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Die besten Showmaster

10. Februar 2009

Wir Deutschen lieben Top Ten und Bestenlisten. Der Fokus hat große Erfolge mit Themen wie: Deutschlands beste Ärzte, die besten Unis, die besten Rechtsanwälte, die besten Dampfplauderer. Nun, ich will meine ultimative Bestenliste für Showmaster ins Renen werfen. Mal sehen, ob jemand anderer Meinung ist.

Platz 1: Thomas Gottschalk

Für mich einfach der Showmaster schlechthin. Er ist ein Profi durch und durch und jeder in der Branche kann von ihm was lernen. Gottschalk versüßte mir in meiner Jugend die Hausaufgaben. Nach der Schule moderierte er mit Günther Jauch und Hannelore Fischer die B3-Radioshow. „Na so was“ war cool, weil Gottschalk mit Jugendklamotten auftrat und so eine Identifikation schuf. Der Beginn einer wunderbaren Karriere. Im Kino spielte er in Piratensender Powerplay und anderen Schrott.

Platz 2: Rudi Carrell

Für mich war „das laufende Band“ der Höhepunkt meiner Samstagabend-Familienzusammenkünfte. Was verbarg sich bloß immer hinter dem Fragezeichen? Carrell war ein absoluter, hart arbeitender Profi. Der Holländer gehörte einfach zum deutschen Fernsehen dazu und entwickelte zahlreiche Formate. Ich erinnere mich an Rudis Tagesshow, als er einmal den Ayatollah Khomeini zeigte, der im Gegenschnitt in Damenunterwäsche wühlte. Mein Vater sagte damals: „Mensch, das gibt Ärger“.  Er sollte recht behalten. Der Clip führte zu einer diplomatischen Krise. Humor ist eben nicht jedermanns Sache.

Platz 3: Hans-Joachim Kuhlenkampff

„Einer wird gewinnen“ war die Europäische Gemeinschaft pur. EWG, damals noch europäische Währungsgemeinschaft und der Moderator war ein Schowi, der den Damen der Sendung den Hof machte. Der Charmeur hatte Stil und riskierte eine dicke Lippe. Der Geißler-Goebbels-Vergleich machte TV-Geschichte. Ich erinnere mich, als er in einer EWG-Sendung ein Schwein über einen roten Teppich laufen ließ und meinte: „Das gibt wieder Protest, aber es ist für noch größere Schweine ein roter Teppich ausgerollt worden.“

Platz 4: Harald Schmidt

Platz 6: Harald Juhnke

Platz 6: Hans Rosenthal

Platz 7: Dieter Thomas Heck

Platz 8: Joachim Fuchsberger

Platz 9: Wim Thoekle

Platz 10: Ilja Richter

Rituale beim Aussteigen aus dem Flugzeug

19. September 2008

Wie kleine Kinder liebe ich Rituale, ich genieße sie richtig. Das habe ich soeben wieder bemerkt, als ich von Paris ankam und ich München mit dem LH-Flieger landete. Es folgt immer der gleiche Spruch der Stewardess, so oder so ähnlich: „Warten Sie bis das Flugzeug seine endgültige Parkposition erreicht hat, bevor Sie den Sicherheitsgurt lösen.“ Aber natürlich: Das Flugzeug rollt noch auf das Gate zu und die ersten lösen mit einem Klicken ihren Sicherheitsgurt. Mir ist es schon passiert, dass der Flieger noch einen Ruck macht. Wer nicht angeschnallt ist, bekommt die Fliehkräfte der Physik zu spüren und segelt durch den Flieger. Kaum steht die Maschine, („Cabin Crew, all doors in park“) lösen alle ihre Gurte und dann macht sich Nervosität breit: Was zuerst? Also am besten aufstehen: Also alle Passagiere an den Gangplätzen springen auf, die Nachbarn aus den Mittelreihen rucken nach und würden am liebsten auch in den Mittelgang drängen, der natürlich schon besetzt ist. Also bleiben die Passagiere der Mittelplätze zwischen Gang und Sitze hängen und verkrampfen sich. Die Gäste der Fensterplätze haben resigniert und schauen dem Schauspiel nur zu. Derweil öffnen die Gangpassagiere bereits die Gepäckfächer und nehmen Jacken und Taschen. Probleme gibt es immer noch, wohin mit dem Handy? Denn der mobile Begleiter muss angeschaltet und abgefragt werden: Pin Code eingeben und Netz suchen. Vielleicht hat einer angerufen oder eine Mail geschickt. So steht man verkrampft einige Minuten herum und langsam, ganz langsam setzt sich der Tross im Mittelgang in Bewegung. Fluggast um Fluggast bewegt sich durch die Röhre Richtung Ausgang. Bei einigen versagt die Erziehung und sie drängeln sich nach vorne. Warum warten bis sich die Reihen vor einem geleert haben? Ich bin doch wichtig! Platz da!

Ach ja und dann gibt es noch die Kollegen, die sich langsam aus der Economy-Class nach vorne in die Business-Class vorschlagen und die Sitze absuchen. Hat vielleicht jemand eine Illustrierte wie Spiegel, Fokus oder Bunte liegengelassen? Wenn ja, ein bisschen strecken und schnell verschämt das Heft eingesteckt. Ein paar Euro gespart!