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Blick in eine Augenweide – Kabinett im Bayerischen Nationalmuseum #BarockerLuxus

22. Oktober 2018

Das Bayerische Nationalmuseum in München machte für Bloggerinnen und Blogger eine absolute Ausnahme: Beim jüngsten Bloggerwalk unter dem Hastag BarockerLuxus durften wir einen Ort betreten, zu dem das normale Besucherpublikum keinen Schritt hinein machen darf: Es ist ein Kabinett mit Decken und Wandverkleidung aus bemalter Seide. Der normale Besucher des Bayerischen Nationalmuseum muss hinter eine Absperrung stehen bleiben, wir Blogger durften hinter die Absperrung in den Raum eintreten – meinen Dank dafür.
Was ist hier sehen durfte, das haute mich optisch um. Das Kabinett stammt aus dem Stadtpalais der gräflichen Familie Tattenbach in der Münchner Theatinerstraße, eine der Nobelstraßen der bayerischen Landeshauptstadt. Joseph-Ferdinand von Rheinstein-Tattenbach (1723-1802), der unter anderem ein hohes Tier am Kurfürstlichen Hof war (Obersthofmarschall, Oberstkämmerer und Minister) beauftragte 1767 Francois Cuvilliés d.J. mit dem Bau. Dieser plante wohl auch das Kabinett im ersten Obergeschoss, das vor dem Abbruch des Hauses 1909 ausgebaut wurde.
Ich hatte die Garmin 360 Grad Kamera dabei und filmte den Raum in 360 Grad samt den interessanten Ausführungen des Kurators.

Die Dekoration greift das im Rokoko beliebte Schema eines Spalierzimmers auf, dessen Gitterwerk im oberen Bereich mit Wein bewachsen zu sein scheint. Die Gliederung der Wandfelder verkörpert den frühklassizistischen Zopfstil, greift aber auch mit Blumengirlanden und -körben, Schmetterlingen und Vögeln die heitere Stimmung des Rokoko auf. Trophäen führen Themen aus Kunst, Bildung und gehobenen Vergnügungen vor Augen. Der Schöpfer der Malereien Johann Zächenberger war als Porzellanmaler an der Nymphenburger Manufaktur Spezialist für Blumendekore. Die Restaurierung des Kabinetts wurde unterstützt von der Bauer´schen Barockstiftung in München.
Der Künstler selbst verewigte sich mit Selbstbildung an einer Wand.

An einer anderen findet sich eine Eule wieder, das Zeichen der Illuminaten, eines Geheimbundes, der in Ingoldstadt gegründet wurde und bei dem Joseph-Ferdinand von Rheinstein-Tattenbach wohl Mitglied war.

Fazit: Das Bayerische Nationalmuseum birgt Schätze. Mein Dank gilt meiner Bloggerclub-Vorstandskollegin Tanja Praske, die diesen Bloggerwalk organisierte – und natürlich dem ganzen Team des Bayerischen Nationalmuseums in München.