Posts Tagged ‘Nationalsozialisten’

Start unserer kostenlosen Online-Reihe „NS-Filme kritisch hinterfragt“

6. Januar 2024

Ich bin es leid, sehr leid, dass die Rechtsextremisten in unserem Land mehr und mehr Boden gewinnen. Und ich habe Angst davor. Dieses rechte Gedankengut stößt auf fruchtbaren Boden und da müssen Demokraten aller demokratischen Parteien dagegen halten. Ich will dazu auch meinen Beitrag leisten und habe mit meinem Kollegen Stefan Preis eine neue Online-Reihe „NS-Filme kritisch hinterfragt“ ins Leben gerufen.

Jeden Monat diskutieren wir in einem kostenlosen Online-Seminar auf Einladung der Franken Akademie einen NS-Film. Mit dem Start der Seminarreihe am Montag 8. Januar behandeln wir von 18 bis 20 Uhr eines der markantesten Beispiele nationalsozialistischer Filmpropaganda, den NS-Film „Kolberg“ aus dem Jahr 1945. Zur Anmeldung geht es hier lang.

Kolberg wurde unter der Regie von Veit Harlan produziert und diente als Instrument der Manipulation und Propaganda während der späten Phase des Zweiten Weltkriegs. Das Seminar bietet die Gelegenheit, tiefer in die Machenschaften und Strategien des Dritten Reiches im Hinblick auf die Verbreitung ideologischer Botschaften und Beeinflussung der Bevölkerung einzutauchen. Wir werden die historischen Hintergründe beleuchten, die zur Entstehung des Films „Kolberg“ geführt haben. Hierbei werden wir auf die politische und kulturelle Situation im Dritten Reich in den letzten Kriegsjahren eingehen. Und wir werden analysieren, wie der NS-Film „Kolberg“ gezielt zur Verbreitung von NS-Ideologie und zum Schüren von Patriotismus und Opferbereitschaft in der Bevölkerung eingesetzt wurde.

In meinem Newsletter werde ich die anstehenden Termine und Filme informieren. Das nächste Online-Seminar im Rahmen der kostenlose Online-Reihe „NS-Filme kritisch hinterfragt“ ist am Montag, 5. Februar der Film Jud Süß (1940).

Erinnerung an Siegmund Sredzki

20. November 2014

Erinnerung an Siegmund Sredzki im Prenzlauer Berg.

Erinnerung an Siegmund Sredzki im Prenzlauer Berg.

In Berlin entdeckte ich bei meinen Spaziergängen ein ungewöhnliche Straßenszene. Im Prenzlauer Berg war an einer Stange eines Straßenschildes eine Blume und ein Papier angebracht. Es war die Ecke Sredzkistraße Ecke Kollwitzstraße und das ganze Ensemble war eine Erinnerung an Siegmund Sredzki.
Ich hatte den Namen schon fast verdrängt, erinnerte mich nur daran, dass ich Siegmund Sredzki mal im Geschichtsunterricht (West) mitbekommen hatte.
Also habe ich das Papier an dem Straßenschild gelesen und mich ins nächste Cafe gesetzt und über Siegmund Sredzki im Netz recherchiert. Ich wusste seine Geschichte nicht. Die Geschichte der Arbeiterbewegung hatte ich mal gelesen, sie war aber nicht mehr präsent. Siegmund Sredzki war Dreher, USPAD- und später KPD-Mann und Widerstandskämpfer gegen die Nazis. Die Nationalsozialisten sperrten ihn ins KZ Sachsenhausen und ermordeten ihn 1944 nach Folterungen. In Berlin gab es sogar einmal eine Sredzki-Schule, die aber 1991 geschlossen wurde. An der Grundschule am Kollwitzplatz gibt es noch ein Denkmal, das unter anderem an Siegmund Sredzki erinnert.
Für mich war aber weniger das Denkmal als die vielmehr die Blumeen am Straßenschild ein Mahnmal. Es wurde hier an den 70. Todestag von Siegmund Sredzki erinnert, der sich am 11. Oktober jährte. Ich weiß nicht, ob in Berlin offzielle Feiern stattfanden, aber mich persönlich hat diese Straßenaktion nicht kalt gelassen.