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App Magnete für den Kühlschrank

7. September 2010
App Magnete für den Kühlschrank - genial

App Magnete für den Kühlschrank - genial

Früher hatte ich einen Kühlschrank, an dem konnte ich Magneten befestigen. Ich glaube es war ein alter Bosch. Der Kühlschrank ist aber Vergangenheit. Der Kühlschrank ist weg die Magnete habe ich noch. Ein paar Star Wars-Magnete, ein bisschen Adobe, ein wenig Cinema 4D und was man so all die Jahre sammelt.

Und seit heute sind neue Magnete hinzugekommen. Es sind Thumbs Up iPhone App Magnete (18 Stk.), die den Icons des iPhones/iPads nachempfunden wurden. Oder sollte besser sagen, sie wurden schamlos kopiert. Es sind 18 Stück, die dem Homescreen nachempfunden wurden in einer Größe von 2,2 x 2,2 cm. Doch was mache ich mit diesen Magneten?

Wir haben einen Türrahmen aus Metall in der Küche, dort könnte ich diese Magneten befestigen. Allerdings weiß ich genau, dass meine Kinder die neuen Errungenschaften sofort entführen würden. Bei der Sonnenblume – das Icon für Photos – würde die Tochter sofort Besitz anmelden und das YouTube-Icon wäre sofort beim Sohn. Also haben die App Maganete den Weg in mein Arbeitszimmer geschafft.

Auf einer großen Flipchard aus Metall haben sie ein neues Zuhause gefunden. Dort halten sie wichtige Aufzeichnungen für meine Arbeit fest. Sie lösen damit alte AOL Magnete ab, die in Rente geschickt werden. Jetzt muss ich nur noch die Reihenfolge klären, wie die Apps aufgehängt werden.

Kritiker werden sagen. Kein Mensch braucht solch einen Schnickschnack. Ich sage: Spaß macht es trotzdem. Ich bin nur gespannt, was die Apple Anwälte zu diesem Schnickschnack sagen werden. Die Icons sind sehr gut kopiert. Ich bin mir sicher dass der eine oder andere Apple-Rechtsanwalt damit seine Probleme hat oder sie sich still und heimlich in die Küche an seinen Kühlschrank hängt.

Erinnerungen an mein AOL

14. Januar 2010
Heftig: AOL gibt den Standort Deutschland auf. Wieder ein Dino, der zusammenbricht und sich überlebt hat. Das Unternehmen schließt nach 15 Jahren die Büros in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München. 140 Mitarbeiter stehen auf der Straße. Der Rest von Europa wird wohl auch zugemacht, bzw. zusammengestrichen. Nachdem Compuserve seinen Dienst komplett eingestellt hat, beginnt beim ehemaligen Mitbewerber AOL nun das Zittern. AOL – früher America Online – ist noch lange nicht am Ende. AdTech, auch zum AOL-Konzern gehörend, wird weitergeführt und bringt auch gutes Geld.
Die deutschen Schließungen sind Teil eines weltweiten Restrukturierungsprogramms, wie es im Managerdeutsch heißt. Nach Strukturänderungen geht die Geschäftsführung nun an die Kosten ran, Kostenmanagement, genannt oder einfach gesagt: Zumachen.
Der Dienst von AOL hat mich neben Compuserve früher ins Netz gebracht. Der Provider verschaffte mir den Zugang zum Internet – und ganz genial: Wenn ich mal auf Reisen in den USA war, dann funktionierte die Software auch. Wie begeistert war ich über die Meldung „Sie haben Post“. Aus diesem Spruch entstand auch mal ein Film. „E-Mail für dich“ lautete die blöde Übersetzung. So richtig populär wurde AOL durch Boris Becker. Die Werbung „Ich bin drin“ war genial und sollte zeigen, wie einfach es ist, ins Internet zu gehen. Der Einstieg ins digitale Kommunikationszeitalter begann und es war genial. AOL war hier ein wichtiger Teil und dafür gebührt dem Unternehmen mein Dank.
AOL gab es auf wunderbaren kostenlosen CDs und als Mac-User war ich immer etwas benachteiligt. Die Konfiguration war anfangs für uns Mac-Kollegen  etwas schwierig, vor allem, weil ich ja auch Compuserve parallel als Provider nutzen wollte. Lange kämpfte ich mich mit der Version in der Classic-Umgebung ab und als endlich AOL für Mac OSX erschien, war der AOL-Zauber für mich vorbei. AOL war nur noch Bestandteil von großen Marketingaktionen, wie der Umbenennung zur AOL-Arena. Eindrucksvoll für mich, die ganzseitige Anzeige von AOL in der Welt. Die gesamte Titelseite hatte die blaue AOL-Farbe und es muss ein Schweinegeld gekostet haben. Die Welt-Ausgabe habe ich mir extra aufgehoben. Damals hatte AOL noch Geld, richtig Geld und Google war ein kleines Fischchen im Datenmeer.
Was ist bei mir übrig geblieben von AOL? Außer dem Becker-Spot bei YouTube nur drei Magnete. Vor Jahren und es muss wohl Weihnachten 2000 gewesen sein, verschenkte die AOL-Pressestelle drei Magnete für den Kühlschrank: Einen Frosch, einen Tannenbaum und das AOL-Logo. Bei all den Umzügen sind die Magnete mitgewandert. Im Moment hängen sie am Türstock zum Esszimmer. Ein würdiges Ende für mein AOL.

Diese Magnete sind mir von AOL geblieben.

Medientage München: Neues Denken für Printverlage

3. November 2009

Jeff Jarvis bei seiner Keynote auf den Münchner Medientagen

Die Münchner Medientage sind vergangene Woche zu Ende gegangen. Leider konnte ich dieses Mal nicht dabei sein, denn ich hatte mit der animago AWARD & CONFERENCE eine eigene Veranstaltung zur gleichen Zeit in Babelsberg. Ich wäre gerne mit von der Partie gewesen, als Jeff Jarvis seine Keynote gehalten hat und den anwesenden Printvertretern den verbalen Stinkefinger gezeigt hat. Jarvis ist Medienberater, Blogger und Autor des Buches „Was würde Google tun?“ In seiner Rede ging er auf die Auswirkungen von Google und Co auf die Medienbranche ein und sagte den Verlegern und Journalisten voraus, dass sich ihr Denken ändern müsse.

Blogger Daniel Fienes hat die Rede von Jeff Jarvis mitgefilmt und auf seinen Blog gestellt. Dafür herzlichen Dank. Wenn man sich die 24 Minuten angeschaut und das mp3 angehört hat, stellt man fest: Print hat in dieser Form keine Zukunft. Alte Männer bewahren ein altes Medium und wollen sich nicht auf Neues einlassen. Ich glaube nicht, dass Paid Content, die alte und neue Wunderwaffe der Printverlage, funktionieren wird. Print und seine Vertreter sind noch in alten Denkstrukturen verhaftet. Ich weiß nicht, ob sie sich ändern können. Die Zeit wird über sie hinweg gehen.

Mein Kollege Thomas Gerlach erzählt immer eine schöne Geschichte: Alle alte Eislieferanten bekämpften das Aufkommen der Kühlschränke. Keine dieser Eislieferanten konnte sich auf die neue Zeit einstellen und selbst moderne Kühlschränke produzieren. Sie waren in ihrem Denken verhaftet. Alle dieser alten Eislieferanten sind vom Markt verschwunden. Irgendwie muss ich immer wieder daran denken, wenn ich auf den Medientage Vertreter der Zukunft begegne – und ich bin ja schließlich auch einer von ihnen. Auch ich muss mich ändern.