Posts Tagged ‘Beweglichkeit’

Wenn der Nacken wieder frei wird: Wie der Eulentest Menschen neue Beweglichkeit schenkt

2. Februar 2026

In der sechsten Folge des Podcasts „Dombo bewegt“ sprach ich mit Gastgeber Norman Dombo vom Zentrum für Gesundheit Dombo in Maisach über ein Diagnostik- und Therapiekonzept zur Behandlung von Hals- und Nackenbeschwerden. Im Mittelpunkt steht dabei der sogenannte „Eulentest“, der die Beweglichkeit der Halswirbelsäule misst. Hier der Podcast

Der Eulentest nutzt eine App, um objektiv zu erfassen, wie weit Patientinnen und Patienten den Kopf nach links, rechts, oben und unten bewegen können. Hintergrund ist, dass bei Nackenproblemen häufig Ausweichbewegungen über den Oberkörper stattfinden, weil die eigentliche Kopfrotation eingeschränkt ist. Die Messung dient sowohl der Diagnose als auch der Dokumentation von Therapieerfolgen.

Anschließend kommt ein Therapiegerät namens „Tension Terminator“ zum Einsatz. Dieses wurde in Innsbruck entwickelt und soll durch verschiedene Anwendungen verspannte Muskulatur lockern und Schmerzen reduzieren. Laut Dombo wurde das Gerät wissenschaftlich getestet und in Unternehmen eingesetzt, insbesondere dort, wo Mitarbeitende dauerhaft in belastenden Körperhaltungen arbeiten, etwa bei Tätigkeiten am Mikroskop.

Als Praxisbeispiel berichtet Dombo von einem Unternehmen, in dem der Krankenstand nach Installation des Geräts im Aufenthaltsraum innerhalb von sechs Monaten um rund 60 Prozent gesunken sei. Die Ergebnisse seien sowohl über App-Daten als auch über betriebliche Kennzahlen nachvollzogen worden.

Ein weiteres Thema der Folge ist die Bedeutung strukturierter Terminvergabe: Für den Eulentest und die Nutzung des Geräts empfiehlt Dombo eine vorherige Terminvereinbarung, um ausreichend Zeit für Einweisung und Behandlung zu gewährleisten.

Aufgelockert wird die Folge durch eine symbolische „Eule“, die als Maskottchen für Beweglichkeit und Weisheit steht. Die Hörerinnen und Hörer werden eingeladen, der Eule einen Namen vorzuschlagen.

Die Episode verbindet medizinisch-therapeutische Inhalte mit einem praxisnahen Einblick in moderne Diagnostik- und Präventionsangebote im Gesundheitszentrum Dombo.

So fühle ich mich im Alter – Alterssimulation

3. Februar 2013

Jeden Tag werde ich älter – klar, das ist eine Binsenweisheit. Aber wie fühle ich mich, wenn ich alt bin? Diese Frage stelle ich mir oft. Ich meine dabei nicht die Altersvorsorge oder Rente, sondern meine Mobilität. Auf der Messe Berufsbildung in Nürnberg entdeckte ich eine interessante Simulation. Dort gab es bei einem Pflegedienst Alterssimulationsanzüge zum Ausprobieren. Die Anzüge simulieren den Alltag im Alter. Das interessierte mich.
Die Alterssimulationsanzüge, AgeSuits oder Altersanzüge dienen dazu, jüngeren Personen die Erlebniswelt älterer Personen nahe zu bringen. Wer einen Anzug anzieht, taucht in die Welt des Alters ein und merkt die Auswirkungen auf Sehen, Hören, Tastsinn, Beweglichkeit und Kraft. Ich beobachtete Jugendliche, die völlig überrascht waren und ihre Oma auf einmal besser verstehen. Das wollte ich auch einmal probieren.
Ein gedämpfter Kopfhörer sorgte dafür, dass meine Hörleistung deutlich reduziert wurde. Ich nahm Geräusche deutlich schwächer war. So muss sich mein Vater fühlen, wenn er das Hörgerät nicht einschaltet. Ebenso schränkt eine Brille, ähnlich wie eine Skibrille, mein Sehvermögen ein. Jetzt bin ich sowieso mit starken Brillengläsern gestraft, aber die Simulationsbrille schränkte mein Blickfeld noch stärker ein. Kein Problem, dachte ich mir, dann bewege ich den Kopf eben schneller und erfasse so die Situation. Aber denkste: Der Anzug simulierte eine verminderte Bewegung im Hals-/Kopf-Bereich und im Schulterbereich. Als ich den Anzug ausprobierte, war ich geschockt. Ich lief gebückt, noch mehr als jetzt. Meine Bewegungsfreiheit war völlig eingeschränkt. An meinen Beinen hingen Gewichte, die einen schnellen Schritt unmöglich machten. In meiner Mobilität und meinem Wahrnehmungsvermögen war ich damit komplett eingeschränkt. Ich probiere einen Rollator aus und schob meinen Gehwagen langsam und schwerfällig vor mich hin. Ich weiß nicht, ob es wirklich der Simulation des Alters entspricht, aber das Erlebnis war eindrucksvoll.
Ich empfehle diese Simulation allen, die sich mit der Pflege von älteren Leuten befassen, sei es Altenpflege oder einfach Menschen, die ihre Eltern zu hause pflegen. Diese Alterssimulationsanzüge schaffen Verständnis für die Situation im Alter, die ich zwar theoretisch weiß. Die praktische Erfahrung übertrifft dieses theoretische Wissen um einiges. Unsere Gesellschaft wird immer älter und wir müssen uns darauf einstellen.

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