Posts Tagged ‘Projektmanagement’

Über den Umgang mit To do-Listen

27. Februar 2010
Ich habe mich von meiner Zettelwirtschaft verabschiedet. Früher hatte ich mehrere Zettel und Blöcke auf denen ich meine Notizen machte, um nichts zu vergessen. Ich führte lange To do-Listen und kam nicht zurecht. Ich verlor den Überblick.
Seit längerem habe ich damit aufgehört und führe nur noch eine einzige Liste. Damit behalte ich die Übersicht und weise das Chaos in die Schranken. Obwohl mir ein Kollege ausdrücklich toodledo ans Herz legte, bin ich dann doch bei Things gelandet und komme damit gut zurecht. Die Liste wird am MacBook Pro geführt und am iPhone und mindestens einmal am Tag synchronisiert.
Eines musste ich trotz der Technik lernen: Pack nicht zuviel in deinen Tag. Ich habe oft meine To do-Liste zu voll gepackt, so dass ich abends enttäuscht war, dass ich mein Pensum nicht geschafft habe. Das frustrierte und machte keinen Spaß. Das Übertragen von Aufgaben auf den nächsten Tag sollte nicht unbedingt zur Tagesordnung werden.
Also ganz wichtiger Tipp: Bleiben Sie realistisch. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und daher mute ich mir nicht mehr zuviel zu. Durch diese Listen kenne ich mein Leistungspensum. Das hat mich auch gelehrt, einmal nein zu sagen, wenn von außen mehr und mehr auf mich abgeladen wurde.
Außerdem musste ich meine persönliche Art von Projektmanagement erlernen. Oft standen früher in meiner Agenda ganz große Brocken, deren Bewältigung nicht an einem Tag zu schaffen war. Hier lernte ich ein großes Projekt in viele kleine Projektchen aufzuteilen, um tägliche Erfolgserlebnisse zu haben. Also klarer Tipp: Großer Brocken in kleinere Bröckchen aufteilen und schon läuft es besser.
Ich habe bei Kollegen gefragt, wie sie ihre Listen führen, wenn sie denn überhaupt eine führen: Die Ergebnisse waren unterschiedlich: Einer nimmt ein Schmierblatt, der andere ein Notizbuch, ein anderer seinen alten Palm und ich nehme halt mein iPhone – egal, was man nimmt, Hauptsache man nimmt es. Schließlich räumt diese Art von Aufgabenagenda wichtigen Speicherplatz im Gehirn frei. So ist es zumindest bei mir. Was ich aufgeschrieben habe, daran muss ich nicht jede Nacht denken. Diese To do-Listen ordnen meine Gedanken und damit kann ich  mich besser strukturieren und – ganz entscheidend – besser arbeiten.
Und wissen Sie, was das Schönste ist: Wenn eine Aufgabe erledigt ist, dann streiche ich sie mit Genuss durch. Ich glaube, die Psychologie nennt es Erledigungsfreude. Das gibt Motivation und Kraft für neue Aufgaben. Denn eines ist gewiss: Aufgaben gehen nie aus.

Buchkritik: Projektmanagement mit Merlin

5. Januar 2010

Projektmanagement mit Merlin

Projektmanagement ist eine feine Sache, für denjenigen, der es beherrscht. Für Laien ist es ein Buch mit sieben Siegeln. Als ich einmal mit MS Project arbeiten musste, war ich erschlagen von der Mächtigkeit der Anwendung. Aber genau das war mein Problem. Ich arbeite für kein multinationales Unternehmen und brauche dieses riesige Tool an Projektmanagement-Software für meine Projekte nicht. Eine Nummer kleiner wäre sinnvoller, aber professionell muss es trotzdem sein. So freunde ich mich Merlin von ProjectWizards an. Frank Blome, Chef der Projektzauberer, kenne ich seit Jahren von Messen und Veranstaltungen. Er ist ein angenehmer Zeitgenossen und erklärte mir mit seinem Team geduldig die Vor- und Nachteile von Merlin. Mit Merlin 2.6 war es endlich soweit. Ich stieg in Projektmanagement ein und Merlin verzauberte mich.

Neidisch schaute ich aber weiterhin auf den großen Bruder MS Project. Nicht aufgrund seiner Mächtigkeit, vielleicht aufgrund des enormen Umfangs an Literatur zu MS Project. Vielleicht war ich nicht der einzige, der immer wieder über fehlende Literatur gemault hat, doch mein Rufen wurde endlich erhört. Zum 5. Geburtstag von Merlin erschien im November 2009 das Buch „Projektmanagement mit Merlin“, verfasst von Frank Blome und Antoni Nadir Cherif, ein alter Bekannter in der Mac-Szene und ein hervorragender Trainer.

Das Buch, im Hanser-Verlag erschienen, gilt als das offizielle Handbuch zu Merlin und es war – gelinde gesagt – auch endlich Zeit, dass so ein Buch erschien. Es ist genau die richtige Literatur für Leute wie mich. Ich habe Veranstaltungen zu organisieren, muss Websites planen, muss mich um die Produktion von Produkten kümmern. Keine riesigen Projekte also, aber dennoch so groß, dass eine simple Excel- oder Numberstabelle nicht ausreichen. Und ich bin ein begeisterter iPhone-Nutzer, da kommt es genau richtig, dass Merlin einen mobilen Begleiter in Form einer App hat. Wenn es eine Art von Mac Tablet gibt, dann hab ich mein Projektmanagement noch besser im Auge.

Doch zurück zum Buch: Es ist einfach geschrieben und führt mich als Laien in das Volkabular der Projektmanager ein. WBS, Netzplan und Ressourcenverwaltung waren mir zwar geläufig, doch richtig angewendet habe ich sie nicht. Das ist nach der Lektüre des Buches und der gleichzeitigen Umsetzung mit Merlin anders. Projektmanagement macht Spaß, wird aber durch die Software nicht zum Selbstzweck. Ich habe Projektmanager erlebt, die nur ihre Milestones im Auge hatten und sich in ihre Projekte verrannt haben, weil nur noch sie sich in der Komplexität ihrer Projekte verloren. Das ist bei Merlin nicht der Fall. Relativ schnell kann sich jeder in die Software einsteigen und einarbeiten. Wer es einmal ausprobieren möchte, der kann sich eine Demo von der Website laden.

Ich empfehle ausdrücklich die Investition in Höhe von 30 Euro zum Kauf des 252-seitigen Buches (ISBN 978-3446419278). Das ist alles andere als fauler Zauber, sondern eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Mit Merlin und dem Handbuch zu Merlin ist Projektmanagement keine Geheimwissenschaft für mich mehr, sondern eine wesentliche Erleichterung meines Arbeitsalltages.