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Podcast: Ein Ort mit Seele: Die Gemeindebücherei Maisach startet ihren Seitensprung

11. März 2026

Mit der Premiere von „Seitensprung – Der Videopodcast der Gemeindebücherei Maisach“ ist ein neues Format gestartet, das Lust auf Bücher, Begegnungen und Kultur vor Ort machen soll. Zum Auftakt sprachen Büchereileiterin Beate Seyschab und Matthias J. Lange von redaktion42 in lockerer Atmosphäre über das, was die Gemeindebücherei heute ausmacht: Sie ist längst nicht mehr nur ein Ort zum Ausleihen von Büchern, sondern auch Treffpunkt, Veranstaltungsraum und Kommunikationszentrum. Hier der Videopodcast:

Schon zu Beginn wurde deutlich, wie lebendig der Alltag in der Bücherei ist. Aktuell läuft dort eine Osterdekobörse, bei der Bürgerinnen und Bürger österliche Dekoration bringen, tauschen oder mitnehmen können. Seyschab berichtete, dass dieses Prinzip bereits bei der Weihnachtsdekoration sehr gut funktioniert habe und auch jetzt wieder rege angenommen werde. Besonders wichtig sei dabei nicht nur das Tauschen selbst, sondern auch das Miteinander: Gerade im Eingangsbereich entstünden immer wieder Gespräche, die die Bücherei zu einem Ort der Begegnung machten.

Im Gespräch wurde auch ein Blick auf das umfangreiche Angebot der Gemeindebücherei geworfen. Neben klassischen Büchern gehören dazu Zeitschriften, DVDs für Kinder und Erwachsene, Hörbücher und Musik-CDs. Ergänzt wird das Angebot durch digitale Medien im Online-Verbund, darunter E-Books, E-Audios und weitere elektronische Formate. Seyschab machte damit deutlich, dass die Bücherei längst sowohl analog als auch digital aufgestellt ist.

Ein besonderer Publikumsmagnet sind derzeit die sogenannten Tonies. Diese Hörfiguren für Kinder, die auf eine Toniebox gestellt werden und dann Geschichten oder Lieder abspielen, zählen zu den erfolgreichsten Angeboten der Bücherei. Rund 880 Figuren sind inzwischen im Bestand, und die Nachfrage ist enorm. Bis zu zehn Tonies können gleichzeitig für zwei Wochen ausgeliehen werden. Vor allem für Familien sei das eine attraktive Möglichkeit, da die Figuren im Handel vergleichsweise teuer seien. Besonders beliebt ist laut Seyschab die Figur „Furzipups“, die auch im Podcast mit einem Augenzwinkern thematisiert wurde.

Deutlich wurde in der Premierenfolge außerdem, dass die Gemeindebücherei Maisach weit mehr bietet als Medien. Regelmäßig finden Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene statt. Dazu gehört unter anderem eine englische Vorlesestunde an jedem zweiten Dienstag im Monat, die sich an Kinder ohne Vorkenntnisse richtet und spielerisch an die Sprache heranführt. Hinzu kommen Bastelaktionen, Autorenlesungen und die klassische Vorlesestunde auf Deutsch am letzten Donnerstag im Monat. Seyschab betonte, wie wichtig diese Angebote gerade für Kinder seien, um früh Freude an Geschichten, Sprache und Büchern zu entwickeln.

Auch auf das aktuelle Veranstaltungsprogramm wurde eingegangen. So stehen in den kommenden Wochen unter anderem die „Maisacher Gespräche zur Popkultur“, ein frühlingshaftes Osterbasteln für Kinder sowie eine Autorenlesung mit Georg Brun an. Damit präsentiert sich die Bücherei einmal mehr als kultureller Veranstaltungsort mit vielseitigem Programm.

Zum Abschluss durfte natürlich auch ein Medientipp nicht fehlen. Als derzeit besonders gefragt nannte Seyschab die Minecraft-Bücher für Erstleser. Die Reihe erfreue sich großer Beliebtheit, vor allem bei Schulkindern, die mit dem Thema bereits aus der digitalen Spielewelt vertraut seien. Einige Bände wurden deshalb sogar mehrfach angeschafft. Sollte ein Exemplar gerade vergriffen sein, können Leserinnen und Leser Medien bequem vormerken lassen und werden benachrichtigt, sobald diese verfügbar sind.

Die Premiere von „Seitensprung“ zeigte damit auf unterhaltsame Weise, wie modern, offen und vielseitig die Gemeindebücherei Maisach aufgestellt ist. Sie ist nicht nur ein Haus voller Bücher, sondern ein lebendiger Ort für Austausch, Bildung und gemeinsame Erlebnisse. Das neue Podcastformat dürfte dazu beitragen, diese Arbeit noch sichtbarer zu machen und neue Besucherinnen und Besucher für die Bücherei zu begeistern.

Persönliche Gedanken zum Tod von Udo Jürgens

21. Dezember 2014

Als Jugendlicher war es bei uns absolut uncool, wenn man sich zu Udo Jürgens bekannte. Er gehörte der Generation meiner Eltern, nicht meiner Generation. Jahre später wurde mir klar, Udo Jürgens gehört allen Generationen. Jetzt ist Udo Jürgen im Alter von 80. Jahren verstorben – bei einem Spazierung.
Der Udo war für zahlreiche Gassenhauer verantwortlich und verdammt ja, ich konnte sie alle mitsingen. Und wenn man auf die Texte achtete, schwang immer ein wenig Sozial- und Gesellschaftskritik mit.
Mit Griechischer Wein schuf Udo Jürgens ein Denkmal für die griechischen Gastarbeiter, bei Gabi wartet im Park ging er auf das Thema Seitensprung ein. In seinem Song In diesem ehrenwerten Haus kritisierte er Spießbürgerlichkeit über eine wilde Ehe. Meine Lieblingssongs waren Ich war noch niemals in New York, das ich auch gleich bei meinem ersten Besuch von Big Apple trällerte und herzzerreißend mit Tochter Jenny Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden – ein Partysong meiner Jugend.
Als ich meinen Kindern vom Tod von Udo Jürgens erzählte, sangen sie sofort Vielen Dank für die Blumen – der Titelsong von Ton & Jerry – und da war sie wieder das generationsübergreifende musikalische Band von Udo Jürgens. Aber bitte mit Sahne kam dann gleich hinterher sowie Mit 66 Jahren. Udo Jürgens Songs sind Volkslieder geworden. Ganze Generationen verbinden sie, ganze Generationen können sie mitsingen.
Er gehörte für mich in die Liga der großen deutschsprachigen Entertainer wie Peter Alexander. Gerne hätte ich meine Mutter noch Konzertkarten für Udo gekauft. Gerne hätte ich das gläserne Klavier gesehen und den Bademantel – ich hoffe beides gibt es für dich im Himmel.
Zwiespalten – und dabei bleibe ich, waren die Songs mit der Fußball Nationalmannschaft. Meine Eltern haben die Vinyl-Platten noch: Buenos Dias Argentina, Wir schon auf dem Brenner – daran kann ich mich noch erinnern. Und berührt hat mich das Lied über Helmut Schön: Der Mann mit der Mütze geht nach Haus. Großartig lieber Udo und vielen Dank.