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Buchtipp: Art of Ghost in the Shell von David S. Cohen

20. Juli 2017
Musste ich haben, war aber dann enttäuscht.

Musste ich haben, war aber dann enttäuscht.

Mir hat ja Ghost in the Shell im Kino gut gefallen und ich werde ich auch im August die Blu ray kaufen. Aber bis es soweit ist, genieße ich das Art of-Buch. Ich bin sicher, auch wenn der Film inhaltlich seine Schwächen hat und an das Manga nicht herankommt, sind wir uns alle einig: Die visuellen Effekte sind eindrucksvoll. Mir blieb im Kino die Spucke weg und daher musste ich mir sofort das Buch The Art of Ghost in the Shell anschaffen.

Die Effekte stammen von WETA Workshop und das sagt schon viel. Die Typen in Neuseeland können es. Allerdings lassen sich die Künstler nicht so gerne in ihre Karten schauen und das ist das Problem bei diesem Buch. Bei einem Art of-Buch will ich ja hinter die Kulissen schauen, will den Produktionsprozess verstehen. Von den ersten Sketches über die Pre-Visualisation bis hin zum fertigen Ergebnis – das will sich sehen. Aber das bekomme ich in diesem Buch nur um Teil geboten. Klar, es gibt die visuell starken Bilder und Making-Of-Shots, aber wirkliche Geheimnisse werden in dem Buch nicht verraten. Es bleibt auf einer oberflächlichen Ebene. Das Vorwort stammt von Richard Taylor von WETA Workshop.
Wenn ich das akzeptiert habe, dann macht dieses Buch allerdings Spaß. Ghost in the Shell hat mich wirklich in eine futuristische Welt entführt. Die Effekte wirken absolut glaubwürdig. Ich versinke in diese Welt und das Buch hilft mir dabei. Ich habe den Film zweimal im Kino gesehen und bin über das jetzt vorliegende Art of-Buch insoweit begeistert, dass es mir Details zeigt, die ich im Film gar nicht bemerkt habe. Das ist für mich die wahre Stärke des Buches. Wenn dann die Blu ray vorliegt, lassen sich diese Impressionen in Bewegung ansehen – im Moment bleibt mir nur die Erinnerung an diesen visuell starken Film. Über den Film selbst habe ich ja bereits gebloggt.

Aber nun kommt mein Problem: Kaum eines der Bilder sind wirklich neu. Ich habe die meisten davon schon im Netz gesehen, auf Fan- und Ausstellungsseiten, auf Seiten des Verleihs und der Schauspieler. Visuell bringt das Buch The Art of Ghost in the Shell gewaltige Bilder, aber nun ja – kaum neue Bilder. Der einzige Vorteil ist vielleicht, dass ich diese Bilder nun gesammelt auf Papier habe und nicht mehr nur als Board auf Pinterest. Das bedruckte Papier ist fein und auch der geprägte Buchrücken ist wirklich schön gemacht, die Banderole ums Buch ist nett aber das war es dann schon.
Ich bin also komplett gespalten bei dem Buch: Visuell eine Offenbarung, inhaltlich eher schwach und die Bildauswahl ist begrenzt – und trotzdem empfehle ich das Buch als Zeitdokument. Gerne hätte ich einen Vergleich zwischen Manga und Film gehabt. Das bietet sich bei Ghost in the Shell durchaus an. Viele Filmbilder basieren auf die Animie-Verfilmung und damit auf dem Manga. Hier hätten wir ideal die Entwicklung des Stoffes aus unterschiedlichen Richtungen betrachten können. Aber dafür war dieses Art of-Buch wohl eher nicht gemacht. Es musste schnell auf den Markt zum Filmstart gebracht werden – dann aber bitte mit etwas mehr Mühe.

 

Buchtipp: The world of Kong: A natural history of Skull Island

5. März 2013

Kong

Irgendwie mag ich den Affen. Ich geb es ja zu, ich bin ein Fan von King Kong. Mir gefällt die Geschichte und ich liebe natürlich die alte Schwarzweiß-Fassung von 1933. Aber kaum einer wusste, dass die Geschichte auf den Krimi-Autoren Edgar Wallace zurückgeht. Die Verfilmung von 1976 fand ich kompletten Müll – was bei mir vor allem an der weißen Frau Jessica Lange lag. Gespannt wartete ich daher auf die Neuverfilmung im Jahr 2005 von Peter Jackson.

Ich verschlang die Produktionstagebücher, liebte die Effekte und den Affen. Darsteller Andy Serkis – vielen bekannt als Gollum – spielte den Kong grandios und wurde durch Motion Capturing auf die Leinwand gebracht.

Und so interessierte ich mich auch für die Bücher von Weta Workshop, der Vfx-Firma von Peter Jackson. Und ich griff auch zum Buch: The World of Kong: A Natural History of Skull Island . Ich muss zugeben: Ich war enttäuscht. Ich hatte mir etwas anderes erwartet. Wer diesen Blog kennt, weiß, dass ich die Art of …-Bücher mag. Ich bin an den visuellen Hintergründen interessiert und wie es zu den Effekten kam.

Dies habe ich mir auch bei dem Buch A natural history of Skull Island erwartet. Aber ich hätte den Titel einfach lesen und verstehen sollen. Erst Jahre später als ich das Buch wieder aus dem Archiv holte, erkannte ich den Humor von Peter Jackson. Erinnert sei an den frühen Peter Jackson-Film Braindead, als es dort eine Insel names Skull Island gab.

Das Buch sollte nicht das übliche Fan-Buch sein. Es erinnerte mich an Charles Darwins Klassiker Über die Entstehung der Arten. Das Buch ist ein Reiseführer durch die fiktive Insel Skull Island. Es zeigt die Geografie und die Tiere, große und kleine. In farbigen Zeichnungen wird wie in Kinderbüchern Informationen über die tierischen Bewohner der Insel gegeben. Humorvoll werden klimatische und geomorphologische Studien über 200 Seiten für bare Münze dargeboten. Das ist der versteckte Humor von Peter Jackson, den ich aber erst Jahre später bemerkte. Ich begab mich bei der Lektüre auf eine wunderbare Entdeckungsreise: Ich erfuhr viel über: The crumbling coast and village, The shrinking lowlands, The winding swamps and waterways, The steaming jungle, The Abyssal Chasms und The Barren Uplands. Natürlich kommt Meister Kong in diesem Buch auch vor, leider nur auf acht Seiten.