Posts Tagged ‘Fotografie’

Parrot Bebop Drone: Drone für die Freizeit

18. Mai 2014

Parrot_BebopDrone_Lifestyle1

Dronen faszinieren mich. Ich habe eine Parrot AR.Drone der ersten Generation und spiele ein wenig damit herum. Es ist nur ein Herumspielen, aber bei Kollegen sehe ich den professionellen Einsatz. Ich werde mich mit dem Thema mehr befassen müssen, denn Dronen für Luftaufnahmen sind eine deutliche Bereicherung der klassischen Fotografie. Unlängst habe ich Bergsteiger gesehen, die von einer Drone gefilmt und fotografiert wurden, als sie einen Berg erklommen – faszinierende Bilder und extrem eindringlich. Wer von euch nutzt denn Dronen für Foto oder Video?

Eher zum Spaß ist die neue Parrot Bebop Drone anzusehen, die im vierten Quartal 2014 auf den Markt kommen soll. Der Preis steht noch nicht fest. Die Bebop Drone wird vom Hersteller als ein Hightech-Quadcopter für die Freizeit mit den Funktionen einer Profidrohne angepriesen.

Ausgestattet mit einer 14 Megapixel Fisheye Kamera fotografiert und filmt die Parrot Bebop Drone die Welt in einem 180° Panorama. Die Drone streamt live Bewegtbilder während des Flugs auf den Screen des steuernden Smartphones oder Tablets. Darüber hinaus ermöglicht die volldigitale Technologie der Bildstabilisierung der Bebop Drone Videoaufnahmen aus der Luft auch in Bewegung. Das zwar bisher immer ein Manko der Freizeitdronen. Wenn Parrot das Problem der Wackelei gelöst hat, sind wir einen Schritt weiter.  Die Kombination aus einer Vielzahl an Sensoren sorgt für eine Stabilität und Manövrierbarkeit bei der Steuerung mit einem Smartphone oder Tablet. Dank der von Parrot-Ingenieuren entwickelten Algorithmen profitiert die Bebop Drone von einem 3-Achsen Bildstabilisierungssystem, das den Blickwinkel fixiert hält, unabhängig von der Neigung der Drohne und der Bewegungen, die durch Turbulenzen verursacht werden.

Parrot_BebopDrone_Lifestyle2

Die Verwendung des WLANs 802.11ac MIMO und der vier Keramikantennen im 2.4GHz und 5GHz-Bereich garantiert laut Hersteller eine hohe Reichweite. Die mit der Bebop Drone aufgenommen Fotos, werden dank des Parrot P7 Dual Core Prozessors, der GPU und eines firmeneigenen Bildsignalprozessors digital bearbeitet.  Landschaftsmotive gelangen mit hoher Detailtreue und Schärfe in den 8GB Flash-Speicher der Parrot Bebop Drone. Nach dem Landen der Drohne können die Videos (MP4-Format) und Fotos (JPEG- und DNG-Format) entweder auf das Steuerungsgerät oder einen Computer via WLAN oder eingebautem Micro-USB Connector übertragen werden.

Entstanden ist ein extrem leistungsstarkes Hightech-Fliegerchen, das ohne Hülle 380 Gramm wiegt (400 Gramm mit Hülle) und Innen- und Außenflüge ermöglicht – ohne die Risiken, die mit größeren Drohnen verbunden sind. Spezielle Genehmigungen wie bei Profidronen sind daher nicht nötig.

Hier der technische Aufbau der Drone

Drone

  1. Hauptplatine (Parrot P7 Dual Core CPU und Quad Core GPU – 8GB Flash Memory – Alle sind an einem Magnesiumsockel befestigt, der als elektromagnetisches Schild und als Kühlkörper funktioniert.)
  2. Fischaugenlinse (6 optische Elemente – 14 Megapixel Sensor)
  3. Bürstenlose Außenläufermotoren
  4. Fiberglas-verstärkte (15%) ABS-Struktur
  5. Dreiflügelpropeller aus Polycarbonat mit Schnelldemontagesystem
  6. Trägheitsmesseinheit (GPS+Glonass+Galileo – 3-Achsen Beschleunigungssensor – 3-Achsen Gyroskop – 3-Achsen Magnetometer – Drucksensor)
  7. WLAN MIMO Antennen (2 Doppelsätze aus Keramikantennen mit 2.4 und 5 GHz)
  8. Vertikale Stabilisierungskamera (Jede 16. Millisekunde wird ein Foto vom Untergrund aufgenommen und mit dem vorigen verglichen, um die Geschwindigkeit der Bebop Drone zu messen.) Ultraschallsensor (Analysiert die Flughöhe bis zu 8 Metern)
  9. Hülle aus EPP (Einfach zu befestigen und zu entfernen, um Innen- und Außenflüge zu tätigen – schützt die Propeller vor potenziellen Stößen. Kann entfernt werden, um den Windfaktor zu reduzieren.)
  10. Anti-Vibrationsdämpfer

360 Grad Fotos mit der Panono-Kamera auf der re:publica

13. Mai 2014

Ein interessanter Vortrag auf der re:publica 2014 drehte sich um Bildmedien der Zukunft und wie sie unser Bild der Welt verändern. Gehalten wurde er von Kunst­historiker und Bild­wissen­schaftler Dr. Harald Klinke. Von ihm stammt die Aussage: “Der Rahmen begrenzt das Bild – warum eigentlich?”  Verdammt, der Kerl hat recht, er hat so recht.

Ich komme von der klassischen Fotografie, bin aber auf der Suche nach mehr. Als Bildjournalist kann ich heute aus dem begrenzten Rahmen derklassischen Fotografie ausbrechen und muss meine Bilder nicht mehr in aufgezwungene Rahmen pressen. Seien es Zeitungsrahmen oder Bilderrahmen – das Netz bietet uns ungeahnte Möglichkeiten.

Ich experimentiere seit einiger Zeit schon mit QuickTime VR herum und mache auch Fotos mit der Bubbli-Software am iPhone. Es entstehen wunderbare Panorama-Bilder im Raum, eine andere Art Bild. Allerdings sind die Bubbli-Bilder immer ein wenig aufwendig und ich bin nicht zufrieden, denn Bewegung lässt sich damit nicht im Bild festhalten.

Also müssen neue Kamerasysteme her, die ein Bild im Raum aufnehmen. Über die 360fly habe ich bereits geschrieben und auf der #rp14 entdeckte ich die Panono-Kamera. Sie war schon rein optisch sehr auffällig. Zwei jungen Damen zogen durch die Konferenz mit ihrem giftgrünen Kamera-Ball. In diesem Ball sind 36 Kameras integriert. Wird der Kamera-Ball in die Höhe geworfen, wird an der höchsten Stelle ein 360 Grad Panorama-Bild geschossen. Alle Kameras lösen gleichzeitig aus.

Foto 1

Die Panono-Kamera hat mich gleich fasziniert und ich sehe einige professionelle Einsatzmöglichkeiten, obwohl das Teil für rund 550 Euro eher als Spaßkamera konzipiert ist. Dennoch werde ich mir wohl ein Exemplar für den Profi-Einsatz bestellen.

panonosystem

In dem Ball stecken 36 Kameras mit einer Gesamtauflösung von 108 Megapixel. Das klingt gewaltig, ist aber dann doch nur 3 Megapixel pro Kamera. Fürs Web reicht es erst einmal aus. Die Panorama-Bilder können über eine App für iOS oder Android angesehen und über die üblichen Netzwerke geshared werden. Es heißt, dass sie auch auf eigene Websites eingebunden werden können.

Foto 2

Die Herstellerfirma hat ihren Sitz in Berlin und ich freue mich, wenn ich mal ein deutsches Unternehmen unterstützen kann. 360 Grad Kameras gibt es viele am Markt, doch ich habe mich erst einmal für die Panono-Kamera entschieden. Ich werde mir aber eher die graue Variante als den giftgrünen Ball bestellen. Auf der #rp14 hatten die Damen einen Prototyp dabei. Das finale Produkt soll im Sommer 2014 auf dem Markt kommen.

Neue Chancen für Fotografie

10. Februar 2014

Der Kameramarkt ist in Bewegung – technisch und kreativ. In meinem Fotoseminaren stelle ich fest: Die klassischen Kompaktkameras sind massiv auf dem Rückzug und die Teilnehmer setzen derzeit auf digitale Spiegelreflexkameras. Und: Die wirklichen Fotoenthusiasten suchen neue Wege,

Die jüngsten Zahlen des der Branchenverband der japanischen Kamerahersteller CIPA sprechen eine deutliche Sprache. Einbruch, Einbruch, Einbruch überall. Von Januar und Dezember 2013 gingen bei Nikon, Canon und Co nur noch 63 Millionen Kameras über die Ladentische – im Jahr 2012 waren es noch 100 Millionen Kameras. Das ist ein Einbruch von 40 Prozent. Betroffen sind alle Sparten von Kameras, aber in den Keller gingen vor allem die Kompaktkameras. Das sind die Kameras mit fest verbauten Objektiven. Meiner Einschätzung nach wurden sie eindeutlich von Smartphone abgelöst.

Hatte ich früher eine Kompaktkamera als Schnappschusskamera mit dabei, greife ich heute nur noch zum Smartphone – in meinem Fall das iPhone. Ich trage nicht mehr zwei Geräte mit mir herum. Das Telefon mit Fotofunktion hat die klassische Fotokamera ersetzt. Auch für die journalistische Arbeit werden die Smartphones eingesetzt – die BBC macht es vor. Andere Beispiele sind noch härter. Wir erinnern uns, im Juni 2013 hat die Chicago Sun-Times alle Fotografen entlassen und sie durch Reporter mit iPhones ersetzt. Ich habe darüber geschrieben.

Der Trend soll zu spiegellosen Systemkameras gehen, wenn ich den Herstellern glauben darf. Davon merke ich in meinen Fotoseminaren nur bedingt etwas. Die Kameras werden eingesetzt, aber sind nicht in der Masse zu sehen. Die Mehrheit der Teilnehmer setzt dann doch auf digitale Spiegelreflexkameras.

Was ist die Konsequenz? Ich denke, Kameras werden bewusst nur noch von Leuten gekauft, die sich mit Fotografie beruflich oder als ernsthaftes Hobby auseinandersetzen wollen. Die Knipserei wird dem Smartphone überlassen. Das wird der Fotografie als Kunstform neuen Auftrieb verleihen. Davon bin ich überzeugt. Allerdings wird der Markt für die japanischen Hersteller sicherlich nicht wachsen. Dabei sehe ich auch in der Smartphone-Fotografie einen interessanten Trend sich bildlich auszudrücken. Instagram und Co machen den Anfang.

Mit Interesse beobachte ich die Entwicklung von Kamerasystemen wie die Lytro Lichtfeldkamera oder die 360fly. Mit meiner Lytro experimentiere ich noch herum und kann noch kein Urteil fällen. Die Möglichkeiten, die Lichtfeldfotografie bietet, sind aber enorm.

Eine interessante Weiterentwicklung,

Eine interessante Weiterentwicklung,

Die 360fly soll im Herbst 2014 auf den Markt kommen. Sie macht 360 Grad Videos, die mit entsprechender App anzuschauen sein sollen. Was ich auf der Website des Herstellers sehe, macht mich sehr neugierig. Also Fotografie entwickelt sich weiter. Es liegt an uns, in welche Richtung. Ich freue mich auf die neuen Eindrücke und Bilder.

iPhone-Fotos als Pressefotografie

5. Juni 2013

Noch immer laufen Fotoseminare von mir als Teil der journalistischen Nachwuchsförderung hervorragend, doch bereite ich mich verstärkt auf einen Wechsel vor. Als digitaler Bildjournalist setze ich seit Jahrzehnten auf Nikon, aber ich werde künftige Seminare für iPhone-Foto/Videografie anbieten. Klassische Fotografen werden die Nase rümpfen –  zu Recht, wie ich finde. Aber ich habe wieder ein prominentes Vorbild: Die Chicago Sun-Times hat alle Fotografen entlassen und sie durch Reporter mit iPhones ersetzt. Das trifft alle Bereiche des Blattes, wie der Blog der Mediengruppe berichtet.

Erste Reaktionen auf die Entlassungen.

Erste Reaktionen auf die Entlassungen.

Die Fotoreporter des Blattes bekamen bei einer Einladung zum Managementmeeting ihre Kündigung in die Hand gedrückt. Dabei trifft es auch alte erfahrene Fotohasen wie John H. White. Er erhielt 1982 den Pulitzerpreis für Foto-Journalismus.

Künftig werden die fotografischen Aufgaben die Reporter und Redakteure selbst erledigen und zwar mit dem iPhone. Die Mitarbeiter bekamen Kurse im Umgang mit den Apple Devices. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es ist ein komplett neues Arbeiten. Foto-Apps. Video-Apps und anschließende Foto- und Videobearbeitung über Apps. Meines Erachten bekomme ich nicht bisherige Qualität, aber Qualität in der bisherigen Form wird von Lesern und Verlegern nicht bezahlt. Es wird an diesem Beispiel wieder deutlich, unter welchem Kostendruck Journalisten produzieren müssen. Was in den USA beginnt, wird sich in Deutschland fortsetzen. Und daher werde ich diese Art von Schulungen in mein Seminarangebot mitaufnehmen. Anfrage bitte gerne.