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Werbung: Reich werden mit Dropshipping?

5. September 2019

Im ICE belauschte ich ein Gespräch zwischen zwei smarten Typen, die mit Dropshipping reich werden wollen. Dropshipping heißt also das Zauberwort des globalisierten Handels. Also will ich sehen, was dahinter steckt.

Dropshipping - eine alte neue Form des globalisierten Handels.

Dropshipping – eine alte neue Form des globalisierten Handels.

Ich kannte an der Uni noch den Begriff Streckengeschäft, der aber längst nicht so cool klingt, wie Dropshipping. Mit einfachen Worten läuft das so ab: Beim Streckenhandel kauft der Online-Händler seine Waren nicht vorab ein und lagert sie. Stattdessen verbleiben die Waren beim Großhändler, bis ein Kunde ein Produkt bei dir bestellt. Du gibst die Bestellung an den Großhändler weiter. Anschließend versendet der Großhändler die Ware direkt an den Kunden. Diese Großhändler sind heute oftmals Händler im asiatischen Raum, die ihre Produkte extrem günstig anbieten. Meine beide smarten Typen denken vor allem an IT-Gadgets, Kabel, Lampen und Uhren. Also alles Produkte, die sich in asiatischer Massenproduktion in China billigst herstellen lassen. 

Waren beispielsweise aus China.

Waren beispielsweise aus China.

Die Idee ist recht einfach. Ich bastle eine Website, suche mir einen chinesischen Großhändler, nehme einen Teil seiner angebotenen Waren und Beschreibungen, baue sie auf meiner Website mit Shopsystem ein, optimiere und greife in die SEO-Tasten. Dann muss ich nur noch den Geschmack meiner Zielgruppe gefunden haben, diese auch erreichen und sie zum Kauf ermutigen, schon bin ich reich. 

Das Ende der Lagerbestände.

Das Ende der Lagerbestände.

Klarer Vorteil für mich als möglicher Unternehmer und bald reicher Mann ist, dass ich keinerlei Eigenkapital brauche – ein bisschen Website und Marketing und schon winkt mir eine Welt des Reichtums. Jetzt sind Streckengeschäfte nun wirklich keine neue Erfindung. Viele klassische Händler nutzen das System, um ihren Lagerbestand zu optimieren. Randartikel werden erst irgendwo beschafft, wenn es einen Kunden gibt, der das Produkt auch bestellt. Es gibt auf den eCommerce-Seiten viele Beispiele und Erklärungen. Dropshipping – was sind eigentlich die Vorteile. 

Doch mein Gedankengang nach der Gier zum Reichtum ist (leider) fehlerhaft. Ganz so einfach ist es dann doch nicht. An der Uni habe ich gelernt, dass Streckenhandel kein Geschäftsmodell für mich als Händler ist, sondern reich wird der Logistiker, der die Waren versendet. Die Margen bei preiswerten China-Produkten sind gering. Es muss also eine Masse an austauschbaren Produkten erst einmal vertickert werden. Das verlangt ein gehöriges Werbebudget. Und ich investiere eine ganz schöne Portion an Zeit, eine extrem kostbare und teure Ressource. Zudem hab ich das Problem, dass ich ja nach Fernabsatzgesetz die Waren auf meine Kosten zurücknehmen muss, wenn sie dem Kunden nicht gefallen. Auch hier gewinnt der Logistiker. 

Logistiker gehören auf jeden Fall zu den Gewinnern.

Logistiker gehören auf jeden Fall zu den Gewinnern.

Eine kleine Chance sehe ich, wenn ich einen Nischenmarkt besetzen und meine Zielgruppe genau identifizieren kann. Dennoch muss ich mich klar mit Zollgesetzgebung, Steuergesetzgebung und allerlei Papierkram auskennen, damit der Schuss nicht nach hinten los geht. Und ich muss meinen Großhändler und dessen Produkte kennen. Entsprechen die Produkte wirklich dem gewünschten Qualitätsniveau und tragen die elektrische Produkte wirklich die entsprechenden Sicherheitssiegel und Zertifikate? Ich habe ein paar gute Anregungen bei dieser Anwaltsseite gefunden. 

Bei Dropshipping kommt es meiner Meinung nach auf die Zuverlässigkeit des Dropshipping-Anbieters an und was dieser vertraglich zusichert. Dazu gehörten zum Beispiel Lieferpünktlichkeit und Bestandszuverlässigkeit. Ein Beispiel ist Oberlo. Dies ist ein App, mit dem Dropshipped-Produkte einfach in dem Online-Shop importieren lassen. Sie ist für Shopify-Online-Shops geeignet und wird ausschließlich von AliExpress bezogen. 

Außerdem muss der Datenaustausch geklärt werden. Bei wenigen Aufträgen zu Beginn kommt eher eine Direkterfassung im Anbieter-Portal in Frage. Kommen deutlich mehr Bestellungen rein, wie geschieht dann der Datei-Import und bei fetten Bestellungen muss die Schnittstelle klar ein. Eine Möglichkeit des Trackings der Waren bietet ePacket. hier kann man mehr über epacket erfahren. ePacket ist eine Versandart. Es wird von Händlern aus China und Hongkong angeboten und ist eine der  Versandarten für internationale Lieferungen. Über China Post kannst du anhand der Identifikationsnummern das ePacket Tracking überwachen.

Also ich überleg es mir noch, ob ich so reich werden möchte.