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Meine Beatles bei iTunes

18. November 2010
Weltveränderer Beatles

Weltveränderer Beatles

Der Tag, der die Welt verändern sollte, ist vorbei und für viele geht das Leben weiter wie bisher. Die vollmundige Ankündigung von Apple war eine ungeheure PR-Maßnahme und das Ergebnis fiel für viele enttäuschend aus. Die Beatles in Apple iTunes Store reißt die Massen nicht zu Begeisterungsstürmen hin.

Dennoch: Die Ankündigung von Apple bedeutet viel, sie sagt enorm viel über das Unternehmen aus Cupertino und die Haltung von Steve Jobs aus. Wir Apple-Fans erwarteten eine bedeutende technische Neuerung in der beliebten iTunes Software, wie eine Streaming-Möglichkeit. Aber mal ehrlich: Sind wir denn so verblödet, dass wir ein technisches Feature als weltverändernd ansehen würden. Nein, Steve Jobs hat höhere Ziele. Mit dem Verkauf der Beatles über seine Plattform ermöglicht er den Zugang zu modernen Kulturgütern ersten Grades an die digital natives. Die Beatles haben die Geschichte verändert und Apple verbeugt sich vor dieser Veränderung (und kassiert mit).

Ein jahrzehntelanger Rechtsstreit zwischen Apple Plattenlabel und Apple Computer ist zu Ende und die Gewinner sind wir Fans. Natürlich haben die Beatles Liebhaber die Schallplatten, die CDs der ersten und zweiten Auflage und diverse CD-Sammlungen zu Hause. Aber Steve Jobs denkt an die zukünftige Generationen, die nicht mehr in Vinyl oder Datenträger denken. Beatles sind nach wie vor ein fettes Geschäft und in Sachen Geschäfte kennt sich Apple aus. Aber ich bin davon überzeugt, dass es wirklich ein persönliches Anliegen von Steve Jobs war, die Beatles auf seiner Plattform zu veröffentlichen. Jobs ist ein Kind der sechziger Jahre und liebt die Musik seiner Zeit. Er bekennt sich in seinen zahlreichen Keynotes zur Musik seiner Zeit, spielt Beatles und Dylan auf der Bühne einem jungen Publikum vor. Er selbst war in grauer Vorzeit sogar einmal mit Joan Baez leiert.

Zum Tode von Beatles George.

Zum Tode von Beatles George.

Ich erinnere mich daran, wie Steve Jobs die Website von Apple beim Tode von George Harrison änderte und einen Nachruf veröffentlichte. Welches Unternehmen – außer das Plattenlabel – hätte so etwas gemacht? Natürlich geht es Steve Jobs um seine Produkte. Er ist Geschäftsmann. Aber es geht ihm auch um seine Kultur. Dafür gebührt im Dank und wir bräuchten mehr Steve Jobs in Unternehmensführungen. Leute mit Visionen. In einer Pressemitteilung besteht Jobs auch: „Wir lieben die Beatles, fühlen uns geehrt und sind begeistert sie bei iTunes willkommen zu heißen. Es war eine ‚long and winding road‘ bis hier her. Dank den Beatles und EMI wird nun ein Traum für uns wahr, den wir seit dem Start von iTunes vor zehn Jahren hatten.“

Dazu passt auch das Statement von Ringo: „Es freut mich besonders, dass ich in Zukunft nicht mehr gefragt werde, wann die Beatles endlich in iTunes verfügbar sein werden.“ Ringo at his best.

Aber natürlich sind die Beatles auch ein großartiges Geschäft: Apple Corps Ltd. wurde 1968 von The Beatles gegründet, mit dem Ziel sich der eigenen Geschäfte der Band anzunehmen. Das Unternehmen mit Sitz in London hat den Katalog der Veröffentlichungen seit 1960 von The Beatles verwaltet, von denen bisher über 600 Millionen Langspielplatten, Kassetten und CDs verkauft wurden. Seit den Neunziger Jahren hat Apple neue Beatles-Projekte angeführt, die zum Maßstab für Pionierleistungen wurden, darunter das The Beatles Anthology-Projekt, das über 29 Millionen-fach verkaufte Album The Beatles 1, die The Beatles LOVE-Show und -CD und die 09/09/09-Veröffentlichung des The Beatles Remastered-Katalogs und das The Beatles Rock Band Spiel.

Neben der Musik gibt es auch einen Konzertfilm zum Ansehen und beim Kauf zum Download: Für Fans gibt es das spezielle digitale ‚Beatles Box Set‘ inklusive dem Konzertfilm ‚Live at the Washington Coliseum, 1964‘ – ein weltweit exklusiv über iTunes erhältliches Video, das das allererste US-Konzert der Beatles zeigt. Schön zu sehen in dem Film, wie Ringo sein Bühnenset selbst aufbaut. Was müssen das für Zeiten gewesen sein?

Maulen muss ich aber auch als Fan: handelt es sich bei dem ‚Beatles Box Set‘ nun um die Stereo- oder die Mono-Aufnahmen? Stereo hab ich auf CD, aber Mono würde ich mir glatt kaufen. Die Apple-Presseagentur gab dazu keine Antwort. 

Kreisch: Das US-Konzert der Beatles 1964.

Kreisch: Das US-Konzert der Beatles 1964.

Alles in Mono – Bob Dylan alte Werke neu aufgelegt

19. Oktober 2010

Ich weiß noch, wie es mich in den Fingern juckte, als die Beatles in The Beatles Mono erschienen. Da gab es eine Limited Edition, die es in sich hatte. Ich kannte die Beatles nur in Stereoklang und auch in verschiedenen Auflagen. Und ich kaufte wieder die The Beatles Stereo Box und bin höchst zufrieden

Als Bob Dylan ankündigte, seine frühen Aufnahmen als Mono Edition zu veröffentlichen, da musste ich einfach zuschlagen:The Original Mono Recordings (Limited Edition) Neun CDs  – vom Erstlingswerk „Bob Dylan“ bis hin zum wegweisenden „John Wesley Harding“ – und alles in Mono-Sound. Warum wird sich der Musikfreund von heute fragen? Warum soll ich auf meiner Highend-Anlage jetzt auf einmal Monoaufnahmen hören, wenn es doch gleichzeitig die Alben im Stereo-Klang gibt?

Zum einen könnte ich antworten, dass viele Leute im Erscheinungsjahr der LPs noch gar keinen Stereo-Plattenspieler hatten und die technisch ausgereifteren Stereo-Platten in Mono hörten. Die Masse der Dylan-Fans hörte den Meister in Mono und dieses Gefühl wollte ich ebenso erleben. Dylan hören, wie er einst von seinen Fans wahrgenommen wurde. Zum anderen hat es auch künstlerische Gründe: Oftmals waren die frühen Stereoplatten eine technische Spielerei: Gesang links, Instrumente rechts. Das tut einfach weh. Mir erging es vor allem so bei den Alben „Bringing all back home“ und „John Wesley Harding“. Der glasklare Mono-Sound geht besser in den Kopf und rockt die Birne weg. Hört euch einfach mal „Like a rolling Stone“ in der Mono-Version an – der wichtigste Dylan-Song überhaupt gewinnt nochmals.

Und es gibt noch einen weiteren Grund: Die Plattenbosse von Sony wollen einfach mal wieder Geld machen. Was bei den Beatles funktioniert, sollte auch bei Dylan funktionieren. Und ganz ehrlich: Bei mir hat es funktioniert.

Interessant für Fans ist übrigens auch das Booklet, das Dylanologe Greil Marcus verfasst hat. Ich sehe es als Ergänzung zu seinen lesenswerten Büchern „Basement Blues“ und vor allem „Bob Dylans Like a Rolling Stone: Die Biographie eines Songs“. Es gibt wieder ein paar Neuigkeiten aus dem Dylan-Universum, in dem sich seine Fans die Köpfe heiß diskutierten.

Völlig ungewohnt von Sony ist übrigens das Angebot, die ganzen Mono-Aufnahmen einmalig als mp3 zusätzlich zu laden. Dazu gibt es noch als Bonus das bitterböse „Positively 4th Street“ – freilich in Mono.

Zum 29. Todestag von John Lennon

8. Dezember 2009

Wer diesen Blog liest, der weiß, dass ich die Beatles mag. Das Gesamtkunstwerk Beatles ist einfach eine Schau und die vier Kameraden machten eine coole Mucke. Doch wer war der beste Beatle? Wir wissen längst die Antwort: Die Mischung machts. Keiner wäre alleine so weit gekommen, nur als Quartett ging es steil bergauf. Paul war der Mädchenschwarm, John eher was für den Intellektuellen, George für den Mystiker und Ringo für den derben Humor. Irgendwie ist Ringo für mich der Glückspilz des Jahrtausends. Sein musikalisches Können ist überschaubar und trotzdem hat er zusammen mit seinen Kumpels die Musik auf den Kopf gestellt.

Immer wieder gab es Überlegungen und Hoffnungen, die Beatles wieder zu vereinen. Doch vor 29 Jahren war Schluss damit. Der Irre Mark David Chapman erschoss John Lennon vor dessen damaligen Wohnort, dem Dakota-Gebäude in New York. Dort wurde ja auch der geniale „Rosemaries Baby“ vom Kinderschänder Roman P. gedreht.

Am nächsten Tag kam ich in die Schule und alle Mädchen weinten. So etwas hatte ich zuvor nur beim Tod von Elvis erlebt als mich meine Mutter nachts weckte und mit Tränen in den Augen sagte, dass der King tot sei. Bei Lennon hatte sie nicht geweint, er hatte wohl zu lange Haare. Aber Elvis hat sich selbst auf dem Gewissen, zuviel von allem. John Lennon wurde eiskalt erschossen. Der Rebell, der von einem Fan umgebracht wurde. Das hat mich damals und auch heute tief getroffen. Kaum ein anderer Tod eines Musikers verstörte mich so sehr, wie der Tod von John Lennon. Ich war traurig, als ich vom Tode Richard Wrights und Eric Woolfsons erfuhr, ich war sehr betroffen, als Johnny Cash von uns ging. „There was a man“ lautete kongenial der Nachruf seiner Plattenfirma.  Meine Gitarrenpläne gab ich auf, als Stevie Ray Vaughan abstürzte mit dem Heli, der für Eric Clapton gedacht war. Als George Harrison von uns ging, verloren wir alle einen guten Menschen und das ist ein Verlust. Aber der Tod von Lennon entsetzt mich auch heute noch.

Beatles Rock Band legt nach

17. November 2009

Beatles bei EMI in Köln

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Musikindustrie mit dem Weg ins digitale Zeitalter mehr als schwer tut. Es hat lange gedauert, bis sich die Konzerne an iTunes und Amazon gewohnt haben, die Konzerne hätten gerne eigene Vertriebsstrukturen. Aber: Der Vertrieb von CDs bringt die goldene Zeiten der Schallplattenindustrie mit ihren Superhits nicht mehr zurück.

Die Gaming-Industrie liegt dagegen mehr im Trend. Es werden in den USA mehr Spiele verkauft als Kinokarten. So ist es nur sinnvoll, Musik und Games miteinander zu verbinden. Die Guitar-Hero-, Sing-Star- und Rock-Band-Serien machen es vor, wie es geht, um digitale Dollars zu verdienen. Queen, Abba, Metallica – alles gute Produkte, die Spaß machen. Jüngstes Beispiel für mich persönlich seit September: Beatles Rock Band.

Die Pilzköpfe gehören zu den Kulturgütern der Popmusik und ich habe mich sehr gefreut, als Rock Band Beatles für die PS3 erschienen ist. Gleich gekauft und abends jammt die ganze Familie „Lucy in the sky with diamonds“. Das bringt Stimmung, das macht Spaß und die Musikindustrie darf vorerst weiterleben.

Heute gibt es was Neues für John, Paul, George und Ringo: „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ erscheint als zweites Trackpack für The Beatles Rock Band.

„Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ ist nach „Abbey Road“ das zweite für The Beatles Rock Band erhältliche Komplettalbum seit der Veröffentlichung des Spiels am 9. September 2009. Darüber hinaus ist „All You Need Is Love“ ebenfalls im The Beatle: Rock Band Music Store erhältlich und mit bisher mehr als 100.000 Downloads überaus erfolgreich.  Mit den Erlösen aus der Rock Band-Franchise setzen Apple, MTV Games und Harmonix ihre Unterstützung der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ auch in Zukunft fort.

Die komplette Trackliste des Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band Trackpacks sieht wie folgt aus:

Fixing A Hole

She’s Leaving Home

Being For The Benefit of Mr. Kite!

Within You Without You

When I’m Sixty-Four

Lovely Rita

Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (Reprise)

A Day In The Life

Komplette Beatles auf einem USB-Apfel

10. November 2009

 

die Beatles auf einem Apfel
Christkind aufgepasst: Am 7. und 8. Dezember 2009 veröffentlicht EMI einen USB-Apfel mit den kompletten remasterten Beatles-Alben als FLAC 44.1 Khz 24 bit und MP3 320 Kbps. Der Apfel hat einen USB-Anschluss und ist bereit für PC und Mac.Und: Der Sammler muss ihn haben, damit er noch morgen kraftvoll zubeißen kann. Einziger Nachteil: Das gute Teil ist auf 30.000 Exemplare limitiert und die gehen weg wie warme Semmeln. Der US-Store von EMI meldet schon jetzt: AUSVERKAUFT!
Der Apfel enthält folgende Alben mit einer Größe von 16 GByte: Please Please Me, With The Beatles, A Hard Day’s Night, Beatles For Sale, Help!, Rubber Soul, Revolver, Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, Magical Mystery Tour, Yellow Submarine, The White Album, Abbey Road, Let It Be und Past Masters. Dazu gibt es noch eine Mini-Dokumentation, die nicht der Rede Wert ist.
Bisher gibt es die Beatles-Alben offiziell nicht zum Download in iTunes und Co. Immer wieder heißt es, dass die Beatles dort veröffentlicht werden sollen. Neulich hat Paul gesagt, er wäre ja bereit dazu, doch EMI noch nicht. Und dies wird wohl auch der Grund sein: EMI und Apple Corp. will nochmal Geld machen. Der USB-Apfel ist ein Beispiel dafür.

 

Urlaub in Südtirol (3/10): Andere Zeiten, andere Urlaubsgewohnheiten

26. August 2009

Gemeinschaft in Südtirol

Bei einem, zwei Gläschen Kalterersee, dem lokalen süffigen Rotwein, erzählte uns unsere Wirtin, wie sich der Tourismus in Burgeis in Südtirol verändert hat. Es waren vor zwanzig Jahren zumeist deutschsprachige Gäste in den Pension, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Heute ist Südtirol als jüngster Teil Italiens von den Italienern entdeckt worden, die natürlich auch die wunderbare Gegend genießen. Für die Bevölkerung ist dies grundsätzlich kein Problem. Die Südtiroler sprechen deutsch und italienisch fließend. Unter sich unterhalten sich die Südtiroler aber nach wie vor in deutsch – obwohl ich Schwierigkeiten hatte den Gesprächen im doch sehr eigenen Dialekt exakt zu folgen. Deutsch ist doch eine schwere Sprache.

Früher konnte man sich auf die Treue seiner Gäste verlassen. Viele kamen seit Jahren in die gleiche Pension zum Entspannen. Nur keine Experimente. Es ist wie bei der Sparkasse. Legte man dort einmal sein Geld an, blieb man sein Leben lang dabei und das über Generationen hinweg. Ein Wechsel war so gut wie unmöglich. Genauso verhielt es sich mit dem Urlaub. Man fuhr an den gleichen Urlaubsort, am besten in die gleiche Pension oder den gleichen Campingplatz. Am besten war es noch, wenn man das gleiche Zimmer wie im Vorjahr beziehen konnte. Alles hatte seine Ordnung. Alles hatte seinen Platz. Bei der Abreise buchte der treue Urlauber gleich für das nächste Jahr vor: Gleicher Zeitraum, gleiches Zimmer, gleiches Wetter bitteschön.

Verändert hat sich auch die Gemeinschaft unter den Gästen. In unserer Pension ist der Frühstücksraum nur zum Frühstück belegt. Abends findet sich dort kein Gast mehr ein. Der Raum mit seinen Tischen und Bänken war früher ein Gemeinschaftsraum. Nach dem Wandern trafen sich die Gäste auf eine Flasche Wein. Sie erzählten sich Geschichten von ihren Erlebnissen und tauschten Erinnerungen aus. Wenn die Stimmung richtig gut war, dann beschwor die Gemeinschaft die Südtiroler Gastlichkeit. Es wurde zusammen gesungen und musiziert. Heute kann kaum einer der jüngeren Gäste wohl ein Volkslied. Ich hätte vielleicht die Beatles zu bieten, deren Lieder für mich eine Art Volksmusik der Moderne geworden sind. Bei „Hoch auf dem gelben Wagen“ oder „Des Wandern ist des Müllers Lust“ komme ich mangels Textkenntnisse nicht über die erste Strophe hinaus.

Die Verlässlichkeit der Gäste hat sich verändert. Die wenigsten buchen ein Jahr im voraus und bleiben auch nicht mehr drei Wochen am Stück. Spontanurlaube sind heute angesagt. Mir fällt am Mittwoch ein, dass ich das Wochenende in Südtirol verbringen möchte und buche am Donnerstag dann eine Pension und reise am Freitag an. Ich verbringe in der Regel auch keine drei Wochen mehr im Urlaub. Rein, was erleben und wieder nach Hause. Ein Kollege nannte diese Art von Wochenendurlaub mit Bergsteigen, Wandern oder Radeln neulich „aktive Entspannung“. Netter Ausdruck für Freizeitstress.

Abbey Road: Beweisfoto nicht auffindbar

12. August 2009

der berühmte Zebrastreifen am der Abbey Road

Bei uns zu Hause ist Guitar Hero auf der PS3 spielbereit, aber ich bin kein Gitarrenheld. Meine Frau ist viel besser und zockt mich hier ab. Aber die Schmach hat am 9. September ein Ende. Dann erscheint The Beatles: Rock Band. Dann wird die ganze Familie Beatles-Songs trällern.

Für mich gehören die Beatles zu den absoluten Helden. Zwar war ich zu klein, um Beatlemania mitzubekommen, doch waren und sind die Pilzköpfe in meinem Leben präsent. Sie tauchen immer wieder auf und nicht nur als CD. So hat meine Frau noch alle Schallplatten, repräsentativ im blauen Sammelschuber. Ich weiß noch, als John Lennon feige ermordet wurde, alle Mädchen in der Schule heulten. Gerne sehe ich das Video in dem Dylan und Lennon total bekifft in einem Taxi fahren. Ich habe getrauert, als George Harrison verstarb und Apple seine Website daraufhin änderte – Steve Jobs ist eben ein wahrer Fan. Ich glaube aber auch, dass Ringo Starr der Glückpilz des Jahrtausends ist. Ein durchschnittlicher Drummer wie Ringo wurde weltberühmt, nur weil er Teil der Tab Four war. Als es vor kurzem auf der E3 zur Premiere von The Beatles: Rock Band kam, waren Paul und Ringo und die Witwen von Lennon und Harrison dabei.

Vor wenigen Tagen war das Jubiläum von Abbey Road, dem letzten Album der Beatles. Natürlich war ich auch als Jugendlicher auf dem Zebrastreifen vor den berühmten Studio. Ich muss gestehen, dass ich mein Beweisfoto von damals nicht mehr finde. Auf der Recherche habe ich stattdessen eine Webcam der Abbey Roads Studios gefunden. Die Kamera ist 24 Stunden online auf auf dem Zebrastreifen gerichtet. Also jeder ist damit ein Star für ein paar Sekunden. Vorschlag: Das nächste Mal, wenn ich an der Abbey Road bin, laufe ich über den berühmtesten Zebrastreifen der Welt und mach gleichzeitig mit dem iPhone ein Bild von der Website mit Webcam. Überbrigens, den Link zur Webcam gibt es hier.

Spielen in Las Vegas

20. April 2009

casino1

Für eine Woche bin ich in Las Vegas in der Mojave-Wüste, um von der NAB zu berichten. Der Mythos dieser Stadt ist allgegenwärtig. Zockerparadies – es geht einfach nur ums Spielen. Und dazu ist jedes Mittel recht, um die Kunden an den Automaten zu locken.

Man muss in das alte und neue Las Vegas unterscheiden. Mein Kollege Maik Euscher hat es gut ausgedrückt: „Das alte Vegas ist total abgerockt.“ In die Hotels wurde seit Jahren nichts mehr investiert und waren 1965 sicher der letzte Schrei.

Neue Themenhotels sind aus dem Sandboden geschossen: The Mirage mit dem Beatles Musical von Cirque du Soleil, the Venetian mit kompletten Markusplatz und Kanälen samt Gondeln im Hotel und noble Wynn, das Treasure Island mit Piratenschiff sowie das Harrah. Jedes Hotel hat eine eigene Attraktion. Die Gäste sollen am besten gar nicht das Hotel verlassen, sondern können auf mehreren Stockwerken spielen.

Wer europäische Casinos gewohnt ist, der wird in Las Vegas schlucken. Es sind Spielhallen, Hunderte von Slot Maschines stehen Reihe an Reihe. Leute aller Schichten, Hautfarben und jedes Alters sind dem Spiel verfallen und füttern die Maschinen mit Dollars. In Las Vegas gelten andere Regeln als in den Rest der USA:

Zunächst darf in den Casinoräumen geraucht werden, Hauptsache es wird gespielt. Leicht bekleidete Mädchen versorgen die Spieler mit Alkohohl an den Tischen und Automaten. Wer zu den Zimmern will, muss durch die Casino-Räume. Auf der Straße werden Leute direkt angesprochen und mit einem Quarter angefixt, damit sie spielen.

Wer nicht spielt, weil er einfach nur eine Messe besucht, stößt auf völliges Unverständnis. Viel Zeit zum Nachdenken oder tiefere Gespräche bleibt aber nicht, denn der große Jackpot ruft. Vielleicht habe ich ja dieses Mal Glück.