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Eiskratzen oder Knöllchen? Warum dein Morgen sonst teuer endet

26. Januar 2026

Frostige Temperaturen sorgen aktuell überall für vereiste Autoscheiben. Für viele heißt das: früher aufstehen, kalte Finger und nasse Hände. Trotzdem sollte man sich die Zeit fürs Eiskratzen nehmen – denn wer mit schlecht freigekratzten Scheiben losfährt, riskiert ein Bußgeld. Hier ein paar Tipps.

Der Klassiker: Eiskratzer
Am zuverlässigsten ist nach wie vor der Eiskratzer. Wichtig ist dabei das richtige Modell: Metallschaber können Scheiben und Lack zerkratzen und sind tabu. Besser sind Kunststoffkratzer mit glatter Kante für dünnes Eis und gezackter Kante für dickere Vereisung. Praktisch sind Kombigeräte mit Besen – denn auch Schnee auf Dach, Motorhaube, Scheinwerfern und Kennzeichen muss runter.

Wichtig: Ein kleines „Guckloch“ auf der Frontscheibe reicht nicht! Wer nicht richtig freikratzt, kann mit 10 bis 35 Euro Bußgeld rechnen. Auch Seitenscheiben und Außenspiegel müssen frei sein. Die Heckscheibe ist zwar nicht zwingend nötig, wenn beide Außenspiegel frei sind – empfohlen wird aber trotzdem, alle Scheiben komplett zu enteisen.

Bankkarte? Nur im Notfall
Wenn gerade kein Eiskratzer zur Hand ist, kann im Notfall eine Bankkarte helfen. Ob sie das unbeschadet übersteht, ist allerdings fraglich. Parkscheiben oder andere harte Plastikteile mit scharfen Kanten sind keine gute Idee – sie können die Scheibe ggf schnell zerkratzen.

Heißes Wasser und Hausmittel: Finger weg!
Heißes oder warmes Wasser auf die vereiste Scheibe zu kippen ist ein No-Go. Durch den Temperaturunterschied kann das Glas springen. Auch selbst gemixte Hausmittel mit Wasser, Spülmittel oder Spiritus sind keine gute Lösung: Sie schmieren, verschlechtern die Sicht und können Gummis und Kunststoffteile angreifen.

Enteiserspray: Nur bei leichtem Frost
Bei dünner Eisschicht kann ein Enteiserspray helfen. Es taut das Eis an und verhindert, dass es sofort wieder festfriert. Aber: Die Qualität ist unterschiedlich, manche Sprays hinterlassen Schlieren. Bei dickem Eis oder Schnee kommt man ums Kratzen nicht herum.

Motor warmlaufen lassen? Verboten!
Den Motor im Stand laufen zu lassen, um Scheiben und Innenraum aufzuwärmen, ist verboten, laut und schlecht für die Umwelt. Dafür können bis zu 80 Euro Bußgeld plus Gebühren fällig werden.

Warme Luft als Alternative
Spezielle, fürs Auto zugelassene Heizlüfter können helfen, Eis von innen aufzutauen. Normale Haushalts-Heizlüfter sind dafür ungeeignet und können brandgefährlich sein. Komfortabler – aber teuer – ist eine Standheizung. Sie taut die Scheiben vorab und wärmt den Motor vor, kostet aber meist deutlich über 1.000 Euro.

Vorbeugen spart Zeit
Am besten ist es, Eis gar nicht erst entstehen zu lassen. Abdeckfolien für die Windschutzscheibe verhindern das Vereisen über Nacht. Wichtig: richtig befestigen, damit keine Tür- oder Fenstergummis beschädigt werden.

Vorsicht beim Kratzen
Beim Eiskratzen lieber vorsichtig sein. Unter dem Eis können Schmutzpartikel sitzen, die feine Kratzer verursachen. Die stören vor allem bei tief stehender Sonne oder Gegenverkehr. Auch die Scheibenwischer nicht vergessen: Vereiste oder verschmutzte Wischer können die Scheibe beschädigen. Es gibt spezielle Eiskratzer, mit denen sich auch die Wischerblätter vom Eis befreien lassen.

Auto nach der Schneewalze ausgraben

6. Dezember 2023

Es hat uns buchstäblich kalt erwischt. Die Schneewalze ist über meinen Wohnort und ganz Oberbayern gerollt. Ich war tagelang mit Schneeschippen beschäftigt. Der ÖPNV ist zusammengebrochen. Durch das Wetter sind auch Seminare von mir ausgefallen. Mein Gefühl war, dass einige Schulen den Switch zum Home Schooling nicht geschafft haben. Als ob es Corona nicht gegeben hat. Die Vorlesungen eines der Kind fanden reibungslos online statt. Jetzt galt es das Familienautomobil auszugraben und nach dem Eisregen freizukratzen.

Autofahrer, die eine Garage haben, haben es wirklich gut erwischt. Wir haben eine Garage, eine Doppelgarage sogar, aber die steht mit Plunder voll, so dass das Auto im Hof parken musste. Und natürlich ist es eingeschneit. Wer sein Auto draußen stehen lassen muss, hat dagegen oft mit Herausforderungen zu kämpfen. Natürlich ist es wichtig, bei Schnee und Eis mehr Zeit einzuplanen und nicht den gewohnten Rhythmus beizubehalten. Ich hab mal ein paar nützliche Infos zusammengetragen, denn ich denke, es wird nicht der letzte Schnee sein.

Loch in die Scheibe
Wer es sich zu leicht machen möchte und nur ein kleines Loch in die vereiste Frontscheibe kratzt, kann richtig Ärger bekommen. Das führt in jedem Fall zu einem Verwarnungsgeld, sobald die Polizei einen erwischt. Die gesamte Sichtfläche muss komplett frei sein. Im Falle eines Unfalls aufgrund beeinträchtigter Sicht können die Kosten erheblich steigen, da Mithaftung droht. Vollkaskoversicherungen können die Deckung um mehrere tausend Euro reduzieren. Das ganz zu schweigen davon, dass man durch solch ein Verhalten Radfahrer, Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Hier sollten bei Eisregen unbedingt die Scheiben des Automobils freigekratzt werden.

Einsatz von Hilfsmitteln
Eissprays aus dem Handel mögen zwar Geld kosten, aber sie können helfen, dicke Eisschichten zu lösen und das Kratzen mit dem Eisschieber zu erleichtern. Die Wirksamkeit hängt jedoch von der Zusammensetzung ab. Wichtig ist, dass die Sicht nach dem Einsatz nicht durch Schlieren beeinträchtigt ist. Ein Hausmittel verspricht am Morgen eisfreie Scheiben – zumindest, wenn die Temperaturen nicht allzu eisig sind: Ein Gemisch aus Essig und Wasser im Verhältnis 3:1 am Vorabend auf die Frontscheibe sprühen.

Und natürlich sollten stabile Eiskratzer im Auto verbanden sein. Billige Krater zerspringen bei einem professionellen Einsatz, also hier sollte man nicht am falschen Ende sparen.
Für das Freikratzen der Scheiben sollten spezielle Eiskratzer für den Pkw verwendet werden. „Ersatzlösungen“ wie CD-Hüllen, die im Auto herumliegen, können die Scheibe beschädigen. Metallschaber können ebenfalls Kratzer in der Scheibe verursachen und im schlimmsten Fall auch den Lack beschädigen. Daher ist es ratsam, Kunststoffschaber zu verwenden und beim Kratzen nicht zu viel Druck auszuüben. Der ADAC empfiehlt außerdem, darauf zu achten, dass die Scheiben im Winter immer schmutzfrei sind, da Schmutzpartikel beim Kratzen wie Schmirgelpapier wirken können.

Für diejenigen, die morgens keine Lust auf das Kratzen haben, ist es eine Überlegung wert, die Frontscheibe mit Pappe oder speziellen Folien abzudecken. Textilien wie Decken sind jedoch keine gute Idee, da sie eine unschöne Allianz mit dem Eis eingehen und das gesamte Verfahren erschweren können. Das Eis und die Textilien verbinden sich und dadurch wird eine eisfreie Sicht im Auto deutlich erschwert und der Autofahrer verliert wieder kostbare Zeit.

Motor warmlaufen lassen
Das Warmlaufenlassen des Autos im Stand ist keine empfehlenswerte Methode, um die Scheiben freizubekommen. Dies führt nicht nur zu nervenden Nachbarn, sondern kostet seit 2020 auch ein stattliches Verwarnungsgeld von 80 Euro. Die Ordnungshüter achten auf dieses Umweltvergehen. Darüber hinaus ist es ineffektiv, da der Motor des Autos unnötig belastet wird, ohne dabei Betriebstemperatur zu erreichen.

Wärmflasche
Einige empfehlen Wärmflaschen, die man dicht an die Windschutzscheibe legt. Dies erfordert jedoch frühes Aufstehen, da es einige Zeit dauert bis sich die Wärme auf die zugefrorenen Scheiben auswirkt. Alternativ können Wärmflaschen bereits über Nacht auf das Armaturenbrett gelegt werden. Zwei bis drei Liter geben ausreichend Wärme ab, um das Zufrieren der Scheibe zu verhindern. Am nächsten Morgen muss dann kaum oder gar nicht gekratzt werden.

Das Gießen von heißem Wasser auf die Frontscheibe wird nicht empfohlen, da dies zu Spannungen und Rissen auf einer eiskalten Scheibe führen kann.Das kann dann böse enden, wenn morgens die zugefrorene Windschutzscheibe des Automobils zerspringt.

Beschlagene Scheibe
Eis ist eine Sache, aber auch nachdem es entfernt wurde, beeinträchtigen oft beschlagene Scheiben die Sicht. Um dies zu verhindern, kann ein kleiner Behälter mit Grillkohle, der über Nacht im Fußraum deponiert wird, hilfreich sein. Die Grillkohle ist staubtrocken und absorbiert die Feuchtigkeit im Auto. Das Ergebnis: klare Sicht am nächsten Morgen. Auch Katzenstreu, in einen Seidenstrumpf gepackt und hinter die Windschutzscheibe gelegt, kann Feuchtigkeit binden. Da haben unsere beiden Kater aber blöd geschaut, als ich das Katzenstreu abgefüllt habe.

Zeitungspapier hilft ebenfalls gegen beschlagene Scheiben: Unter Stofffußmatten platziert, absorbiert es Feuchtigkeit. Gummifußmatten hingegen können mit Zeitungspapier bedeckt werden. Es ist wichtig, dies regelmäßig zu wechseln. Wenn Zeitungspapier hinter der Windschutzscheibe verteilt wird, erfüllt es ebenfalls seinen Zweck.