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Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964) – Rückblick auf die Matinee

28. März 2026

„Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ ist eine der schärfsten und zugleich unterhaltsamsten Satiren der Filmgeschichte. Stanley Kubricks Film aus dem Jahr 1964 erzählt von einem atomaren Wahnsinn, der durch menschliche Eitelkeit, politische Paranoia und militärische Logik ausgelöst wird. Ich zeigte und besprach diesen Film in meiner Matinee im Scala. Die nächste Matinee ist der Film WarGames von 1983 am Sonntag, 5. April. Karten gibt es hier.

Im Zentrum steht ein US-General, der eigenmächtig einen Angriff auf die Sowjetunion befiehlt und damit eine Kettenreaktion in Gang setzt, die kaum noch aufzuhalten ist. Während im Pentagon Politiker, Militärs und Berater hektisch um Schadensbegrenzung ringen, zeigt Kubrick mit bitterem Humor, wie absurd die Mechanismen des Kalten Krieges tatsächlich waren. Gerade diese Verbindung aus existenzieller Bedrohung und grotesker Komik macht den Film bis heute so beeindruckend. Hier mein Vortrag als Aufzeichnung.

Besonders legendär ist Peter Sellers, der gleich mehrere Rollen spielt und dem Film damit eine ganz eigene Dynamik verleiht. Seine Darstellung des exzentrischen Wissenschaftlers Dr. Seltsam ist längst Filmgeschichte: halb genialer Stratege, halb Karikatur eines enthemmten Technokraten. Kubrick entlarvt in seinem Film die vermeintliche Rationalität nuklearer Abschreckung als beängstigende Farce. Hinter den pointierten Dialogen und den skurrilen Figuren steckt eine tief ernste Aussage: Wenn Macht, Technik und Ideologie außer Kontrolle geraten, kann die Menschheit an ihrer eigenen Logik scheitern. „Dr. Seltsam“ ist deshalb weit mehr als eine Komödie – er ist eine brillante, schwarze Satire über Angst, Größenwahn und die Absurdität politischer Macht.

Die nächste Matinee ist der Film WarGames von 1983 am Sonntag, 5. April. Karten gibt es hier.

Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964) – Matinee am 8. März im Scala Fürstenfeldbruck

7. März 2026

Ein Knopfdruck – und die Welt steht am Abgrund. Doch noch nie war der Untergang so bitterböse komisch wie in Stanley Kubricks Meisterwerk „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ aus dem Jahr 1964. Ich bespreche und zeige diesen Klassiker am Sonntag, 8. März um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Mit messerscharfem Witz, ikonischen Bildern und grandiosen Schauspielern wie Peter Sellers in einer Dreifachtolle entlarvt diese rabenschwarze Satire die Absurdität des Kalten Krieges. Im Zentrum: ein außer Kontrolle geratener Atomschlag, ein fanatischer General, ein hilfloser US-Präsident – und der unvergessliche, exzentrische Wissenschaftler Dr. Seltsam.

Allen voran brilliert Peter Sellers in gleich mehreren Rollen und sorgt für ein Feuerwerk an Wortwitz, grotesker Komik und unvergesslichen Szenen. Die legendäre War-Room-Sequenz, das nervenaufreibende Telefonat mit Moskau oder der irrwitzige Ritt auf der Atombombe – Bilder, die Filmgeschichte geschrieben haben.

„Dr. Seltsam“ ist weit mehr als eine Komödie: Es ist eine zeitlose, erschreckend aktuelle Satire über Macht, Militärlogik und menschliche Hybris. Intelligent, provokant und schwarzhumorig bis zur letzten Explosion – ein Klassiker, den man gesehen haben muss. Ein Film, bei denen das Lachen im Halse stecken bleibt. Ich bespreche und zeige diesen Klassiker am Sonntag, 8. März um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Das Gesicht an der Mauer – und warum es mich jeden Tag zum Lächeln bringt

2. Juni 2025

Ich gehe jeden Tag an dieser Steinfigur vorbei, und jeden Tag zaubert mir diese Figur ein Lächeln auf die Lippen. Die Steinfigur zeigt ein markantes Gesicht mit stark stilisierten Zügen: hochgezogene Augenbrauen, ein überbetonter, leicht diabolischer Gesichtsausdruck, die Zunge hängt provokativ heraus, und die Figur stützt ihren Kopf auf eine Hand.

Mehrere Jahre war der Gargoyle-Stein Gartenschmuck und stark von Efeu umrankt, was ihr eine geheimnisvolle, fast spöttische Wirkung verlieh.

Nun wurde wohl das Haus dahinter verkauft, und der neue Besitzer hat das Efeu um die Figur weggeschnitten. Es sah ein wenig nackt aus.

Nach ein paar Tagen ergänzte der neue Hausbesitzer einen farbigen Gartenzaun hinter der Figur. Ich mag die Farben. Immer wieder bleibe ich vor der Figur stehen. Für mich ist sie karikaturartig, grotesk, mit Anklängen an mittelalterliche oder barocke Fratzen. Die herausgestreckte Zunge und die gelangweilte Pose wirken auf mich ironisch, spöttisch oder sogar boshaft – typisch für sogenannte „Grotesken“ oder „Maskarons“.

Sie erinnert mich an einen Gargoyle oder eine Groteske. Solche Fratzen sind besonders an gotischen Kathedralen verbreitet – ursprünglich Regenwasserspeier (Gargoyle), aber oft auch rein dekorativ (Groteske). Sie sollten Dämonen abschrecken oder ironische Kommentare über den Menschen liefern.
Nun, bei uns steht die Figur auf einer Gartenmauer und nicht an einer gotischen Kathedrale – aber das sind Details.

Vielleicht ist es auch ein Maskaron. In der Kunstgeschichte bezeichnet der Begriff „Maskaron“ ein rein dekoratives Gesichtsmotiv an Fassaden, Brunnen oder Gartenmauern – oft mit Fratzen, Dämonen- oder Satyrköpfen. Diese Figur passt gut in diese Kategorie.