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Bond hinter der Maske: Ein Bildband voller Mythos, Schweiß und Magie

21. März 2026

Das Buch Blood, Sweat and Bond: Behind the Scenes of SPECTRE ist weniger ein klassisches Sachbuch als vielmehr ein sorgfältig gestalteter Bildband, der den Entstehungsprozess des James-Bond-Films Spectre visuell interpretiert.

Von Anfang an wird klar, dass hier nicht die analytische Zerlegung einer Filmproduktion im Vordergrund steht, sondern die Inszenierung ihrer Atmosphäre. Kuratiert vom Fotografen Rankin und ergänzt durch Beiträge weiterer renommierter Bildkünstler, versteht sich das Werk als ästhetische Annäherung an das Bond-Universum hinter den Kulissen. Der Leser erlebt den Film nicht chronologisch nach Produktionsphasen, sondern geografisch und emotional entlang der Drehorte, wodurch sich ein fast filmischer Lesefluss ergibt: Man reist mit der Crew von Location zu Location und spürt die Dimensionen der Produktion, ohne mit technischen Details überfrachtet zu werden.

Die große Stärke des Bandes liegt eindeutig in seiner Fotografie. Viele der Aufnahmen sind so komponiert, dass sie nicht wie beiläufige Set-Dokumentation wirken, sondern wie eigenständige Kunstbilder. Lichtstimmungen, Perspektiven und Bewegungsmomente sind bewusst gewählt und vermitteln ein Gefühl für den Mythos Bond, der auch hinter der Kamera präsent bleibt. Besonders eindrucksvoll sind jene Bilder, die nicht nur Stars zeigen, sondern die gewaltige Maschinerie eines Blockbusters sichtbar machen: riesige Kulissen, komplexe Kameraaufbauten, Stunt-Vorbereitungen und das Zusammenspiel hunderter Crewmitglieder. Dadurch entsteht ein visuelles Verständnis dafür, wie viel Planung, Logistik und Koordination nötig sind, um wenige Sekunden fertigen Films zu erzeugen.

Textlich hingegen bleibt das Buch zurückhaltend. Die kurzen Begleittexte und eingestreuten Zitate von Schauspielern und Crewmitgliedern setzen zwar Akzente und geben punktuelle Einblicke in kreative Entscheidungen oder Herausforderungen während der Dreharbeiten, doch wer eine tiefgehende Analyse der Produktionsprozesse erwartet, wird sie hier nicht finden. Dramaturgische Überlegungen, Drehbuchentwicklungen oder detaillierte technische Hintergründe werden nur angerissen. Diese bewusste Reduktion zugunsten der Bildwirkung passt zwar zum Konzept des Bandes, führt aber dazu, dass er eher ein atmosphärisches Erlebnis als eine umfassende Dokumentation ist. Hinzu kommt, dass die Typografie der Textpassagen teilweise sehr klein geraten ist, was den Lesekomfort mindert und den Eindruck verstärkt, dass die Worte gegenüber den Bildern zweitrangig sind.

Gerade darin liegt jedoch auch der Reiz des Buches. Es will kein Produktionshandbuch sein, sondern ein visueller Zugang zu einer Filmwelt, die sonst meist nur im fertigen Endprodukt sichtbar wird. Wer sich für Fotografie, Set-Ästhetik oder die ikonische Bildsprache der Bond-Reihe interessiert, erhält einen hochwertigen, beinahe musealen Einblick. Leser hingegen, die ein klassisches „Making-of“ mit detaillierten Hintergrundinformationen erwarten, könnten das Werk als zu oberflächlich empfinden. Insgesamt ist es somit ein Bildband mit dokumentarischem Anspruch und kein Sachbuch mit Bildanteil – ein Unterschied, der über die eigene Zufriedenheit mit dem Buch entscheiden dürfte.

Wie lange soll ein Kinofilm dauern?

6. Mai 2024

Früher dauerte ein durchschnittlicher Film rund 90 Minuten. Wenn bis dahin keine Geschichte erzählt wurde, hatte es ein Filmemacher schwer. Natürlich gab es Ausnahmen, wie die sogenannten Monumentalfilme. Dann wurden in den sechziger und siebziger Jahren die Filme länger, die Geschichten komplexer.

Wir gewöhnten uns an längere Filme im Kino wie Krieg und Frieden, Spiel mir das Lied vom Tod, 2001 Odyssee im Weltraum oder Apokalypse Now. Und heute haben wir richtig lange Filme im Kino: Napoleon, Dune, Avengers Endgame oder Oppenheimer oder der für mich langweilige Killers of the Flower Moon.
Solche langen Filme machen es den Kinobetreibern schwer, die Filme mehrfach am Tag zu spielen, damit sie Gewinn für das Kino abwerfen. Und nein, eine Pinkelpause gibt es heute auch nicht, wie einstmals, um die Filmrollen zu wechseln.

Einige Genres wie Dramen oder epische Filme haben oft längere Laufzeiten, um komplexe Handlungsstränge und Charakterentwicklungen zu entfalten. Auf der anderen Seite bevorzugen viele Zuschauer bei Komödien, Actionfilmen oder Animationsfilmen kürzere Laufzeiten, die den Unterhaltungswert erhöhen und das Tempo hochhalten.

Jede Länge hat für mich als Filmfreund seine Berechtigung. Ein Kurzfilm ebenso wie ein Vierstunden-Film. Hauptsache die Geschichte berührt mich und ich kann den Film genießen. Solange ein Film mich als Zuschauer emotional anspricht, fesselt und unterhält, kann er erfolgreich sein, unabhängig von seiner Länge.

Und dennoch, was will eigentlich das Publikum für eine Länge. Hier kommt mir eine Umfrage des US-Instituts Talker Research in die Finger. Das klassische US-Publikum spricht sich hier für eine Kinofilmlänge von 92 Minuten aus. 15 % der Befragten empfinden eine Dauer von mehr als zwei Stunden als gute Film­länge, nur 2 % bevorzugen zwei­einhalb Stunden oder länger.
In sozialen Medien heißt es, in der Kürze liegt die Würze. TikTok, Instagram – alles muss kurz sein und die Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer ist kurz. Man stelle sich Killers of the Flower Moon (206 Minuten) in TikTok vor.

Predator im Hangar 7

6. Juli 2014

predator

Erst spät habe Ich den Film Predator zu schätzen gelernt. Dabei meine ich ausdrücklich den Film von John McTiernan aus dem Jahr 1987 mit Arnold Schwarzenegger. Alle Fortsetzungen und Crossovers und Variationen halte ich weiterhin für Müll – vor allem die Alien-Filme sind ein Verbrechen am Publikum.

Erst vor kurzem habe ich mir die Blu ray des Films ansehen und war wirklich gefesselt. Ich kann in dem Film natürlich einen harten Actionfilm sehen, aber auch eine sehr gute Parabel auf den Vietnamkrieg. Diese Parabel habe ich damals im Kino übersehen und eben erst vor kurzem auf Blu ray entdeckt. Schließlich spielt der Film ausschließlich im Dschungel und stellt die Aussichtslosigkeit der Kämpfer wunderbar dar. Die Bedrohung ist unsichtbar, kommt von allen Seiten und stellt sich nicht direkt zum Kampf – eben wie in Vietnam. Durch die Science Fiction-Elemente wie die feindlichen Außerirdischen kommt neuer Wind und eine neue Perspektive herein. Mir hat der Film nach Jahren endlich gefallen.

Wer ist das Monster?

Wer ist das Monster?

Um so überraschter war ich, als ich bei einem Besuch des PresseClubs Münchens im Hangar-7 in Salzburg eine riesige Statue eines Predators entdeckte. Sie steht etwas abseits beim Eingang zum Außenrestaurant. Der Ausstellungsbereich des Hangar-7 dient als Museum für die historischen Flieger der Flying Bulls und Formel-1-Rennboliden. Dort findet sich auch der Recycling Predator in der Ecke, dieser ist über zwei Meter groß und bewaffnet.

Eine Mitarbeiterin des Hangar-7 für unsere exklusive Führung des PresseCubs konnte leider keine Aussagen über die Figur treffen. Sie verwies auf die Marketing-Abteilung. Die Figur habe wohl dem charismatischen Chef der Flying Bulls Sigi Angerer gefallen und er habe sie gekauft und aufgestellt. Mir hat sie auf jeden Fall auch gefallen und ich habe auf gleich ein kleines Video gedreht – viel Spaß.