dass Ochsenkühn ein Kenner der Branche ist. Seine vorangegangenen Bücher über Mac-Betriebssysteme kommen ihm hier zu gute. Die Tipps kommen aus der Praxis. Der Nutzer wird Schritt für Schritt durch Welt des Löwen geführt. Während des Streifzuges durch das neue OS gibt Ochsenkühn immer wieder nützliche Tipps aus der Praxis. Diese haben mir durchgehend gut gefallen und sind allesamt nützlich. Dennoch fehlt mir persönlich eine Information: Als Mac-User alter Schule und auch aus Neuling habe ich immer noch Software aus PowerPC-Zeiten am Start. In der Regel sind es kleine Tools, an die ich mich im Laufe der Jahre gewöhnt habe. Mit der Einführung von Lion endet die Unterstützung dieser Software für Apples frühere PowerPC-Prozessoren. Hier hätte ich gerne einen Workflow bekommen, wie ich als Neuling diese Software erkenne

Großen Raum nehmen die Neuerungen im OS ein. Wer sich ein wenig in der Mac-Welt auskennt, der kann gleich auf den Quickfinder der zehn 10 Top-Features in OS X Lion zurückgreifen: Multi-Touch-Gesten, Vollbildmodus, Mission Control, Launchpad … Die Neuerungen sind gut erklärt und machen vor allem Lust, das OS in der Praxis auszuprobieren. Ein kleines Problem gibt es da allerdings: Das neue OS kostet nur 29 Euro über den App Store, das Einsteigerbuch Mac OS X Lion in Papierform allerdings 35 Euro.

Unruhe um Final Cut Pro X

5. Juli 2011
FCP X Fluch oder Segen?

FCP X Fluch oder Segen?

Es ist Unruhe am Editing-Markt zu verspüren. Vor kurzem veröffentlichte Apple sein lang erwartetes Final Cut Pro X und die Resonanz ist gespalten. Ich selbst konnte es noch nicht testen, weil die Software ausschließlich über den App Store vertrieben wird und Apple nicht ausreichend Codes für Pressemitarbeiter zur Verfügung hat.

Die Branche ist sich nicht einig, ob Apple ein großer Wurf gelungen ist oder ob das Thema Pro endgültig dahin ist. Durch den Vertrieb über den App Store ist es mir unklar, wie die Rechnungsstellung mit Mehrwertsteuer aussieht oder wie bei Großkunden zu verfahren ist. Der Freelancer kann sich freuen: Ein Knopfdruck und zack FCP X ist installiert.

Das Herz von Final Cut Pro X ist die Magnetic Timeline, ein Ansatz, Footage-Material ohne Spuren zu schneiden und der es ermöglicht Clips hinzuzufügen und zu arrangieren wo immer man sie haben möchte, während die anderen Clips augenblicklich zur Seite rücken. Mit verknüpften Clips kann man vorhergehende Story-Clips mit anderen Elementen koppeln, wie etwa Untertitel und Soundeffekte, sodass sie verknüpft bleiben wenn man sie bewegt. Man kann sogar zusammengehörige Elemente der Story in Zusammengesetzte Clips kombinieren, der wie ein einzelner Clip bearbeitet werden kann. Mit der neuen Auditions-Funktion ist es möglich zwischen verschiedenen Clip-Sammlungen zu wechseln, um sofort alternative Aufnahmen vergleichen zu können.

Die automatische Inhaltsanalyse durchsucht die Medien während des Imports und fügt den Inhalten nützliche Informationen hinzu. Final Cut Pro X nutzt diese Daten, um die Clips dynamisch in intelligenten Sammlungen zu organisieren. So können Clips die man sucht anhand von Close-up-Aufnahmen, Medium oder Weitwinkelaufnahmen sowie nach Medienart und der Anzahl von Personen in der Aufnahme gefunden werden. Außerdem kann man Teile von Clips mit sequenzbezogenen Schlagwörtern versehen um den Daten benutzerdefinierte Suchkriterien hinzuzufügen.

Klingt gut und die 64-Bit-Architektur war auch notwendig. Aber für treue FCP-Kunden war die Veröffentlichung ein Rückschritt. Es ist ein besseres iMovie geworden. Auf den ersten Blick fehlen: Anzeige: Timecodes, Monitoring, Kompatibilität zu älteren Projekten, Formate, Editier-, und Beschriftungsmöglichkeiten, Medienorganisation. Apple gelobt durch ein Update Besserung und verweist auf Drittanbieter. Mich würde vor allem die Medienorganisation ärgern, da ich für verschiedene Kunden arbeite und nicht alle Daten dort ablegen will, ob FCP es tut. Da war der Vorgänger FCP 7 deutlich kundenfreundlicher.

Die User laufen Sturm, trotzdem dass die Software nur 240 Euro kostet. Vergleichbare Produkte bei Adobe und Avid sind im vierstelligen Bereich zu finden. Und die Mitbewerber reagieren: Adobe Systems hat ein spezielles Upgrade-Programm für Videoprofis angekündigt, das ihnen einen einfachen und kosteneffizienten Umstieg auf Adobe Werkzeuge zur Filmbearbeitung in Adobe Premiere Pro CS5.5 und Adobe Creative Suite 5.5 Production Premium ermöglicht. Anwender, die Produkte von Apple Final Cut Pro oder Avid Media Composer erworben haben und auf Adobe Software umsteigen möchten, erhalten bei einem Wechsel 50 Prozent Preisnachlass auf Premiere Pro CS5.5 oder Production Premium CS5.5. Wer das nützen will, bekommt hier die Infos.

Wie gesagt, ich habe die neue Software nicht getestet. Ich schau es mir auf einigen Roadshows an. Den Anfang macht Comline: Apple Solution Experts, Apple Distributor ComLine und weitere Partner präsentieren neue Features für den digitalen Video-Workflow live vor Ort. Professionelle Anwender wie Kameraleute und Mitarbeiter von Fernsehstudios und Agenturen sowie ambitionierte Hobbyisten haben an sieben Stationen Gelegenheit, Final Cut Pro X kennenzulernen und auszuprobieren. Neben der neuen Videoschnittsoftware von Apple werden auch Lösungen von AJA, Promise, Panasonic, Wacom, Gefen, Sonnet, Contour und LogicKeyboard vorgestellt. In den kostenlosen vierstündigen Veranstaltungen zeigen Profis, wie man die neuen Versionen zeit- und ressourcensparend einsetzen kann. Beginn ist jeweils um 14 Uhr.  Die Termine sind 11. Juli Stuttgart, 13. Juli Köln, 15. Juli Frankfurt, 18. Juli Wien, 20. Juli München, 22. Juli Berlin und 25. Juli Hamburg. Infos gibt es hier.

Dann entscheide ich, ob ich bei FCP bleibe oder ob die Software Geschichte für mich ist.

Steadicam für das iPhone

21. Mai 2011
Meine Steadicam für das iPhone 4.

Meine Steadicam für das iPhone 4.

Für kleine Drehs bin ich einfach zu faul die großen HD-Kameras mitzuschleppen. Für manche Aufträge, die nur auf YouTube veröffentlicht werden, reicht mein iPhone 4 durchaus als Kamera aus. Der Nachteil ist natürlich die enorme Verwacklung beim Filmen. Selbst der Puls oder der Herzschlag ist bei den iPhone-Aufnahmen zu bemerken. Diese Wackelei kann ja manchmal ein Underground-Feeling erzeugen, manchmal stört sie einfach nur. Aus diesem Grunde habe ich mir eine Steadicam-Halterung Steadicam Smoothee für das iPhone 4 zugelegt. Ich bin rundum zufrieden.

Das System federt Stöße ab und sorgt für verwacklungsfreie Aufnahmen. Nun kann ich eindrucksvolle Aufnahmen mit dem iPhone in Szene setzen. Das erste Mal als ich Steadicam-Aufnahmen im Kino gesehen habe, war das bei Stanley Kubricks The Shining im Jahre 1980. Hier erzeugte die Kamera einen wahren Sog und zog mich in das Geschehen. Damals war die Steadicam-Ausrüstung sauschwer und sauteuer, aber Garrett Brown, der auch Erfinder des Systems – eine Art Daniel Düsentrieb der Kameratechnik, war, überzeugte mich.  Auf vielen Veranstaltungen wie die NAB oder die IBC schaute ich mir Steadicam-Versionen an. Das deutsche Unternehmen P+S-Technik hatte sogar ein FreeStyle Rig für Stereo3D-Kameras. Das ist natürlich völlig überdimensionalisiert für meine Bedürfnisse. Mir reicht die low End Version Steadicam Smoothee erst einmal aus. Die Betonung liegt auf erst einmal.

Wichtig ist, dass der Kopfhöreranschluss frei bleibt, um Mikros anzuschließen.

Wichtig ist, dass der Kopfhöreranschluss frei bleibt, um Mikros anzuschließen.

Adieu MACup

20. Mai 2011
Diskussion mit jungem Leser im Jahr 2006.

Diskussion mit jungem Leser im Jahr 2006.

Irgendwie habe ich es geahnt, aber jetzt ist es Wirklichkeit geworden. Die MACup wird eingestellt. Im Juni erscheint das letzte Heft des traditionsreichen Magazins, das über 30 Jahre die Mac-Szene begleitet hat. Die MACup war meine zweite Chefredaktion und die alte Tante MACup war eine gute Zeitschrift. Aber jetzt ist es vorbei. Die Neue Mediengesellschaft Ulm (NMG) hat das Aus verkündet, da es für ein Pro-Magazin im Apple-Umfeld keinen Platz mehr gebe. Egal, der Markt hat entschieden.

Ich erinnere mich gut, als wir uns redaktionsintern den neuen Anforderungen des Marktes gestellt haben und ich bin überzeugt, damals die richtigen Weichen gestellt zu haben. Jedes Jahr bin ich nach San Francisco gepilgert und habe mir Steve Jobs Keynote reingezogen. Und ich war jedes Mal begeistert. Nur einmal traf mich eine Ankündigung von Jobs ins Mark. Als er seine Firma Apple Computer Inc. in Apple Inc. umwandelte. Der Weg zu einer Consumer Eletronic-Company nach dem Vorbild von Sony war vorgezeichnet. Meine Bedenken wurden damals von der Geschäftsführung des Verlages nicht geteilt. Für mich war es aber konsequent, nach neuen Ufern Ausschau zu halten. Ich bin zwar ein Apple Fan, aber es ist für mich deutlich wichtiger über einen XServe zu schreiben als über einen iPod. Egal, der Markt hat entschieden.

Als Konsequenz dieser Entwicklung, mehr und mehr Consumergeräte von Apple in einer Pro-Zeitung zu veröffentlichen, schufen wir ein neues Ressort, quasi ein Heft im Heft: Die iMACup. Innerhalb der MACup sollte es ein cooles Magazin geben, dass sich um Consumerprodukte der Firma Apple kümmert. Dieser Teil sollte wachsen und wachsen und schließlich irgendwann als eigenständiges Magazin ausgegliedert werden. Ich beauftragte meinen Redakteurskollegen Michael Krimmer dafür, weil er sich in der Welt der iGeräte wohlfühlt. Das war die richtige Entscheidung, schließlich ist Michael Krimmer heute der erfolgreichste Autor von iPhone- und iPad-Büchern. Wir haben sogar mal zusammen ein Buch veröffentlicht zum Thema Nike+ iPod, von dem ich noch ein paar Exemplare im Keller hab. Das Konzept ging auf. Aus der iMACup wurden später die beiden Zeitschriften „iPhone & Co“ und „iPad & Co“, die beide von der NMG jetzt weitergeführt wurden. Egal, der Markt hat entschieden.

Zudem versuchte ich, der konservativen Leserschaft der MACup neuen Lesestoff anzubieten. Das traditionell im Print-Publishing beheimate Klientel wollte ich mit Bewegtbild und 3D vertraut machen. Aber es ist schwer, ein kreatives Papierpublikum für neue Medien zu begeistern. Ähnlich geht es Firmen wie Adobe, die eine Konvergenz der Produkte anstreben, aber die Kundschaft folgt nur störrisch den Weg. Ich erinnere mich gut an Gesprächen mit Lesern auf einer Convention: Sie waren sauer, dass in Photoshop es jetzt einfacher war, Sachen freizustellen und dies per Knopfdruck. Wie solle man den Kunden dann die hohen Stundensätze der Druckvorstufe erklären? Der Leser war stinkig, dass wir die neuen Features abdrucken. Egal, der Markt hat entschieden.

Der konsequente Aufbau und Ausbau von Online wurde nicht begangen. Man wollte lieber analoge Dollars statt digitalen Pennys, wie es so schön heißt. Die Mannschaft wollte damals Richtung online, um zu überleben. Egal, der Verlag hat entschieden.