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Kinotag: Dracula 1958 in ungekürzter Fassung

8. September 2022

Am Sonntag, 11. September ist Kinotag. Und als Kinofan bin ich da live dabei – nicht nur als Zuschauer, sondern auch aktiv. Ich darf im Rahmen einer Matinee den 1958 entstandenen Gruselstreifen Dracula in ungekürzter Fassung zeigen. Davor gibt es eine 20minütige Einführung durch mich.

Am Kinotag am 11. September darf ich eine Matinee zum Dracula 1958 in Fürstenfeldbruk im Scala anbieten.

Ort des blutigen Geschehens ist das Scala-Kino in Fürstenfeldbruck. Start ist 11 Uhr, bei einem Eintritt von 5 Euro für Vortrag und Film. Tickets gibt es hier.
Und einen kleinen Trailer hab ich auch gemacht – bitte sehr.

Im Frühjahr durfte ich schon eine Matinee zu 100 Jahre Nosferatu – eine Symphonie des Grauens im Scala durchführen, die hervorragend ankam. Daher setzen wir weiterhin auf Vampire und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie dabei sind.

Dracula war der zweite Horror-Film von der britischen Insel von der Produktionsgesellschaft mit dem coolen Namen Hammer. Nach Frankenstein mit dem Duo Cushing/Lee kam Blood of Dracula, wie der Film in den USA hieß. An diesem Dracula stimmt einfach alles: Schauspiel, Kulissen, Ausleuchtung, Kamera und der Score von James Bernard mit dem bekannten Dracula-Motiv. Natürlich ist Hammer Trash und anders als die Universal-Filme der 30er Jahre.

Erinnert sei nur an den Vorspann von Dracula von 1958. Das Schloss wird monochromatisch gezeigt, die Kamera bewegt sich (anders als die Kameras von Karl Freund bei Tod Browning). Sie streift umher und kommt auf dem Sarg von Dracula zur Ruhe. Dann: Es tropf knallrotes Blut auf den Sarg – das Ende des Schwarzweißfilms ist eingeläutet. Schnitt auf das blutrote Tagebuch von Jonathan Harker und los gehts. Mit dieser Szene hat sich Dracula seinen Platz in der Filmgeschichte gesichert. Dann sehe ich zum ersten Mal im Film die Zähne von Dracula. Es gab zwar die Rattenzähne von Max Schreck in Nosferatu, Bela Lugosi hatte keine Vampirzähne, erst Christopher Lee trug die blutverschmierten Beißerchen und dann alle Vampire nach ihm.

Also nochmal:
Matinee am Sonntag, 11. September um 11 Uhr im Scala Kino und Lounge in Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Dracula im Film (14): Dracula (1958)

14. Februar 2021

Als ich Dracula von Terence Fisher zum ersten Mal im Fernsehen sah, war ich fasziniert von diesem Hammer-Film. Es war der zweite Horror-Film von der Insel von der Produktionsgesellschaft mit dem coolen Namen Hammer. Nach Frankenstein mit dem Duo Cushing/Lee kam Blood of Dracula, wie der Film in den USA hieß. Ich war fasziniert und für mich ist diese Verfilmung noch immer eine der besten Versionen von Bram Stokers Vampirgeschichte.

Ich war vertraut mit Bela Lugosis Interpretation des Bühnenstücks von 1931: Getragen, in Schwarzweiß mit der Musik von Schwanensee und theatralischen Schauspiel des Ungarn. Von der spanischen Version, die in den gleichen Kulissen zur gleichen Zeit gedreht wurde, habe ich erst viel später erfahren. Lugosi war lange Zeit mein Dracula im Frack und dann kam Christopher Lee: Eiskalt, gnadenlos, elegant und animalisch. Lugosi war gut, Lee war besser und an der Seite von Peter Cushing war der Hammer-Film ein wahrer Hammer.
Jetzt kam eine restaurierte Bluray-Version des Films Dracula von 1958 auf den Markt und wir erleben den Horror ein paar Sekunden in brillanter Bildqualität mehr. Auf der Bluray gibt es die Originalfassung und die restaurierte Fassung. Der Schluss, die Vernichtung des Grafen nach einer Idee von Cushing, ist nun schärfer und ein paar Takte länger. Es soll noch eine längere japanische Version geben, die ich allerdings noch nie gesehen habe. In einem Archiv sei eine beschädigte Version aufgetaucht – ob es stimmt sei dahingestellt.

An diesem Dracula stimmt einfach alles: Schauspiel, Kulissen, Ausleuchtung, Kamera und der Score von James Bernard mit dem bekannten Dracula-Motiv. Natürlich ist Hammer Trash und anders als die Universal-Filme der 30er Jahre. Ich saugte Eversons Klassiker des Horrorfilms auf, der Hammer in die untere Schublade verbannte. Aber das hat Hammers Dracula nicht verdient. Die Farbfilme schufen ein neues Horrorzeitalter.

Erinnert sei nur an den Vorspann von Dracula von 1958. Das Schloss wird monochromatisch gezeigt, die Kamera bewegt sich (anders als die Kameras von Karl Freund bei Tod Browning). Sie streift umher und kommt auf dem Sarg von Dracula zur Ruhe. Dann: Es tropf knallrotes Blut auf den Sarg – das Ende des Schwarzweißfilms ist eingeläutet. Schnitt auf das blutrote Tagebuch von Jonathan Harker und los gehts. Mit dieser Szene hat sich Dracula seinen Platz in der Filmgeschichte gesichert. Dann sehe ich zum ersten Mal im Film die Zähne von Dracula. Es gab zwar die Rattenzähne von Max Schreck in Nosferatu, Bela Lugosi hatte keine Vampirzähne, erst Christopher Lee trug die blutverschmierten Beißerchen und dann alle Vampire nach ihm.

Und dann haben wir noch das Ende. Dracula verbrennt im Sonnenlicht, nachdem er von Van Helsing mit einem improvisierten Kreuz getrieben wird. Erst in der restaurierten Fassung sind mir die leidenden Augen im brennenden Torso von Dracula aufgefallen. Horror pur. Also: Wer sich für Dracula interessiert, der kommt um Dracula von Terence Fisher aus der Hammer-Schmiede nicht herum. Der Klassiker Dracula im neuen, restaurierten Look.