Posts Tagged ‘Elmer Bernstein’

Die glorreichen Sieben (1960) – Western-Matinee am 22. Februar im Scala Fürstenfeldbruck

20. Februar 2026

Der Westernklassiker Die glorreichen Sieben ist pures Kinoabenteuer in seiner edelsten Form – ein Film, der schon nach wenigen Minuten das Gefühl vermittelt, man säße mitten in einer Legende. Ich präsentiere diesen Klassiker am am 22. Februar im Scala Fürstenfeldbruck in meiner Western-Matinee. Karten gibt es hier.

Regisseur John Sturges entfacht hier ein episches Feuerwerk aus Spannung, Charisma und Mythos, getragen von einer Besetzung, die wirkt, als sei sie direkt aus dem kollektiven Traum des Westernkinos entstanden. Yul Brynner, Steve McQueen, Charles Bronson und ihre Mitstreiter sind nicht einfach Figuren – sie sind Archetypen, die Mut, Coolness und stille Melancholie verkörpern.

Was diesen Film so unwiderstehlich macht, ist seine Mischung aus rauer Action und unerwarteter Wärme. Hinter den Revolverduellen und staubigen Landschaften verbirgt sich eine zutiefst menschliche Geschichte über Ehre, Opferbereitschaft und die Frage, was ein Leben wirklich wertvoll macht. Wenn die sieben Revolverhelden beschließen, ein schutzloses Dorf zu verteidigen, spürt man, dass es ihnen nicht um Geld geht, sondern um Würde – und genau diese Haltung verleiht dem Film seine emotionale Wucht. Vorbild waren der japanische Klassiker die sieben Samurai.

Unvergesslich ist auch die Musik von Elmer Bernstein, deren heroisches Thema sofort Bilder von galoppierenden Pferden, wehenden Mänteln und staubigen Horizonten heraufbeschwört. Sie trägt den Film wie ein unsichtbarer Erzähler und macht jede Szene größer, mutiger und bedeutungsvoller.

Die glorreichen Sieben ist deshalb mehr als ein Western – er ist ein Mythos über Freiheit, Freundschaft und den letzten Funken Idealismus in einer harten Welt. Wer ihn sieht, versteht sofort, warum er zu den zeitlosesten Abenteuern der Filmgeschichte zählt. Also wir sehen uns am 22. Februar im Scala Fürstenfeldbruck in meiner Western-Matinee. Karten gibt es hier.

Vierzig Wagen westwärts – Rückblick auf meine Western-Matinee

16. August 2025

Vierzig Wagen westwärts („The Hallelujah Trail“, 1965) ist eine Westernkomödie, die den Wilden Westen gehörig auf die Schippe nimmt. Im Frühsommer besprach ich ihn bei meine Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck. Am 24. August geht es weiter mit dem Klassiker High Noon – 12 Uhr mittags. Karten gibt es hier.

Statt heldenhafter Revolverduelle oder epischer Indianerschlachten dreht sich alles um ein hochbrisantes Thema: den Transport von 40 Wagenladungen Whisky durch die staubige Prärie. Zwischen hitzigen Temperenzlerinnen, durstigen Siedlern, strategisch überforderten Militärs und cleveren Indianern entwickelt sich ein turbulentes Chaos, das zeigt: Im Westen ging es nicht immer nur um Gold oder Ruhm – manchmal schlicht ums nächste Glas. Mit satirischem Witz, überzeichneter Action und einem Augenzwinkern macht der Film klar, dass die Mythen des Westerns auch wunderbar komisch erzählt werden können. Hier ist mein Vortrag zum Film.

Regisseur John Sturges („Die glorreichen Sieben“) bleibt seinem Ruf als Action-Spezialist treu, setzt aber diesmal auf augenzwinkernde Ironie und Parodie. Der Film nimmt die klassischen Westernmotive – den Treck durch die Wildnis, den Kampf um Ressourcen, Indianerüberfälle und den ewigen Konflikt zwischen Männern und Frauen – und überzeichnet sie genüsslich. Statt um Gold oder Land geht es hier um das „Recht auf Rausch“, und der Film macht daraus keinen Hehl: Der Whiskey ist der eigentliche Star der Geschichte.

Die Gagdichte ist aus heutiger Sicht eher niedrig, doch die meisten Pointen sitzen. Es handelt sich um eine altmodische Komödie, bei der nicht jeder Gag ein Brüller sein muss, aber der Humor ist beständig und sorgt für viele Schmunzler. Besonders gelungen sind die großen Actionszenen, etwa die „Schlacht an den Whiskeybergen“ im Sandsturm und das Finale mit Dutzenden von Wagen und Stuntmen – auch wenn letzteres von einem tragischen Unfall während der Dreharbeiten überschattet wurde. Sturges inszeniert in Ultra Panavision 70, was dem Film einen epischen Look verleiht. Die Ausstattung, Kostüme und Landschaftsaufnahmen sind opulent und tragen zum nostalgischen Western-Feeling bei. Die Musik von Elmer Bernstein unterstreicht den augenzwinkernden Ton und sorgt für zusätzliche Atmosphäre.

Am 24. August geht es weiter mit dem Klassiker High Noon – 12 Uhr mittags. Karten gibt es hier.

Vierzig Wagen westwärts – Western Matinee am Sonntag, 8. Juni im Scala FFB

6. Juni 2025

„Vierzig Wagen westwärts“ ist eine Westernkomödie von John Sturges, die das Genre kräftig durch den Kakao zieht. Im Mittelpunkt steht ein Wagentreck mit vierzig Wagen voller Whiskey und Champagner, der im Jahr 1867 Denver vor dem Austrocknen retten soll. Ich erläutere und zeige den Film in meiner Western-Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck am Sonntag 8. Juni um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Verschiedene Parteien – darunter durstige Bergleute, eine Kavallerieeinheit, eine Gruppe abstinenter Frauenrechtlerinnen und Indianer, die sich ebenfalls nach Alkohol sehnen – geraten auf der Jagd nach dem begehrten Nachschub aneinander. Die Geschichte kulminiert in einem chaotischen Sandsturm, bei dem niemand mehr weiß, gegen wen eigentlich gekämpft wird, und endet in einer absurden Auflösung.

Regisseur John Sturges („Die glorreichen Sieben“) bleibt seinem Ruf als Action-Spezialist treu, setzt aber diesmal auf augenzwinkernde Ironie und Parodie. Der Film nimmt die klassischen Westernmotive – den Treck durch die Wildnis, den Kampf um Ressourcen, Indianerüberfälle und den ewigen Konflikt zwischen Männern und Frauen – und überzeichnet sie genüsslich. Statt um Gold oder Land geht es hier um das „Recht auf Rausch“, und der Film macht daraus keinen Hehl: Der Whiskey ist der eigentliche Star der Geschichte.

Die Gagdichte ist aus heutiger Sicht eher niedrig, doch die meisten Pointen sitzen. Es handelt sich um eine altmodische Komödie, bei der nicht jeder Gag ein Brüller sein muss, aber der Humor ist beständig und sorgt für viele Schmunzler. Besonders gelungen sind die großen Actionszenen, etwa die „Schlacht an den Whiskeybergen“ im Sandsturm und das Finale mit Dutzenden von Wagen und Stuntmen – auch wenn letzteres von einem tragischen Unfall während der Dreharbeiten überschattet wurde.

Burt Lancaster gibt den stoischen Colonel Gearhart, Lee Remick spielt die kämpferische Frauenrechtlerin Cora Massingale. Beide liefern solide Leistungen, ebenso wie die Nebenrollen, etwa Donald Pleasence als Orakel Jones und Martin Landau als Indianerhäuptling. Die Figuren sind bewusst überzeichnet und bedienen Western-Klischees, doch gerade das macht ihren Reiz aus. Die unterschiedlichen Interessen der Parteien sorgen für reichlich Verwicklungen und treiben die Handlung voran.

Es wird ein großer Spaß und ich freue mich auf einen wunderbaren Vormittag mit Ihnen. Karten gibt es hier.

„Vierzig Wagen westwärts“ ist keine knallharte Western-Action, sondern eine liebevolle, ironische Parodie auf das Genre. Der Film lebt von seinen sympathischen Figuren, dem absurden Plot und dem gelungenen Spagat zwischen Action und Humor. Wer einen klassischen Western erwartet, wird enttäuscht sein – wer aber Spaß an einer selbstironischen, überdrehten Westernkomödie mit Starbesetzung hat, wird bestens unterhalten.

Filmtipp: American Werewolf von Turbine

25. November 2020

Denke ich an Werwolf-Filme, dann kommt mir als erstes der Wolfsmensch von 1941 in den Sinn. Das ist für mich der wichtigste Wolf-Film überhaupt. Dann gibt es noch ein paar andere gute Heuler, wie der Fluch von Sinestro oder Das Tier oder auch Zeit der Wölfe. Und dann gibt es den Klassiker der Moderne An American Werewolf in London, der bei uns als American Werewolf 1981 im Kino lief.

Meine Sammlung an amerikanischen Werwölfen – zuletzt die Turbine Ausgabe.

Regie führte damals John Landis, der für mich immer der Mann der Blues Brothers ist. Mit seinem Werwolf-Film schuf er Filmgeschichte – der Film ist eine Mischung aus Horror, Action und Komödie, aber vor allem ist er ein Film, den ich in meiner Kinojugend gesehen habe und für gut befunden habe. Bis heute habe ich meine Meinung nicht geändert. American Werewolf hatte trotz seiner Fehler immer einen Platz unter meinen Lieblingsfilmen. Er prägte ein neues Genre für mich. In den siebziger Jahren war der Böse im Kino abstrakt wie der Teufel im Exorzist (1973) von William Friedkin oder das Omen (1976) von Richard Donner. Und wenn es ganz heftig war, dann stiegen die Zombies wie bei Dawn of the Dead (1978) von George A. Romero oder Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies (1979) von Lucio Fulci.

Und dann knüpfte American Werewolf wieder an die Universal-Klassiker der 40er Jahre an, nahm Zombies mit ins Boot, fügte die Schocks von Brian de Palma hinzu. Wichtig war auch, dass Kömodienspezialist John Landis eine Prise Collage Humor dazu gab, den er bei 1977 bei Kentucky Fried Movie (The Kentucky Fried Movie) und 1978 mit Ich glaub’, mich tritt ein Pferd (National Lampoon’s Animal House) gelernt hatte und 1980 mit Blues Brothers zum Olymp verfeinerte. Kein anderer hätte American Werewolf so drehen können.
Ich war im Kino begeistert – natürlich auch von den Spezialeffekten von Rick Baker. Endlich sah der Zuschauer eine realistische Verwandlung vom Mensch zum Werwolf. Später kaufte ich mir die Laserdisc und dann eine Sammlerausgabe auf DVD.

Jetzt endlich erschien der Film An American Werewolf in London neu abgetastet in 4K und komplettiert. Die Telefonszene von David mit seiner Schwester ist jetzt im Film enthaltet. Nun ist eine limitierte Sammler-Ausgabe von Turbine erschienen, die ich nicht genug preisen kann. Der Film auf 4K UHD und Bluray sowie eine Bluray mit Bonusmaterial, ein exzellentes 100seitiges Buch zum Film, Merch wie Bierdeckel aus dem geschachteten Lamm, Aufkleber und Postkarten (auch vom Porno-Kino am Piccadilly Circus) und ein zweiseitiges Poster. Ich habe die Nummer 502 der limitierten Ausgabe.

Zunächst begeistert wegen des Soundtracks, aber dann doch zu kurz.

Es liegt auch der Soundtrack von Elmer Bernstein bei, der meines Wissens das erste Mal erschienen ist. Leider fällt der Score sehr kurz aus, nachdem ich ihn begeistert in den CD-Player gelegt habe.