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Ardbeg Dolce: Sizilianische Süße trifft Islay-Rauch

15. Juni 2026

Ich habe mich sehr gefreut, mal wieder ein Klassiker für unter 100 Euro und ich hab gleich zugeschlagen und mit Freunden den neuen Ardbeg Dolce genossen.
Der Ardbeg Day ist für Fans der Islay-Destillerie längst mehr als ein Termin im Kalender. Er ist ein weltweites Ritual für alle, die kraftvollen Torfrauch, maritime Aromen und die eigenwillige Experimentierfreude von Ardbeg schätzen. Und ich habe diesen wichtigen Tag dieses Jahr aus Termingründen verpasst.
Am Ardbeg Day am 30. Mai 2026 stand die Feier unter einem besonders genussvollen Motto: „La Dolce Islay“. Der Glamour des italienischen Kinos der 1960er Jahre traf auf den rauen Charakter der schottischen Insel Islay – und im Mittelpunkt stand die neue limitierte Sonderabfüllung Ardbeg Dolce.

Ardbeg Dolce ist die Limited Edition zum Ardbeg Day 2026. Der Whisky verbindet zwei sehr unterschiedliche Genusswelten: die süße, mediterrane Fülle sizilianischer Marsala-Dolce-Fässer und den unverkennbaren Rauch eines Islay Single Malts. Marsala Dolce ist die süßeste Variante des berühmten sizilianischen Likörweins. Genau diese Fassreifung gibt dem Whisky seine warme, fruchtige und schokoladige Seite. Ergänzt wird sie durch klassischen Ardbeg aus ehemaligen Bourbonfässern, der Struktur, Vanille, Rauch und die typische salzige Kraft der Brennerei einbringt. In dem Bistro Sixtyfour in Maisach machten wir zu später Stunde eine kleine Verkostung.

Das Ergebnis ist ein Whisky, der das bekannte Ardbeg-Prinzip des „torfigen Paradoxons“ neu interpretiert. Ardbeg ist berühmt dafür, intensive Rauchigkeit nicht nur brachial, sondern erstaunlich süß, ölig und vielschichtig wirken zu lassen. Bei Ardbeg Dolce wird dieses Spannungsfeld besonders deutlich. In der Aromatik zeigen sich reife Aprikosen, Orangenmarmelade, dunkle Schokolade und geröstete Nüsse. Dazu kommen salzige, rauchige Noten, die an Islay, Meerluft und glimmendes Holz erinnern. Der Whisky bleibt damit klar als Ardbeg erkennbar, wirkt aber zugleich wärmer, runder und mediterraner als viele klassische Abfüllungen der Destillerie.

Gerade diese Verbindung macht Ardbeg Dolce interessant. Der Whisky will kein bloßer Effekt sein, sondern eine stilistische Brücke schlagen: Sizilien und Islay, Dolce Vita und Torfrauch, sonnige Frucht und salzige Küste. Die Idee passt zum diesjährigen Ardbeg-Day-Motto, das sich an der Ästhetik des italienischen Kinos der 1960er Jahre orientiert. Man denkt an große Sonnenbrillen, Vespas, Plätze in der Abendsonne, rot-weiß karierte Tischdecken – und dann kommt dieser typische Ardbeg-Twist hinzu: Rauch, Seetang, Würze und eine gewisse wilde Unberechenbarkeit.

Master Blender Dr. Gillian Macdonald beschreibt Ardbeg Dolce als Verbindung von Marsala-Dolce-Fässern und klassischem Ardbeg aus Bourbon Casks. Die süßen Noten von Zitrusfrüchten, Orangenmarmelade und dunkler Schokolade treffen dabei auf salzig-rauchige Nüsse. Damit ist Ardbeg Dolce nicht nur eine Sonderedition für Sammler, sondern auch ein Whisky für Genießer, die Ardbeg einmal von einer anderen Seite erleben möchten.

Auch für die Destillerie selbst ist die Abfüllung ein typischer Ardbeg-Day-Whisky: limitiert, erzählerisch stark aufgeladen und geschmacklich bewusst anders angelegt als die Standardrange. Wer Ardbeg Ten, Uigeadail oder Corryvreckan kennt, bekommt hier keine Wiederholung, sondern eine verspieltere, süßere und zugleich immer noch deutlich rauchige Interpretation des Hausstils.

Ardbeg Dolce erscheint mit 47,8 Prozent Alkohol und wird als limitierte Abfüllung zum Ardbeg Day 2026 angeboten. Für Mitglieder des Ardbeg Committee soll er ab dem 26. Mai 2026 über Ardbeg.com erhältlich sein. Ab dem 30. Mai kommt die Sonderedition auch in den Fachhandel und zu ausgewählten Ardbeg Embassies. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 99 Euro.

Ardbeg Dolce ist damit mehr als nur eine weitere Festivalabfüllung. Er ist ein kleines Genusskino im Glas: sizilianische Süße, dunkle Schokolade, Aprikose und Marmelade auf der einen Seite; Torfrauch, Salz, Nüsse und Islay-Wucht auf der anderen. Ein Whisky für alle, die Ardbeg lieben – und neugierig darauf sind, wie „La Dolce Vita“ schmeckt, wenn sie durch den Rauch von Islay zieht.

Verkostungsnotiz Ardbeg Dolce
Farbe: Oranges Abendrot

An der Nase: Kräftig und komplex. Der Rauch wird begleitet von Aprikosennoten, saftigen Rosinen, klebrigen Datteln und herben Apfelkompott. Orangenmarmelade verleiht dem Ganzen eine zitrusartige Frische. Ein Spritzer Wasser bringt tiefere, erdige Schichten zum Vorschein: Geröstete Pilze, Kiefernnadeln, Salzfisch, Kapern und Oliven. Die Speisekammer Islays trifft auf einen sizilianischen Garten.

Am Gaumen: Gewürze geben den Ton an mit Zimtaromen, Sternanis und etwas Lakritz-Schärfe. Süße entfaltet sich mit ahornrauchigem Holz, gebackenen Datteln mit Walnüssen, Honigwaben und dunkler Schokolade. Trockenfruchtnoten folgen dicht danach, umhüllt von Zitronenzeste und mit ausgewogenen, herzhaften Noten gesalzener Nüsse und Trockenkräuter.

Nachhall: Lang und vielschichtig im Nachhall, mit Noten von geräuchertem Apfelholz, Tabak der trocknet, Lagerfeuerglut und kräftig-zähes Torföl.
Ardbeg Dolce ist mit 47,8 Vol. % Alkohol abgefüllt, nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt.

Storytelling pur: Ardbeg The Rollercoaster

15. November 2023

Wer dabei sein will, sollte sein Sparschwein schlachten und zuschlagen. Entweder zum Genießen oder zur Geldanlage. Gemeint ist die besondere Ardbeg-Ausgabe The Rollercoaster. Ich mag den Geschmack des schottischen Getränks und noch mehr mag ich das Storytelling um den Islay Single Malt.

Und so eine wunderbare Geschichte gibt es wieder zu berichten, auch wenn man finanziell nicht in der Lande ist, eine seltene Flasche zu erwerben. Ardbeg kündigt eine Edition mit zwei Legenden an: Ardbeg The Rollercoaster. Destilliert in der schwersten Zeit der ultimativen Islay Single Malt Brennerei, vereint die exklusive Ausgabe in einzigartiger Weise die Höhen und Tiefen der bewegten Destillerie-Geschichte. Diese beiden seltenen Single Malts stammen aus zwei Fässern längst vergangener Tage und sind nur gemeinsam in einer Holzschatulle limitiert erhältlich. Die Gesamtauflage liegt bei 143 Sets weltweit. Die erste Abfüllung ist im Jahr 1981 destilliert, als die Zukunft von Ardbeg äußerst ungewiss war und eine dauerhafte Schließung befürchtet werden musste. Die zweite Abfüllung stammt aus einem Fass des Jahres 1989, als die hoffnungsvolle Wiederbelegung der Brennerei begann. Zusammen verkörpern sie den unbändigen Geist von Ardbeg, trotz aller Widrigkeiten, schwere Zeiten zu überstehen. Also ein Auf und Ab des Getränks.

Von der Schließung bedroht
Ardbeg wurde im Jahr 1815 auf der abgelegenen schottischen Insel Islay offiziell gegründet und ist berühmt für seine rauchigen Whiskys. Verehrt in der ganzen Welt, war der Weg jedoch von großen Herausforderungen geprägt. In den 1970er Jahre, als Blended Whiskys bevorzugt wurden, stellten die Destillerien nur wenige Fässer als Single Malts zurück.

Entsprechend rar sind diese Flaschen heute. In den 1980er Jahre erlebte die schottische Whiskyindustrie einen jähen Abschwung, der Ardbeg ebenfalls in bedrohliche Lage brachte. Am 25. März 1981 schloss die Destillerie und Mälzerei und es schien, dass der legendäre Name Ardbeg für immer verloren sei. In den darauf folgenden acht Jahren war es still geworden in der Destillerie und die Zukunft stand auf der Kippe. Als sich die Aussichten für Scotch Whisky verbesserten, wendete sich das Schicksal von Ardbeg. Im Oktober 1989 nahm die Destillerie wieder ihren Betrieb auf, um unter neuen Eigentümern ein neues, mutiges Kapitel zu beginnen.

42 Jahre
Für mich als redaktion42 ist das 42 Jahre gereifte Getränk interessant. Der erste Whisky von Ardbeg The Rollercoaster stammt aus einem einzelnen Fass, das zwei Wochen vor der Schließung im Jahr 1981 gefüllt wurde. Es ist zugleich das letzte verbliebene Fass aus dem Bestand von 1981. Diese 42 Jahre gereifte Abfüllung ist aus zwei Malzsorten entstanden: Stark getorftes Malz mit 110ppm Phenolgehalt, aus Ardbegs eigener Mälzerei. Das Zweite ist leicht getorftes Malz, das in der Brennerei für einen sehr kurzen Zeitraum verwendet wurde, um Ardbeg im „Kildalton-Stil“ zu destillieren. Die Reifung in ehemaligen Bourbon-Fässern und die anschließende Umfüllung in ein Oloroso-Sherry-Fass sorgen für reiche, würzige Noten – eine unwiederbringliche Erinnerung an Ardbegs Vergangenheit.

Wiedergeburt
Der zweite Whisky von The Rollercoaster feierte die Wiedergeburt von Ardbeg im Jahr 1989. Er stammt aus einem der letzten Fässer des Jahres: Destilliert am 6. Dezember 1989, nur wenige Wochen nach Inbetriebnahme der Brennerei im Oktober. Das verwendete Malz kam von Port Ellen Maltings mit 30-35ppm, um den Anforderungen für Blended Whisky zu entsprechen. Heute liegt der Phenolgehalt bei Ardbeg bei mindestens 50ppm. Nach Erstreifung in Bourbon-Fässern, füllte Ardbeg den Single Malt später in Single-Refill-Bourbon Casks, um den subtilen, torfigen Stil in der Reifung zu behalten. Insgesamt 33 Jahre im Fass, zeigt dieser besondere Single Malt ein einzigartiges Aromenspektrum.

Dunkle Tage
Die turbulente Zeit endete für Ardbeg jedoch nicht im Jahr 1989, denn die Brennerei wurde im Jahr 1996 erneut geschlossen. Ein Jahr später konnte sie vor dem Aus gerettet werden und entwickelte sich über die Jahre zu einer der am meisten ausgezeichneten Destillerien rauchiger Malts. Ardbeg hat die dunkelsten Tage hinter sich gelassen und die Abfüllungen zählen heute zu den meistgesammelten Whiskys der Welt.

CEO Caspar MacRae sagt: „Aus den finsteren Tagen kommen zwei unwiederbringliche Abfüllungen, die Ardbeg zu neuen Höhen führen. Ardbeg The Rollercoaster zeigt, wie unsere Destillerie unsichere Zeiten hinter sich ließ. Wir investieren mehr denn je, sei es das neue Brennhaus oder ein bekanntes Hotel auf Islay, das Bewohnern und Besuchern der Insel unvergleichbare Gastfreundschaft bietet. Auf die Zukunft von Ardbeg!“ Ich geblobe, dass ich in dem Hotel einmal ein paar Tage verbringen werde.

Dr. Bill Lumsden, Ardbegs Director of Whisky Creation sagt: „Ardbeg The Rollercoaster ist eine unwiederbringliche Gelegenheit, zwei sehr unterschiedliche Abfüllungen von Ardbegs Erbe zu erleben. Ein Single Malt von 1981 aus Ardbegs eigenem Gerstenmalz, mit süßen, würzigen Sherrynoten und einem Hauch von Ardbegs pikanter Seite. Klassische Noten von Limette und Vanille verbinden sich mit Meeresgischt und sehr subtilen, rauchigen Tönen hingegen beim Ardbeg von 1989. Ardbeg The Rollercoaster ist wie eine Zeitkapsel, eine Momentaufnahme jener Tage, die in die Geschichte von Ardbeg eingehen wird.
Charles Maclean, Whisky-Experte und Autor, der die Whiskys gemeinsam mit Dr. Bill Lumsden verkostete sagt: „Die beiden Whiskys aus Ardbegs Achterbahnfahrt verkörpern anschaulich das Auf und Ab der Brennerei in den 1980ern Jahren. Mit reicher, historischer Herkunft, faszinierender Geschichte und herausragenden Aromen wird diese seltene und limitierte Edition Sammlerbegehren wecken. Obwohl sich diese Single Malts in Geschmack und Aroma stark voneinander unterscheiden, sind beide aus leicht getorftem Malz hergestellt, mit seinem sanften, torfigen Stil – im Gegensatz zu heutigen Ardbegs. Ich finde den 1981er Whisky ungewöhnlich mentholhaltig und kühlend, während der 1989er besonders elegant und zurückhaltend ist. Beide sind faszinierende Repräsentanten höchst bedeutender Jahre für Ardbegs Geschichte.“

Der Designer John Galvin entwarf die massive Sammelbox für Ardbeg The Rollercoaster, die aus schottischer Eiche exklusiv gefertigt ist.

In Deutschland und Österreich ist Ardbeg The Rollercoaster über Moët Hennessy Private Sales limitiert erhältlich, Den Preis gibt es auf Anfrage und ich garantiere, dass der Erwerb kein Schnäppchen sein wird.

Whisky I The Rollercoaster: Ardbeg Cask No.1 1981
Am 11. März 1981 aus einer raren Malz-Kombination destilliert: Stark getorftes Malz (bis zu 110 ppm), aus den letzten Chargen, die in Ardbegs eigener Mälzerei hergestellt wurde – dazu sehr leicht getorftes Malz, zur Herstellung von Ardbeg im „Kildalton-Stil“. Dieses Malz wurde in der Mälzerei des damaligen Brennereibesitzers in Kilgour Fife, im Osten Schottlands, hergestellt und nur von 1978 bis 1981 in der Brennerei verwendet. In Bourbon-Fässern gelagert, ist es eines der letzten Fässer, die vor der Schließung der Brennerei am 25. März desselben Jahres gefüllt wurde. Am 30. August 2006 wurde der Whisky in ein Refill-Oloroso-Sherry-Fass umgefüllt, um seinem klassisch-rauchigen Stil mit subtilen Sherry-Noten zu verbinden. Am 20. Juni 2023 mit 47,3 Vol.% Alkohol abgefüllt.

VERKOSTUNGSNOTIZ ARDBEG Cask No. 1 1981
Farbe: Gebrannte Orange
An der Nase: Eine wunderbare Kombination aus Toffee mit Paranuss, Orangensirup, Leinöl, ein zarter Hauch Holzrauch, gegrillter Spargel und Pfeffer sowie weiche, deutlich würzige Note wie von Sauerteigbrot. Ein paar Tropfen Wasser geben weitere Toffeenoten, etwas Wiener Kaffee und Kräuteraromen frei.
Am Gaumen: Ein reichhaltig, wärmender und pfeffriger Geschmack führt zu einer Symphonie unglaublicher Aromen – weiches, poliertes Leder, Anis, Toffee, Demerara-Zucker und sanft-teerige Raucharomen. Dann kommen Gewürze zum Vorschein: Gewürznelke, Muskatnuss, Zimt, Ingwer, mit einigen mild-süßen, malzigen Biskuitnoten.
Nachhall: Beruhigend und sanft, lang anhaltend, mit einer ausgewogenen Kombination aus Datteln, Toffee, Leder und Kreosot.

Whisky II The Rollercoaster: Ardbeg Cask No.17 1989
Am 6. Dezember 1989 destilliert – einer der ersten Single Malts, die nach der Wiedereröffnung von Ardbeg im Oktober 1989 entstanden. Da das Malz stammte von Port Ellen Maltings mit einem Torfgehalt von 30-35 ppm. Deutlich leichter getorft als früher und heute, eignete es sich besser für Blended Whiskys. Von 1989 bis 1996 war die Destillerie mit vielen Unterbrechungen nur für zwei Monate jedes Jahr aktiv. Das Destillat wurde zunächst in Bourbon-Fässern gelagert und am 11. August 1999 in ein Refill-Bourbon-Fass umgefüllt, um den leicht getorften Charakter zu bewahren. Am 20. Juni 2023 mit 45,3 Vol.% Alkohol abgefüllt.

VERKOSTUNGSNOTIZ ARDBEG CASK No.17 1989
Farbe: Tiefes Gold
An der Nase: Rußig und trocknend, mit Noten von Wachsmalstifte, Fenchel, Senfkörner und Toastbrot, dazu die für Ardbeg typischen Aromen wie Kiefernharz und geräucherte Limettenschale. Mit einem Spritzer Wasser cremig, etwas Vanille und geräucherte Birne, mit salziger Meeresgischt.
Am Gaumen: Auf eine cremig-spritzige Textur folgt ein Schub Anis-Toffee, etwas geräuchertes Popcorn, rauchiges Paprikapulver und sanft-wohltuende antiseptische Lutschbonbons.
Nachhall: Der teerige Rauch ist präsent und schön in süßer Vanille und Wiener Kaffeearomen integriert.