Posts Tagged ‘Monsterfilme’

Herr der Kaijū-Monster: Godzilla-Sammler Detlef Claus

1. April 2024

Im Moment ist wieder Godzilla in aller Munde: Der Überraschungserfolg von Godzilla minus one in den Kinos, der Oscar für die Spezialeffekte und in Kürze startet der nächste Teil des Monsterverse Godzilla vs Kong – the new Empire. Und diese Erfolgswelle des japanischen Monsters nutzt Sammler Detelf Claus, der sein dritten Buch über die japanischen und asiatischen Monster im Eigenverlag veröffentlicht hat. Sein Buch Monster and Science Fiction Poster Art ist ein Paradies für Sammler, Fans und Fanatiker der Kaijū und Artgenossen.

Zeit also für ein ausführliches Videointerview mit Detlef Claus über seine Sammelleidenschaft, seine Bücher und seine Faszination zu sprechen. Zudem veranstaltet er einmal im Jahr ein Monstertreffen in seiner Heimatstadt Uelzen.

Detlef Claus ist Godzillafan seit über 50 Jahren und diese asiatischen Monster haben ihn so begeistert, dass ich 1998 mein erstes Buch dazu mit Rolf Giesen veröffentlicht habe. Das zweite Buch Asiatische Monster und Science Fiction Filme folgte dann 2011 mit dem nahezu gesamten Kinowerbematerial, welches jemals in Deutschland seit 1956 produziert worden ist. Und nun hat er sein drittes Asian Monster and Science Fiction Poster Art zu diesem Thema rausgebracht und zeige darin viele Kinoplakate aus Europa und anderen Teilen der Welt. Wie verschiedene Sammler bestätigen, hat Detlef Claus wohl die größte Kinoplakatsammlung Europas zu diesem Filmbereich.

Filmkritik Kong Skull Island

7. August 2017

Ich verpasste den Kong Skull Island im Kino

Ich verpasste den Kong Skull Island im Kino

Ich habe mir erst gedacht, lass sie alle reden, so schlecht wird der Film nicht sein. Das Thema ist doch gut, die Titelfigur ist berühmt, da kann man doch keinen schlechten Film machen. Denkste – falsch gedacht. Der Film ist noch viel, viel schlechter als ich es mir in meinen schlimmsten Träumen ausmalen konnte. Was habt ihr Idioten mit Kong gemacht? Warum musstet ihr den Affen so verhunzen? Was hat euch King Kong denn angetan? Ich habe mir Kong Skull Island angeschaut und ich hätte in der Zeit Holz hacken oder Unkraut zupfen sollen. Im großen und ganzen ist der Film reine Zeitverschwendung und es tut mir wirklich, wirklich leid.
Aus dem Thema hätte man etwas machen können. Ich liebe Monsterfilme, allen voran Filme mit King Kong und Godzilla. Das ist meine Jugend und die will ich mir bewahren. Und als ich vergangenes Jahr hörte, dass ein neuer, aufwendiger Kong-Film in die Kinos kommen soll, freute ich mich wirklich. Kong, ich komme.
Aus familiären Gründen hatte ich dann keine Zeit fürs Kino, aber als die Blu ray auf den Markt kam, bestellte ich mir meinen Kong und schaute mir Kong: Skull Island voller Spannung und Erwartung an. Kopfhörer auf, Zimmer abgedunkelt und volle Konzentration. Ich hoffte, der Film spielt in einer Liga wie das Original oder die Peter Jackson-Verfilmung oder ein wenig darunter. Ich mochte die Dino DeLaurentis Version von 1976 nicht, aber im Vergleich zu Kong Skull Island ist das große Kinokunst. Kong Skull Island ist so unsagbar schlecht, dass ich mich echt aufregen könnte. Ich kann kaum etwas Gutes an den Film finden.

Die Darsteller von Kong Skull Island
Beginnen wir mit den Darstellern. Samuel L. Jackson als Lieutenant Colonel Packard und John Goodman als Bill Randa könnten doch eigentlich nicht schlecht sein. Doch, sind sie und zwar grottenschlecht. Samuel L. Jackson spielt völlig ausdruckslos und kalt – wahrscheinlich hat er beim Drehen geahnt, welch schlimmer Film herauskommen wird.
Brie Larson als Mason Weaver darf mit der Analogkamera herumknipsen und das war es auch dann. Einmal, ganz kurz, taucht so etwas wie Emotion bei ihr auf. Den besten Part hat noch John C. Reilly als Weltkriegsveteran Hank Marlow. Er schafft es, dass der Zuschauer sich für die handelnden Personen interessiert, weil der Rest der Darsteller ist uns als Zuschauer eigentlich egal. Aha, Kong reißt dem Soldaten den Kopf ab – fein, aha, der Dino frisst den Soldaten hier, fein, aha. Die Personen berühren den Zuschauer nicht im Geringsten und das ist ein klares No Go für den Film.

Das Originalset von Kong Skull Island
Gedreht an Originalschauplätzen sieht das ganze Set nach Greenscreen aus und zwar nach schlechten Greenscreen. Da hat der Film die geilsten Locations auf diesem Planeten und die Regie setzt es in Szene, als ob es eine Studiokulisse wäre. Soviel Unvermögen muss man erst mal aufbringen.

Die Spezialeffekte von Kong Skull Island
Wenn Industrial Light & Magic (ILM) die Tricks macht, lässt sich großes erwarten und wenn John Dykstra seine Finger als Visual Effects Supervisor im Spiel hat, kann eigentlich nichts schiefgehen. Doch, geht es leider. Kong ist ohne Regung. Die CGI-Tricks sind technisch fein gemacht, aber es kommen keine Emotionen bei der Figur rüber. Wie kann man das so versauen? Wenn die bösen Monster angreifen, schaue ich als Zuschauer auf die Uhr, wie lange es denn noch dauert. Das darf bei einem Monsterfilm nicht passieren. Wollt ihr was Gutes lesen? Nun, die Hubschrauberfights sind fein gemacht. In einem Cockpit sitzt ein Wackelkopf von Richard Nixon. Er wackelt und schüttelt den Kopf, weil er weiß, wie der Film ausgeht. Sein Wahlspruch: First, destroy the tapes kann für den ganzen Film gelten.

Die Musik von Kong Skull Island
Hurra, ein Lichtblick ist der Soundtrack von Kong Skull Island. Wir haben auf der einen Seite den Rock der Siebziger des vergangenen Jahrhunderts mit CCR und vor allem Black Sabbath. Paranoid passt wunderbar in den Film. Dann läuft noch We’ll Meet Again von Vera Lynn am Ende des Films. Moment! Das ist doch das Ende von Dr. Seltsam, den früheren Kubrick Klassiker. Naja, wollen wir es mal als Hommage gelten lassen. Der Score ist von Henry Jackman und ich habe leider bisher noch nicht die CD erwerben können. Jackman stammt aus der Schule des unsäglichen Hans Zimmer und das ist für mich auch das Problem. Jackman hat aber auch gute Sachen abgeliefert wie 2014 Kingsman: The Secret Service und 2015: The Man in the High Castle. Der brummende Score von Kong Skull Island ist solide, klingt aber immer wieder nach anderen Meistern. Höre ich da vielleicht Bernhard Hermann heraus? Aber der Score passt zum Film und wenn ich die CD mal in die Finger bekomme, dann erfolgt eine Einzelkritik.